Mittwoch, 1. September 2010

Craigieburn and Broken River Trip

arbeitsbedingt, gehen jetzt nur zwei Wochen Urlaub raus und so geht’s erst am 07.08. los. Da in der letzten Arbeitswoche ordentlich was los ist, steht am Samstag erst mal Packen und Einkaufen an. Der grobe Plan ist, sich mit Manu am Craigiburn Shelter zu treffen, Handyempfang hat man hier ja nirgends. Nachdem alles im Auto verstaut ist, ist mein Zimmer hier fast leer, ich ziehe wirklich wieder in meinen Van. Die ganze Woche war es noch gut warm, seit heute ist es zum Glück kälter und in den Bergen soll's auch Neuschnee geben. Für Sonntag ist super schlechtes Wetter vorrausgesagt und so werde ich mich erst Abends mit Manu treffen. Sonntag Morgen werden noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und am Nachmittag geht’s Richtung Arthurs Pass. Schon kurz nach Chch, weist mich eine Anzeigetafel auf die Notwendigkeit von Schneeketten ab Springfield (ca. 70km von Chch) hin. Genau so habe ich mir das vorgestellt: WINTER!! Kurz vor dem Porters Pass, es liegt schon ein wenig Matsch-Schnee auf der Strasse, ist eine Art Verkehrskontrolle, es wird nach Schneeketten gefragt und über die Strasstenbedingungen informiert. Trotz Sommerreifen schaffe ich den Porters Pass aber ohne Ketten und überhaupt ist die Strasse frei. An Castle Hill mach ich ein kurzes Foto bevors zum Craigieburn Valley und zum Treffpunkt weiter geht. Manu steht schon mit seinem Van am Shelter und wir freuen uns gemeinsam über den frischen Schnee. Der Schnee der hier fällt ist noch schwer und Nass, auch der Boden ist nicht wirklich gefroren. Manu kocht Dinner und wir hängen den Abend in Manu's Van ab. Für morgen hoffen wir aufs Beste und auf den ersten Run in Broken River. Es ist Kalt und ich, der ein außergewöhnlich gut beheiztes Kiwihaus gewohnt ist, hofft insgeheim auch, dass der Schlafsack warm genug ist.

Die Nacht ist nicht so kalt wie gedacht, als ich am morgen auf mein Thermometer schau, hat es gerade einmal -2 Grad. Die Schlechtwetterfront ist weitergezogen und so bereiten wir uns auf den ersten Schneetag vor. Die Club Fileds sind kleine Skigebiete die sich auf Privat Grund befinden. Es gibt keine asphaltierten Zufahrten und die so genannten „Access Roads“ bewältigt man besser mit einem 4WD. Manu hat gestern einen kleinen Erkundungsrundgang gemacht und möchte seinem Van die Access Road auf keinen Fall antun. Wir machens wie sichs gehört, lassen unsere Karren stehen und Hitchhiken auf den Berg.

Vom Carpark geht’s mit dem inclinator, sowas wie ner Gondel auf Schienen nach oben, 6 Pers. Max. Am Ticketoffice, kaufe ich mir auf die schnelle doch noch einen „Glove Cover“. Von dort bis zum ersten Rope ist es noch ein gutes Stück zu laufen. Am Rope, bekomme ich eine kurze Einweisung ins Rope Tow'en, wirklich kranker Scheiss und scary wie die Sau. Im ersten Moment hört sich das ja alles easy an. Man hat also seinen Klettergurt oder ähnliches um die Hüfte und befestigt daran den sogenannten „Nutcracker“. Man, stellt sich ans Rope, bereitet den Nutcracker zum greifen vor und greift mit der anderen Hand das Rope, deshalb auch der Glove cover. Wenn man Rope-Geschwindigkeit erreicht hat, schließt man den Nutcracker und sieht zu, dass man alles andere vor dem ersten „Pully“, also vor der ersten Umlenkrolle sortiert bekommt. Hier haben Leute schon Finger verloren. Das Rope ist schneller als viele Ankerlifte und bis zum ersten Pully ist es nicht sehr weit, erst nach ein paar Versuchen komme ich das erste Rope Tow hoch. Das Basin ist schon ein wenig verspurt, aber nachdem nicht viele Leute unterwegs sind, ist noch genügend Powder übrig.
Die Clubfields sind schon was besonderes, der Wanker Filter, also das Rope Tow, verhindert überfüllte Hänge. Planierte Pisten gibt es keine und überhaupt sieht ein Clubfield eher aus, wie wenn jemand das notwendigste irgendwie, mit billigsten Mitteln, in und an den Berg bekommen hat, um nach einem Run, wieder einigermaßen flott auf den Berg zu kommen. Entspannung gibt’s an einem Rope Tow nicht und so ist man, mehr oder weniger, non-stop am boarden. Die Hütte in Broken River ist super cool, die Küche kann von jedem genutzt werden, es gibt kostenlos Tee, ein Sandwichmaker und sogar ein Grill steht der Allgemeinheit zur Verfügung. Abends Trampen wir die 6km Access Road bis zu unserem Home Shelter.

Das beste Mittel gegen Kälte ist Bewegung, so sammeln wir Feuerholz und wechseln uns beim Sägen ab. Der Shelter ist fast zu allen Seiten offen, die Feuerstelle ist riesen groß und der Kamin zieht die ganze Hitze einfach weg, man muss sich echt nah ans Feuer setzen um ein wenig Wärme abzubekommen. Immerhin können wir die Handschuhe trocken. Das Trocknen von Kleidung ist ein Thema und die beste Möglichkeit ist einfach, alles anzubehalten bis es trocken ist.


