Montag, 28. Mai 2012

Meeting Point 1PM Kathmandu Airport

am 11.04. um 9:35 Uhr verlasse ich also Australien. Mein Flug mit AirAsia geht von Melbourne direkt nach Kuala Lumpur. In KL habe ich um die sechs Stunden Aufenthalt und fliege von dort anschließend mit Biman Air über Bangladesch nach Kathmandu weiter. Die Zeit in KL verbringe ich im kostenfreiem Internet oder vor der Abflugshalle mit meiner Ukulele. Am Check-in, so gegen Mitternacht, vergeht ebenfalls nochmals viel Zeit da fast jeder in der Schlange vor mir stehende Nepalese um sein Übergepäck diskutieren muss. Der Flug nach Kathmandu hat in Dhaka nochmals 5 Stunden Aufenthalt und so gibt es sich, dass ich erst am 12.04. gegen 11 Uhr morgens lokaler Zeit am Flughafen in Kathmandu stehe, weit mehr als 30 Stunden ohne echten Schlaf war ich bis hier hin unterwegs. Klar hätte man das wohl etwas geschickter buchen können, dennoch um Kosten zu sparen nimmt man gerne mal ein paar Stunden abhängen an irgendeinem Flughafen in Kauf. 

Peter kommt an diesem Tag aus Dehli mit der Maschine um 1 und so verbringe ich eben nochmal zwei Stündchen an dem kleinen Flughafen in Kathmandu. Wie in solchen Ländern üblich, versuchen mir die ganzen Taxifahrer eine Fahrt in die Stadt anzudrehen, oder eben ein bestimmtes Guesthouse, in diesem Fall wäre die Fahrt umsonst. Wie auch immer, um kurz nach 1 steht dann tatsächlich Peter neben mir. Als wir uns wiedersehen hat jeder von uns ein breites Grinsen im Gesicht, gut zwei ein halb Jahre ist es her und dennoch fühlt es sich als Gestern an. Anstatt 200 Rupee (sind ziemlich genau 2 Euro) für ein einfaches Taxi in die Stadt zu zahlen, denke ich bereits ans Kohle sparen und so steigen wir in ein Guesthouse Vermittler Taxi, dass uns für 100 Rupee in die Stadt bringt, wenn wir nicht in dem vorgeschlagenen Guesthouse bleiben wollen. Das Guesthouse sieht in Ordnung aus und so entscheiden wir uns dort zu bleiben. Nachdem wir unser Gepäck im Zimmer verstaut haben, führt uns einer der Mitarbeiter auf die Dachterrasse. Hier wartet in einem kleinen entspannten Nebenraum bereits Rahul der uns sogleich ein Trekking andrehen will. So recht passt mir das erst mal gar nicht, nach so vielen Stunden ohne Schlaf, will ich eigentlich nur noch mein wohl verdientes Entspannungsbier und ansonsten für diesen Tag, außer einem netten Plausch mit Peter, gar nichts mehr. Dennoch, am Ende erfahren wir, dass hier in Nepal heute, am 12.04. Sylvester ist und daher morgen die Trekking Permit Stelle geschlossen hat. Tags drauf ist Samstag und der Samstag ist in Nepal eher so wie bei uns ein Sonntag, daher wieder alles zu, so würden wir unseren Permit frühestens am Sonntag bekommen und könnten daher frühestens am Montag los. Wir checken erst mal in unser Zimmer, Peter hat immerhin 4 Wochen hier in Nepal, trotzdem, für unseren geplanten Treck haben wir die unterschiedlichsten Informationen im Netz gefunden, bezüglich der Dauer ist die Rede von 14 Tagen bis 22 Tagen und alles lässt sich für uns nur schwer einschätzen. Wir checken nach kurzem Zimmeraufenthalt schnell zu Rahuls Travel Agency und wie auch immer es passiert ist, buchen wir in der Hoffnung die notwendigen Permits noch heute zu bekommen, die komplette Tour. In Nepal braucht es einen Permit für fast jedes Trekking, dabei gibt es unterschiedliche Permits für jedes Gebiet, wer einen Gipfel auf dem Weg mitnehmen möchte braucht zusätzlich noch den jeweilig speziellen Gipfelpermit, für einige Gebiete ist desweiteren ein Guide vorgeschrieben. Wir planen die Manaslu Runde zu laufen und hier braucht es einen Permit für die Manaslu Conservation Area, einen Permit für den Annapurna National Park und einen Guide. An sich hatte ich gehofft das Thema Guide irgendwie zu umgehen, da wir aber eben etwas in Eile und ich überhaupt mal wieder unvorbereitet bin, wird das nix. Am gleichen Abend erfahren wir dass wir den Permit heute nicht mehr bekommen werden und wir somit frühestens am Sonntag damit rechnen können. An diesem Tag passiert dann auch nicht mehr viel, wir laufen durch die Strassen von Thamel, essen ein wenig Streetfood und gehen früh ins Bett. Thamel ist ein Ortsteil von Kathmandu, es ist die Backpacker und budget Accomodation Gegend. Die Strassen sind voll von Touristen, es gibt keine Gehwege, winzige Taxi's und haufenweise Motorräder bahnen sich hupend den Weg durch die Fußgänger. Dennoch ist Thamel ein ganz netter Ortsteil Kathmandus, Souvenir Läden, Trekking Ausrüster und viele kleine Läden reihen sich hier aneinander. 

An unserem ersten richtigen Tag Kathmandu lassen wir es dann doch langsam angehen. Wir schlendern durch die Strassen Thamel's und wandern zu dem nicht weit entfernten „Monkey Temple“ von dem wir eine super Aussicht über die Stadt haben. Wie gesagt ist Neujahrstag und somit ein allgemeiner Feiertag, daher ist die Tempel Anlage gut gefüllt und es macht Spaß den locals hier beim abhängen zuzusehen. Beim Rückweg nach Thamel, die Sonne geht mehr oder weniger gerade unter, bleiben wir für eine lange Zeit an einer viel „befahrenen“ Kreuzung an einer Verkehrsinsel stehen und sehen lange dem bunten Treiben zu.

Am Samstag nehmen wir den local Bus und fahren nach Bhaktapur, der dritt größten Stad im Kathmandu Valley. So genau lassen sich die einzelnen Städte im Valley für mich  nicht unterscheiden, mir erscheint das ganze Valley wie eine einzige große Stadt. Der Eintrittspreis für die Altstadt Bhaktapurs ist mit zehn Euro Touristenpreis ganz ordentlich, aber schon die ersten paar Schritte lassen uns nur staunen. Bhaktapur wurde um das 12 Jahrhundert und den folgenden Jahren zu einer der wichtigsten Handelsstädte mit Tibet. Die Innenstadt wurde in den 70er Jahren durch ein deutsches development Project etwas hergerichtet. Alles sieht stimmig aus, die alten Gebäude, die sich windenden engen Gassen und die vielen kleinen und grossen dazwischen liegenden Tempel. Wir verbringen den ganzen Tag hier und geniessen diesen tollen Ort. Wir sitzen z.B. in einem Kaffee am Durbar Square und sehen dem bunten Treiben zu. Touristen schlendern über den grossen Platz, ein kleines Taxi mit riesen Lautsprechern fährt über den Platz, macht Werbung für irgend ein Event und wirft bunte Flyer aus dem Fenster, ein alter kleiner Tracktor knattert schnaufend an unserem Kaffee vorbei, Frauen in Bunten Kleidern geniessen mit der ganzen Familie den freien Tag.

Am Sonntag ist endlich klar, dass es am Montag nach Arogarth, zum Startplatz des Manaslu Trecks, geht. Wir verbringen den Tag daher mit einigen kleinen Besorgungen, schnell kaufe ich mir noch ein paar Handschuhe und Trekkingstöcke. Am späten Nachmittag stehen wir in unserem Zimmer und diskutieren nochmals über unsere Packliste. Wir packen die notwendigsten Dinge in unsere Rucksäcke und packen den ganzen Rest in eine große Reisetasche die wir für die Trekkingzeit bei unserer Travel Agency unterstellen. 

Bis hierhin ist Nepal schon ziemlich cool. Bhaktapur war genial und auch Thamel ist an sich schon ein kleines Abenteuer. Lediglich der viele Müll und die allgemeine morgendliche Müllverbrennung ist etwas irritierend, mal abgesehen von den vielen knatternden, hupenden und stinkenden Motorrädern. Die Farbenpracht in den Strassen, die sich auch viel durch die bunt bekleideten Frauen in Ihren traditionellen Kleidern ergibt, die ganze Atmosphäre hier ist einfach überwältigend. Soweit erst ma bis hierhin, ich bin wieder weit hinten dran mit Blog schreiben und schreibe diesen Post gerade von der wunderschönen Insel Mabul vor der Küste Borneos. Wie auch immer gibt’s den Post zu unserem Trekking und dem rest von Nepal bald und bis dahin wünsch ich euch wie immer: „a fucking awesome time“, keep on rocking guys, never stop enjoying, life is awesome!

