In Neuseeland bekomme ich letztendlich mein neues Touristen Visa für Australien. Irgendwie schon witzig, ich beantrage genau das gleiche Visa, dass ich als Verlängerung in Sydney nur für vier Wochen bekommen habe und bekomme so ein 6 Monats Touristen Visa. Aufregen hilft ja nix und so bin ich einfach froh, dass dem Australien Trip jetzt erst mal nichts mehr im Wege steht. Zurück in Oz verbringe ich noch ein bisschen mehr als eine Woche in Melbourne. Gehe ein paar mal Kitesurfen und verbringe Zeit mit Freunden. Da mich die Ostküste von Australien nicht richtig reizt, ich sowieso an die Westküste wollte und auch Xavier, ein guter Freund mit dem ich viel Zeit in NZ verbracht habe in Perth wohnt, entscheide ich mich für einen Road Trip nach Perth. Da Troopy gut 20l Futter braucht, suche ich über ein Ad auf Gumtree.com.au ein paar Mitreisende. Am Ende besteht die kleine Crew aus Marieanne aus Holland und Elie aus Frankreich, zu viel Zeit in Leute checken wollte ich nicht investieren und die Idee mit einem Casting wurde von mir dann doch verworfen, vielleicht nächstes mal.
Am 21.12. geht es dann endlich los, ich sammle Marianne in Melbourne ein und wir machen uns auf den Weg nach Hamilton wo wir Elie treffen wollen. Da Marianne die Great Ocean Road schon gesehen hat und Elie die letzte Woche mit einer anderen Gruppe von Leuten dort unterwegs war, sparen wir uns einen nochmaligen Trip. Die Idee war am ersten Tag unserer Reise gleich bis nach Robe in South Australia zu fahren. Robe steht wegen dem Little Dip Conservation Park schon lange auf meiner Liste. Ein Platz an dem ich mit Troopy endlich mal am Strand entlang ballern kann. In Hamilton haben wir mal wieder network coverage für unser Mobile und so erreicht uns eine SMS von Elie, der uns mitteilt, dass er es heute mit Hitchhikken nicht von Halls Gap vom nördlichen Teil der Grampians nach Hamilton schaffen wird, einfach weil Ihn keiner mitnimmt und sowieso kaum Autos unterwegs sind. Wir fahren also nur mal so um Elie abzuholen gut 100km Richtung Norden durch die Grampians, macht gesamt 200km plus, aber was ist das schon in Australien. An diesem Tag schaffen wir es immerhin ein bisschen weiter als Mt. Gambier und finden dort auch ein super abgelegenes Camp Ground in einem Waldstück. Ein einzelner Koala kuckt uns von einem Baum aus beim Feuer machen und kochen zu.
Elie ist aus Paris und hat gerade sein erstes Internship in Melbourne hinter sich, er will am 29.01. in Darwin sein um dort ein weiteres Internship anzugehen. Marianne ist PHD Student und schon seit einem Jahr in Melbourne, sie muss Anfang 2012 wieder in Melbourne und in der Arbeit sein. Meinen beiden Mitreisenden hatte ich von Anfang an erst mal einen Platz bis Adelaide versprochen, man was ja nicht genau wie man klar kommt und ich will den kompletten Trip ja nicht mit Leuten verbringen mit denen man im Grunde nicht seine Zeit verbringen will. Wir kommen soweit erst mal alle ganz gut klar, Elie weiß aber im Grunde alles und Marie ist entweder zu schüchtern oder hat einfach nicht viel zu sagen. Dennoch alle geniessen es draussen in der Natur zu sein und unser erstes Camp. Am zweiten Tag unserer Reise erreichen wir am frühen Mittag Robe, wir machen Mittag an der Strandpromenade und uns anschließend an den Startpunkt, des in meinem Buch beschriebenen, 4WD Tracks. In meinem Buch steht, dass der erste Strandabschnitt aus sehr weichem Sand besteht und man dort mit Sicherheit stecken bleibt, bevor es an den Strand geht passieren wir zwei weitere Warnhinweise. Nach dem ersten lassen
