Montag, 12. März 2012

Einmal durch die Mitte bitte – Roadtrip Perth – Sydney

In der Gegend um Perth verbringe ich eine echt gute Zeit, es ist endlich Sommer mit Sonne satt. Die längste Hitzeperiode seit 1937 hätte es zwar nicht gleich sein müssen, aber es gibt nichts zu jammern. Die Westküste Australiens ist bekannt für die guten Wind- und Kitesurf Bedingungen, Leute aus aller Welt kommen hierhin um dem Wind entlang der Küste zu folgen und ordentlich zu surfen. Der Wind um Perth ist dieses Jahr allerdings nicht sehr verlässlich und so komme ich am Ende nur auf ein paar Tage auf dem Board. Sicherlich könnte man alternativ von Perth nach Süden oder Norden fahren um besseren Wind zu finden. Ein Stück die Küste rauf oder runter, sind hier aber eben auch immer gleich ein paar hundert Kilometer und nur so allein mit Troopy, will ich mir diesen Luxus dann doch nicht leisten. Immerhin, checke ich einige tolle Spots um Perth und bekomme inzischen schon ganz nette Sprünge hin. Nach fast drei Wochen Perth lassen sich Marie, Cecile und Sanne für ein paar Tage an der Westküste sehen. Jeder hat viel zu erzählen und wir verbringen eine gute Zeit. Es gibt ein großes Melbourne Revival BBQ am O'Connor Beach mit einem Haufen netter Leute. Nachdem Marie tags drauf wieder nach Sydney reist und der Rest der Crew sich für den Cape to Cape Walk um Margeret River entscheidet trennen sich unsere Wege wieder einmal. Da ich schon einiges an Zeit um Margeret River verbracht habe, mir nicht recht nach Wandern ist, ich lieber nochmal den Kite fliegen lassen möchte oder einfach weiter will, bleibe ich erst einmal in Perth. Einen richtigen Plan wie und wo es weiter geht habe ich aber wieder einmal nicht, klar ist lediglich, dass ich Marie in Sydney sehen will. Wann genau und was ich bis dahin noch alles sehen möchte weiß ich aber nicht, vorallem geht es aber eben auch darum, die „richtigen“ Mitreisenden zu finden. So ergibt es sich, dass ich wieder einmal ein Ad auf Gumtree.com.au poste. An diesem Tag stinkt's mir eigentlich, immer diese „Backpacker“, so richtig Reisende wie ich mir das vorstelle, gibt’s die hier in Australien überhaupt? Mit ein bisschen Frust und auch weil's mir einfach egal ist ob jemand auf mein Ad antwortet, schreibe ich:

„Great Central Road (Perth - Alice Springs - Adelaide – Sydney) I am searching for easygoing, open minded, live loving, fun people, like real backpackers for a road trip to the east coast via great central road. Be prepared to spend a lot of time in the car, I do have a 4WD and like to use it. I have one to two seats left, depends on you. If you have a 4WD car and going the same direction could be great too, lets fill up the cars with a bunch of good people and have gooood times! Ready to leave in the next couple of days.“