Dienstag, 10. April 2012

Australia – it's over – at least for the moment, you never know!

At first a big shout out and thanks to all the great people I was allowed to meet over here!! Thanks for the great time with all of you!

Die letzten 12 Monate hier in Australien waren grandios. Das Leben in Melbourne, mit all den netten Leuten, einfach unbeschreiblich. Die tolle Natur und die Abenteuer mit Troopy waren einfach genial. Sechs Monate arbeite und lebe ich ein ganz “normales” Leben um anschließend für fünf Monate in meinen geliebten Toyota Landcruiser einzuziehen. Ein “Apartment” das mir sehr ans Herz gewachsen ist. Das Leben im Auto wird von vielen eher belächelet und ich denke die meisten Menschen können es wohl nicht verstehen. Für mich ist es Freiheit pur, Ich zahle keine Miete und stehe an den schönsten Plätzen Australiens, verbringe viel Zeit draussen in der Natur und lerne nette Leute kennen.

In Perth mache ich mir bereits ein paar Gedanken zu meiner Reiseplanung. Australien ist schön, speziell die Natur ist phänomenal. Dennoch, Australien ist das wohl reichste Land in dem ich je gewesen bin. Um Geld, Wirtschaft und Co. macht man sich hier nur bedingt Gedanken. Das Leben ist nicht billig, aber jeder der arbeitet, in welchem Job auch immer, muss sich keine grossen Geld Sorgen machen. Manchmal ist es mir einfach zu viel hier in Australien. Es scheint, jeder hat alles und gibt das Geld mit vollen Händen aus.

Wie auch immer, es zieht mich irgendwie weiter, raus aus Australien und so sende ich eines Tages eine SMS an einen Freund in der Heimat: “April Nepal?”. Dabei hatte ich nur so ein Gefühl und wollte lediglich mal anfragen. Am nächsten Tag bei einer kurzen Skype Session, erzählt mir Peter allerdings bereits, er habe weitestgehend alles abgeklärt. Urlaub ist organisiert und auch privat ist bereits alles abgestimmt. Nun gut, da ich am nächsten Tag in den Outback Trip nach Sydney starte, verbleiben wir ohne festen Plan und sehen einfach was sich ergibt.

In Sydney verbringe ich meine Zeit mit Marie und mache mir ein paar Gedanken wie es weiter geht. Auch weil ich hier in Australien nicht wirklich arbeiten kann und ich das Gefühl habe, es gesehen zu haben, entscheide ich mich für den Trip nach Nepal. So kommt es, dass ich am 21. März, schweren Herzens, nach Melbourne fahre um mein Auto verkauft zu bekommen. Wegen der unterschiedlichen Registrierungen in den einzelnen Staaten Australiens mache ich mir keine grossen Hoffnungen Troopy in New South Wales verkauft zu bekommen und versuche es daher erst gar nicht. In Melbourne sollte das alles einfacher sein denke ich. Naja, richtig einfach war es am Ende nicht und so verkaufe ich Troopy nach fast drei Wochen erfolglosem Advertising, am letzten Dienstag dem 03.04.12, an einen Autohändler. Immerhin gab es noch ein paar Dollar und ich möchte mich nicht beschweren. Dennoch, das wahrscheinlich coolste Auto ever ist für mich Geschichte. Am letzten Donnerstag miste ich meine Habseligkeiten aus und sende eine Kiste heim nach Deutschland. Über das Osterwochenende fahre ich mit Thomas und seinem coolen VW Bus (Bj.1976) zum vorerst letzten Camping Trip in Australien.

Zurück zum Rucksackleben, Nepal ich komme!!! Am Donnerstag dem 12.04.12 wandere ich auf den Strassen Kathmandu's! So richtig kann ich es bis heute nicht fassen, dennoch ich freu mich drauf!! Let's keep rocking da WORLD and never stop enjoying!!


Montag, 12. März 2012

Einmal durch die Mitte bitte – Roadtrip Perth – Sydney

In der Gegend um Perth verbringe ich eine echt gute Zeit, es ist endlich Sommer mit Sonne satt. Die längste Hitzeperiode seit 1937 hätte es zwar nicht gleich sein müssen, aber es gibt nichts zu jammern. Die Westküste Australiens ist bekannt für die guten Wind- und Kitesurf Bedingungen, Leute aus aller Welt kommen hierhin um dem Wind entlang der Küste zu folgen und ordentlich zu surfen. Der Wind um Perth ist dieses Jahr allerdings nicht sehr verlässlich und so komme ich am Ende nur auf ein paar Tage auf dem Board. Sicherlich könnte man alternativ von Perth nach Süden oder Norden fahren um besseren Wind zu finden. Ein Stück die Küste rauf oder runter, sind hier aber eben auch immer gleich ein paar hundert Kilometer und nur so allein mit Troopy, will ich mir diesen Luxus dann doch nicht leisten. Immerhin, checke ich einige tolle Spots um Perth und bekomme inzischen schon ganz nette Sprünge hin. Nach fast drei Wochen Perth lassen sich Marie, Cecile und Sanne für ein paar Tage an der Westküste sehen. Jeder hat viel zu erzählen und wir verbringen eine gute Zeit. Es gibt ein großes Melbourne Revival BBQ am O'Connor Beach mit einem Haufen netter Leute. Nachdem Marie tags drauf wieder nach Sydney reist und der Rest der Crew sich für den Cape to Cape Walk um Margeret River entscheidet trennen sich unsere Wege wieder einmal. Da ich schon einiges an Zeit um Margeret River verbracht habe, mir nicht recht nach Wandern ist, ich lieber nochmal den Kite fliegen lassen möchte oder einfach weiter will, bleibe ich erst einmal in Perth. Einen richtigen Plan wie und wo es weiter geht habe ich aber wieder einmal nicht, klar ist lediglich, dass ich Marie in Sydney sehen will. Wann genau und was ich bis dahin noch alles sehen möchte weiß ich aber nicht, vorallem geht es aber eben auch darum, die „richtigen“ Mitreisenden zu finden. So ergibt es sich, dass ich wieder einmal ein Ad auf Gumtree.com.au poste. An diesem Tag stinkt's mir eigentlich, immer diese „Backpacker“, so richtig Reisende wie ich mir das vorstelle, gibt’s die hier in Australien überhaupt? Mit ein bisschen Frust und auch weil's mir einfach egal ist ob jemand auf mein Ad antwortet, schreibe ich:

„Great Central Road (Perth - Alice Springs - Adelaide – Sydney) I am searching for easygoing, open minded, live loving, fun people, like real backpackers for a road trip to the east coast via great central road. Be prepared to spend a lot of time in the car, I do have a 4WD and like to use it. I have one to two seats left, depends on you. If you have a 4WD car and going the same direction could be great too, lets fill up the cars with a bunch of good people and have gooood times! Ready to leave in the next couple of days.“

Dabei hatte ich mir auch gedacht, dass dies erst mal das erste Ad von mehreren ist, da ich noch ein weiters für die Westküste und eines für die Tanami Road (von Broome nach Alice Springs) erstellen wollte. Die Entscheidung wo es denn dann hingeht wollte ich einfach von den Leuten, die sich melden, abhängig machen. Im Grunde ist es ja nicht so wichtig wo die Reise hin geht, der Weg ist das Ziel! Wie auch immer ergibt es sich, dass mich am gleichen Abend Edyta anruft, wir quatschen kurz am Telefon und verabreden uns für den nächsten Tag. Schon am Telefon erzählt mir Edyta, dass dies die Traum Route von Ihr und Ihrem Freund Pawel ist. Ansonsten bekomme ich an diesem Tag erst mal keine weitere Antwort auf mein Ad. Am nächsten Tag melden sich dann aber noch zwei weitere Leute die so schnell es geht, einfach an die Ostküste wollen. Abends treffe ich Edyta und Pawel die gerade am Couchsurfen sind. Wir verstehen uns auf anhieb gut und schwatzen bei einem gemütlichen Bier mehr als zwei Stunden über den möglichen Trip und das Reisen an sich. Die beiden waren schon viel unterwegs, sind in meinem Alter und ziemlich locker. Mit meiner Forderung, nicht nur Sprit und Essen, sondern auch weitere Kosten wie Reifen, Ölwechsel und eine Autowäsche zu teilen sind die beiden einverstanden. Die Entscheidung für den gemeinsamen Trip liegt bei mir. Wir verabschieden uns und verbleiben damit, dass ich Ihnen am folgenden Tag bescheid gebe. In erster Linie ist mir schon klar, dass ich mit beiden gut klar kommen kann und wir eine tolle Zeit verbringen werden, die Entscheidung ist eher, ob es schon zurück an die Ostküste gehen soll oder ob man hier an der Westküste noch etwas sehen muss. Nach einem weiteren Anruf auf mein Ad von einem, zumindest am Telefon, etwas gelangweilt klingenden Backpacker dem die Route an die Ostküste auch egal ist, entscheide ich mich für den Trip mit Edyta und Pawel. Mein Rückruf und Aufruf zu gemeinsamer Reiseplanung und Shopping Tour freut die beiden. Für Troopy gibt’s noch einen kleinen Service, frisches Öl und ein bisschen was zum schmieren. Nach einem letzten Tag Kite Surfen und einer gemeinsamer Shopping Tour geht’s dann am 05.02.2012 auf in einen weiteren grossen Roadtrip.

