Dienstag, 21. September 2010

Das Beben und ein Haufen Schnee

Dachte ich lass mal kurz von mir hören. Seit gut zwei Wochen bebt hier in Christchurch gelegentlich die Erde. Am Freitag Abend dem 03.09., bereite ich mich mit Xavier zusammen auf unseren Rounhill und Tekapo Trip vor. Die Gebiete, ob Roundhill, Dobson oder Fox Peak will ich schon noch sehen. Es gab etwas Neuschnee die letzten Tage und wir sind guter Dinge. Da es ca. 250km bis Tekapo sind, stellen wir den Wecker auf 5 Uhr und gehen nach ein paar Bier früh ins Bett. Gegen halb Fünf Uhr morgens, ich bin bereits halb wach, fängt plötzlich alles an zu wackeln. Erdbeben!!! Türstock, Türstock, Türstock, denke ich, als ich aber den ersten Schritt aus dem Bett mache, falle ich vor lauter Beben fast hin, einen riesen Ausfall-Schritt machend, wanke ich durch meine Zimmertür zur Haustür, öffne Sie und stell mich in den Rahmen. Irgendwie war es auch laut glaube ich, aber so ganz genau weiß ich das nicht mehr. Überall lärmen auf jeden Fall Auto Alarmanlagen und gehen Lichter an. Alles bebt, obwohl ich schon glaube zu merken, dass das Beben schwächer wird. Der ganze Spuk, ist nach fast einer Minute vorbei. Krasser Scheiss, aber es ist alles gut, bei den Nachbarn ist alles OK, wir haben Strom und im Haus ist nichts passiert. Wir checken das Internet und finden einen Link der etwas von Stärke 7.4 berichtet Magnitude 7.0 - SOUTH ISLAND OF NEW ZEALAND. Wir können das so recht nicht glauben, hier sieht alles normal aus, keine aufgerissenen Strassen, keine riesen Risse oder sonstiges, alles scheint OK. Es ist Wochenende, der Winter liegt in den letzten Zügen und ich will wirklich nochmal auf den Berg. Wir wissen es nicht besser, setzen uns gegen 5:45 Uhr ins Auto und fahren los.

Roundhill liegt am Lake Tekapo und ist vorallem wegen den Ausblicken interessant. Hier gibt’s planierte Pisten, einen Ankerlift und einen netten Snowpark. Außerdem steht hier mit 1.4km Länge das längste Rope Tow Neuseelands. Das Wetter ist gut und wir haben einen super Tag den wir mit Slacklinen am See ausklingen lassen. Am Abend in Tekapo Village erreichen uns haufenweise SMS und es wird klar, dass das Erdbeben doch einiges an Schaden gelassen hat.

Sonntag morgen sieht das Wetter nicht sehr gut aus. Dobson hat wegen Wind geschlossen aber Fox Peak ist auf. Wir sind spät dran, aber nachdem wir jetzt schon hier sind, können wir uns Fox zumindest ansehen. Die 15km Access Road sind wohl das härteste was ich meinem lieben POW bisher angetan habe. Die letzten paar hundert Meter sind noch vereist und der Abhang ist nicht weit. Mit Puls 180 und ordentlich Adrenalin im Blut parken wir am Carpark. Es ist nichts los, als ich aussteige kommt ein älterer Herr zu mir. Er ist vom Skifield und meint, sie wollten eigentlich gerade schließen, aber wenn wir fahren wollen, macht er halt nochmal auf und wir fahren eine Runde. Nachdem Xavier sich die Kohle für die Ski in Fairley gespart hat, mach ich mich für ein paar Runs los. In kurzer Zeit lerne ich alle Angestellten dort kennen und wir machen uns auf, zu einer Rundtour durchs Gebiet. Letzten Endes schaffen wir es nur bis zum dritten Tow Rope, der Wind ist von da an einfach zu stark. Die Aussicht von hier oben ist der pure Wahnsinn und wir hängen anschließend noch eine ganze Zeit am Carpark ab.

