Montag, 28. Dezember 2009

Happy New Year 2010!!

Mei Leut, was soll ich gross schreiben? Erst mal vielen Dank fuer die lieben Gruesse von euch allen. Weihnachten unter Palmen mit BBQ am Strand und guter Mucke ist schon mal was anderes. Die Weihnachtsstimmung fehlt, aber dennoch hat der Tag was besonderes weil wir eben alle aneinander denken.

Wir sind nach wie vor am Lonely Beach auf Kho Chang und wie gesagt ist der gar nicht so lonely. Party all night long!! Dabei ist es gut zu wissen, dass daheim, um diese Jahreszeit auch alle am saufen sind. Ansonsten waren wir faul und sind am Strand gelegen, viel gesehen habe ich von der Insel bisher nicht, aber darum gehts mir diese Tage irgendwie auch nicht. Zumindest Stefan war heute kurz mit dem Moped unterwegs.

Für Sylvester werden wir uns morgen, mit einer netten kleinen Gruppe Travelbekannter, nach Kho Mak auf machen. Kho Mak ist eine ziemlich kleine Nachbar-Insel auf der es wunderschön sein soll. Wir erhoffen uns Bungalows direkt am Strand und für jeden eine Hammock. Wir werdens sehn und Sylvester vielleicht an einem Lagerfeuer am Strand feiern.

Euch allen Wünschen wir einen gutes neues Jahr 2010, eine gute Party mit den euch liebsten und viel Gesundheit. Möget Ihr all eure Wünsche wahr werden lassen!!

Massige Gruesse von Christian und Stefan

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Siem Reap und die Reise auf die Insel

Nach zwölf Stunden Bustravel von Sihanoukville über Phnom Pen erreichen wir Siem Reap. Die Tempel von Angkor dürfen wir einfach nicht missen. Wir checken im GH Number 10 ein, dass Zimmer ist gross und sauber, allerdings stört uns schon am ersten Tag der dürftige Aufenthaltsbereich. Den ersten Tag nutzen wir um die Stadt zu erkunden. Siem Reap ist, verglichen zu allem anderen was wir bisher in Kambodscha gesehen haben, wieder eine ganz andere Nummer. Hier treffen Backpacker, Koffertouris, Pauschaltouristen und reisende Rentnerhorden aufeinander. Im Stadtzentrum gibt es einige Märkte die an unser heimisches Tollwood erinnern. Rund um die Pub Street gibt es Bars ohne Ende, ein mini Cuba Libre kostet hier über drei Dollar. Nach unserem ersten walk trough chillen wir uns vor einen Supermarkt, kaufen eine kleine Flasche Mekong Whiskey und ein paar Dosen Cola.

Am ersten Tempel Tag, war geplant, früh los zu machen.Wir verabreden uns mit einem TukTuk Fahrer für sieben Uhr. Da uns das GH aber nicht so recht passt, wollen wir früh morgens noch schnell ins Village Garden GH umziehen. Nachdem unser TukTuk bereits nach den ersten 50 Metern einen Platten hat, wird aber schnell klar, dass wir heute zwar früh aufgestanden sind, wir es aber nicht allzu früh zu den Tempeln schaffen. Macht nix, wir checken im Village Garden GH ein, das Zimmer ist nicht der Hit, dafür hats aber einen entspannten Lounge Bereich. Wir starten mit der „grossen Tempel Runde“. Unser erster Tempel ist Ta Prohm, der Jungle Tempel. Sehr beeindruckend das ganze. Es sind zwar bereits viele Touris unterwegs, dennoch findet man immer wieder entlegene Ecken wo sich nur wenige Touris herumtreiben. Es ist schon verrückt, die Tempel-Ruinen sind teilweise über 1000 Jahre alt, genau genommen würde man annehmen, dass alles fein säuberlich abgesperrt und geschützt ist. Sicherlich wurde viel Arbeit in den Wiederaufbau gesteckt, bzw. wird noch immer, aber dennoch kann man fast überall über alte Gemäuer und Steine klettern. Nach dem ersten Tempel Tag wird klar, dass sich die Reise nach Siem Reap auf jeden Fall gelohnt hat. Am zweiten Tag stehen wir um fünf Uhr morgens auf und geniessen zusammen mit 1000 anderen Touris den Sonnenaufgang über Angkor Wat. Angkor selbst ist riesig, verglichen mit den Tempeln vom Vortag fehlt uns hier aber ein wenig vom Indi Flair. Anschliessend besuchen wir Angkor Thom und sind gegen Mittag wieder im GH. Das GH ist richtig cool, nein nicht wegen der Zimmer, sondern wegen der Dachterrasse. Es ist ein riesen GH und so ist auf der Terrasse immer etwas los. Wir lernen viele neue Leute kennen und haben eine super Zeit. Am Dritten Tag gönnen wir uns nochmals ein TukTuk, lassen uns Richtung der Tempel fahren und verbringen den Nachmittag unter Bäumen, mit ein paar Bier, in unserer Hammock.