wir ordentlich Luft aus den Reifen und ich setzte mir zur Sicherheit schon mal mein Bogan (Idioten) Cap auf (das rote Carlton Draft Cap, auf den Fotos gelegentlich zu sehen), 20 PSI statt 40 lassen wir in den Reifen. Den zweiten Warnhinweise lese ich vor lauter Aufregung gar nicht richtig, ich gebe Gas und wir schaffen immerhin ein paar Meter bevor wir in dem weichen Sand, gleich am Anfang unserer Reise, stecken bleiben. Es ist nichts zu machen, die ersten Versuche frei zu kommen graben Troopy nur noch tiefer in den Sand. Immerhin habe ich einen einzelnen kleinen Klappspaten dabei, alle schaufeln und wir versuchen Troopy frei zu bekommen. Nur die Reifen frei zu graben hilft schon nicht mehr, weil Troopy bereits mit dem kompletten Unterboden auf dem Sand aufsitzt. Im Grunde glaubt keiner wirklich daran, dass wir Troopy aus eigener Kraft wieder frei bekommen. So schnell geben wir aber doch nicht auf, wir wissen, dass wir nur noch einen einzigen Versuch haben bevor Troopy viel zu tief im Sand sitzt um ihn auszugraben, noch dazu ist das Meer nicht weit und ich mache mir etwas Sorgen. In diesem Strandabschnitt sind keine weiteren Autos unterwegs und Kosten für ein Rettungskommando will ich getrost vermeiden. Wir finden einige Holzplanken und ein paar Bretter, graben und schaufeln die Achsen, Divs und Räder frei. Ein neuerlicher Versuch, bringt uns immerhin zwei Meter weiter, ich stoppe sofort als es nicht weiter geht, wir platzieren die Planken neu und so geht es wieder zwei Meter weiter, nachdem wir das Prozedere einige male wiederholt haben, geht es endlich den Strand entlang, die Ausfahrt vom Strand ist windverblasen, es geht um eine Kurve, Bergauf und ich bin sehr froh, das Troopy hier nicht nochmals stecken bleibt. Der restliche Track und auch die weitere Strandfahrt verläuft ohne Probleme, mir macht es einen riesen Spaß durch die Dünen und diese unwahrscheinlich schöne Landschaft zu heizen. Die Aufregung und Angst nochmals stecken zu bleiben begleitet uns an diesem Tag den ganzen Weg. Immerhin rücke ich meine Erscheinung somit gleich am Anfang unseres gemeinsamen Trips ins richtige Licht, bin mir nicht sicher was Marieanne und Elie über mich denken, aber was solls, ist doch wieder mal alles gut gegangen. Wir schlafen an einem kleinen Salz See nicht weit vom Strand, haben hier allerdings mit hunderten von kleinen Moskitos zu kämpfen. Zum Glück habe ich immer noch mein Moskitonetz aus Asien mit mir, dass ich in Troopy prima aufhängen kann.
Den nächsten Tag versuchen wir nicht so viel Zeit im Auto zu verbringen, wir gehen Schwimmen und checken ein paar Strände auf dem Weg Richtung Norden, finden ein tolles Campground bei Narrung und sind somit schon fast in Adelaide. Bis hierhin haben wir alle noch nicht so viel Zeit zusammen verbracht wie ich mir vorgestellt hatte, keiner von uns hat aber richtig Lust Adelaide zu sehen und so entscheiden wir den ganzen Trip zusammen bis nach Perth durchzuziehen. Beim umfahren von Adelaide machen wir einen kleinen Umweg und fahren ein ganzes Stück am Murray River, der mit seinen 2375km der längste Fluss Australiens ist, entlang. Die Australier schippern hier mit Ihren Hausbooten herum, fahren Wasserski und geniessen den Thrill Ihres Jetski's. Es ist der 24. Dezember, Weihnachten. Am späten Nachmittag suchen wir einen Platz zum bleiben und schlagen unser Camp in Terowie, einer Kleinstadt im South Australischen Outback auf.
Es sieht nach Sturm aus, unsere Camping Area ist mitten im Ort am alten Eisenbahn Bahnhof gelegen, nicht weit entfernt ist ein Kinderspielplatz mit überdachtem BBQ, hier braten wir unser Weihnachtssteak und verbringen unseren Weihnachtsabend. Tags drauf fahren wir rauf zu den Flinders Ranges, Elie will dort wandern und auch Marianne ist nicht abgeneigt, auf meiner Liste war dieser National Park zwar nicht, aber warum auch nicht. Wir verbringen zwei Nächte in den Flinders Ranges und haben sogar mit dem Wetter Glück. Als wir bei 40 Grad im Schatten dort ankommen denkt von uns im ersten Augenblick keiner an eine große Wanderung, an unserem Wandertag hat es dann aber nur 30 Grad und somit optimales Wanderwetter. Da ich mit Schnupfen etwas angeschlagen bin, entscheide ich mich nur für einen „kleinen“ Hike und verbringe mehr als zwei Stunden auf einem Gipfel in den Flinders, der Ausblick ist der Wahnsinn und die ganze Gegend ist echt schön.