Nachdem ich Edyta und Pawel eingesammelt habe geht es ohne weitere Schnörkel Richtung Kalgoorlie. Start der Great Central Road ist in Laverton und bis Laverton erwarten und planen wir keine besonderen Stopps. Edyta und Pawel müssen spätestens am 22. Februar in Sydney sein um Ihren Flug nach Neuseeland zu erwischen. Da wir am Anfang unserer Reise die Tage für unseren ganzen Trip nur schwer abschätzen können wollen wir daher erst mal Strecke machen. Obwohl wir am morgen noch gemütlich Kaffee geniessen und daher erst am späten Vormittag Perth, mit vollen Tanks verlassen, schaffen wir es an diesem Tag dennoch fast bis ins 600km entfernte Kalgoorlie. Es ist Sonntag und unsere Fahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse. In Merredin machen wir einen kurzen Brotzeit Stop. Es herrscht bereits Outback Feeling und in dem kleinen Ort ist nicht viel los. Wir fangen gerade an uns zu fragen wie man sich hier draussen wohl die Zeit vertreibt als wir einen, in einem Spiderman ähnlichen Kostüm gekleideten, Typen durch die Strassen springen sehen. Nicht verwunderlich, dass die Leute in einem Ort wie diesem auf die sonderbarsten Ideen kommen. Wir verbringen unsere erste Nacht auf einem kleinen Campground im Lake Douglas Recreation Reserve.

In Kalgoorlie treffen wir, beim Shoppen und Alkohol fassen, bekannte aus Perth wieder. Ein Pärchen aus Österreich, die beiden sind mit eigenem, voll ausgestattetem 4WD Monster unterwegs und auch auf dem Weg zur Great Central Road. In Kalgoorlie organisieren wir uns auch die notwendigen Permits um durch Aboriginal Land zu fahren. Da Manu und Mathias aus Österreich mehr Zeit haben und noch ein paar Track's durch die Goldfields von Kalgoorlie planen verabschieden wir uns nach einem kurzen Ratsch aber auch schon wieder. In Laverton hatten wir auf eine ordentliche Tankstelle gehofft, müssen aber leider feststellen das es hier kein Gas für Troopy gibt und so ist uns bereits klar, dass wir überteuerten Sprit irgendwo am Weg nach Alice Springs tanken müssen. Wir verlassen den winzigen Ort Laverton und fahren in die Great Central Road ein, 1587km bis Alice Springs, davon um die 1300km auf Gravel können uns nicht beeindrucken, wir freuen uns endlich etwas vom roten Kontinent zu sehn. Da es schon fast Zeit für den Sonnenuntergang ist fahren wir nicht mehr sehr weit, biegen in einen kleinen seiten Track und schlagen hier unser erstes Bushcamp auf. Direkt neben unserem Camp finden wir die ersten Spuren von Kamelen im Sand, die Erde ist rot, das Land flach, der Sonnenuntergang ist grandios, es ist Ruhe pur und der Mond scheint so hell, dass wir unsere Stirnlampen gar nicht brauchen.

Die nächsten drei Tage verbringen wir auf der Great Central Road. Die Landschaft ändert sich nur wenig, ein kleiner Hügel, ein entgegenkommender Road Train, eine kleine Felsformation, wieder mal ein Autowrack an der Seite der Strasse, rote sandige Strasse vor uns auf der wir mit 90km/h entspannt dem Horizont entgegen schießen. Wir erzählen uns, unsere vielen Reisegeschichten, trinken viel Wasser und versuchen mit der trockenen Hitze klar zu kommen.

Wir fahren durch Aboriginal Land, sehen allerdings nicht viel von der tatsächlichen Lebenskultur. Im Zentrum Australiens um die Aboriginal Communities gibt es kein Sprit zu tanken, es gibt Diesel und OPAL. OPAL wird als Ersatz für Benzin genutzt, der Unterschied ist, es riecht nicht. Das schnüffeln von Benzin der Aboriginals scheint ein ernsthaftes Problem zu sein. Das Australische Gouvernement nimmt das offensichtlich nicht auf die leichte Schulter und führt OPAL ein um seine Aboriginalen Einwohner zu schützen. Benzin das nicht riecht und das man nicht schnüffeln kann. Allein diesen Umstand finde ich schon sehr grotesk. Das was wir von den Communities sehen ist wohl nur ein sehr kleiner Abriss. Unser Permit erlaubt uns aber lediglich die Great Central Road zu befahren, wollten wir eine Community abseits unserer Hauptroute besuchen, bräuchten wir dafür einen eigenen Permit. Ob die wenigen winzigen Communities durch die wir fahren wirklich das tatsächlich Bild des Lebens und der Zustände darstellen ist fraglich. Dennoch ist es schockierend zu sehen, wie ein Teil der Bevölkerung in einem sehr reichen Land wie diesem lebt oder leben muss. Zwischen Häusern, die nicht mehr als Barraken sind, zwischen Dreck und Müll, zwischen Auto Wracks, in Zelten oder einfach unter einem Baum. Zum Thema Aborigines will ich nicht viel weiter schreiben, wer Lust hat sich ein wenig zu dieser traurigen Geschichte durchzulesen findet hier einiges an Informationen: http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Indigenous_Australians. Mir scheint es, dass eine ernsthafte Diskussion und ein ernsthafter Wille das Zusammenleben geregelt zu bekommen nicht existiert. In den grossen Ballungszentren Australiens schaut man lieber weg und konzentriert sich auf die positiven Dinge des Lebens.

Ein gutes Stück vor Alice Springs, am fünften Tag unsere Reise, sehen wir dann wirklich ein paar wilde Kamele. So um die 40.000 sollen hier in Australien unterwegs sein. Wir halten an dem letzten Road House in Western Australia und fassen nochmals ein wenig Sprit, anstatt $1,45 AUD kostet der Liter OPAL hier $2,20 AUD. Als wir weiterfahren tauchen am Horizont plötzlich die Olgas, eine sonderbar aussehende, von Erosion geformte, Felskette auf. Wir halten am Strassenrand um Fotos zu schießen, beim Aussteigen muss ich leider feststellen dass der rechte Vorderreifen, wie es der Zufall will, gerade fröhlich Luft verliert. „Ja und ich hab den kleinen Fels auf der sandigen Strasse noch entgegenkommen sehen“, ausweichen bei 90 Sachen auf dieser Strasse ist aber eben auch nur bedingt eine Möglichkeit. Wir machen erst mal Fotos und kramen den 1A Wagenheber aus unserem Gepäck. Der Reifenwechsel wird, nachdem wir feststellen, dass der eigentliche Ersatzreifen nur auf die Hinterachse passt, ein etwas größerer Act. Der Notfall Ersatzreifen hat zwar einen anderen Durchmesser, passt aber und wird es bis Alice Springs schon tun. Bei diesem Ausblick kann man aber auch nicht meckern, mit etwas Schweiß und mit Unterstützung von Mother (der ultimative energy drink) bekommen wir den Reifen entspannt gewechselt. Nur zwei Kilometer weiter erreichen wir die geteerte Strasse des Uluru National Parks. Die Blicke auf die Olgas und Ayers Rock sind atemberaubend. Wir gönnen uns einen Backpacker mäßigen Mittags Salat (Je eine Dose: Tunfisch, Erbsen, Bohnen, Mais, viel Oliven Öl, etwas Essig, Salz und Pfeffer) und eine Pause mit Blick auf Eyers Rock. Einige Kilometer weiter schlagen wir unser Camp, ca. 150km vor Alice Springs auf einem Rastplatz, auf und geniessen hier, an einem Wassertank, die erste „Dusche“ auf unserer Reise.