Früh morgens geht’s per Bus zurück nach Phnom Pen, da wir einen Flug von Phnom Pen nach Bangkok gebucht haben. Es bleiben uns drei volle Tage Phnom Pen. Am ersten Tag back in PP, entscheide ich mich fuer den Mittagsbus nach Kampot und gehe dabei von gut zwei Stunden Fahrzeit aus, Stefan wird die Zeit in Phnom Pen verbringen. Letzten endes dauert die Fahrt, nach Kampot, fünf Stunden und ich frage mich, was ich mir dabei überhaupt gedacht habe. Im Blissful GH treffe ich Melinda und wir haben einen coolen Abend. Am nächsten Tag treffe ich per Zufall ein Pärchen, dass wir in Siem Reap kennen gelernt haben. Die Zeit in Kampot ist super und die Reise hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Am Samstag geht’s mit dem Bus wieder nach Phnom Pen, alles geht gut und ich treffe mich mit Stefan am Flughafen. Gegen 19:00 Uhr schlagen wir in der Khao San Road in Bangkok auf.

Bangkok, seit meinem letzem Besuch vor gut sieben Jahren hat sich die Ecke Khao San schon verändert. Inzwischen ist die Backpacker und Party Area nicht mehr nur auf die Khao San begrenzt, ein ganzes Viertel ist voll mit Bars, Guesthouses, Backpackern und Alt-Hippies. Nachdem die Insel ruft, sind wir uns einig, nicht sehr lange in Bangkok zu verweilen. Der eine Tag Bangkok, der uns zur Verfügung steht, wird ordentlich ausgenutzt. Wir checken den Weekendmarkt, auf dem ich zwei T-Shirts kaufe, die mir, wie sich im Nachhinein herausstellt beide zu klein sind. Wir checken die Ecke Siam Square und ich ende meinen Shopping Tag in einem riesen Elektro Shopping Center. Nachdem ich meinen MP3 Player vor einiger Zeit verloren habe musste dringend ein neuer her und da ich doch sehr viel Zeit mit Fotos und meinem Blog verbringe, musste sich hier ebenfalls etwas ändern. Stefan checkt derweilen zu seinem Schneider und probiert seine bestellten Anzüge an.
Was schon witzig ist, am ersten Abend treffen wir per Zufall Markus auf den Strassen Bangkoks, wir haben Ihn in Siem Reap kennen gelernt und hatten eine coole Zeit. Am nächsten Tag treffen wir per Zufall Elke und Sami, die wir seit Luang Prabang immer mal wieder irgendwo treffen. Die Welt ist eben doch ein Dorf.

Gestern gings dann endlich auf die Insel, ich war mir anfangs etwas unsicher, da ich mit Sihanoukville nicht so recht zufrieden war. Nach einem zwölf Stunden Travel geniessen wir aber endlich einen wunderschönen Sonnenuntergang unter Palmen am Strand, natürlich mit nem Cuba Libre in der Hand. Wir werden die nächsten Tage am Lonely Beach auf Kho Chang verbringen. Die erste Party haben wir bereits hinter uns und es tut wirklich mal wieder gut, auf ordentliche Mucke abzudancen, ausserdem haben wir bereits viele alte Bekannte, die wir bisher auf unserer Reise kennen gelernt haben, wieder getroffen. Kho Chang, we will Rock You!!!

