am 11.04. um 9:35 Uhr verlasse ich also Australien. Mein Flug mit AirAsia geht von Melbourne direkt nach Kuala Lumpur. In KL habe ich um die sechs Stunden Aufenthalt und fliege von dort anschließend mit Biman Air über Bangladesch nach Kathmandu weiter. Die Zeit in KL verbringe ich im kostenfreiem Internet oder vor der Abflugshalle mit meiner Ukulele. Am Check-in, so gegen Mitternacht, vergeht ebenfalls nochmals viel Zeit da fast jeder in der Schlange vor mir stehende Nepalese um sein Übergepäck diskutieren muss. Der Flug nach Kathmandu hat in Dhaka nochmals 5 Stunden Aufenthalt und so gibt es sich, dass ich erst am 12.04. gegen 11 Uhr morgens lokaler Zeit am Flughafen in Kathmandu stehe, weit mehr als 30 Stunden ohne echten Schlaf war ich bis hier hin unterwegs. Klar hätte man das wohl etwas geschickter buchen können, dennoch um Kosten zu sparen nimmt man gerne mal ein paar Stunden abhängen an irgendeinem Flughafen in Kauf.
Peter kommt an diesem Tag aus Dehli mit der Maschine um 1 und so verbringe ich eben nochmal zwei Stündchen an dem kleinen Flughafen in Kathmandu. Wie in solchen Ländern üblich, versuchen mir die ganzen Taxifahrer eine Fahrt in die Stadt anzudrehen, oder eben ein bestimmtes Guesthouse, in diesem Fall wäre die Fahrt umsonst. Wie auch immer, um kurz nach 1 steht dann tatsächlich Peter neben mir. Als wir uns wiedersehen hat jeder von uns ein breites Grinsen im Gesicht, gut zwei ein halb Jahre ist es her und dennoch fühlt es sich als Gestern an. Anstatt 200 Rupee (sind ziemlich genau 2 Euro) für ein einfaches Taxi in die Stadt zu zahlen, denke ich bereits ans Kohle sparen und so steigen wir in ein Guesthouse Vermittler Taxi, dass uns für 100 Rupee in die Stadt bringt, wenn wir nicht in dem vorgeschlagenen Guesthouse bleiben wollen. Das Guesthouse sieht in Ordnung aus und so entscheiden wir uns dort zu bleiben. Nachdem wir unser Gepäck im Zimmer verstaut haben, führt uns einer der Mitarbeiter auf die Dachterrasse. Hier wartet in einem kleinen entspannten Nebenraum bereits Rahul der uns sogleich ein Trekking andrehen will. So recht passt mir das erst mal gar nicht, nach so vielen Stunden ohne Schlaf, will ich eigentlich nur noch mein wohl verdientes Entspannungsbier und ansonsten für diesen Tag, außer einem netten Plausch mit Peter, gar nichts mehr. Dennoch, am Ende erfahren wir, dass hier in Nepal heute, am 12.04. Sylvester ist und daher morgen die Trekking Permit Stelle geschlossen hat. Tags drauf ist Samstag und der Samstag ist in Nepal eher so wie bei uns ein Sonntag, daher wieder alles zu, so würden wir unseren Permit frühestens am Sonntag bekommen und könnten daher frühestens am Montag los. Wir checken erst mal in unser Zimmer, Peter hat immerhin 4 Wochen hier in Nepal, trotzdem, für unseren geplanten Treck haben wir die unterschiedlichsten Informationen im Netz gefunden, bezüglich der Dauer ist die Rede von 14 Tagen bis 22 Tagen und alles lässt sich für uns nur schwer einschätzen. Wir checken nach kurzem Zimmeraufenthalt schnell zu Rahuls Travel Agency und wie auch immer es passiert ist, buchen wir in der Hoffnung die notwendigen Permits noch heute zu bekommen, die komplette Tour. In Nepal braucht es einen Permit für fast jedes Trekking, dabei gibt es unterschiedliche Permits für jedes Gebiet, wer einen Gipfel auf dem Weg mitnehmen möchte braucht zusätzlich noch den jeweilig speziellen Gipfelpermit, für einige Gebiete ist desweiteren ein Guide vorgeschrieben. Wir planen die Manaslu Runde zu laufen und hier braucht es einen Permit für die Manaslu Conservation Area, einen Permit für den Annapurna National Park und einen Guide. An sich hatte ich gehofft das Thema Guide irgendwie zu umgehen, da wir aber eben etwas in Eile und ich überhaupt mal wieder unvorbereitet bin, wird das nix. Am gleichen Abend erfahren wir dass wir den Permit heute nicht mehr bekommen werden und wir somit frühestens am Sonntag damit rechnen können. An diesem Tag passiert dann auch nicht mehr viel, wir laufen durch die Strassen von Thamel, essen ein wenig Streetfood und gehen früh ins Bett. Thamel ist ein Ortsteil von Kathmandu, es ist die Backpacker und budget Accomodation Gegend. Die Strassen sind voll von Touristen, es gibt keine Gehwege, winzige Taxi's und haufenweise Motorräder bahnen sich hupend den Weg durch die Fußgänger. Dennoch ist Thamel ein ganz netter Ortsteil Kathmandus, Souvenir Läden, Trekking Ausrüster und viele kleine Läden reihen sich hier aneinander.