Es ist etwas komisch wieder auf einer richtigen Strasse unterwegs zu sein. Alice Springs ist eine nette Stadt, hat mit Outback Flair wegen der vielen Touristen für uns aber nur bedingt zu tun. Wir besorgen einen neuen Reifen auf einem Schrottplatz, gehen, shoppen und füllen Troopy's Tanks. Fast $300 zahlen wir, inklusive der frisch gefüllten Jerry Cans auf dem Dach kommen wir damit leicht 1200km. Mit Camping in Alice Springs selbst sieht es nicht so günstig aus. Wir haben bis hierhin unserer Reise mehr Strecke gemacht als gedacht und sind daher zeitlich gut unterwegs. Da Manu und Mathias uns mit dem Oodnadatta Trek und der Strecke entlang der alten Ghan Eisenbahn Linie einen Floh ins Ohr gesetzt haben, erkundigen wir uns im Touristen Office nach den Strassenbedingungen, sammeln noch ein paar weitere Tips und verlassen am späten Nachmittag Alice Springs Richtung Süden. The Afgahn Express, kurz Ghan, eine Eisenbahn Linie von Adelaide to Alice Springs wurde 1878 fertiggestellt, die Strecke wurde wegen der schwierigen Umweltbedingungen später aber weiter nach Westen verlegt. Was blieb sind einige Ruinen am Weg und eine Schotter Strasse voll von alten Nägeln und Gleisteilen am Strassenrand. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang fahren wir einfach irgendwo von der Strasse ab, parken Troopy auf einer Düne und organisieren unser Camp, einer der besten Camp Spot's auf unserer Reise. Die Farben des Sonnenuntergangs sind wieder einmal der Hammer. Da der Mond immer später aufgeht bleibt uns Zeit die volle Pracht Sternenhimmel bei einem wohlverdienten staubigen Glas Whiskey zu geniessen.

Als wir am nächsten Morgen weiter fahren, reisst uns einer der riesen Nägel schon nach den ersten paar Kilometern ein Loch in unseren linken Vorderreifen. Also wieder mal Reifenwechsel. Wir tauschen den Ersatzreifen mit einem der Hinterraeder und packen dieses nach vorn. Nach einigen weiteren Kilometern, ständig konzentriert diesen scheiß Nägeln auszuweichen entscheide ich etwas Luft aus den Reifen zu lassen. Wir passieren den kleinen Ort Finke, die lokale Werkstatt ist allerdings am Wochenende geschlossen. Kurzerhand entscheiden wir das Mt. Dare Road House auf unsere Routenplanung zu setzen das mehr oder weniger sowieso auf unserer Route zu den Dalhousie Springs gelegen ist. Die Strasse nach Mt. Dare ist ziemlich schroff, Vegetation ist nicht mehr wirklich vorhanden, bis Mt. Dare eine Steinwüste. Mt. Dare ist eine nette kleine Service Station mit Road House (http://www.mtdare.com.au). Wir hoffen auf einen neuen Reifen, nachdem wir allerdings in Alice Springs schon Probleme hatten die richtige Größe zu finden machen wir uns nicht zu viele Hoffnungen. David, der Herr des Hauses checkt mit mir in den Workshop. Der Reifen wäre noch zu reparieren, da er aber einen genau zu unseren anderen passenden, gebrauchten Reifen im Workshop herumliegen hat, gibt es einen alten neuen Reifen. Wow, finally hat Troopy vier gleiche all Terrain Reifen drauf. Im Road House gibt’s für alle eine Flasche Sider und wir unterhalten uns recht nett mit David bevor es, mit noch viel weniger Luft in den Reifen, weiter geht.

Die Strasse zu den Dalhousie Springs ist verlassen und auch das ziemlich große Campground ist menschenleer, es ist einach nicht Saison und so ist hier gar nichts los. Da wir die kleine Oase ziemlich spät erreichen, raffen wir uns nicht mehr zum schwimmen, in der 37 Grad warmen Quelle auf. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück geht es aber doch für einen Sprung ins Wasser. Obwohl es bereits fast 30 Grad hat, ist die warme Quelle doch irgendwie erfrischend, zumindest wenn man den Wind auf der Haut spürt nachdem man aus dem Wasser kommt. Von den Dalhousie Springs zurück an den Oodnadatta Track nehmen wir einen kleinen 4WD Track. Landschaftlich gibt es gleich am Anfang dieses Tages einiges zu sehen und so halten wir immer mal wieder um Fotos zu schießen. Da der Motor noch nicht richtig warmgelaufen ist, halte ich es für besser Troopy während dieser kurzen Stopps laufen zu lassen. Vor ein paar Ruinen halten wir, sehen einen einsamen Dingo und machen ein paar Fotos. So 100% rund, läuft der Motor nicht immer und geht bei diesem Stop einfach aus. Das Ding ist, dass es in diesem Fall ein wenig Zündung braucht bis Troopy wieder ans Laufen kommt. Da ich der Batterie seit dem Problem in Streaky Bay nicht mehr traue, weiß ich wir haben nur ein paar Versuche bevor ohne Starthilfe nichts mehr geht. Wir versuchen ruhig zu bleiben, geben Troopy ein paar Minuten und so kommt er dann auch wieder ans laufen. Hier draussen, um diese Jahreszeit, wartet man schon mal ein paar Tage bis man irgendeinen Menschen Trifft. Im Fall des Falles ist nicht viel zu machen, am Auto bleiben und abwarten. Gerade hatten wir über dieses Thema auch mit Dave vom Mt. Dare Hotel gesprochen und dort zum Glück nochmals all unsere Wassertanks gefüllt. In Oodnadatta halten wir am Pink Roadhouse (http://www.pinkroadhouse.com.au), gönnen uns hier mal wieder ein kühles Bier und verlassen den Oodnadatta Track um Coober Pedy zu besuchen. Wir schaffen es an diesem Tag nicht mehr bis Coober Pedy und verbringen die Nach in der Moon Plain. Roter Stein soweit das Auge reicht, in dieser Gegend gibt es wirklich nichts, mal abgesehen von den vielen Fliegen.

In Coober Pedy verbringen wir einen gemütlichen Tag. Da das Wetter hier oft sehr heiß ist und die Fliegen oft unerträglich sind, leben viele Einwohner im Untergrund. Coober Pedy ist der Platz, wenn es um Opal Mienen geht. Wir sehen uns die alter Timmers Miene an, checken einen Underground Bookshop und nehmen ein Bier in einer Untergrundbar. Wir füllen mal wieder all unsere Vorräte und machen uns an den Rückweg zum Oodnadatta Track. In Williams Creek sehen wir uns kurz das Road House an und fahren anschließend zum Lake Eyre. Die 70km Zufahrtsstrasse zum See, obwohl in einem National Park gelegen für den man sogar zahlen soll, ist das übelste Stück Strasse während unseres ganzen Trips. Troopy muss leiden und wir leiden mit. Auf einer Düne mit Blick auf den See schlagen wir unser Camp auf und geniessen die Einsamkeit. Auch hier kann man drei bis neun Tage rechnen, bis mal zufällig ein Auto kommt. Zurück am Track fahren wir nach kurzem Bad an den Coward Springs noch bis Lyndhurst und beenden damit unsere Reise auf dem Oodnadatta Track. Wir bleiben die Nacht in der Gegend um Leigh Creek um dort am nächsten Tag unseren Gas Tank zu füllen.

Mit gefüllten Tanks fahren wir durch den Gammon Ranges National Park auf einer kleinen gravel Road zum Strzelecki Track. Die Fahrt durch den NP, durch Wälder und „Berge“, ist nach dieser langen Zeit in den unterschiedlichen Wüsten Australiens eine willkommene Abwechslung, währt aber nicht sehr lange und so sind wir gegen Mittag schon wieder in der nächsten Wüste irgendwo im Nirgendwo unterwegs. Es ist sehr heiß an diesem Tag und wir freuen uns bereits auf ein Bier im Cameron Corner Roadhouse, dass wir nach einer abenteuerlichen Abkürzung durch Dünen erreichen. In nur ein paar Sekunden kann man es von hier durch drei Staaten Australiens schaffen, wenn man sich hier zu einer bestimmten Uhrzeit treffen möchte ist es ebenfalls immer notwendig eine gemeinsame Zeitzone auszumachen, da alle drei Staten einer anderen Uhrzeit folgen. Außerplanmäßig verbringen wir den Abend mit netten Gesprächen im Roadhouse.