Nach zwei Tagen Broken River geht’s den ersten Tag nach Craigieburn, ein anderes Clubfield gleich im nächsten Becken, an der gleichen Bergkette. Wir Hitchhiken also wieder und kommen so easy ins Gebiet. Craigieburn, wird unser Favourite, die drei Rope Tows kommen alle hintereinander und am Gipfel ist nach einer entspannten Hangquerung laufen angesagt. Passt uns aber besser als das ewige Gequere in Broken River. Überhaupt, da die Gebiete meist an den Berg-Schattenseiten in einem halbkreisrunden Becken liegen, ist nach der langen Rope Tow fahrt Queren angesagt, bevor es in die Hänge geht. In Craigieburn rocken wir die erste wahnsinns Rinne. Fast 600hm vertical drop, Start durch einen gut 40Grad steilen, felsversetzten „Shoot“ und dann ist Powdern angesagt. Nach der Abfahrt geht’s zu Fuß, 20 Minuten die Access Road hoch zur Rope Tow Talstation, drei mal Rope Tow Action, queren und nochmal laufen, bevor die nächste Rinne dran glauben muss.

Rein zufällig treffen wir am Donnerstag Sam am Berg. Wir beide kennen Ihn und seine Freundin aus Motueka. Die Beiden haben Ihre Base in Springfield und wir sind eingeladen dort doch einfach mal vorbei zu schauen. An diesem Abend rocken wir zu dritt die Access Road, es liegt einfach zu viel Schnee um schon am CarPark in ein Auto einzusteigen. Natürlich super blöde Action was das Material angeht. Den Spaß lassen wir uns aber nicht nehmen und so geht’s, schneller als die Autos die Strasse runter. Bremsen kann man, will man wegen der vielen Steine aber nicht, ein Kratzer bleibt nicht aus und fast 20cm bis auf den Holzkern machen Boardpflege in den nächsten Tagen notwendig.

Freitag morgen regnet es in Strömen bei +5 Grad. Boarden ist für den Tag gegessen und wir machen uns im Shelter gemütlich Frühstück. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen kommt es uns fast warm vor, -8 Grad beim aufstehen ist eine andere Sache. Am Frühen Nachmittag machen wir uns nach Springfield auf, besuchen Sam und Loreta. Außerdem müssen wir unsere Vorräte auffrischen, beim Blick auf die Preise überlege ich aber schon, ob es nicht besser wäre bis nach Chch zu fahren. In Sam's Workshop werden die gröbsten Kratzer gefüllt und die Bretter gewachst. Für mich geht’s an diesem Tag noch nach Chch.

Samstag morgen frage ich mich was ich hier eigentlich soll, wasch meine Wäsche, kaufe ein, setz mich ins Auto und fahre wieder los. Das Wetter ist gut und es ist ziemlich warm. Der ganze Schnee ist dahin, die Skifields sehen vom Tal aus, bitter aus und wir fragen uns ob an Snowboarden überhaupt noch zu denken ist.Sonntags schauen Loreta und Sam vorbei und wir fahren gemeinsam zum bouldern nach Caslte Hill. Die nächsten Tage warten wir auf besseres Wetter, auf Kälte, Schnee und dicke Flocken. Wir verbringen die Zeit mit Slacklinen und checken noch zwei andere Shelter aus.

Als es uns am Mittwoch wieder auf den Berg zieht, ist das Wetter echt beschissen. Es liegt etwas nasser Neuschnee und es regnet fast. Es hat super wenig Schnee und so habe ich Porters die ganze Zeit hier noch nicht gesehen. Trotzdem rocken wir ein wenig über die Kicker und machen das Beste draus. Am Donnerstag wieder Frühlingshaft und wir fahren erst gar nicht zu den Skifields hoch. Freitag raffen wir uns auf und werden in Craigieburn mit Powder Runs überrascht, machen an diesem Tag noch den Hike nach Broken River und finden eine super Line. Samstag kann ich nicht anders und mach nochmal los, Manu hat leider nur nen mid week pass und verbringt den Tag mit slacklinen. Am Abend wird’s im Shelter voll und es ist richtig busy. Wir treffen auch ein Haufen alter Bekannter der letzten Abende wieder. Bevor die ganzen Kletter Freaks aus Castle Hill mit Ihren Boulder Matten kommen, machen wir uns aber auf zum Howden Shelter, einfach viel entspannter dort.

Was eine super fette Zeit! Für zwei Wochen wieder in meinem Van zu wohnen, ein riesen Spaß, die ganze Zeit draussen zu sein, 4 Jahreszeiten Schneeverhältnisse und ein Haufen netter Leute.

Seit einer Woche steht jetzt wieder Arbeit an, soweit alles schon in Ordnung, vorallem weil ich inzwischen weiß, dass es im November oder Dezember mit dem Traveln weiter geht. Zumindest habe ich in der Arbeit schon mal bescheid gesagt und so stellt sich jetzt eigentlich nur noch die Frage: Wo geht’s hin?

3 Kommentare:

  1. Hmmm, wie wäre es mit einem Kurztrip mit mir/uns nach Indien bis Du dann woanders "säßhaft" wirst? Mal wider a bisserl cheapfucken und aus dem Rucksack leben... Mein Flug geht am 20.11 nach Delhi und am 24.12 weiter nach Manila mit einem 3 Tage Stop in meinem geliebten Bangkok... haaa? :P

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  2. Hey Christian,

    wie geht es dir? Hast du die letzten Tage hoffentlich gut überstanden, hat ja extrem gewackelt bei euch!!! Hoffe dir geht es gut!

    Gruß Roman

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  3. Hallo Christian,

    Neuseeland ist ja nun weltweit in den Nachrichten. Ich hoffe, es passt alles bei Dir!!!

    Viele Grüße

    Sebastian

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