In Chch, lassen sich Sonntags Abend im Dunkel der Nacht kaum Schäden ausmachen. In den Nachrichten sehen wir dann aber doch ziemlich krasse Bilder. Auch nach zwei Wochen, werden hier noch Gebäude geprüft und gelbe oder rote Sticker an Häuser geklebt. Schwere Schäden haben sich aber auf einzelne Stadtteile konzentriert und so hab ich hier in Addington Glück gehabt. In der Firma hatten wir auch ein riesen Schwein, lediglich ein Server, ist aus dem RAC gefallen. Dennoch, der Schaden in Chch ist erheblich, vorallem viele alte Gebäude haben ordentlich gelitten. Nach einigen Tagen gewöhnt man sich fast an die Nachbeben und schläft schon auch mal durch ein Beben der Stärke 5. Es fühlt sich komisch an und man kann es fast nicht glauben, alles bebt. Bilder habt Ihr ja bestimmt auch gesehen, gibt’s auch hier : "Christchurch earthquake - your photos".

Eine Woche nach dem Beben checken wir Temple Basin, ein legendäres Clubfield am Arthurs Pass. Trotz Regen, geben wir uns die 500hm Aufstieg ab dem Carpark, zum Glück können wir das Gepäck an einer Materialseilbahn abgeben. Nach einer Stunde erreichen wir die Hütten, es regnet und nur ein Lift hat offen. Der Schnee ist so nass, dass ich mich fast aufs Tail meines Boards setzen muss, um nicht vornüber zu fliegen. Nach drei Stunden boarden im Regen, machen wir uns wieder auf, an den Abstieg. Trotzdem eine sau fette Action und ein toller Tag.

Letzte Woche Dienstag oder Mittwoch wartet ganz NZ gespannt auf einen der größten Stürme unseres Planeten: http://www.nzherald.co.nz/nz/news/. Natürlich hatten wir auf Schnee gehofft, so wies aber aussah war an Snowbaorden wegen Sturm nicht zu denken. Samstag Morgen machen wir uns eigentlich auf an die WestCoast, um die 8m hohen Wellen zu sehen. Nachdem Broken River aber offen hat, behalten wir uns die Westküste für den späten Nachmittag auf. In Broken River gehören wir zu den ersten im Hang und finden Powder satt. Einige Stunden später stehe ich mit Bernhard und Xavier vor den Pancake Rocks an der West Coast. Das Ganze Wochenende wird zum Selbstläufer und einfach der Hammer. Powder, Sonne, Wolken, Sturm, Schnee, Regen, Meer, Palmen, Regenwald, Berge, Schneeketten..........

So geht hier auch eine Woche nach der anderen ins Land. Das ist erst mal wieder ein Anfang würde ich meinen, hoffe ich komm die Tage nochmal zum schreiben. Checkt die wahnsinns Bilder! Ansonsten lasst es euch gut gehen und genießt die Zeit, außerdem nicht vergessen:

Life is to short to be taken serious!

Mittwoch, 1. September 2010

Craigieburn and Broken River Trip

arbeitsbedingt, gehen jetzt nur zwei Wochen Urlaub raus und so geht’s erst am 07.08. los. Da in der letzten Arbeitswoche ordentlich was los ist, steht am Samstag erst mal Packen und Einkaufen an. Der grobe Plan ist, sich mit Manu am Craigiburn Shelter zu treffen, Handyempfang hat man hier ja nirgends. Nachdem alles im Auto verstaut ist, ist mein Zimmer hier fast leer, ich ziehe wirklich wieder in meinen Van. Die ganze Woche war es noch gut warm, seit heute ist es zum Glück kälter und in den Bergen soll's auch Neuschnee geben. Für Sonntag ist super schlechtes Wetter vorrausgesagt und so werde ich mich erst Abends mit Manu treffen. Sonntag Morgen werden noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und am Nachmittag geht’s Richtung Arthurs Pass. Schon kurz nach Chch, weist mich eine Anzeigetafel auf die Notwendigkeit von Schneeketten ab Springfield (ca. 70km von Chch) hin. Genau so habe ich mir das vorgestellt: WINTER!! Kurz vor dem Porters Pass, es liegt schon ein wenig Matsch-Schnee auf der Strasse, ist eine Art Verkehrskontrolle, es wird nach Schneeketten gefragt und über die Strasstenbedingungen informiert. Trotz Sommerreifen schaffe ich den Porters Pass aber ohne Ketten und überhaupt ist die Strasse frei. An Castle Hill mach ich ein kurzes Foto bevors zum Craigieburn Valley und zum Treffpunkt weiter geht. Manu steht schon mit seinem Van am Shelter und wir freuen uns gemeinsam über den frischen Schnee. Der Schnee der hier fällt ist noch schwer und Nass, auch der Boden ist nicht wirklich gefroren. Manu kocht Dinner und wir hängen den Abend in Manu's Van ab. Für morgen hoffen wir aufs Beste und auf den ersten Run in Broken River. Es ist Kalt und ich, der ein außergewöhnlich gut beheiztes Kiwihaus gewohnt ist, hofft insgeheim auch, dass der Schlafsack warm genug ist.