Dabei hatte ich mir auch gedacht, dass dies erst mal das erste Ad von mehreren ist, da ich noch ein weiters für die Westküste und eines für die Tanami Road (von Broome nach Alice Springs) erstellen wollte. Die Entscheidung wo es denn dann hingeht wollte ich einfach von den Leuten, die sich melden, abhängig machen. Im Grunde ist es ja nicht so wichtig wo die Reise hin geht, der Weg ist das Ziel! Wie auch immer ergibt es sich, dass mich am gleichen Abend Edyta anruft, wir quatschen kurz am Telefon und verabreden uns für den nächsten Tag. Schon am Telefon erzählt mir Edyta, dass dies die Traum Route von Ihr und Ihrem Freund Pawel ist. Ansonsten bekomme ich an diesem Tag erst mal keine weitere Antwort auf mein Ad. Am nächsten Tag melden sich dann aber noch zwei weitere Leute die so schnell es geht, einfach an die Ostküste wollen. Abends treffe ich Edyta und Pawel die gerade am Couchsurfen sind. Wir verstehen uns auf anhieb gut und schwatzen bei einem gemütlichen Bier mehr als zwei Stunden über den möglichen Trip und das Reisen an sich. Die beiden waren schon viel unterwegs, sind in meinem Alter und ziemlich locker. Mit meiner Forderung, nicht nur Sprit und Essen, sondern auch weitere Kosten wie Reifen, Ölwechsel und eine Autowäsche zu teilen sind die beiden einverstanden. Die Entscheidung für den gemeinsamen Trip liegt bei mir. Wir verabschieden uns und verbleiben damit, dass ich Ihnen am folgenden Tag bescheid gebe. In erster Linie ist mir schon klar, dass ich mit beiden gut klar kommen kann und wir eine tolle Zeit verbringen werden, die Entscheidung ist eher, ob es schon zurück an die Ostküste gehen soll oder ob man hier an der Westküste noch etwas sehen muss. Nach einem weiteren Anruf auf mein Ad von einem, zumindest am Telefon, etwas gelangweilt klingenden Backpacker dem die Route an die Ostküste auch egal ist, entscheide ich mich für den Trip mit Edyta und Pawel. Mein Rückruf und Aufruf zu gemeinsamer Reiseplanung und Shopping Tour freut die beiden. Für Troopy gibt’s noch einen kleinen Service, frisches Öl und ein bisschen was zum schmieren. Nach einem letzten Tag Kite Surfen und einer gemeinsamer Shopping Tour geht’s dann am 05.02.2012 auf in einen weiteren grossen Roadtrip.

Nachdem ich Edyta und Pawel eingesammelt habe geht es ohne weitere Schnörkel Richtung Kalgoorlie. Start der Great Central Road ist in Laverton und bis Laverton erwarten und planen wir keine besonderen Stopps. Edyta und Pawel müssen spätestens am 22. Februar in Sydney sein um Ihren Flug nach Neuseeland zu erwischen. Da wir am Anfang unserer Reise die Tage für unseren ganzen Trip nur schwer abschätzen können wollen wir daher erst mal Strecke machen. Obwohl wir am morgen noch gemütlich Kaffee geniessen und daher erst am späten Vormittag Perth, mit vollen Tanks verlassen, schaffen wir es an diesem Tag dennoch fast bis ins 600km entfernte Kalgoorlie. Es ist Sonntag und unsere Fahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse. In Merredin machen wir einen kurzen Brotzeit Stop. Es herrscht bereits Outback Feeling und in dem kleinen Ort ist nicht viel los. Wir fangen gerade an uns zu fragen wie man sich hier draussen wohl die Zeit vertreibt als wir einen, in einem Spiderman ähnlichen Kostüm gekleideten, Typen durch die Strassen springen sehen. Nicht verwunderlich, dass die Leute in einem Ort wie diesem auf die sonderbarsten Ideen kommen. Wir verbringen unsere erste Nacht auf einem kleinen Campground im Lake Douglas Recreation Reserve.

In Kalgoorlie treffen wir, beim Shoppen und Alkohol fassen, bekannte aus Perth wieder. Ein Pärchen aus Österreich, die beiden sind mit eigenem, voll ausgestattetem 4WD Monster unterwegs und auch auf dem Weg zur Great Central Road. In Kalgoorlie organisieren wir uns auch die notwendigen Permits um durch Aboriginal Land zu fahren. Da Manu und Mathias aus Österreich mehr Zeit haben und noch ein paar Track's durch die Goldfields von Kalgoorlie planen verabschieden wir uns nach einem kurzen Ratsch aber auch schon wieder. In Laverton hatten wir auf eine ordentliche Tankstelle gehofft, müssen aber leider feststellen das es hier kein Gas für Troopy gibt und so ist uns bereits klar, dass wir überteuerten Sprit irgendwo am Weg nach Alice Springs tanken müssen. Wir verlassen den winzigen Ort Laverton und fahren in die Great Central Road ein, 1587km bis Alice Springs, davon um die 1300km auf Gravel können uns nicht beeindrucken, wir freuen uns endlich etwas vom roten Kontinent zu sehn. Da es schon fast Zeit für den Sonnenuntergang ist fahren wir nicht mehr sehr weit, biegen in einen kleinen seiten Track und schlagen hier unser erstes Bushcamp auf. Direkt neben unserem Camp finden wir die ersten Spuren von Kamelen im Sand, die Erde ist rot, das Land flach, der Sonnenuntergang ist grandios, es ist Ruhe pur und der Mond scheint so hell, dass wir unsere Stirnlampen gar nicht brauchen.