Wir verlassen unser Camp vor dem Roadhouse am späten Vormittag, fahren durch den Strut National Park und wollen an diesem Tag noch bis nach Wanaaring. Kurz nach Tibooburra treffen wir auf die ersten lokalen heftigen Gewitter, hier passieren wir unser erstes kleines Buschfeuer um das wir uns wegen dem bevorstehenden Regen allerdings nicht viele Gedanken machen. Da es in Queensland viel geregnet hat und das Wasser Richtung Süden fließt, wollen wir kurz vor Wanaaring auf jeden Fall noch einen Fluss passieren der bereits Hochwasser hat. Wir passieren den Fluss ohne Probleme, das Wasser ist seit letzter Nacht zurück gegangen und so ist die Strasse lediglich 30cm überflutet. In dem winzigen Ort selbst ist am frühen Abend nichts mehr los und wir entscheiden etwas weiter ein Bushcamp aufzuschlagen. Beim Abendessen haben wir mit hunderten von Moskitos zu kämpfen. Wir planen gerade, heute früh ins Bett zu gehen, als Pawel plötzlich auf ein roten Schein in Westlicher Richtung aufmerksam wird. Die Sonne ist schon vor einiger Zeit untergegangen, es gibt also nicht viele weitere mögliche Ursachen für dieses Phänomen – BUSCHFEUER!!!! Innerhalb weniger Minuten brechen wir unser Camp ab und haben alles im Auto, wieder einmal schätzen wir es sehr, dass Troopy anspringt. Wir beraten kurz in welche Richtung wir fahren sollen, gut 200km weiter nach Bourke oder zurück nach Wanaaring was allerdings ebenfalls in westlicher Richtung liegt. Wir entscheiden uns für Wanaaring und passieren das Feuer am Rückweg mit nur ca. einem Kilometer Entfernung. Es ist bereits halb elf Uhr abends, wir laufen in das lokale Roadhouse ein, treffen außer der Wirtin auf zwei weitere Kollegen die dort am trinken sind. So wie es scheint weiß man hier um das Feuer und es kommt erst mal kein Stress auf. Wir bestellen ein Bier und berichten kurz was wir gesehen haben. Bei dieser Trockenheit und der aktuellen Wetterlage mit vielen kleinen Gewittern, sind kleine Brände gang und gebe. Ein Blitz der irgendwo in trockenem Gebiet einschlägt löst oft ein kleines lokales Feuer aus. Die Wirtin greift dann aber doch zum Telefon und so lässt sich nach kurzer Zeit jemand von der Feuerwehr sehen. Man fragt uns kurz nach dem ungefähren Standort des Feuers, des weiteren wird ein Kasten Bier eingepackt und so machen sich zwei Feuerwehr Lastzüge und die Polizei zu Aufklärung auf. Wir bleiben im Road Haus und trinken mit den dort anwesenden ein paar Bier. Zum schlafen bietet man uns die Wiese neben dem Road Haus an, hier können wir umsonst übernachten und sogar die Duschen können wir gern benutzen. Wie wir am nächsten Tag herausfinden war die Feuerwehr bis zum frühen Morgen im Einsatz um einen Feuer Graben zu errichten. Dabei ist eines der Einsatzfahrzeuge dann leider stecken geblieben und so zog sich der ganze Einsatz länger hin. Weil es in Wanaaring einfach nett ist, verbringen wir hier noch den ganzen Vormittag bevor wir uns nach Bourke aufmachen. Das Outback Inn, mit eines der besten Road Häuser auf unserem Trip (https://www.facebook.com/outbackinn).

In Bourke bringen wir unsere Reifen wieder auf 40 PSI, bis hierhin waren es erst einmal die letzten Kilometer auf Gravel Road, geschätzt ca. 4500km auf Gravel seitdem wir Perth verlassen haben. 100Km nach Bourke an einem Rastplatz halten wir für die Nacht, als wir am nächsten Tag gerade los wollen müssen wir aber leider feststellen, dass mit anlassen wegen einer leeren Auto-Batterie nicht viel los ist. Wir warten eine gute Zeit am Strassenrand bis ein Auto kommt, sind aber auch froh, dass uns dieses Missgeschick nicht irgendwo im nirgendwo wiederfahren ist. Fremdstarten funktioniert und so sind wir wieder Unterwegs, dennoch ist es uns ein Rätsel warum unsere Batterie heute morgen einfach leer war. Wir suchen uns ein nettes kostenfreies Camp auf dem Weg nach Sydney. Nahe Orange finden wir einen vielversprechenden Platz, ich mache mir allerdings mit unserer Batterie etwas Sorgen weil unser Camp, mal wieder im Nirgendwo gelegen ist. Es ist Wochenende und da wir wieder zurück in der Zivilisation sind, ist auf dem Campground einiges los. Das Wetter ist nicht der Hit, es regnet und um uns herum ist soviel grün, ein sonderbares Gefühl.

Am morgen entscheiden wir uns Troopy leer zu räumen um ein wenig sauber zu machen. Der Dust der letzten paar tausend Kilometer sitzt in jeder Ritze. Wir räumen Troopy leer und packen das ganze Zeug auf einen überdachten Picknick Tisch, dabei kommt mir die Idee mal wieder nach der Batterie zu sehen und ich muss leider feststellen das diese heute morgen wieder ziemlich tot ist. Kurzerhand und auch weil Sonntag morgens jeder hier am Camp am zusammenpacken ist, fragen wir ein paar locals ob Sie uns helfen können. Wir schleppen Troopy auf einen nahegelegenen Hang, lassen rollen und so kommt er wieder mal ans laufen. Wir überlegen was zu tun, Orange ist nicht weit und weil am Sonntag einige Autoteil Händler offen haben, fahren Pawel und ich kurzerhand in die Stadt. Die Batterie ist hin und so muss eben eine neue her. Mit neuer Batterie fahren wir gleich noch kurz zum Car-Wash, saugen raus und machen eine kurze Aussenwäsche. Am späten Nachmittag sind wir wieder im Camp, dass inzwischen leer ist, wir verbringen noch eine weitere Nacht hier an diesem schönen grünen Platz.

Tags drauf fahren wir die Restkilometer bis nach Sydney. Edyta und Pawel checken in ein Guesthouse ein und ich stehe mit Troopy wieder in den Strassen von Sydney. Das war er, unser Australien Outback Trip, einfach riesig, unsere Crew einfach unschlagbar und die vielen netten Leute die wir am Weg getroffen haben unerwartet. Australiens Outback, eine wirkliche Empfehlung für jeden Australien reisenden. In diesem Sinne Leute, lasst es euch gut gehen, bis die Tage and keep on rocking da world!!

Mittwoch, 18. Januar 2012

Road Trip – Melbourne – Perth

In Neuseeland bekomme ich letztendlich mein neues Touristen Visa für Australien. Irgendwie schon witzig, ich beantrage genau das gleiche Visa, dass ich als Verlängerung in Sydney nur für vier Wochen bekommen habe und bekomme so ein 6 Monats Touristen Visa. Aufregen hilft ja nix und so bin ich einfach froh, dass dem Australien Trip jetzt erst mal nichts mehr im Wege steht. Zurück in Oz verbringe ich noch ein bisschen mehr als eine Woche in Melbourne. Gehe ein paar mal Kitesurfen und verbringe Zeit mit Freunden. Da mich die Ostküste von Australien nicht richtig reizt, ich sowieso an die Westküste wollte und auch Xavier, ein guter Freund mit dem ich viel Zeit in NZ verbracht habe in Perth wohnt, entscheide ich mich für einen Road Trip nach Perth. Da Troopy gut 20l Futter braucht, suche ich über ein Ad auf Gumtree.com.au ein paar Mitreisende. Am Ende besteht die kleine Crew aus Marieanne aus Holland und Elie aus Frankreich, zu viel Zeit in Leute checken wollte ich nicht investieren und die Idee mit einem Casting wurde von mir dann doch verworfen, vielleicht nächstes mal.

Am 21.12. geht es dann endlich los, ich sammle Marianne in Melbourne ein und wir machen uns auf den Weg nach Hamilton wo wir Elie treffen wollen. Da Marianne die Great Ocean Road schon gesehen hat und Elie die letzte Woche mit einer anderen Gruppe von Leuten dort unterwegs war, sparen wir uns einen nochmaligen Trip. Die Idee war am ersten Tag unserer Reise gleich bis nach Robe in South Australia zu fahren. Robe steht wegen dem Little Dip Conservation Park schon lange auf meiner Liste. Ein Platz an dem ich mit Troopy endlich mal am Strand entlang ballern kann. In Hamilton haben wir mal wieder network coverage für unser Mobile und so erreicht uns eine SMS von Elie, der uns mitteilt, dass er es heute mit Hitchhikken nicht von Halls Gap vom nördlichen Teil der Grampians nach Hamilton schaffen wird, einfach weil Ihn keiner mitnimmt und sowieso kaum Autos unterwegs sind. Wir fahren also nur mal so um Elie abzuholen gut 100km Richtung Norden durch die Grampians, macht gesamt 200km plus, aber was ist das schon in Australien. An diesem Tag schaffen wir es immerhin ein bisschen weiter als Mt. Gambier und finden dort auch ein super abgelegenes Camp Ground in einem Waldstück. Ein einzelner Koala kuckt uns von einem Baum aus beim Feuer machen und kochen zu.