Nach unserem Wandertag machen wir nochmal schnell 100km um kurz vor Port Augusta in einem abgelegenen Campground im Outback die Nacht zu verbringen. Wir wollen runter nach Port Lincoln am südlichen Ende der Eyre Peninsula gelegen. Am Weg schlägt Elie vor Mittag an einem nahegelegenen Strand zu machen, lediglich 20km Schotterpiste bis an den Murninnie Beach. Mir kommt der Vorschlag gerade recht, eben auch weil der Strand direkt am Munyaroo Conservation Reserve gelegen ist. Der Beach selbst ist nicht der Hit, dennoch ein toller Platz, es stehen ein paar Häuser am Strand und im weissen Sand, wir machen Mittag. Als ein paar Australier hier auftauchen erkundige ich mich nach einem Weg, ob und wie wir weiter Richtung Süden an der Küste entlang kommen können. Es soll wohl möglich sein von hier aus ca. 70km bis nach Cowell zu fahren. So ergibt es sich dass wir in das Munyaroo Conservation Reserve fahren, im GPS habe ich viele Tracks und auch viele kleine Strassen, so 100% genau ist die Karte aber eben auch nicht, daher entscheiden wir bei Abzweigen teils nach Gefühl oder eben nach grober Richtung. Bei einem Abzweig, bleiben wir stehen, entscheiden uns für einen anderen Weg und ich schalte in den Rückwärtsgang. Troopy ist gut gefüllt und auch weil wir die Vorhänge an den Rückfenstern wegen Staub zugezogen haben ist meine Sicht nach hinten nicht die beste. Plötzlich tut es einen riesen Schlag und ein großer Ast von einem Baum bahnt sich den weg durch eines der Rückfenster in Troopys innere. Mei, scheiße passiert, was soll man machen, ich hole das Duct Tape aus meiner Adventure Kiste und klebe die
Scheibe soweit möglich irgendwie fest. Wir fahren weiter durch den Conservation Park, verpassen wohl aber einen Abzweig und kommen irgendwie nicht aus dem Park. Der Park selbst ist nicht eingezäunt, da der Park aber lediglich von privatem Land umgeben ist, das wiederum eingezäunt ist, gibt es kein entkommen, wir fahren einmal im Quadrat um den kompletten Conservation Park. Auch nicht schlecht, die Vegetation ändert sich ständig, wir sehen Emu's und haben atemberaubende Ausblicke. So ergibt es sich also, dass wir am Ende unserer Parkrunde wieder zurück auf die Hauptstrasse fahren.
Bis nach Port Lincoln schaffen wir es an diesem Tag nicht mehr und so schlafen wir an einem Rastplatz in der Nähe von Arno Bay. In Port Lincoln gehen wir shoppen und fahren in den Port Lincoln National Park, wir verbringen den Tag an einem einsamen Bilderbuch-Strand, fahren Abends aber nochmals nach Port Lincoln nur um unsere Wasser Vorräte aufzufüllen. Die Nacht verbringen wir dann in einer anderen Bucht im NP, die wieder mal nur mit einem 4WD zu erreichen ist. Der Camping Spot ist ziemlich voll, ein Haufen Australier, die hier eben auch Ihre Ferien verbringen, mit Natur, four wheel driving, fischen und was sonst noch. Am nächsten Tag fahren wir nach Coffin Bay, nur 40km auf die westliche Seite der Peninsula, verbringen hier den Nachmittag an einem lokalen Strand und warten bis kurz vor vier um, um diese Zeit, 3 Duzend Austern frisch zu kaufen. Coffin Bay ist wohl bekannt für seine Austern und ich selbst hab ja noch nie eine probiert. Mit den Austern im Gepäck geht es, diesmal auch mit genügend Wasser in den Coffin Bay National Park. Der Großteil dieses Parks ist nur mit einem 4WD zu erreichen, wir lassen wieder mal Luft aus den Reifen und machen uns an den sandigen access Track. Die Australier sind schon echt witzig, auf einem geradeaus Stück kommen uns einige Autos entgegen, wir fahren links die Böschung rauf und warten. Als das erste Auto gerade am passieren ist, wirft der Fahrer, ein älterer Herr nochmals einen Blick in den Rückspiegel, nur um festzustellen, dass sein Sohn in seinem 4WD mit dem Boot Anhänger grad im Sand stecken bleibt. Aufregung kommt bei diesen Kollegen aber keine auf, Papa legt den Rückwärtsgang ein, holt das Abschleppseil und so zieht das Gespann aus zwei dicken 4WD samt Boot Anhänger entspannt an uns vorbei. Wir fahren bestimmt eine gute Stunde, durch Dünen und entlang am Strand, an ein paar riesigen Sand Dünen
bleiben wir stehen und geniessen einfach nur den Platz. Es ist für mich bisher einer der besten Plätze hier in Australien. Die Abgelegenheit, wahnsinnige Natur und das klare Wasser, einfach ein Traum. Wir entscheiden einfach hier in den Dünen die Nacht zu verbringen. Es gibt zwar ausgeschriebene Camping Spots im Park, aber auch all die Australier machen sich darüber keinen Kopf und schlagen wo auch immer am Strand entlang Ihre Camps auf. Wir laufen durch die Dünen, gehen schwimmen und geniessen am Abend frische Austern mit Zitrone und ein Glas Wein. Am folgenden Tag verbringen wir den Vormittag auf den 4WD Tracks des Parks und sehen uns ein paar weitere malerische Buchten an.
Unsere Reise Tage sind lang, wir gehen früh zu Bett und stehen normal schon um kurz nach sieben auf. In South Australia gibt es keine Sommerzeit und außerdem sind wir schon eine Zeitzone weiter in der Zeit zurück, die Sonne geht schon gegen acht Uhr unter und so leben wir mit der Sonne und in unserer eigenen Zeit. Es ist verdammt heiß an diesem Tag, so um die 45 Grad. Als wir uns am frühen Nachmittag aus dem Coffin Bay National Park verabschieden, wollen wir noch ein gutes Stück die Küste rauf. In Streaky Bay wollen wir unseren Silvester Abend verbringen. Elie und ich witzeln und träumen von einer grossen Rave Party die wir einfach irgendwo im Nirgendwo am Weg finden. Kurz vor Streaky Bay ist unser Gas Tank leer, ich schalte um auf Petrol und Troopy schmeckt das gar nicht recht, er quält sich ziemlich und bleibt nach einigen hundert Metern einfach stehen. Was nun? Eine Road Assistance ala ADAC hab ich nicht und Kohle für ein Abschleppwagen will ich auf jeden Fall vermeiden. In brütender Hitze schlage ich mein Mechaniker Handbuch auf und versuche etwas zu finden, wir probieren ein paar Dinge und stellen immerhin fest dass der Vergaser mit Benzin voll läuft. Marieanne ist über die Tatsache, dass ich keine Road Assistance habe nicht sehr froh und auch Elie kuckt etwas fragend drein.
