Dienstag, 27. Juli 2010

An Spätzle Hobel a bissal Mehl, Eier und an Käs

Mehr brauchts eigentlich ned für guade Spatzn. Fettes merci erst mal an Peter, Jörg, Def, Gabi - und Gruß an alle. Ein Spätzle Hobel plus Zubehör! Sicher schadet auch in der Ferne nicht, dass richtige Handwerkszeug. Das Päckchen überrascht mich letzte Woche Montags in der Arbeit, was hab ich mich gefreut. Die Hardware sieht nobel aus und dazu noch diese schicken Ruth Pretty Teetowls. High class travel equipment!

Wie auch immer, es soll wohl Leute geben die meinen ich kann keine Spätzle machen. Damit Ihr mal alle einen Platz habt, den Ihr kennt und wo steht wie man Käs Spatzen macht, gibt’s hier jetzt das Rezept:

500g Mehl
5 Eier
bissal Wasser
bissal Salz

ein, zwei Zwiebeln
300g Kas oder mehr

Mehl, Eier und Wasser zu am zähflüssign Teig zam rührn. Obacht gebn, des soll jah nich klumpn.

Derweilen hat jemand anders scho an grossen Topf mit Wasser aufgesetzt, die Zwiebln gschnitten und an Käs griebn.

Wenn das Wasser kocht, einfach Teig in den Hobel geben und los geht’s. Wenn die Spätzle oben schwimmen, san die eigentlich fertig. Abfischen und in a große Schuessl gebn, Kas drueber und in Ofen oder'd Micro nei, raus nehmen wenns guad ausschaugt.

Zwiebl in a Pfann oder am Topf schee anglasen und über die fertign Spatzen geben.

Tip für nachm Essen, an Schnaps und jemand anders der abspuelt.

Was gibs sonst neues? Das Wochenende Porters war der Hammer. Schneebericht: 90cm, Piste gut griffig, letzter Schneefall vor über zwei Wochen.
Immerhin drei Ankerlifte haben die, für die Clubfields ist das eine riesen Sache. Der Snowpark kann sich jetzt schon sehen lassen und wird wohl noch richtig fett. Der Schnee ist gar nicht schlecht und es ist wenig los. Samstag mieses Wetter, aber Nachmittags um drei reissts endlich auf und wir haben noch eine wahnsinns Aussicht!! Sonntag wie ein Traum.

Am Donnerstag hab ich mir Jib da Foundry, einen kleinen Jib Contest auf dem Uni Gelände angeschaut. Nettes Set-Up und ein Haufen Schneeverrückter. Nachdem ich seit letztem Mittwoch Bereitschaft habe, geht’s am Wochenende trotz 30cm Neuschnee aber nicht aufn Berg. Samstag und Sonntag wird statt dessen, die frisch aus DE eingetroffene, Slackline gerockt.

POW, meine alte Karre, ist wieder voll da. Mit neuer WOF (TÜV), vier nagelneuen Reifen und neuer Windschutzscheibe. Hatte lang überlegt was ich machen soll, aber wenn er hält wars die Kohle wert. Neue Karre ist ja auch immer wie ein neuer Lottoschein und wie die Kiwis so schön sagen: „The devils you know“. Sogar Schneeketten hab ich mir gekauft, hier gibt’s ja keine Winterreifen. Ausser der Scheibe und den Reifen ohne jegliches Profil wurde noch beanstandet, dass POW mit sieben Sitzen eingetragen ist und nicht mit Zwei, also soll ich die Sitze wieder rein machen oder das umtragen lassen. Dazu muss ich zu einer anderen Werkstatt und dort siehts viel TÜV mäßiger aus. Auf jeden Fall muss der gute Mann einen Blick in mein Auto werfen. Zu dem, ganzen losen Ausbau sagt er aber zum Glück nix, ich soll halt blos nix oben auflegen sondern alles unten drunter verstauen. Bei uns daheim unvorstellbar, außerdem muss ich Ihm versprechen, dass ich die Sicherheits Gurte hinten raus mache, irgendeine Vorschrift. Das Umtragen ist kein Problem und so ist Pow seit zwei Wochen ein Camper und kein Auto mehr.

So, jetzt ma sehn, wie sich der Urlaub angeht und was der Winter in Neuseeland kann. Rockt on Leutz und lasst euch die Spatzen schmecken.

Dienstag, 13. Juli 2010

What are you going to do with you life?

Zitat aus „Der Alchemist“ von Paulo Coelho:
.............. Der Jüngling wußte nicht, was ein persönlicher Lebensweg war. „Es ist das, was du schon immer gerne machen wolltest. Alle Menschen wissen zu Beginn ihrer Jugendzeit, welches ihre innere Bestimmung ist. In diesem Lebensabschnitt ist alles so einfach, und sie haben keine Angst, alles zu erträumen und sich zu wünschen, was sie in ihrem Leben gerne machen würden. Indessen, während die Zeit vergeht, versucht uns eine mysteriöse Kraft davon zu überzeugen, daß es unmöglich sei, den persönlichen Lebensweg zu verwirklichen.“ ..............