Die Story von Stefan hatte ich euch irgendwie vorenthalten. Stefans Flug, zurück nach Deutschland geht am 03.01. Nach den ersten Wochen hatte sich Stefan überlegt, dass zwischen seinem Urlaubsende und Weihnachten nur gut zwei Wochen liegen. Nach einigem hin und her, hat Ihm sein Chef die Zeit zugesagt und so können wir noch ein Weilchen zusammen rocken.
Fuer mich steht das nächste Abenteuer ebenfalls bereit. Mein Flug nach Neuseeland (Christchurch) geht am 09.01. und ich freu mich richtig drauf. Sicher gibt’s noch viel zu sehen in Süd-Ost-Asien, aber ich bin mir sicher, dass ich das alles noch machen werde. Im Moment finde ich ein wenig Kontrastprogramm sehr reizvoll. So gesehen, neigt sich der grobe Plan, den ich für meine Reise hatte dem Ende. Sicher in NZ war noch viel Wandern angedacht, im Moment ist mir aber mehr nach Strand und man weiss zwar nie, aber ich hoffe, ich kann in NZ erst mal ein paar Tage auf einem Surfbrett rocken.

Inzwischen hatte ich auch einige Posts vorbereitet die ich nicht veröffentlicht habe. Wie die meissten wissen, geht’s eben nicht nur um das Reisen. Die letzte Zeit war voll mit Actions und ich habe viel gesehen. Desto länger ich aber unterwegs bin, desto eher lässt sich meine ganze Denke auf eine relativ kurze Aussage reduzieren:

Just do it!! Why the Hell not?? Go for it!! Belive in yourself and do what ever you like!! Why not??

Heute ist der 23.12. und morgen ist Weihnachten. Irgendwie kann ich dieses Jahr mit Weihnachten aber überhaupt gar nichts anfangen. Auf jeden Fall, wünsche ich euch allen ein tolles Weihnachtsfest, geniesst die Zeit und rockt das Haus!!!

Hab euch alle lieb und denk an euch, viele sonnige Grüße vom Lonely Beach!!

Samstag, 12. Dezember 2009

The Coast of Cambodia

Nach dem Homestay gings zuegig nach Kampot. Kampot ist eine nette kleine Stadt, ziemlich nah an der Kueste gelegen. Dass die Stadt nicht direkt an der Kueste liegt, ist uns erst spaeter aufgefallen. Wir checken gegen Mittag ins Blissful GH ein, ausschlaggebend fuer diese Entscheidung war der nette Garten mit den Hammocks. Nachdem ich ein leichtes Kratzen im Hals habe, entscheide ich mich fuer einen total entspannten Nachmittag in der Hammock. Stefan faehrt mit Sp und einem Moto-Fahrer durch die Gegend, besucht den Zoo und einen Wasserfall der gerade zu einem Staudamm umgebaut wird. Ausser Hammock mach ich mir fuer diesen Tag keinen Stress, genau genommen fuehle ich mich sehr wohl im Blissful. Am Abend will der Moto-Fahrer von Stefan acht Dollar fuer den Nachmittag. Nachdem das nicht abgesprochen war und wir eigentlich dachten, es handelt sich um einen Bekannten von Sp, schlaegt diese Action etwas aufs Gemuet. Da ich dringend ein paar Dinge im Netz organisieren muss, bleiben wir noch einen Tag im Blissful, Internet, Hammock, lay back und relax. Genau genommen haette ich es hier noch einige Tage ausgehalten. Die Bokor-Hill-Station, eine alte Bergstation die von den Franzosen fuer alle Westlaender, in den Bergen, auf ca. 1000hm erbaut wurde haben wir nicht besucht, 20$ fuer die Moto-Fahrt erscheint einfach viel zu teuer.

Am naechsten Tag wollen wir nach Kep. Kep ist etwas weiter oestlich, an der Kueste gelegen und soll nicht so touristisch sein wie Sihanoukville. Von hier aus wollen wir auf eine kleine einsame Insel um dort ein oder zwei Tage mit fischen und in der Hammock zu verbringen. Frueh morgens checken wir aus dem Blissful aus und nehmen uns fuer acht Dollar ein TukTuk nach Kep. In Kep ist gar nix los, der erste Typ den wir treffen will uns fuer 30$ ein Zimmer andrehen und meldet sogleich, dass heute keine Boote mehr auf die Inseln fahren. Wir glauben das alles nicht und suchen uns einen Platz fuer ein Bier. Wir organisieren das Bier und chillen uns in die Hammocks von einer kleinen Strandbar. Die Dame des Hauses will uns fuer ueber sieben Dollar was zu Essen andrehen und als wir ablehnen haette Sie gern fuenf Dollar fuer den Platz in den Hammocks. Fuer die Nutzung der Toilette will die Dame ueber einen Dollar. Damit ist Kep fuer uns schon gestorben. Immerhin gabs n Bier und wir haben ein oder zwei Fotos geschossen, wir waren dort. Unser TukTuk-Fahrer wartet noch und freut sich als wir Ihm weitere acht Dollar fuer die Rueckfahrt nach Kampot zahlen. In Kampot nehmen wir uns ein Taxi nach Sihanoukville.