Nach nur ein paar Minuten halten zwei dicke 4WD, ein paar Australier mit Familie, die nur wegen dem Feuerwerk in Streaky Bay auch dorthin unterwegs sind. Sie nehmen mich die 8km nach Streaky Bay mit und wir checken gemeinsam eine Werkstatt, die am 31.12. tatsächlich geöffnet hat. Der Mechaniker ist allerdings sehr beschäftigt. Er leiht uns ein Abschleppseil und wir fahren, nachdem die Kollegen Ihre Familien im Campground abgesetzt haben, zurück zu Troopy. Wir schleppen Troopy die verbleibenden 8km nach Streaky Bay, checken dort noch einen anderen Mechaniker der aber vor Dienstag auch keine Zeit für uns hat, es ist ja gerade erst mal Samstag. An einer Tankstelle füllen wir die Gastanks und schleppen Troopy an einen kleinen Hang, ich schalte auf Gas um und lasse Troopy den Abhang runter rollen, zweiter Gang, lasse die Kupplung kommen und siehe da, Troopy läuft. Dennoch irgendwie ist das Standgas ziemlich niedrig und ich habe Angst das Troopy jeden Moment wieder stehen bleibt, wir checken ins Camp Ground in Streaky Bay und verbringen hier Sylvester. Für den 1.1. hatte ich sowieso einen nicht Auto Tag vorgeschlagen und da der Mechaniker sowieso keine Zeit für uns hat, bleibt uns nichts weiter übrig als hier unsere Zeit zu verbringen. Vor uns liegt die Nullabor Plain, 800km Nichts, es ist unwahrscheinlich, dass wir auf dieser Stecke eine Gastankstelle finden werden und so ist es eine ziemliche Notwendigkeit nochmals einen Mechaniker zu sehen. Den Mechaniker in Streaky Bay treffen wir am Sylvester Abend im Pub, total voll und nicht sehr gesprächig der Kollege. Am Monat rufe ich daher alle umliegenden Mechaniker an, bekomme aber lediglich einen, in Penong ans Telefon. Der Kollege klingt ziemlich nett und meint wir sollen uns mal nicht zu viele Sorgen machen, bei 45Grad fängt das Benzin schon mal zu kochen an und so kommt nur Schaum in den Vergaser was dann am Ende zu unserem Problem führen kann.
Penang ist gut 100km weiter, am 02.01. verlassen wir also Streaky Bay und fahren bis Penang. Wir suchen den Mechaniker, der aber eigentlich eben auch erst am Dienstag einen Blick auf Troopy werfen will. Vor dem Mechaniker ist ein kleiner Hügel, zur Not können wir also einfach wieder rollen lassen, wir schalten auf Benzin und siehe da, alles kein Problem, Troopy läuft. Versucht heute noch in die Nullabor einzufahren entscheide ich dann aber doch anders und wir verbringen den Nachmittag und die Nacht in Cactus Bay. Ein malerischer Surfspot im Nirgendwo. Wie sich herausstellt ist die Werkstatt in Penong richtig cool, hier arbeiten ein paar Surfer die das Leben in der Wildniss, im nirgendwo und an der nah
egelegenen Cactus Bay geniessen. Wir schildern unser Problem, der Mechaniker stellt kurz unseren Vergaser ein, ich gebe Ihm $20 und los geht’s auf durch die Nullabor Plains. Die Nullabor Plains selbst sind nicht so öde wie gedacht, es ist alles viel grüner als ich mir vorgestellt hatte. Nullabor, heißt soviel wie „kein Baum“ und das stimmt auch, lediglich kleine Büsche soweit das Auge reicht, dass Wetter an diesem Tag ist kühl und es ist bewölkt was uns aber im Grunde ja auch nur recht ist, speziell für diesen Teil unserer Reise. Wir fahren bis kurz vor Balladonia und schlafen hier an einem Rastplatz. Schon vor unserer Reise hatte ich einen Blick auf die Balladonia Road und Paramango Road geworfen, dabei handelt es sich um 128km Schotter bis nach Esperance. Es ist eine Art Abkürzung, in Balladonia erkundigen wir uns nach den Strassenverhältnissen, die Info dass die Strasse offen ist, ist allerdings nicht sehr gehaltvoll. Marianne würde im Grunde lieber auf dem Highway nach Norseman bleiben, Elie will so schnell wie möglich nach Esperance und die Möglichkeit ein wenig Zeit zu sparen gefällt Ihm, ich selbst will einfach nur diese Strasse durch das Outback fahren. Es geht also runter vom Highway auf die Balladonia Road, schon nach ein paar Kilometern und einigen grossen Pfützen die wir bis dahin immer gut umfahren konnten, kommen wir an ein riesen Wasserloch. Es hat geregnet die letzten Tage und auch die Umfahrung des Wasserlochs ist keineswegs ohne Risiko. Nach ein paar matschigen Mettern sehe ich diesen kleinen Graben, nicht breit, vielleicht ein wenig mehr als einen Meter, trotzdem es ist super matschig und hier will ich auf keinen Fall stecken bleiben. Wie haben ja kein zweites Auto dabei um Troopy im Falle eines Falles irgendwie raus zu ziehen. Langsam und mit Vorsicht sollte man durch solches Gelände fahren, da ich hier aber auf keinen Fall stecken bleiben will geht das so eben nicht, ich gebe ein wenig Gas, Troopy muss mal wieder leiden und springt durch den Graben. An dieser Stelle überlege ich schon umzudrehen, wir bleiben aber auf der Balladonia Road, haben Glück und haben nach dieser Stelle tatsächlich das schlimmste hinter uns. Die Paramango Road ist ein Kinderspiel und halb so wild. Wir finden eine Ruine auf dem Weg und machen eine kurze Rast. Es sieht aus als würde hier jemand wohnen, es ist wirklich ein interessanter Platz, naheliegendste Erklärung ist wohl, dass ein paar Leute die hierher kommen um zu jagen sich die Hütte, die offen ist, einfach mit dem notwendigsten ausgestattet haben. Beim filmen eines kleinen Video Clips trete ich fast auf eine Schlange, komme aber mit einem Schock davon. Eine Vielzahl der giftigsten Schlangen auf unserer Welt lebt ja hier in Australien. In Condingup gönnen wir uns einen fettigen Bushburger und fahren weiter nach Esperance.