Die nächsten drei Tage verbringen wir auf der Great Central Road. Die Landschaft ändert sich nur wenig, ein kleiner Hügel, ein entgegenkommender Road Train, eine kleine Felsformation, wieder mal ein Autowrack an der Seite der Strasse, rote sandige Strasse vor uns auf der wir mit 90km/h entspannt dem Horizont entgegen schießen. Wir erzählen uns, unsere vielen Reisegeschichten, trinken viel Wasser und versuchen mit der trockenen Hitze klar zu kommen.

Wir fahren durch Aboriginal Land, sehen allerdings nicht viel von der tatsächlichen Lebenskultur. Im Zentrum Australiens um die Aboriginal Communities gibt es kein Sprit zu tanken, es gibt Diesel und OPAL. OPAL wird als Ersatz für Benzin genutzt, der Unterschied ist, es riecht nicht. Das schnüffeln von Benzin der Aboriginals scheint ein ernsthaftes Problem zu sein. Das Australische Gouvernement nimmt das offensichtlich nicht auf die leichte Schulter und führt OPAL ein um seine Aboriginalen Einwohner zu schützen. Benzin das nicht riecht und das man nicht schnüffeln kann. Allein diesen Umstand finde ich schon sehr grotesk. Das was wir von den Communities sehen ist wohl nur ein sehr kleiner Abriss. Unser Permit erlaubt uns aber lediglich die Great Central Road zu befahren, wollten wir eine Community abseits unserer Hauptroute besuchen, bräuchten wir dafür einen eigenen Permit. Ob die wenigen winzigen Communities durch die wir fahren wirklich das tatsächlich Bild des Lebens und der Zustände darstellen ist fraglich. Dennoch ist es schockierend zu sehen, wie ein Teil der Bevölkerung in einem sehr reichen Land wie diesem lebt oder leben muss. Zwischen Häusern, die nicht mehr als Barraken sind, zwischen Dreck und Müll, zwischen Auto Wracks, in Zelten oder einfach unter einem Baum. Zum Thema Aborigines will ich nicht viel weiter schreiben, wer Lust hat sich ein wenig zu dieser traurigen Geschichte durchzulesen findet hier einiges an Informationen: http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Indigenous_Australians. Mir scheint es, dass eine ernsthafte Diskussion und ein ernsthafter Wille das Zusammenleben geregelt zu bekommen nicht existiert. In den grossen Ballungszentren Australiens schaut man lieber weg und konzentriert sich auf die positiven Dinge des Lebens.

Ein gutes Stück vor Alice Springs, am fünften Tag unsere Reise, sehen wir dann wirklich ein paar wilde Kamele. So um die 40.000 sollen hier in Australien unterwegs sein. Wir halten an dem letzten Road House in Western Australia und fassen nochmals ein wenig Sprit, anstatt $1,45 AUD kostet der Liter OPAL hier $2,20 AUD. Als wir weiterfahren tauchen am Horizont plötzlich die Olgas, eine sonderbar aussehende, von Erosion geformte, Felskette auf. Wir halten am Strassenrand um Fotos zu schießen, beim Aussteigen muss ich leider feststellen dass der rechte Vorderreifen, wie es der Zufall will, gerade fröhlich Luft verliert. „Ja und ich hab den kleinen Fels auf der sandigen Strasse noch entgegenkommen sehen“, ausweichen bei 90 Sachen auf dieser Strasse ist aber eben auch nur bedingt eine Möglichkeit. Wir machen erst mal Fotos und kramen den 1A Wagenheber aus unserem Gepäck. Der Reifenwechsel wird, nachdem wir feststellen, dass der eigentliche Ersatzreifen nur auf die Hinterachse passt, ein etwas größerer Act. Der Notfall Ersatzreifen hat zwar einen anderen Durchmesser, passt aber und wird es bis Alice Springs schon tun. Bei diesem Ausblick kann man aber auch nicht meckern, mit etwas Schweiß und mit Unterstützung von Mother (der ultimative energy drink) bekommen wir den Reifen entspannt gewechselt. Nur zwei Kilometer weiter erreichen wir die geteerte Strasse des Uluru National Parks. Die Blicke auf die Olgas und Ayers Rock sind atemberaubend. Wir gönnen uns einen Backpacker mäßigen Mittags Salat (Je eine Dose: Tunfisch, Erbsen, Bohnen, Mais, viel Oliven Öl, etwas Essig, Salz und Pfeffer) und eine Pause mit Blick auf Eyers Rock. Einige Kilometer weiter schlagen wir unser Camp, ca. 150km vor Alice Springs auf einem Rastplatz, auf und geniessen hier, an einem Wassertank, die erste „Dusche“ auf unserer Reise.