In Sihanoukville stellen wir fest, dass alles sehr verteilt ist. Es gibt Downtown und einige Straende, die aber fast alle mit dem Moto erreicht werden muessen. Jede Moto-Fahrt kostet zwischen ein und zwei Dollar. Wir haben keine Ahnung und checken am Serendipity Beach zwei GH's aus, leider beide voll. Nachdem uns ein Typ in Phnom Pen den Otres Beach empfohlen hat, nehmen wir zwei Motos und checken dort im billigsten GH, dass wir finden koennen, ein. Netter Strand, wenig Leute, aber irgendwie habe ich mir die Ankunft am Beach anders vorgestellt. Am naechsten Tag frueh morgens siedeln wir an den Serendipity Beach um. Der Strand hier ist voll mit Bars. Nachdem es, nach dem schweren Sturm vor ein paar Monaten, fast den ganzen Strand weggespuelt hat, ist zwischen Bar und Meer, je nach Tageszeit ein Beach zwischen drei und zehn Metern. Der Platz wird fuer Tische und Stuehle ausgenutzt. Hier ist Party angesagt und so richtig entspannt ist es irgendwie nicht. Dazu kommen all diese freizeit Traveler. Was soll ich ueber diese Leute sagen. Sicherlich bin ich in der gluecklichen Lage und habe viel Zeit zum reisen. Dennoch, alles ist schick und man fuehlt sich fast wie daheim in Muenchen. Es geht um Coolness, sehen und gesehen werden. Mir im Endeffekt wurscht, das Blissful waere mir an dieser Stelle lieber gewesen. Nachdem ich aber einige Blogposts zu schreiben habe verbringe ich den ersten Tag fast ausschliesslich vor dem PC. Eine Pause am Strand mit einem Cocktail in der Hand ist dennoch ziemlich entspannt. Stefan macht an diesem Tag seinen ersten Schnuppertauchgang. Am Abend bin ich mit meinem Blog noch nicht fertig und Stefan moechte hier gerne seinen Open Water Diver machen. Am naechsten Tag entscheiden wir uns fuer ein oder zwei Uebernachtungen auf einer kleinen Insel. Fuer das Tauchen kann ich mich nicht entscheiden und so gibts einen lazy Schnorcheltag. Wir bleiben zwei Naechte auf Kaho Rong Samoloem. Eine sehr nette Insel mit einem kleinen Bungalow Resort. Von einer Wanderung ueber die Insel auf die andere Seite wird mir wegen der Schlangen abgeraten. Mir wurscht, ich chille in der Hammock und geniesse hin und wieder ein Bier. Die Partys am Abend mit den wenigen Travelern und den Leuten aus dem Dorf machen einen riesen Spass. Nach zwei Tagen, gehts zurueck nach Sihanoukville. Der Nachtbus nach Siem Reap ist uns nach der Ankunft zu stressig und so gehts erst frueh morgens weiter. Wir verbringen noch einen feucht froehlichen Abend in Sihanoukville und nehmen am naechsten Morgen, noch leicht verstoert, die zehn Stunden Bus travel nach Siem Reap in Angriff.

Sicher gibts an der Kueste Kambodschas noch einiges zu entdecken. Von Kep und vom Bokor Nationalpark haben wir nichts gesehen und auch die Kueste rauf Richtung Thailand bleibt von uns unangetastet. Da wir inzwischen aber den Flug von Phnom Pen nach Bangkok, fuer den 19.12. gebucht haben, wir drei bis vier Tage fuer Siem Reap einplanen und evtl. noch ein bisschen Zeit in Phnom Pen oder Kampot verbringen wollen, gehts erst mal weiter. Man kann einfach nicht alles sehen. Die Kueste war fuer mich auf jeden Fall nicht der Hit. Mal sehn, ob wir den Strand der Genugtuung in Thailand finden.

Die BusTravel nach Siem Reap ist entspannt und wir kommen gegen 18:00 Uhr an. Siem Reap sieht auf den ersten Blick nett aus, wir werden sehn, alles weitere gibts im naechsten Post.