Elie ist aus Paris und hat gerade sein erstes Internship in Melbourne hinter sich, er will am 29.01. in Darwin sein um dort ein weiteres Internship anzugehen. Marianne ist PHD Student und schon seit einem Jahr in Melbourne, sie muss Anfang 2012 wieder in Melbourne und in der Arbeit sein. Meinen beiden Mitreisenden hatte ich von Anfang an erst mal einen Platz bis Adelaide versprochen, man was ja nicht genau wie man klar kommt und ich will den kompletten Trip ja nicht mit Leuten verbringen mit denen man im Grunde nicht seine Zeit verbringen will. Wir kommen soweit erst mal alle ganz gut klar, Elie weiß aber im Grunde alles und Marie ist entweder zu schüchtern oder hat einfach nicht viel zu sagen. Dennoch alle geniessen es draussen in der Natur zu sein und unser erstes Camp. Am zweiten Tag unserer Reise erreichen wir am frühen Mittag Robe, wir machen Mittag an der Strandpromenade und uns anschließend an den Startpunkt, des in meinem Buch beschriebenen, 4WD Tracks. In meinem Buch steht, dass der erste Strandabschnitt aus sehr weichem Sand besteht und man dort mit Sicherheit stecken bleibt, bevor es an den Strand geht passieren wir zwei weitere Warnhinweise. Nach dem ersten lassen wir ordentlich Luft aus den Reifen und ich setzte mir zur Sicherheit schon mal mein Bogan (Idioten) Cap auf (das rote Carlton Draft Cap, auf den Fotos gelegentlich zu sehen), 20 PSI statt 40 lassen wir in den Reifen. Den zweiten Warnhinweise lese ich vor lauter Aufregung gar nicht richtig, ich gebe Gas und wir schaffen immerhin ein paar Meter bevor wir in dem weichen Sand, gleich am Anfang unserer Reise, stecken bleiben. Es ist nichts zu machen, die ersten Versuche frei zu kommen graben Troopy nur noch tiefer in den Sand. Immerhin habe ich einen einzelnen kleinen Klappspaten dabei, alle schaufeln und wir versuchen Troopy frei zu bekommen. Nur die Reifen frei zu graben hilft schon nicht mehr, weil Troopy bereits mit dem kompletten Unterboden auf dem Sand aufsitzt. Im Grunde glaubt keiner wirklich daran, dass wir Troopy aus eigener Kraft wieder frei bekommen. So schnell geben wir aber doch nicht auf, wir wissen, dass wir nur noch einen einzigen Versuch haben bevor Troopy viel zu tief im Sand sitzt um ihn auszugraben, noch dazu ist das Meer nicht weit und ich mache mir etwas Sorgen. In diesem Strandabschnitt sind keine weiteren Autos unterwegs und Kosten für ein Rettungskommando will ich getrost vermeiden. Wir finden einige Holzplanken und ein paar Bretter, graben und schaufeln die Achsen, Divs und Räder frei. Ein neuerlicher Versuch, bringt uns immerhin zwei Meter weiter, ich stoppe sofort als es nicht weiter geht, wir platzieren die Planken neu und so geht es wieder zwei Meter weiter, nachdem wir das Prozedere einige male wiederholt haben, geht es endlich den Strand entlang, die Ausfahrt vom Strand ist windverblasen, es geht um eine Kurve, Bergauf und ich bin sehr froh, das Troopy hier nicht nochmals stecken bleibt. Der restliche Track und auch die weitere Strandfahrt verläuft ohne Probleme, mir macht es einen riesen Spaß durch die Dünen und diese unwahrscheinlich schöne Landschaft zu heizen. Die Aufregung und Angst nochmals stecken zu bleiben begleitet uns an diesem Tag den ganzen Weg. Immerhin rücke ich meine Erscheinung somit gleich am Anfang unseres gemeinsamen Trips ins richtige Licht, bin mir nicht sicher was Marieanne und Elie über mich denken, aber was solls, ist doch wieder mal alles gut gegangen. Wir schlafen an einem kleinen Salz See nicht weit vom Strand, haben hier allerdings mit hunderten von kleinen Moskitos zu kämpfen. Zum Glück habe ich immer noch mein Moskitonetz aus Asien mit mir, dass ich in Troopy prima aufhängen kann.

Den nächsten Tag versuchen wir nicht so viel Zeit im Auto zu verbringen, wir gehen Schwimmen und checken ein paar Strände auf dem Weg Richtung Norden, finden ein tolles Campground bei Narrung und sind somit schon fast in Adelaide. Bis hierhin haben wir alle noch nicht so viel Zeit zusammen verbracht wie ich mir vorgestellt hatte, keiner von uns hat aber richtig Lust Adelaide zu sehen und so entscheiden wir den ganzen Trip zusammen bis nach Perth durchzuziehen. Beim umfahren von Adelaide machen wir einen kleinen Umweg und fahren ein ganzes Stück am Murray River, der mit seinen 2375km der längste Fluss Australiens ist, entlang. Die Australier schippern hier mit Ihren Hausbooten herum, fahren Wasserski und geniessen den Thrill Ihres Jetski's. Es ist der 24. Dezember, Weihnachten. Am späten Nachmittag suchen wir einen Platz zum bleiben und schlagen unser Camp in Terowie, einer Kleinstadt im South Australischen Outback auf. Es sieht nach Sturm aus, unsere Camping Area ist mitten im Ort am alten Eisenbahn Bahnhof gelegen, nicht weit entfernt ist ein Kinderspielplatz mit überdachtem BBQ, hier braten wir unser Weihnachtssteak und verbringen unseren Weihnachtsabend. Tags drauf fahren wir rauf zu den Flinders Ranges, Elie will dort wandern und auch Marianne ist nicht abgeneigt, auf meiner Liste war dieser National Park zwar nicht, aber warum auch nicht. Wir verbringen zwei Nächte in den Flinders Ranges und haben sogar mit dem Wetter Glück. Als wir bei 40 Grad im Schatten dort ankommen denkt von uns im ersten Augenblick keiner an eine große Wanderung, an unserem Wandertag hat es dann aber nur 30 Grad und somit optimales Wanderwetter. Da ich mit Schnupfen etwas angeschlagen bin, entscheide ich mich nur für einen „kleinen“ Hike und verbringe mehr als zwei Stunden auf einem Gipfel in den Flinders, der Ausblick ist der Wahnsinn und die ganze Gegend ist echt schön.

Nach unserem Wandertag machen wir nochmal schnell 100km um kurz vor Port Augusta in einem abgelegenen Campground im Outback die Nacht zu verbringen. Wir wollen runter nach Port Lincoln am südlichen Ende der Eyre Peninsula gelegen. Am Weg schlägt Elie vor Mittag an einem nahegelegenen Strand zu machen, lediglich 20km Schotterpiste bis an den Murninnie Beach. Mir kommt der Vorschlag gerade recht, eben auch weil der Strand direkt am Munyaroo Conservation Reserve gelegen ist. Der Beach selbst ist nicht der Hit, dennoch ein toller Platz, es stehen ein paar Häuser am Strand und im weissen Sand, wir machen Mittag. Als ein paar Australier hier auftauchen erkundige ich mich nach einem Weg, ob und wie wir weiter Richtung Süden an der Küste entlang kommen können. Es soll wohl möglich sein von hier aus ca. 70km bis nach Cowell zu fahren. So ergibt es sich dass wir in das Munyaroo Conservation Reserve fahren, im GPS habe ich viele Tracks und auch viele kleine Strassen, so 100% genau ist die Karte aber eben auch nicht, daher entscheiden wir bei Abzweigen teils nach Gefühl oder eben nach grober Richtung. Bei einem Abzweig, bleiben wir stehen, entscheiden uns für einen anderen Weg und ich schalte in den Rückwärtsgang. Troopy ist gut gefüllt und auch weil wir die Vorhänge an den Rückfenstern wegen Staub zugezogen haben ist meine Sicht nach hinten nicht die beste. Plötzlich tut es einen riesen Schlag und ein großer Ast von einem Baum bahnt sich den weg durch eines der Rückfenster in Troopys innere. Mei, scheiße passiert, was soll man machen, ich hole das Duct Tape aus meiner Adventure Kiste und klebe die Scheibe soweit möglich irgendwie fest. Wir fahren weiter durch den Conservation Park, verpassen wohl aber einen Abzweig und kommen irgendwie nicht aus dem Park. Der Park selbst ist nicht eingezäunt, da der Park aber lediglich von privatem Land umgeben ist, das wiederum eingezäunt ist, gibt es kein entkommen, wir fahren einmal im Quadrat um den kompletten Conservation Park. Auch nicht schlecht, die Vegetation ändert sich ständig, wir sehen Emu's und haben atemberaubende Ausblicke. So ergibt es sich also, dass wir am Ende unserer Parkrunde wieder zurück auf die Hauptstrasse fahren.