Es ist etwas komisch wieder auf einer richtigen Strasse unterwegs zu sein. Alice Springs ist eine nette Stadt, hat mit Outback Flair wegen der vielen Touristen für uns aber nur bedingt zu tun. Wir besorgen einen neuen Reifen auf einem Schrottplatz, gehen, shoppen und füllen Troopy's Tanks. Fast $300 zahlen wir, inklusive der frisch gefüllten Jerry Cans auf dem Dach kommen wir damit leicht 1200km. Mit Camping in Alice Springs selbst sieht es nicht so günstig aus. Wir haben bis hierhin unserer Reise mehr Strecke gemacht als gedacht und sind daher zeitlich gut unterwegs. Da Manu und Mathias uns mit dem Oodnadatta Trek und der Strecke entlang der alten Ghan Eisenbahn Linie einen Floh ins Ohr gesetzt haben, erkundigen wir uns im Touristen Office nach den Strassenbedingungen, sammeln noch ein paar weitere Tips und verlassen am späten Nachmittag Alice Springs Richtung Süden. The Afgahn Express, kurz Ghan, eine Eisenbahn Linie von Adelaide to Alice Springs wurde 1878 fertiggestellt, die Strecke wurde wegen der schwierigen Umweltbedingungen später aber weiter nach Westen verlegt. Was blieb sind einige Ruinen am Weg und eine Schotter Strasse voll von alten Nägeln und Gleisteilen am Strassenrand. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang fahren wir einfach irgendwo von der Strasse ab, parken Troopy auf einer Düne und organisieren unser Camp, einer der besten Camp Spot's auf unserer Reise. Die Farben des Sonnenuntergangs sind wieder einmal der Hammer. Da der Mond immer später aufgeht bleibt uns Zeit die volle Pracht Sternenhimmel bei einem wohlverdienten staubigen Glas Whiskey zu geniessen.

Als wir am nächsten Morgen weiter fahren, reisst uns einer der riesen Nägel schon nach den ersten paar Kilometern ein Loch in unseren linken Vorderreifen. Also wieder mal Reifenwechsel. Wir tauschen den Ersatzreifen mit einem der Hinterraeder und packen dieses nach vorn. Nach einigen weiteren Kilometern, ständig konzentriert diesen scheiß Nägeln auszuweichen entscheide ich etwas Luft aus den Reifen zu lassen. Wir passieren den kleinen Ort Finke, die lokale Werkstatt ist allerdings am Wochenende geschlossen. Kurzerhand entscheiden wir das Mt. Dare Road House auf unsere Routenplanung zu setzen das mehr oder weniger sowieso auf unserer Route zu den Dalhousie Springs gelegen ist. Die Strasse nach Mt. Dare ist ziemlich schroff, Vegetation ist nicht mehr wirklich vorhanden, bis Mt. Dare eine Steinwüste. Mt. Dare ist eine nette kleine Service Station mit Road House (http://www.mtdare.com.au). Wir hoffen auf einen neuen Reifen, nachdem wir allerdings in Alice Springs schon Probleme hatten die richtige Größe zu finden machen wir uns nicht zu viele Hoffnungen. David, der Herr des Hauses checkt mit mir in den Workshop. Der Reifen wäre noch zu reparieren, da er aber einen genau zu unseren anderen passenden, gebrauchten Reifen im Workshop herumliegen hat, gibt es einen alten neuen Reifen. Wow, finally hat Troopy vier gleiche all Terrain Reifen drauf. Im Road House gibt’s für alle eine Flasche Sider und wir unterhalten uns recht nett mit David bevor es, mit noch viel weniger Luft in den Reifen, weiter geht.