Montag, 7. Dezember 2009

In The Countryside

Nach einem geruhsamen Hangovertag, entscheiden wir uns fuer den Mittagsbus nach Kampot. Sp wird uns begleiten und die Bustickets werden sicherheitshalber schon am Vortag gekauft. Wir fahren nur bis kurz vor Kampot und steigen in einer kleinen Ortschaft an der Hauptstrasse aus. Wie uns Sp waehrend der Busfahrt noch gesteht, hat er seine Bekannten seit 5 Jahren nicht mehr besucht, er ist sehr aufgeregt. Sp's Bruder wartet mit einem Bekannten bereits auf uns. Wir packen fuenf Leute plus Gepaeck auf zwei Scootern und biegen gleich in eine Sandyroad ab. An den Gesichtern und Blicken merkt man, dass hier noch nicht viele Touris vorbeigekommen sind. An einem kleinen Markt halten wir und kaufen Abendessen ein. Genau genommen war der Wunsch von Sp, dass wir etwas deutsches kochen, mal sehn. Wir fahren weiter, passieren die Bahnlinie und kommen in einem kleinen aber weitlaeufig angelegten Dorf an.

Es ist kurz nach fuenf und auf dem kleinen Hof ist die ganze Familie mit den Restarbeiten des Tages beschaeftigt. Hier ist aktuell gerade Erntezeit und es gibt viel zu tun. Wir werden herzlich begruesst und machen uns anschliessend zum Obercapo des Dorfes auf. Sp und Try wollen uns dort anmelden, es kommt nicht haeufig vor, dass Touris hier uebernachten, damit nichts passiert und die Polizei im Ort bescheid weiss machen wir uns auf den Weg. Es wird gerade dunkel als wir die erste Cambodian Peoples Party Station erreichen. Der Obercapo ist nich da und so fahren wir noch ein Stueck weiter durchs Dorf. Dort angekommen werden wir gemustert und es wird viel Khmer gesprochen. Wir hinterlassen unseren Namen und einige weitere Informationen. Waehrend der ganzen Action macht man sich schon den ein oder anderen Gedanken. Im Zwielicht sieht der Capo nicht sehr freundlich aus und wenn man sich ueberlegt, dass der gute mindestens 50 ist und sicherlich seine Rolle in der Zeit der Khmer Rouge zu spielen hatte kommen einem die ein oder anderen Zweifel. Alles geht gut und wir fahren zurueck zu Try's Haus. Dort angekommen werden wir zum Kochen eingespannt. Das Gemuese mit etwas Fleisch gibt einen Wok Eintopf, das andere Fleisch nehmen wir fuer Spiesse. Statt einer Steckdose gibts eine 12V Autobatterie an der eine Neonroehre haengt, gekocht wird ueber dem Feuer, fliessend Wasser gibt es nicht. Es gibt zwei Plaetze auf dem Hof wo grosse Tonkruege mit Wasser stehen. Das Wasser wird fuer alles noetige genutzt. Als Esstisch wird am Boden klassisch eine grosse Strohmatte ausgerollt. Das Essen schmeckt lecker und es gibt fuer jeden ein Bier dazu. Der Obercapo laesst es sich nicht nehmen und gesellt sich ebenfalls zu uns. Bei unseren jungen Khmer Freunden kommen die Gesetzesheuter nicht gut weg, Korupption ist hier nicht gewuenscht.