Die Nacht ist nicht so kalt wie gedacht, als ich am morgen auf mein Thermometer schau, hat es gerade einmal -2 Grad. Die Schlechtwetterfront ist weitergezogen und so bereiten wir uns auf den ersten Schneetag vor. Die Club Fileds sind kleine Skigebiete die sich auf Privat Grund befinden. Es gibt keine asphaltierten Zufahrten und die so genannten „Access Roads“ bewältigt man besser mit einem 4WD. Manu hat gestern einen kleinen Erkundungsrundgang gemacht und möchte seinem Van die Access Road auf keinen Fall antun. Wir machens wie sichs gehört, lassen unsere Karren stehen und Hitchhiken auf den Berg.

Vom Carpark geht’s mit dem inclinator, sowas wie ner Gondel auf Schienen nach oben, 6 Pers. Max. Am Ticketoffice, kaufe ich mir auf die schnelle doch noch einen „Glove Cover“. Von dort bis zum ersten Rope ist es noch ein gutes Stück zu laufen. Am Rope, bekomme ich eine kurze Einweisung ins Rope Tow'en, wirklich kranker Scheiss und scary wie die Sau. Im ersten Moment hört sich das ja alles easy an. Man hat also seinen Klettergurt oder ähnliches um die Hüfte und befestigt daran den sogenannten „Nutcracker“. Man, stellt sich ans Rope, bereitet den Nutcracker zum greifen vor und greift mit der anderen Hand das Rope, deshalb auch der Glove cover. Wenn man Rope-Geschwindigkeit erreicht hat, schließt man den Nutcracker und sieht zu, dass man alles andere vor dem ersten „Pully“, also vor der ersten Umlenkrolle sortiert bekommt. Hier haben Leute schon Finger verloren. Das Rope ist schneller als viele Ankerlifte und bis zum ersten Pully ist es nicht sehr weit, erst nach ein paar Versuchen komme ich das erste Rope Tow hoch. Das Basin ist schon ein wenig verspurt, aber nachdem nicht viele Leute unterwegs sind, ist noch genügend Powder übrig.
Die Clubfields sind schon was besonderes, der Wanker Filter, also das Rope Tow, verhindert überfüllte Hänge. Planierte Pisten gibt es keine und überhaupt sieht ein Clubfield eher aus, wie wenn jemand das notwendigste irgendwie, mit billigsten Mitteln, in und an den Berg bekommen hat, um nach einem Run, wieder einigermaßen flott auf den Berg zu kommen. Entspannung gibt’s an einem Rope Tow nicht und so ist man, mehr oder weniger, non-stop am boarden. Die Hütte in Broken River ist super cool, die Küche kann von jedem genutzt werden, es gibt kostenlos Tee, ein Sandwichmaker und sogar ein Grill steht der Allgemeinheit zur Verfügung. Abends Trampen wir die 6km Access Road bis zu unserem Home Shelter.

Das beste Mittel gegen Kälte ist Bewegung, so sammeln wir Feuerholz und wechseln uns beim Sägen ab. Der Shelter ist fast zu allen Seiten offen, die Feuerstelle ist riesen groß und der Kamin zieht die ganze Hitze einfach weg, man muss sich echt nah ans Feuer setzen um ein wenig Wärme abzubekommen. Immerhin können wir die Handschuhe trocken. Das Trocknen von Kleidung ist ein Thema und die beste Möglichkeit ist einfach, alles anzubehalten bis es trocken ist.


Nach zwei Tagen Broken River geht’s den ersten Tag nach Craigieburn, ein anderes Clubfield gleich im nächsten Becken, an der gleichen Bergkette. Wir Hitchhiken also wieder und kommen so easy ins Gebiet. Craigieburn, wird unser Favourite, die drei Rope Tows kommen alle hintereinander und am Gipfel ist nach einer entspannten Hangquerung laufen angesagt. Passt uns aber besser als das ewige Gequere in Broken River. Überhaupt, da die Gebiete meist an den Berg-Schattenseiten in einem halbkreisrunden Becken liegen, ist nach der langen Rope Tow fahrt Queren angesagt, bevor es in die Hänge geht. In Craigieburn rocken wir die erste wahnsinns Rinne. Fast 600hm vertical drop, Start durch einen gut 40Grad steilen, felsversetzten „Shoot“ und dann ist Powdern angesagt. Nach der Abfahrt geht’s zu Fuß, 20 Minuten die Access Road hoch zur Rope Tow Talstation, drei mal Rope Tow Action, queren und nochmal laufen, bevor die nächste Rinne dran glauben muss.