Die Strasse zu den Dalhousie Springs ist verlassen und auch das ziemlich große Campground ist menschenleer, es ist einach nicht Saison und so ist hier gar nichts los. Da wir die kleine Oase ziemlich spät erreichen, raffen wir uns nicht mehr zum schwimmen, in der 37 Grad warmen Quelle auf. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück geht es aber doch für einen Sprung ins Wasser. Obwohl es bereits fast 30 Grad hat, ist die warme Quelle doch irgendwie erfrischend, zumindest wenn man den Wind auf der Haut spürt nachdem man aus dem Wasser kommt. Von den Dalhousie Springs zurück an den Oodnadatta Track nehmen wir einen kleinen 4WD Track. Landschaftlich gibt es gleich am Anfang dieses Tages einiges zu sehen und so halten wir immer mal wieder um Fotos zu schießen. Da der Motor noch nicht richtig warmgelaufen ist, halte ich es für besser Troopy während dieser kurzen Stopps laufen zu lassen. Vor ein paar Ruinen halten wir, sehen einen einsamen Dingo und machen ein paar Fotos. So 100% rund, läuft der Motor nicht immer und geht bei diesem Stop einfach aus. Das Ding ist, dass es in diesem Fall ein wenig Zündung braucht bis Troopy wieder ans Laufen kommt. Da ich der Batterie seit dem Problem in Streaky Bay nicht mehr traue, weiß ich wir haben nur ein paar Versuche bevor ohne Starthilfe nichts mehr geht. Wir versuchen ruhig zu bleiben, geben Troopy ein paar Minuten und so kommt er dann auch wieder ans laufen. Hier draussen, um diese Jahreszeit, wartet man schon mal ein paar Tage bis man irgendeinen Menschen Trifft. Im Fall des Falles ist nicht viel zu machen, am Auto bleiben und abwarten. Gerade hatten wir über dieses Thema auch mit Dave vom Mt. Dare Hotel gesprochen und dort zum Glück nochmals all unsere Wassertanks gefüllt. In Oodnadatta halten wir am Pink Roadhouse (http://www.pinkroadhouse.com.au), gönnen uns hier mal wieder ein kühles Bier und verlassen den Oodnadatta Track um Coober Pedy zu besuchen. Wir schaffen es an diesem Tag nicht mehr bis Coober Pedy und verbringen die Nach in der Moon Plain. Roter Stein soweit das Auge reicht, in dieser Gegend gibt es wirklich nichts, mal abgesehen von den vielen Fliegen.

In Coober Pedy verbringen wir einen gemütlichen Tag. Da das Wetter hier oft sehr heiß ist und die Fliegen oft unerträglich sind, leben viele Einwohner im Untergrund. Coober Pedy ist der Platz, wenn es um Opal Mienen geht. Wir sehen uns die alter Timmers Miene an, checken einen Underground Bookshop und nehmen ein Bier in einer Untergrundbar. Wir füllen mal wieder all unsere Vorräte und machen uns an den Rückweg zum Oodnadatta Track. In Williams Creek sehen wir uns kurz das Road House an und fahren anschließend zum Lake Eyre. Die 70km Zufahrtsstrasse zum See, obwohl in einem National Park gelegen für den man sogar zahlen soll, ist das übelste Stück Strasse während unseres ganzen Trips. Troopy muss leiden und wir leiden mit. Auf einer Düne mit Blick auf den See schlagen wir unser Camp auf und geniessen die Einsamkeit. Auch hier kann man drei bis neun Tage rechnen, bis mal zufällig ein Auto kommt. Zurück am Track fahren wir nach kurzem Bad an den Coward Springs noch bis Lyndhurst und beenden damit unsere Reise auf dem Oodnadatta Track. Wir bleiben die Nacht in der Gegend um Leigh Creek um dort am nächsten Tag unseren Gas Tank zu füllen.