Am naechsten Tag, stehen wir um 7:00 Uhr verhaeltnismaessig spaet auf. Opa ist schon seit 4:00 Uhr morgens auf dem Hof um Reis zu schlagen. Try haette zwar ebenfalls einiges zu tun, nimmt sich diesen Tag aber fuer uns frei. Wir laufen aus der Ortschaft ueber Felder zu einer Pagoda die gerade noch im Bau ist. Auf den Feldern ist richtig was los und jeder schaut, dass die Ernte vorwaerts geht. Dabei wird hier eben wirklich noch alles von Hand gemacht. Das Erntegut wird mir uralten Ochsenkarren in die Ortschaft transportiert. Wir geben dem Moench der Pagoda ein paar Riel und er spricht ein kurzes Gebet fuer uns. Den Nachmittag verbringen wir im Schatten einer Huette an einem kleinen See. Anschliessend gehts zurueck zum Hof, Abendessen! Wieder kaufen wir ein, ich kuemmere mich um's Obst und Gemuese. Stefan wird irgendwo ein Chicken oder eine Ente kaufen. Als ich zurueck komme, sind Sp und Stefan bereits mit den Vorbereitungen beschaeftigt. Stefan hat eine Ente fuer fuenf Dollar gekauft und Try opfert fuer uns ein Huhn. Schon mal interessant, wie das so laeuft mit dem schlachten und auf was man dabei aufpassen muss. Stefan ist zuegig unterwegs und das Huhn ist schnell gerupft. Die Ente macht da schon etwas mehr Arbeit. Wir kuemmern uns anschliessen nicht weiter um das Kochen und geniessen schon mal ein Bier. Heute sind die Frauen mit kochen dran. Das Curry wird erstklassig, allerdings sind Stefan und ich froh, dass es schon dunkel ist. Das Fleisch wird hier nicht sauber ausgeloest und von jedem Fett befreit, nein, das komplette Huhn wird einfach in Stuecke gehackt und kommt so in den Topf. Hier wird vom Kopf bis zur Kralle alles mit gekocht und groesstenteils auch gegessen. Nach dem Essen ist, der Reste-Teller, der zwischen mir und Stefan steht gut gefuellt. Was weiss ich denn, was der rest alles mit gegessen hat.

Es ist erstaunlich mit welcher Gelassenheit die Leute hier Ihrer Arbeit nachgehen. Bei den Gespraechen Abends haben wir viel ueber das Leben als Bauer in Cambodia erfahren. Hier gehts wirklich um essentielle Dinge. Kein Strom, kein fliessend Wasser, keine Insurance, kein Fallback, keine Sicherheit! Die Leute sind sich gar nicht wirklich bewusst was sie hier eigentlich schaffen und leisten. In Sachen Selbststaendigkeit kann man sich hier moeglicherweise eine Scheibe abschneiden. Am naechsten Tag frueh morgens geht's fuer uns dann Richtung Kampot weiter. Sp wird uns dieses Stueck ebenfalls noch begleiten, da er in Kampot noch einen Onkel besuchen will. Die Fahrt mit dem Minivan wird nach einiger Zeit etwas anstrengend, 16 Personen, zwei Saecke Reis, 4 Backpacks, ein paar Huehner und noch etwas Kleinzeug begrenzen das Platzangebot stark.

Samstag, 5. Dezember 2009

Sin City - Phnom Pen

Von Don Det aus, haben wir ein BusTravel bis nach Phnom Pen gebucht. Elf Stunden Bustravel stehen uns bevor! Diesmal wollen wir die Reise, durch ein neues Land, von der Hauptstadt aus beginnen. Los gehts um 8:00 Uhr morgens in Don Det, bis wir am Festland aber endlich los kommen ist es fast Mittag. Der Grenzuebergang sieht provisorisch aus. Obwohl es sich um keinen offiziellen Grenzuebergang handelt gibt es wieder erwartend Visas bei Ankunft und obwohl wir schon eines haben fallen noch die ein oder anderen Gebuehren an. Der Bus ist nicht voll und gemuetlich. Um 22:00 Uhr kommen wir endlich in Phnom Pen, mitten in der City an. Schon bei der ersten Fahrt durch PP wird klar, dass es hier anders zu geht als in Laos. Die Stadt ist busy wie die Sau. Ein Deutscher den wir im Bus kennen gelernt haben sucht ebenfalls ein GH, ist genauso planlos wie wir, hat aber beim letzten Busstop etwas falsches gegessen und will nur noch in irgendein Zimmer. Kurzerhand entscheiden wir uns fuer das erste GH auf der Liste in der Gegend Lakeside. Fuer die Touris spielt sich in PP weitestgehend alles Riverside oder Lakeside ab. Lakeside soll etwas alternativer, billiger und chilliger sein. Die fahrt im TukTuk laesst mich an der Entscheidung zweifeln. Auf den Strassen ist viel Verkehr, wie hier an einer mehrspurigen Kreuzung, ohne Ampel, ohne Regeln, links abgebogen wird, gibt einem den ersten Kick. Wir biegen von einer grossen Strasse ab, ein zwei Strassen weiter kommen wir in eine kleine Gasse, TukTuk Fahrer nennen Sie die CrazyStreet. Hier ist GH an GH, Bar an Bar. Am Ende einer Gasse befindet sich das 'Number 9' Guesthouse. Schon vor dem Eingang stehen TukTuk und Moto Fahrer, diese bieten nicht nur Fahrdienste an sondern man bekommt hier einfach alles, von Drogen ueber Frauen wird hier fuer Geld jeder Wunsch erfuellt. Wir bleiben locker und checken erst mal ins GH. Die Zimmer sind nicht der Hit, die Terrasse zum See und der Lounge Bereich machen aber einen entspannten Eindruck. Nicht nur, dass die TukTuk Fahrer alles moegliche verkaufen, bekommen wir zum Zimmer nochmals alles moegliche direkt vom GH angeboten.
Den ersten Abend goennen wir uns noch einen Drink an der Riverside, auch schoen hier, alles etwas groesser, aufgeraeumter, mehr Stadt maessig und etwas teurer.