Das Wetter hier ist nicht der Hit, es ist kühl und regnet immer wieder.
So kommt es, dass wir die besten Strände Australiens, allerdings nicht wissend, links liegen lassen und weiter bis an den Fitzgerald National Park fahren an dem wir in einem nahegelegenen Campground die Nacht verbringen. Da es regnet sind wir um die kleine Hütte die nahe des Campgrounds steht froh, auch diese Hütte ist eingerichtet und nicht verschlossen, wir sind froh um das kleine Vordach und geniessen hier unseren Abend. Wie wir am nächsten Tag feststellen ist der National Park wegen dem vielen Regen geschlossen, wir fahren weiter nach Albany und hoffen auf baldige Wetterbesserung. In Albany ist das Wetter schon nicht schlecht, im Baumarkt kaufe ich ein Stück festeres Plastik als Ersatz für unser Rückfenster. Das komplette Fenster haben wir auf der Nullabor an einem Rastplatz verloren und sind seit dem lediglich mit angetapeter Plastikfolie unterwegs. Auf dem Tourist Information Parkplatz kümmere ich mich um das Fenster, Elie checkt in die Stadt und Marianne checkt das Internet und Ihren Rückflug nach Perth. Sie will spätestens am 10. Januar wieder in Melbourne sein, da es in dieser Gegend allerdings einiges zu sehen gibt ist klar dass wir es bis zum 10. nicht nach Perth schaffen werden. Marianne bucht daher einen Bus von Manjimup nach Bunbury und von dort einen Zug nach Perth. Wir haben also noch zwei weitere Tage um hier die Gegend zu checken. Nahe Albany checken wir den Torndirrup National Park und finden eine tolle Bay um die Nacht zu verbringen. Wir geniessen einen entspannten Tag in der Gegend um Denmark, checken das Wilson Inlet, das eigentlich gut zum Kitesurfen sein soll, da das Wetter an der Küste gar nicht so schlecht ist und die Gegend ziemlich schön, verbringen wir den Rest des Tages in der Blue Pool Bay, eine Bay, gesäumt von Felsen in der wir ein schönes windstilles Plätzchen zum chillen finden. Abends
fahren wir zu den Toren des Tree Top Walks im Frankland National Park, sehen uns am nächsten morgen die Baumriesen an und suchen einen alternativen weg zur Mt. Frankland Picnic Area. Wie so oft bei diesen Aktionen, endet unsere Fahrt auf kleinen Wegen vor einer Schranke am Conservation Park. Am Ende erreichen wir aber unser gewolltes Ziel und sehen uns Mt. Frankland an. Nachdem uns das nächstliegende Campground nicht zusagt verbringen wir die Nach einfach in der Picnic Area auf Mt. Frankland. Das Wetter will immer noch nicht richtig mitspielen, daher gibt es mehr oder weniger einen weiteren Auto Tag, wir sehen uns einen weiteren Nationalpark mit Baumriesen an und fahren raus zu Windy Habour. Auf dem Weg zu unserem letzten gemeinsamen Campground stoppen wir am Diamond Tree. Hier hat es auf 52m in der Baumkrone einen Feuerwachposten. Der Aufstieg ist eigentlich krass, große Nägel jeden halben Meter bilden eine riesen Leiter. So richtig toll abgesichert ist das alles nicht, aber was soll schon passieren, einfach einen nach dem anderen und nicht nach unten sehen. Den letzten gemeinsamen Abend unserer Crew verbringen wir in einem Campground nahe Manjimup. Am morgen bringen wir Marianne nach Manjimup, geniessen in dem kleinen Ort einen letzten gemeinsamen Kaffee, gehen shoppen, füllen wieder mal unsere Wasservorräte auf und machen uns auf nach Augusta ein wenig südlich von Margaret River. Als wir dort am späten Nachmittag ankommen, sehe ich endlich die ersten Kitesurfer seit wir Melbourne verlassen haben. Wir haben Zeit und Elie weiß sich zu beschäftigen, ich packe also meinen Kite vom Dach. Mein Kite fliegt, ist aber ansonsten nicht der neueste, beim Aufpumpen muss ich leider feststellen, das eines der Ventile nicht mehr dicht hält, heute also nix mit Kiten. Ein anderer Kite Surfer hilft mir das Leck zu finden, zur Reparatur hat er aber leider auch nichts dabei. Scheiß drauf denke ich, der Kite hat mich $400 gekostet und das war schon zu viel, ich will da keine Kohle mehr rein stecken und hole meine Tube SeamGrip raus, klebe das Ventil und hoffe auf den nächsten Tag. Wir checken in das Campground im Leeuwin National Park und gönnen uns dort noch eine kleine Slackline Session.