Mit gefüllten Tanks fahren wir durch den Gammon Ranges National Park auf einer kleinen gravel Road zum Strzelecki Track. Die Fahrt durch den NP, durch Wälder und „Berge“, ist nach dieser langen Zeit in den unterschiedlichen Wüsten Australiens eine willkommene Abwechslung, währt aber nicht sehr lange und so sind wir gegen Mittag schon wieder in der nächsten Wüste irgendwo im Nirgendwo unterwegs. Es ist sehr heiß an diesem Tag und wir freuen uns bereits auf ein Bier im Cameron Corner Roadhouse, dass wir nach einer abenteuerlichen Abkürzung durch Dünen erreichen. In nur ein paar Sekunden kann man es von hier durch drei Staaten Australiens schaffen, wenn man sich hier zu einer bestimmten Uhrzeit treffen möchte ist es ebenfalls immer notwendig eine gemeinsame Zeitzone auszumachen, da alle drei Staten einer anderen Uhrzeit folgen. Außerplanmäßig verbringen wir den Abend mit netten Gesprächen im Roadhouse.

Wir verlassen unser Camp vor dem Roadhouse am späten Vormittag, fahren durch den Strut National Park und wollen an diesem Tag noch bis nach Wanaaring. Kurz nach Tibooburra treffen wir auf die ersten lokalen heftigen Gewitter, hier passieren wir unser erstes kleines Buschfeuer um das wir uns wegen dem bevorstehenden Regen allerdings nicht viele Gedanken machen. Da es in Queensland viel geregnet hat und das Wasser Richtung Süden fließt, wollen wir kurz vor Wanaaring auf jeden Fall noch einen Fluss passieren der bereits Hochwasser hat. Wir passieren den Fluss ohne Probleme, das Wasser ist seit letzter Nacht zurück gegangen und so ist die Strasse lediglich 30cm überflutet. In dem winzigen Ort selbst ist am frühen Abend nichts mehr los und wir entscheiden etwas weiter ein Bushcamp aufzuschlagen. Beim Abendessen haben wir mit hunderten von Moskitos zu kämpfen. Wir planen gerade, heute früh ins Bett zu gehen, als Pawel plötzlich auf ein roten Schein in Westlicher Richtung aufmerksam wird. Die Sonne ist schon vor einiger Zeit untergegangen, es gibt also nicht viele weitere mögliche Ursachen für dieses Phänomen – BUSCHFEUER!!!! Innerhalb weniger Minuten brechen wir unser Camp ab und haben alles im Auto, wieder einmal schätzen wir es sehr, dass Troopy anspringt. Wir beraten kurz in welche Richtung wir fahren sollen, gut 200km weiter nach Bourke oder zurück nach Wanaaring was allerdings ebenfalls in westlicher Richtung liegt. Wir entscheiden uns für Wanaaring und passieren das Feuer am Rückweg mit nur ca. einem Kilometer Entfernung. Es ist bereits halb elf Uhr abends, wir laufen in das lokale Roadhouse ein, treffen außer der Wirtin auf zwei weitere Kollegen die dort am trinken sind. So wie es scheint weiß man hier um das Feuer und es kommt erst mal kein Stress auf. Wir bestellen ein Bier und berichten kurz was wir gesehen haben. Bei dieser Trockenheit und der aktuellen Wetterlage mit vielen kleinen Gewittern, sind kleine Brände gang und gebe. Ein Blitz der irgendwo in trockenem Gebiet einschlägt löst oft ein kleines lokales Feuer aus. Die Wirtin greift dann aber doch zum Telefon und so lässt sich nach kurzer Zeit jemand von der Feuerwehr sehen. Man fragt uns kurz nach dem ungefähren Standort des Feuers, des weiteren wird ein Kasten Bier eingepackt und so machen sich zwei Feuerwehr Lastzüge und die Polizei zu Aufklärung auf. Wir bleiben im Road Haus und trinken mit den dort anwesenden ein paar Bier. Zum schlafen bietet man uns die Wiese neben dem Road Haus an, hier können wir umsonst übernachten und sogar die Duschen können wir gern benutzen. Wie wir am nächsten Tag herausfinden war die Feuerwehr bis zum frühen Morgen im Einsatz um einen Feuer Graben zu errichten. Dabei ist eines der Einsatzfahrzeuge dann leider stecken geblieben und so zog sich der ganze Einsatz länger hin. Weil es in Wanaaring einfach nett ist, verbringen wir hier noch den ganzen Vormittag bevor wir uns nach Bourke aufmachen. Das Outback Inn, mit eines der besten Road Häuser auf unserem Trip (https://www.facebook.com/outbackinn).