Am naechsten Tag in der Frueh, treffen wir Gunter in unserem GH. Er hatte auf dem Weg von Don Det noch einen Zwischenstop eingelegt und ist daher erst einen Tag laenger in der Stadt. Wir geniessen ein ausgedehntes Fruehstueck und einige Runden Pool. Anschliessend leihen wir uns Bikes und machen gemeinsam die Stadt unsicher. Ausserdem checken wir den Koenigspalast, der fuer 6$ voellig ueberteuert ist. Beim Rueckweg, faellt uns ein Essensstand an der Strasse auf. Spinnen, Kakalaken, Schlangen, Maden, Entenembryo, hier gibt's die etwas aussergewoehnliche Kost. Deep fried Spider, wuerde ich zwar nicht nochmal kaufen, ist aber nicht so schlimm zu essen wie man sich das vorstellen mag. Am Abend haengen wir mit ein paar Leuten im Lazy Gecko ab und verlieren beim Kneipen Quiz.

In PP kommt man um die Killing Fields und das Prison S21 nicht herum. Etwas Kultur muss sein und so entscheiden wir uns am zweiten Tag fuer eine TukTuk Runde. Was Pol Pot und die Khmer Rouge hier von 1975 bis 1979 abgezogen haben ist nur noch krank. Auf den Killing Fields gibts ausser Massengraebern und einem grossen Monument, dass mit Schaedeln gefuellt ist nicht viel zu sehen. Es gibt viel zu lesen und nach einiger Zeit bekommt man ein Gefuehl dafuer was hier abgelaufen sein muss. Genau genommen wurden die Leute nur aus einem einzigen Grund auf die Killing Fields gebracht. Execution! Prison S21, hier wurden die Leute festgehalten bevor es auf die Killing Fields ging. Die Gebaeude vermitteln einen gewissen Eindruck und die Zellen sind gefuellt mit Fotos, Interviews und Erklaerungen. Am spaeten Nachmittag entscheidet sich unsere kleine Gruppe fuer den Rueckzug, es reicht, genug Geschichte fuer heute. Wir verbringen den Abend im Number 9, bei Drinks, Pool und Girls.

Den naechsten Tag verbringen wir in unserer Ecke, checken das Internet und haengen im Number 9 herum. Es ist der letzte Tag mit Gunter, da er sich am naechsten Tag nach Siem Riep aufmachen wird, sich seine Reise dem Ende neigt und wir Richtung Kueste weiterziehen. Demnach stand Party auf dem Program und wir haben ein paar Bars und Clubs ausgecheckt. Am naechsten Tag verpassen wir es, uns ein Ticket fuer den Bus nach Kampot zu kaufen und goennen uns einen entspannten Hangover Tag.

Was soll ich sagen, PP ist krass. Es ist der erste Eindruck den die Stadt uns von Kambodscha vermittelt. Hier will jeder ein Stueck vom Kuchen haben. Die TukTuk und Moto fahrten sind nicht billig und auch die Resaurants sind es nicht wirklich, alles scheint verhaeltnissmaessig ueberteuert. PP ist im Vergleich zu jeder Stadt in Laos einfach riesig und busy ohne Ende. Passiert man eine Reihe TukTuk Fahrer und wimmelt den ersten ab, ist das Grund genug fuer den Naechsten wieder mit der kompletten Angebotspalette aufzuwarten. Die Bunnys, lassen sich hier einfach aushalten und machen fuer einen Platz zum schlafen, einen Drink oder ein Essen wohl fast alles. Lakeside gibts morgens schon mal nen Joint zum Fruehstueck. Die Strassen sind voll von Rollern, Autos und Bussen, will man eine grosse mehrspurige Strasse passieren, schleicht man sich einfach in den kreuzenden Verkehr. In dieser Stadt merkt man, wie sich jeder damit beeilt aus allem Kapital zu schlagen. Hier gibts offensichtlich keine Regeln und Tabus, Grund genug die Stadt nach Sin City umzutaufen.