Rein zufällig treffen wir am Donnerstag Sam am Berg. Wir beide kennen Ihn und seine Freundin aus Motueka. Die Beiden haben Ihre Base in Springfield und wir sind eingeladen dort doch einfach mal vorbei zu schauen. An diesem Abend rocken wir zu dritt die Access Road, es liegt einfach zu viel Schnee um schon am CarPark in ein Auto einzusteigen. Natürlich super blöde Action was das Material angeht. Den Spaß lassen wir uns aber nicht nehmen und so geht’s, schneller als die Autos die Strasse runter. Bremsen kann man, will man wegen der vielen Steine aber nicht, ein Kratzer bleibt nicht aus und fast 20cm bis auf den Holzkern machen Boardpflege in den nächsten Tagen notwendig.

Freitag morgen regnet es in Strömen bei +5 Grad. Boarden ist für den Tag gegessen und wir machen uns im Shelter gemütlich Frühstück. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen kommt es uns fast warm vor, -8 Grad beim aufstehen ist eine andere Sache. Am Frühen Nachmittag machen wir uns nach Springfield auf, besuchen Sam und Loreta. Außerdem müssen wir unsere Vorräte auffrischen, beim Blick auf die Preise überlege ich aber schon, ob es nicht besser wäre bis nach Chch zu fahren. In Sam's Workshop werden die gröbsten Kratzer gefüllt und die Bretter gewachst. Für mich geht’s an diesem Tag noch nach Chch.

Samstag morgen frage ich mich was ich hier eigentlich soll, wasch meine Wäsche, kaufe ein, setz mich ins Auto und fahre wieder los. Das Wetter ist gut und es ist ziemlich warm. Der ganze Schnee ist dahin, die Skifields sehen vom Tal aus, bitter aus und wir fragen uns ob an Snowboarden überhaupt noch zu denken ist.Sonntags schauen Loreta und Sam vorbei und wir fahren gemeinsam zum bouldern nach Caslte Hill. Die nächsten Tage warten wir auf besseres Wetter, auf Kälte, Schnee und dicke Flocken. Wir verbringen die Zeit mit Slacklinen und checken noch zwei andere Shelter aus.

Als es uns am Mittwoch wieder auf den Berg zieht, ist das Wetter echt beschissen. Es liegt etwas nasser Neuschnee und es regnet fast. Es hat super wenig Schnee und so habe ich Porters die ganze Zeit hier noch nicht gesehen. Trotzdem rocken wir ein wenig über die Kicker und machen das Beste draus. Am Donnerstag wieder Frühlingshaft und wir fahren erst gar nicht zu den Skifields hoch. Freitag raffen wir uns auf und werden in Craigieburn mit Powder Runs überrascht, machen an diesem Tag noch den Hike nach Broken River und finden eine super Line. Samstag kann ich nicht anders und mach nochmal los, Manu hat leider nur nen mid week pass und verbringt den Tag mit slacklinen. Am Abend wird’s im Shelter voll und es ist richtig busy. Wir treffen auch ein Haufen alter Bekannter der letzten Abende wieder. Bevor die ganzen Kletter Freaks aus Castle Hill mit Ihren Boulder Matten kommen, machen wir uns aber auf zum Howden Shelter, einfach viel entspannter dort.

Was eine super fette Zeit! Für zwei Wochen wieder in meinem Van zu wohnen, ein riesen Spaß, die ganze Zeit draussen zu sein, 4 Jahreszeiten Schneeverhältnisse und ein Haufen netter Leute.

Seit einer Woche steht jetzt wieder Arbeit an, soweit alles schon in Ordnung, vorallem weil ich inzwischen weiß, dass es im November oder Dezember mit dem Traveln weiter geht. Zumindest habe ich in der Arbeit schon mal bescheid gesagt und so stellt sich jetzt eigentlich nur noch die Frage: Wo geht’s hin?