An unserem ersten richtigen Tag Kathmandu lassen wir es dann doch langsam angehen. Wir schlendern durch die Strassen Thamel's und wandern zu dem nicht weit entfernten „Monkey Temple“ von dem wir eine super Aussicht über die Stadt haben. Wie gesagt ist Neujahrstag und somit ein allgemeiner Feiertag, daher ist die Tempel Anlage gut gefüllt und es macht Spaß den locals hier beim abhängen zuzusehen. Beim Rückweg nach Thamel, die Sonne geht mehr oder weniger gerade unter, bleiben wir für eine lange Zeit an einer viel „befahrenen“ Kreuzung an einer Verkehrsinsel stehen und sehen lange dem bunten Treiben zu.
Am Samstag nehmen wir den local Bus und fahren nach Bhaktapur, der dritt größten Stad im Kathmandu Valley. So genau lassen sich die einzelnen Städte im Valley für mich nicht unterscheiden, mir erscheint das ganze Valley wie eine einzige große Stadt. Der Eintrittspreis für die Altstadt Bhaktapurs ist mit zehn Euro Touristenpreis ganz ordentlich, aber schon die ersten paar Schritte lassen uns nur staunen. Bhaktapur wurde um das 12 Jahrhundert und den folgenden Jahren zu einer der wichtigsten Handelsstädte mit Tibet. Die Innenstadt wurde in den 70er Jahren durch ein deutsches development Project etwas hergerichtet. Alles sieht stimmig aus, die alten Gebäude, die sich windenden engen Gassen und die vielen kleinen und grossen dazwischen liegenden Tempel. Wir verbringen den ganzen Tag hier und geniessen diesen tollen Ort. Wir sitzen z.B. in einem Kaffee am Durbar Square und sehen dem bunten Treiben zu. Touristen schlendern über den grossen Platz, ein kleines Taxi mit riesen Lautsprechern fährt über den Platz, macht Werbung für irgend ein Event und wirft bunte Flyer aus dem Fenster, ein alter kleiner Tracktor knattert schnaufend an unserem Kaffee vorbei, Frauen in Bunten Kleidern geniessen mit der ganzen Familie den freien Tag.
Am Sonntag ist endlich klar, dass es am Montag nach Arogarth, zum Startplatz des Manaslu Trecks, geht. Wir verbringen den Tag daher mit einigen kleinen Besorgungen, schnell kaufe ich mir noch ein paar Handschuhe und Trekkingstöcke. Am späten Nachmittag stehen wir in unserem Zimmer und diskutieren nochmals über unsere Packliste. Wir packen die notwendigsten Dinge in unsere Rucksäcke und packen den ganzen Rest in eine große Reisetasche die wir für die Trekkingzeit bei unserer Travel Agency unterstellen.
Bis hierhin ist Nepal schon ziemlich cool. Bhaktapur war genial und auch Thamel ist an sich schon ein kleines Abenteuer. Lediglich der viele Müll und die allgemeine morgendliche Müllverbrennung ist etwas irritierend, mal abgesehen von den vielen knatternden, hupenden und stinkenden Motorrädern. Die Farbenpracht in den Strassen, die sich auch viel durch die bunt bekleideten Frauen in Ihren traditionellen Kleidern ergibt, die ganze Atmosphäre hier ist einfach überwältigend. Soweit erst ma bis hierhin, ich bin wieder weit hinten dran mit Blog schreiben und schreibe diesen Post gerade von der wunderschönen Insel Mabul vor der Küste Borneos. Wie auch immer gibt’s den Post zu unserem Trekking und dem rest von Nepal bald und bis dahin wünsch ich euch wie immer: „a fucking awesome time“, keep on rocking guys, never stop enjoying, life is awesome!


Bin schon gespannt, wie's weitergeht. Lese Deine BlogEinträge immer gerne, obwohl ich dann immer ziemlich melancholisch werde und man sich fragt, warum man eigentlich hier in D sitzt und den ganzen Tag nur arbeiten geht. Tja - da hab ich jetzt auch keine Antwort drau. Lass es Dir gut gehen und geniessedie Zeit. Popf.
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