Wie sich herausstellt ist Margeret River ein winziger Ort, das ganze Gebiet ist in erster Linie wegen den vielen Weinanbaugebieten und auch wegen der klasse Wellenreitspots bekannt. Wir sparen uns die überteuerten Weine und sehen uns statt dessen ein paar tolle Strände und Buchten an. Perth ist nicht mehr weit, nur noch schlappe 200km, wir fahren weiter Richtung Norden und checken nahe Bunbury einen vermeintlichen weiteren Kitespot an einem Binnensee. Das nahegelegene Campground ist nett, die Vielzahl an Moskitos aber schier unglaublich. Da wir Tags drauf feststellen, dass wir schon fast in Perth sind und es auf dem Rest-Weg nicht mehr viel zu sehen gibt, kümmere ich mich kurzerhand um ein neues Fenster für meine Tür. Der Schrottplatz in Bunbury hat eine Scheibe rum liegen und einen Mechaniker der uns das Ding einpasst ist ebenfalls schnell gefunden, $140 für den ganzen Spaß lassen sich verkraften. Da mir an einer weiteren Nacht irgendwo vor Perth nicht viel gelegen ist, fahren wir an diesem Tag noch bis Perth. Wir treffen Xavier in Scarborough Beach in einem Car Park. Seit dem wohne ich hier in Scarborough Beach im C
arpark gleich am Strand, es gibt Toiletten und öffentliche Duschen die 24Stunden geöffnet sind, der Strand ist direkt vor der Tür, ein Supermarkt ist ebenfalls in der Nähe und auch eine kleine Strandbar von der ich euch diesen Blogpost schreibe ist nicht weit. Die letzten Tage war ich ordentlich beim Kiten und genieße hier nun das Leben in meinem Troopy. Morgens stehe ich auf, mache mir Kaffee mit meiner kleinen italienischen Espresso Maschine, esse ein Müsli mit instant Milch zum Frühstück, gehe ins Kaffee, schreibe ein wenig um anschließend meinen Kite startklar zu machen. Vorerst werde ich in dieser Ecke um Perth bleiben und ein wenig Zeit geniessen, hoffe außerdem euch bald einen weiteren Post zu schreiben. In diesem Sinne, genießt das Leben! Live is awesome!!!
Elie ist aus Paris und hat gerade sein erstes Internship in Melbourne hinter sich, er will am 29.01. in Darwin sein um dort ein weiteres Internship anzugehen. Marianne ist PHD Student und schon seit einem Jahr in Melbourne, sie muss Anfang 2012 wieder in Melbourne und in der Arbeit sein. Meinen beiden Mitreisenden hatte ich von Anfang an erst mal einen Platz bis Adelaide versprochen, man was ja nicht genau wie man klar kommt und ich will den kompletten Trip ja nicht mit Leuten verbringen mit denen man im Grunde nicht seine Zeit verbringen will. Wir kommen soweit erst mal alle ganz gut klar, Elie weiß aber im Grunde alles und Marie ist entweder zu schüchtern oder hat einfach nicht viel zu sagen. Dennoch alle geniessen es draussen in der Natur zu sein und unser erstes Camp. Am zweiten Tag unserer Reise erreichen wir am frühen Mittag Robe, wir machen Mittag an der Strandpromenade und uns anschließend an den Startpunkt, des in meinem Buch beschriebenen, 4WD Tracks. In meinem Buch steht, dass der erste Strandabschnitt aus sehr weichem Sand besteht und man dort mit Sicherheit stecken bleibt, bevor es an den Strand geht passieren wir zwei weitere Warnhinweise. Nach dem ersten lassen