In Bourke bringen wir unsere Reifen wieder auf 40 PSI, bis hierhin waren es erst einmal die letzten Kilometer auf Gravel Road, geschätzt ca. 4500km auf Gravel seitdem wir Perth verlassen haben. 100Km nach Bourke an einem Rastplatz halten wir für die Nacht, als wir am nächsten Tag gerade los wollen müssen wir aber leider feststellen, dass mit anlassen wegen einer leeren Auto-Batterie nicht viel los ist. Wir warten eine gute Zeit am Strassenrand bis ein Auto kommt, sind aber auch froh, dass uns dieses Missgeschick nicht irgendwo im nirgendwo wiederfahren ist. Fremdstarten funktioniert und so sind wir wieder Unterwegs, dennoch ist es uns ein Rätsel warum unsere Batterie heute morgen einfach leer war. Wir suchen uns ein nettes kostenfreies Camp auf dem Weg nach Sydney. Nahe Orange finden wir einen vielversprechenden Platz, ich mache mir allerdings mit unserer Batterie etwas Sorgen weil unser Camp, mal wieder im Nirgendwo gelegen ist. Es ist Wochenende und da wir wieder zurück in der Zivilisation sind, ist auf dem Campground einiges los. Das Wetter ist nicht der Hit, es regnet und um uns herum ist soviel grün, ein sonderbares Gefühl.

Am morgen entscheiden wir uns Troopy leer zu räumen um ein wenig sauber zu machen. Der Dust der letzten paar tausend Kilometer sitzt in jeder Ritze. Wir räumen Troopy leer und packen das ganze Zeug auf einen überdachten Picknick Tisch, dabei kommt mir die Idee mal wieder nach der Batterie zu sehen und ich muss leider feststellen das diese heute morgen wieder ziemlich tot ist. Kurzerhand und auch weil Sonntag morgens jeder hier am Camp am zusammenpacken ist, fragen wir ein paar locals ob Sie uns helfen können. Wir schleppen Troopy auf einen nahegelegenen Hang, lassen rollen und so kommt er wieder mal ans laufen. Wir überlegen was zu tun, Orange ist nicht weit und weil am Sonntag einige Autoteil Händler offen haben, fahren Pawel und ich kurzerhand in die Stadt. Die Batterie ist hin und so muss eben eine neue her. Mit neuer Batterie fahren wir gleich noch kurz zum Car-Wash, saugen raus und machen eine kurze Aussenwäsche. Am späten Nachmittag sind wir wieder im Camp, dass inzwischen leer ist, wir verbringen noch eine weitere Nacht hier an diesem schönen grünen Platz.

Tags drauf fahren wir die Restkilometer bis nach Sydney. Edyta und Pawel checken in ein Guesthouse ein und ich stehe mit Troopy wieder in den Strassen von Sydney. Das war er, unser Australien Outback Trip, einfach riesig, unsere Crew einfach unschlagbar und die vielen netten Leute die wir am Weg getroffen haben unerwartet. Australiens Outback, eine wirkliche Empfehlung für jeden Australien reisenden. In diesem Sinne Leute, lasst es euch gut gehen, bis die Tage and keep on rocking da world!!

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