Stefan lernt Sp einen TukTuk fahrer kennen, den wir an einem anderen Tag wieder treffen. Wir laden Ihn auf einen Drink ein und erklaeren Ihn fuer den TukTuk Fahrer unserer Wahl. Er ist ein netter und wir unterhalten uns eine ganze Weile. Er erzaehlt, dass seine Familie nahe Kampot lebt. Er selbst arbeitet als Teilzeit TukTuk Fahrer um seine Ausbildung, Frau und Kind zu finanzieren. Wir bieten Ihm an mit uns nach Kampot zu kommen. Dabei war die Idee, seine Familie gemeinsam fuer einen Nachmittag zu besuchen. Nachdem wir bis auf PP noch nichts von Kambodscha gesehen haben, waere ein bisschen Countryside genau das Richtige.

Don Det

Nach unseren Tagen mit den Bikes, stellen wir uns langsam aber sicher darauf ein, Lao gegen Cambodia zu tauschen. Auf dem Weg nach Sueden werden wir noch die 4000 Islands besuchen. Dabei handelt es sich um einen Landstrich, an dem der Mekong einem sehr weitlaeufigen Flussbett folgt. Groessere Inseln gibts hier viele, da ich aufgrund meines Visa aber nicht mehr sehr viele Tage fuer Laos zur Verfuegung habe, gehts gleich auf Don Det. Die groesste Insel in diesem Gebiet ist Don Khong, Don Det soll aber wohl schoener und entspannter sein. Ausserdem, sind zwischen Don Det und Don Khon, die letzten Reste, der einzigen Eisenbahnlinie Laos zu finden. Die Busfahrt mit dem Minivan von Pakse ist easy going und dauert nur eine gute Stunde. Von Ban Nakasang aus nehmen wir mit einigen anderen Touris ein Longtail um auf die Insel zu gelangen. Der Wasserstand im Longtail nimmt nach der halben Strecke bedenkliche Ausmasse an und so fangen einige Touris an, Wasser zu schoepfen. Don Det selbst ist ein Traum. Keine Autos, keine Strassen, nur einige wenige Scooter sind unterwegs. Wir finden ein einfaches Bungalow Resort auf der Sunset Seite der Insel. Kein Luxus, sondern lediglich eine Strohhuette, dafuer aber direkt am Fluss gelegen, Hammock und fuer nicht mal 2 Euro pro Nacht ein Schnaeppchen. Den ersten Tag verbringen wir ausschliesslich in der Hammock, nur um gelegentlich ein neues Bier zu holen stehen wir auf. Am zweiten Tag leihen wir uns ein Bike und radeln quer ueber die Inseln Don Det und Don Khon. Wir checken die alte Bahnbruecke, finden einen alten Pier und geniessen den Blick auf den nahen Wasserfall.

Don Det - einer der schoensten Flecken Laos!!

Der Vollstaendigkeit halber hier ein paar Lao Preis Infos:
  • 12.500 Kip == ca. 1 Euro
  • Zimmer mit Dusche und Fan zwischen 40.000 und 100.000 Kip
  • Zimmer mit Dusche am Flur, mit Fan, zwischen 20.000 und 40.000 Kip
  • Streetfood, eine Mahlzeit zwischen 5000 und 20.000 Kip
  • Thai Curry im Restaurant ca. 30.000 Kip = 5000 Kip fuer den Reis
  • Fruehstueck im Restaurant oder GH zwischen 10.000 und 40.000 Kip
  • Scooter pro Tag inkl. Insurance ca. 50.000 Kip
  • Ein Lieter Benzin ca. 8000 Kip
  • 1,5 Lieter Wasser, zwischen 2000 und 4000 Kip, im Restaurant etwas teurer
  • Bier 0,75l zwischen 8000 und 15.000 Kip
  • Flasche LaoLao 0,64l 9000 Kip
  • 1 Stunde Internet zwischen 9000 Kip
  • Schachtel Zigaretten (LM) 2500 Kip