wir ordentlich Luft aus den Reifen und ich setzte mir zur Sicherheit schon mal mein Bogan (Idioten) Cap auf (das rote Carlton Draft Cap, auf den Fotos gelegentlich zu sehen), 20 PSI statt 40 lassen wir in den Reifen. Den zweiten Warnhinweise lese ich vor lauter Aufregung gar nicht richtig, ich gebe Gas und wir schaffen immerhin ein paar Meter bevor wir in dem weichen Sand, gleich am Anfang unserer Reise, stecken bleiben. Es ist nichts zu machen, die ersten Versuche frei zu kommen graben Troopy nur noch tiefer in den Sand. Immerhin habe ich einen einzelnen kleinen Klappspaten dabei, alle schaufeln und wir versuchen Troopy frei zu bekommen. Nur die Reifen frei zu graben hilft schon nicht mehr, weil Troopy bereits mit dem kompletten Unterboden auf dem Sand aufsitzt. Im Grunde glaubt keiner wirklich daran, dass wir Troopy aus eigener Kraft wieder frei bekommen. So schnell geben wir aber doch nicht auf, wir wissen, dass wir nur noch einen einzigen Versuch haben bevor Troopy viel zu tief im Sand sitzt um ihn auszugraben, noch dazu ist das Meer nicht weit und ich mache mir etwas Sorgen. In diesem Strandabschnitt sind keine weiteren Autos unterwegs und Kosten für ein Rettungskommando will ich getrost vermeiden. Wir finden einige Holzplanken und ein paar Bretter, graben und schaufeln die Achsen, Divs und Räder frei. Ein neuerlicher Versuch, bringt uns immerhin zwei Meter weiter, ich stoppe sofort als es nicht weiter geht, wir platzieren die Planken neu und so geht es wieder zwei Meter weiter, nachdem wir das Prozedere einige male wiederholt haben, geht es endlich den Strand entlang, die Ausfahrt vom Strand ist windverblasen, es geht um eine Kurve, Bergauf und ich bin sehr froh, das Troopy hier nicht nochmals stecken bleibt. Der restliche Track und auch die weitere Strandfahrt verläuft ohne Probleme, mir macht es einen riesen Spaß durch die Dünen und diese unwahrscheinlich schöne Landschaft zu heizen. Die Aufregung und Angst nochmals stecken zu bleiben begleitet uns an diesem Tag den ganzen Weg. Immerhin rücke ich meine Erscheinung somit gleich am Anfang unseres gemeinsamen Trips ins richtige Licht, bin mir nicht sicher was Marieanne und Elie über mich denken, aber was solls, ist doch wieder mal alles gut gegangen. Wir schlafen an einem kleinen Salz See nicht weit vom Strand, haben hier allerdings mit hunderten von kleinen Moskitos zu kämpfen. Zum Glück habe ich immer noch mein Moskitonetz aus Asien mit mir, dass ich in Troopy prima aufhängen kann.Den nächsten Tag versuchen wir nicht so viel Zeit im Auto zu verbringen, wir gehen Schwimmen und checken ein paar Strände auf dem Weg Richtung Norden, finden ein tolles Campground bei Narrung und sind somit schon fast in Adelaide. Bis hierhin haben wir alle noch nicht so viel Zeit zusammen verbracht wie ich mir vorgestellt hatte, keiner von uns hat aber richtig Lust Adelaide zu sehen und so entscheiden wir den ganzen Trip zusammen bis nach Perth durchzuziehen. Beim umfahren von Adelaide machen wir einen kleinen Umweg und fahren ein ganzes Stück am Murray River, der mit seinen 2375km der längste Fluss Australiens ist, entlang. Die Australier schippern hier mit Ihren Hausbooten herum, fahren Wasserski und geniessen den Thrill Ihres Jetski's. Es ist der 24. Dezember, Weihnachten. Am späten Nachmittag suchen wir einen Platz zum bleiben und schlagen unser Camp in Terowie, einer Kleinstadt im South Australischen Outback auf.