Bis nach Port Lincoln schaffen wir es an diesem Tag nicht mehr und so schlafen wir an einem Rastplatz in der Nähe von Arno Bay. In Port Lincoln gehen wir shoppen und fahren in den Port Lincoln National Park, wir verbringen den Tag an einem einsamen Bilderbuch-Strand, fahren Abends aber nochmals nach Port Lincoln nur um unsere Wasser Vorräte aufzufüllen. Die Nacht verbringen wir dann in einer anderen Bucht im NP, die wieder mal nur mit einem 4WD zu erreichen ist. Der Camping Spot ist ziemlich voll, ein Haufen Australier, die hier eben auch Ihre Ferien verbringen, mit Natur, four wheel driving, fischen und was sonst noch. Am nächsten Tag fahren wir nach Coffin Bay, nur 40km auf die westliche Seite der Peninsula, verbringen hier den Nachmittag an einem lokalen Strand und warten bis kurz vor vier um, um diese Zeit, 3 Duzend Austern frisch zu kaufen. Coffin Bay ist wohl bekannt für seine Austern und ich selbst hab ja noch nie eine probiert. Mit den Austern im Gepäck geht es, diesmal auch mit genügend Wasser in den Coffin Bay National Park. Der Großteil dieses Parks ist nur mit einem 4WD zu erreichen, wir lassen wieder mal Luft aus den Reifen und machen uns an den sandigen access Track. Die Australier sind schon echt witzig, auf einem geradeaus Stück kommen uns einige Autos entgegen, wir fahren links die Böschung rauf und warten. Als das erste Auto gerade am passieren ist, wirft der Fahrer, ein älterer Herr nochmals einen Blick in den Rückspiegel, nur um festzustellen, dass sein Sohn in seinem 4WD mit dem Boot Anhänger grad im Sand stecken bleibt. Aufregung kommt bei diesen Kollegen aber keine auf, Papa legt den Rückwärtsgang ein, holt das Abschleppseil und so zieht das Gespann aus zwei dicken 4WD samt Boot Anhänger entspannt an uns vorbei. Wir fahren bestimmt eine gute Stunde, durch Dünen und entlang am Strand, an ein paar riesigen Sand Dünen bleiben wir stehen und geniessen einfach nur den Platz. Es ist für mich bisher einer der besten Plätze hier in Australien. Die Abgelegenheit, wahnsinnige Natur und das klare Wasser, einfach ein Traum. Wir entscheiden einfach hier in den Dünen die Nacht zu verbringen. Es gibt zwar ausgeschriebene Camping Spots im Park, aber auch all die Australier machen sich darüber keinen Kopf und schlagen wo auch immer am Strand entlang Ihre Camps auf. Wir laufen durch die Dünen, gehen schwimmen und geniessen am Abend frische Austern mit Zitrone und ein Glas Wein. Am folgenden Tag verbringen wir den Vormittag auf den 4WD Tracks des Parks und sehen uns ein paar weitere malerische Buchten an.

Unsere Reise Tage sind lang, wir gehen früh zu Bett und stehen normal schon um kurz nach sieben auf. In South Australia gibt es keine Sommerzeit und außerdem sind wir schon eine Zeitzone weiter in der Zeit zurück, die Sonne geht schon gegen acht Uhr unter und so leben wir mit der Sonne und in unserer eigenen Zeit. Es ist verdammt heiß an diesem Tag, so um die 45 Grad. Als wir uns am frühen Nachmittag aus dem Coffin Bay National Park verabschieden, wollen wir noch ein gutes Stück die Küste rauf. In Streaky Bay wollen wir unseren Silvester Abend verbringen. Elie und ich witzeln und träumen von einer grossen Rave Party die wir einfach irgendwo im Nirgendwo am Weg finden. Kurz vor Streaky Bay ist unser Gas Tank leer, ich schalte um auf Petrol und Troopy schmeckt das gar nicht recht, er quält sich ziemlich und bleibt nach einigen hundert Metern einfach stehen. Was nun? Eine Road Assistance ala ADAC hab ich nicht und Kohle für ein Abschleppwagen will ich auf jeden Fall vermeiden. In brütender Hitze schlage ich mein Mechaniker Handbuch auf und versuche etwas zu finden, wir probieren ein paar Dinge und stellen immerhin fest dass der Vergaser mit Benzin voll läuft. Marieanne ist über die Tatsache, dass ich keine Road Assistance habe nicht sehr froh und auch Elie kuckt etwas fragend drein. Nach nur ein paar Minuten halten zwei dicke 4WD, ein paar Australier mit Familie, die nur wegen dem Feuerwerk in Streaky Bay auch dorthin unterwegs sind. Sie nehmen mich die 8km nach Streaky Bay mit und wir checken gemeinsam eine Werkstatt, die am 31.12. tatsächlich geöffnet hat. Der Mechaniker ist allerdings sehr beschäftigt. Er leiht uns ein Abschleppseil und wir fahren, nachdem die Kollegen Ihre Familien im Campground abgesetzt haben, zurück zu Troopy. Wir schleppen Troopy die verbleibenden 8km nach Streaky Bay, checken dort noch einen anderen Mechaniker der aber vor Dienstag auch keine Zeit für uns hat, es ist ja gerade erst mal Samstag. An einer Tankstelle füllen wir die Gastanks und schleppen Troopy an einen kleinen Hang, ich schalte auf Gas um und lasse Troopy den Abhang runter rollen, zweiter Gang, lasse die Kupplung kommen und siehe da, Troopy läuft. Dennoch irgendwie ist das Standgas ziemlich niedrig und ich habe Angst das Troopy jeden Moment wieder stehen bleibt, wir checken ins Camp Ground in Streaky Bay und verbringen hier Sylvester. Für den 1.1. hatte ich sowieso einen nicht Auto Tag vorgeschlagen und da der Mechaniker sowieso keine Zeit für uns hat, bleibt uns nichts weiter übrig als hier unsere Zeit zu verbringen. Vor uns liegt die Nullabor Plain, 800km Nichts, es ist unwahrscheinlich, dass wir auf dieser Stecke eine Gastankstelle finden werden und so ist es eine ziemliche Notwendigkeit nochmals einen Mechaniker zu sehen. Den Mechaniker in Streaky Bay treffen wir am Sylvester Abend im Pub, total voll und nicht sehr gesprächig der Kollege. Am Monat rufe ich daher alle umliegenden Mechaniker an, bekomme aber lediglich einen, in Penong ans Telefon. Der Kollege klingt ziemlich nett und meint wir sollen uns mal nicht zu viele Sorgen machen, bei 45Grad fängt das Benzin schon mal zu kochen an und so kommt nur Schaum in den Vergaser was dann am Ende zu unserem Problem führen kann.

Penang ist gut 100km weiter, am 02.01. verlassen wir also Streaky Bay und fahren bis Penang. Wir suchen den Mechaniker, der aber eigentlich eben auch erst am Dienstag einen Blick auf Troopy werfen will. Vor dem Mechaniker ist ein kleiner Hügel, zur Not können wir also einfach wieder rollen lassen, wir schalten auf Benzin und siehe da, alles kein Problem, Troopy läuft. Versucht heute noch in die Nullabor einzufahren entscheide ich dann aber doch anders und wir verbringen den Nachmittag und die Nacht in Cactus Bay. Ein malerischer Surfspot im Nirgendwo. Wie sich herausstellt ist die Werkstatt in Penong richtig cool, hier arbeiten ein paar Surfer die das Leben in der Wildniss, im nirgendwo und an der nahegelegenen Cactus Bay geniessen. Wir schildern unser Problem, der Mechaniker stellt kurz unseren Vergaser ein, ich gebe Ihm $20 und los geht’s auf durch die Nullabor Plains. Die Nullabor Plains selbst sind nicht so öde wie gedacht, es ist alles viel grüner als ich mir vorgestellt hatte. Nullabor, heißt soviel wie „kein Baum“ und das stimmt auch, lediglich kleine Büsche soweit das Auge reicht, dass Wetter an diesem Tag ist kühl und es ist bewölkt was uns aber im Grunde ja auch nur recht ist, speziell für diesen Teil unserer Reise. Wir fahren bis kurz vor Balladonia und schlafen hier an einem Rastplatz. Schon vor unserer Reise hatte ich einen Blick auf die Balladonia Road und Paramango Road geworfen, dabei handelt es sich um 128km Schotter bis nach Esperance. Es ist eine Art Abkürzung, in Balladonia erkundigen wir uns nach den Strassenverhältnissen, die Info dass die Strasse offen ist, ist allerdings nicht sehr gehaltvoll. Marianne würde im Grunde lieber auf dem Highway nach Norseman bleiben, Elie will so schnell wie möglich nach Esperance und die Möglichkeit ein wenig Zeit zu sparen gefällt Ihm, ich selbst will einfach nur diese Strasse durch das Outback fahren. Es geht also runter vom Highway auf die Balladonia Road, schon nach ein paar Kilometern und einigen grossen Pfützen die wir bis dahin immer gut umfahren konnten, kommen wir an ein riesen Wasserloch. Es hat geregnet die letzten Tage und auch die Umfahrung des Wasserlochs ist keineswegs ohne Risiko. Nach ein paar matschigen Mettern sehe ich diesen kleinen Graben, nicht breit, vielleicht ein wenig mehr als einen Meter, trotzdem es ist super matschig und hier will ich auf keinen Fall stecken bleiben. Wie haben ja kein zweites Auto dabei um Troopy im Falle eines Falles irgendwie raus zu ziehen. Langsam und mit Vorsicht sollte man durch solches Gelände fahren, da ich hier aber auf keinen Fall stecken bleiben will geht das so eben nicht, ich gebe ein wenig Gas, Troopy muss mal wieder leiden und springt durch den Graben. An dieser Stelle überlege ich schon umzudrehen, wir bleiben aber auf der Balladonia Road, haben Glück und haben nach dieser Stelle tatsächlich das schlimmste hinter uns. Die Paramango Road ist ein Kinderspiel und halb so wild. Wir finden eine Ruine auf dem Weg und machen eine kurze Rast. Es sieht aus als würde hier jemand wohnen, es ist wirklich ein interessanter Platz, naheliegendste Erklärung ist wohl, dass ein paar Leute die hierher kommen um zu jagen sich die Hütte, die offen ist, einfach mit dem notwendigsten ausgestattet haben. Beim filmen eines kleinen Video Clips trete ich fast auf eine Schlange, komme aber mit einem Schock davon. Eine Vielzahl der giftigsten Schlangen auf unserer Welt lebt ja hier in Australien. In Condingup gönnen wir uns einen fettigen Bushburger und fahren weiter nach Esperance.