Anyway, es ist an der Zeit, dass ich mal das wichtigste nieder schreibe. Was mir die letzte Zeit so alles durch den Kopf ging bekomme ich hier doch nicht unter und das ist wohl auch der Grund warum Ihr auf diesen Post so lange warten musstet.

Es ist viel passiert und doch, ist gar nicht so viel passiert. Wie gesagt hab ich nach der Woche Boon Street wieder nach Unterkunft Ausschau gehalten und mich am Sonntag, auch weil ich einfach gelangweilt war von der Wohnungssuche, für die Kipling Street entschieden. Das war praktisch nach meiner zweiten Woche bei der Startup Ltd. und ich konnte an diesem Sonntag auch gleich einziehen.

Gar nicht so einfach, weil ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll und worauf ich eigentlich hinaus will. Vielleicht fange ich einfach mal mit den dicken Brocken an. Am Dienstag den 08.06.2010 habe ich meine Kündigung, an meinen lieben Arbeitgeber in der Heimat, in die Post geschmissen, geht sich in erster Linie zeitlich nicht aus (Foto nachgestellt, denn eigentlich war es an einem regnerischen Tag). An dieser Stelle, herzlichst leibe Grüße an die Kollegen – You all ROCK!!

Es geht für mich nicht um einen Job, eine Karriere, einen unbezahlten Urlaub oder nur ums reisen, in erster Linie geht’s hier um mich. Wenn ich das hier jetzt nicht durchziehe, war die Zeit zwar toll aber irgendwie doch auch fürn Arsch!! Der aktuelle Plan sieht vor, hier in Neuseeland ein paar Urlaubswochen im Schnee zu verbringen und bei Startup Ltd. noch bis in den europäischen Winter rein zu arbeiten. Der grobe Plan geht noch etwas weiter, aber man weiß aktuell einfach nicht was sich wie ausgeht und desto länger ich hier bleibe, desto mehr gefällts hier eigentlich.

Christchurch, 300.000 Einwohner die größte Stadt auf der Südinsel. Canterbury Peninsula, ein Kletter und Bike Eldorado nicht einmal 10km vom Stadtkern entfernt. Brighton Beach 10km, Sumner Beach 20km, Berge zum Snowboarden 100km und das abgesehn von allen anderen wahnsinns Plätzen auf der Südinsel. Es besteht Suchtgefahr! Arbeits und auch Resident Visa sind zum greifen nah, man informiert sich tatsächlich und macht sich seine Gedanken.



Dennoch, irgendwie steht fest, dass es weiter gehen muss. Nach gut neun Monaten unterwegs weiß ich zwar immer mehr was ich nicht will, aber auch noch nicht was eigentlich anstehen soll. Ein grober Plan wäre nicht schlecht, dass sagt mir zumindest mein Gewissen, ob er wirklich notwendig ist, wird aber auch in Frage gestellt. Jetzt hatte ich ein Jahr lang diese tolle Sicherheit, ende Juni 2009 hab ich den unbezahlten Urlaub genehmigt bekommen und nun geht’s dahin, ans eingemachte, jetzt geht’s erst richtig los!

Sicher geht mir die Heimat ab, meine Familie, meine Freunde und Dude's! So wie ich das hier erlebe, weiß ich aber auch, dass die mir wichtigen, immer da sind für mich. Daheim is echt schön, das muss man schon auch mal gesagt haben, ich komm echt aus einer super schönen Ecke. Dennoch, wenn ich an die morgendliche S-Bahn fahrt denke, die ich mit Armin und Flo immer genossen habe, aber dann eben auch an all diese mies gelaunten Gesichter denke, dann weiß ich auch was ich nicht vermisse. Es ist ja auch so:

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!

Soooo ist das! Den Teil bis hierhin hatte ich vor einiger Zeit schon geschrieben, find ich eigentlich ganz treffend und brauch auch gar nicht viel mehr zu sagen. Ein paar Wochen nehm ich mir noch um raus zu finden ob ich nicht doch einfach hier bleibe. Am Samstag Snowboarden und am Sonntag klettern im T-Shirt, ist schon ein Hit. So wies ausschaut, hab ich ab dem 02. August drei Wochen Urlaub und wer sich kurzentschlossen in den Flieger setzt, ist zu feinsten Powder Sessions herzlichst willkommen.

In diesem Sinne – Rock da World!

Jaaaa, und doch denk ich an euch und vermiss euch alle!!!