Das Wetter hier ist nicht der Hit, es ist kühl und regnet immer wieder. So kommt es, dass wir die besten Strände Australiens, allerdings nicht wissend, links liegen lassen und weiter bis an den Fitzgerald National Park fahren an dem wir in einem nahegelegenen Campground die Nacht verbringen. Da es regnet sind wir um die kleine Hütte die nahe des Campgrounds steht froh, auch diese Hütte ist eingerichtet und nicht verschlossen, wir sind froh um das kleine Vordach und geniessen hier unseren Abend. Wie wir am nächsten Tag feststellen ist der National Park wegen dem vielen Regen geschlossen, wir fahren weiter nach Albany und hoffen auf baldige Wetterbesserung. In Albany ist das Wetter schon nicht schlecht, im Baumarkt kaufe ich ein Stück festeres Plastik als Ersatz für unser Rückfenster. Das komplette Fenster haben wir auf der Nullabor an einem Rastplatz verloren und sind seit dem lediglich mit angetapeter Plastikfolie unterwegs. Auf dem Tourist Information Parkplatz kümmere ich mich um das Fenster, Elie checkt in die Stadt und Marianne checkt das Internet und Ihren Rückflug nach Perth. Sie will spätestens am 10. Januar wieder in Melbourne sein, da es in dieser Gegend allerdings einiges zu sehen gibt ist klar dass wir es bis zum 10. nicht nach Perth schaffen werden. Marianne bucht daher einen Bus von Manjimup nach Bunbury und von dort einen Zug nach Perth. Wir haben also noch zwei weitere Tage um hier die Gegend zu checken. Nahe Albany checken wir den Torndirrup National Park und finden eine tolle Bay um die Nacht zu verbringen. Wir geniessen einen entspannten Tag in der Gegend um Denmark, checken das Wilson Inlet, das eigentlich gut zum Kitesurfen sein soll, da das Wetter an der Küste gar nicht so schlecht ist und die Gegend ziemlich schön, verbringen wir den Rest des Tages in der Blue Pool Bay, eine Bay, gesäumt von Felsen in der wir ein schönes windstilles Plätzchen zum chillen finden. Abends fahren wir zu den Toren des Tree Top Walks im Frankland National Park, sehen uns am nächsten morgen die Baumriesen an und suchen einen alternativen weg zur Mt. Frankland Picnic Area. Wie so oft bei diesen Aktionen, endet unsere Fahrt auf kleinen Wegen vor einer Schranke am Conservation Park. Am Ende erreichen wir aber unser gewolltes Ziel und sehen uns Mt. Frankland an. Nachdem uns das nächstliegende Campground nicht zusagt verbringen wir die Nach einfach in der Picnic Area auf Mt. Frankland. Das Wetter will immer noch nicht richtig mitspielen, daher gibt es mehr oder weniger einen weiteren Auto Tag, wir sehen uns einen weiteren Nationalpark mit Baumriesen an und fahren raus zu Windy Habour. Auf dem Weg zu unserem letzten gemeinsamen Campground stoppen wir am Diamond Tree. Hier hat es auf 52m in der Baumkrone einen Feuerwachposten. Der Aufstieg ist eigentlich krass, große Nägel jeden halben Meter bilden eine riesen Leiter. So richtig toll abgesichert ist das alles nicht, aber was soll schon passieren, einfach einen nach dem anderen und nicht nach unten sehen. Den letzten gemeinsamen Abend unserer Crew verbringen wir in einem Campground nahe Manjimup. Am morgen bringen wir Marianne nach Manjimup, geniessen in dem kleinen Ort einen letzten gemeinsamen Kaffee, gehen shoppen, füllen wieder mal unsere Wasservorräte auf und machen uns auf nach Augusta ein wenig südlich von Margaret River. Als wir dort am späten Nachmittag ankommen, sehe ich endlich die ersten Kitesurfer seit wir Melbourne verlassen haben. Wir haben Zeit und Elie weiß sich zu beschäftigen, ich packe also meinen Kite vom Dach. Mein Kite fliegt, ist aber ansonsten nicht der neueste, beim Aufpumpen muss ich leider feststellen, das eines der Ventile nicht mehr dicht hält, heute also nix mit Kiten. Ein anderer Kite Surfer hilft mir das Leck zu finden, zur Reparatur hat er aber leider auch nichts dabei. Scheiß drauf denke ich, der Kite hat mich $400 gekostet und das war schon zu viel, ich will da keine Kohle mehr rein stecken und hole meine Tube SeamGrip raus, klebe das Ventil und hoffe auf den nächsten Tag. Wir checken in das Campground im Leeuwin National Park und gönnen uns dort noch eine kleine Slackline Session.

Wie sich herausstellt ist Margeret River ein winziger Ort, das ganze Gebiet ist in erster Linie wegen den vielen Weinanbaugebieten und auch wegen der klasse Wellenreitspots bekannt. Wir sparen uns die überteuerten Weine und sehen uns statt dessen ein paar tolle Strände und Buchten an. Perth ist nicht mehr weit, nur noch schlappe 200km, wir fahren weiter Richtung Norden und checken nahe Bunbury einen vermeintlichen weiteren Kitespot an einem Binnensee. Das nahegelegene Campground ist nett, die Vielzahl an Moskitos aber schier unglaublich. Da wir Tags drauf feststellen, dass wir schon fast in Perth sind und es auf dem Rest-Weg nicht mehr viel zu sehen gibt, kümmere ich mich kurzerhand um ein neues Fenster für meine Tür. Der Schrottplatz in Bunbury hat eine Scheibe rum liegen und einen Mechaniker der uns das Ding einpasst ist ebenfalls schnell gefunden, $140 für den ganzen Spaß lassen sich verkraften. Da mir an einer weiteren Nacht irgendwo vor Perth nicht viel gelegen ist, fahren wir an diesem Tag noch bis Perth. Wir treffen Xavier in Scarborough Beach in einem Car Park. Seit dem wohne ich hier in Scarborough Beach im Carpark gleich am Strand, es gibt Toiletten und öffentliche Duschen die 24Stunden geöffnet sind, der Strand ist direkt vor der Tür, ein Supermarkt ist ebenfalls in der Nähe und auch eine kleine Strandbar von der ich euch diesen Blogpost schreibe ist nicht weit. Die letzten Tage war ich ordentlich beim Kiten und genieße hier nun das Leben in meinem Troopy. Morgens stehe ich auf, mache mir Kaffee mit meiner kleinen italienischen Espresso Maschine, esse ein Müsli mit instant Milch zum Frühstück, gehe ins Kaffee, schreibe ein wenig um anschließend meinen Kite startklar zu machen. Vorerst werde ich in dieser Ecke um Perth bleiben und ein wenig Zeit geniessen, hoffe außerdem euch bald einen weiteren Post zu schreiben. In diesem Sinne, genießt das Leben! Live is awesome!!!