Es sieht nach Sturm aus, unsere Camping Area ist mitten im Ort am alten Eisenbahn Bahnhof gelegen, nicht weit entfernt ist ein Kinderspielplatz mit überdachtem BBQ, hier braten wir unser Weihnachtssteak und verbringen unseren Weihnachtsabend. Tags drauf fahren wir rauf zu den Flinders Ranges, Elie will dort wandern und auch Marianne ist nicht abgeneigt, auf meiner Liste war dieser National Park zwar nicht, aber warum auch nicht. Wir verbringen zwei Nächte in den Flinders Ranges und haben sogar mit dem Wetter Glück. Als wir bei 40 Grad im Schatten dort ankommen denkt von uns im ersten Augenblick keiner an eine große Wanderung, an unserem Wandertag hat es dann aber nur 30 Grad und somit optimales Wanderwetter. Da ich mit Schnupfen etwas angeschlagen bin, entscheide ich mich nur für einen „kleinen“ Hike und verbringe mehr als zwei Stunden auf einem Gipfel in den Flinders, der Ausblick ist der Wahnsinn und die ganze Gegend ist echt schön.Nach unserem Wandertag machen wir nochmal schnell 100km um kurz vor Port Augusta in einem abgelegenen Campground im Outback die Nacht zu verbringen. Wir wollen runter nach Port Lincoln am südlichen Ende der Eyre Peninsula gelegen. Am Weg schlägt Elie vor Mittag an einem nahegelegenen Strand zu machen, lediglich 20km Schotterpiste bis an den Murninnie Beach. Mir kommt der Vorschlag gerade recht, eben auch weil der Strand direkt am Munyaroo Conservation Reserve gelegen ist. Der Beach selbst ist nicht der Hit, dennoch ein toller Platz, es stehen ein paar Häuser am Strand und im weissen Sand, wir machen Mittag. Als ein paar Australier hier auftauchen erkundige ich mich nach einem Weg, ob und wie wir weiter Richtung Süden an der Küste entlang kommen können. Es soll wohl möglich sein von hier aus ca. 70km bis nach Cowell zu fahren. So ergibt es sich dass wir in das Munyaroo Conservation Reserve fahren, im GPS habe ich viele Tracks und auch viele kleine Strassen, so 100% genau ist die Karte aber eben auch nicht, daher entscheiden wir bei Abzweigen teils nach Gefühl oder eben nach grober Richtung. Bei einem Abzweig, bleiben wir stehen, entscheiden uns für einen anderen Weg und ich schalte in den Rückwärtsgang. Troopy ist gut gefüllt und auch weil wir die Vorhänge an den Rückfenstern wegen Staub zugezogen haben ist meine Sicht nach hinten nicht die beste. Plötzlich tut es einen riesen Schlag und ein großer Ast von einem Baum bahnt sich den weg durch eines der Rückfenster in Troopys innere. Mei, scheiße passiert, was soll man machen, ich hole das Duct Tape aus meiner Adventure Kiste und klebe die
Scheibe soweit möglich irgendwie fest. Wir fahren weiter durch den Conservation Park, verpassen wohl aber einen Abzweig und kommen irgendwie nicht aus dem Park. Der Park selbst ist nicht eingezäunt, da der Park aber lediglich von privatem Land umgeben ist, das wiederum eingezäunt ist, gibt es kein entkommen, wir fahren einmal im Quadrat um den kompletten Conservation Park. Auch nicht schlecht, die Vegetation ändert sich ständig, wir sehen Emu's und haben atemberaubende Ausblicke. So ergibt es sich also, dass wir am Ende unserer Parkrunde wieder zurück auf die Hauptstrasse fahren.Bis nach Port Lincoln schaffen wir es an diesem Tag nicht mehr und so schlafen wir an einem Rastplatz in der Nähe von Arno Bay. In Port Lincoln gehen wir shoppen und fahren in den Port Lincoln National Park, wir verbringen den Tag an einem einsamen Bilderbuch-Strand, fahren Abends aber nochmals nach Port Lincoln nur um unsere Wasser Vorräte aufzufüllen. Die Nacht verbringen wir dann in einer anderen Bucht im NP, die wieder mal nur mit einem 4WD zu erreichen ist. Der Camping Spot ist ziemlich voll, ein Haufen Australier, die hier eben auch Ihre Ferien verbringen, mit Natur, four wheel driving, fischen und was sonst noch. Am nächsten Tag fahren wir nach Coffin Bay, nur 40km auf die westliche Seite der Peninsula, verbringen hier den Nachmittag an einem lokalen Strand und warten bis kurz vor vier um, um diese Zeit, 3 Duzend Austern frisch zu kaufen. Coffin Bay ist wohl bekannt für seine Austern und ich selbst hab ja noch nie eine probiert. Mit den Austern im Gepäck geht es, diesmal auch mit genügend Wasser in den Coffin Bay National Park. Der Großteil dieses Parks ist nur mit einem 4WD zu erreichen, wir lassen wieder mal Luft aus den Reifen und machen uns an den sandigen access Track. Die Australier sind schon echt witzig, auf einem geradeaus Stück kommen uns einige Autos entgegen, wir fahren links die Böschung rauf und warten. Als das erste Auto gerade am passieren ist, wirft der Fahrer, ein älterer Herr nochmals einen Blick in den Rückspiegel, nur um festzustellen, dass sein Sohn in seinem 4WD mit dem Boot Anhänger grad im Sand stecken bleibt. Aufregung kommt bei diesen Kollegen aber keine auf, Papa legt den Rückwärtsgang ein, holt das Abschleppseil und so zieht das Gespann aus zwei dicken 4WD samt Boot Anhänger entspannt an uns vorbei. Wir fahren bestimmt eine gute Stunde, durch Dünen und entlang am Strand, an ein paar riesigen Sand Dünen
bleiben wir stehen und geniessen einfach nur den Platz. Es ist für mich bisher einer der besten Plätze hier in Australien. Die Abgelegenheit, wahnsinnige Natur und das klare Wasser, einfach ein Traum. Wir entscheiden einfach hier in den Dünen die Nacht zu verbringen. Es gibt zwar ausgeschriebene Camping Spots im Park, aber auch all die Australier machen sich darüber keinen Kopf und schlagen wo auch immer am Strand entlang Ihre Camps auf. Wir laufen durch die Dünen, gehen schwimmen und geniessen am Abend frische Austern mit Zitrone und ein Glas Wein. Am folgenden Tag verbringen wir den Vormittag auf den 4WD Tracks des Parks und sehen uns ein paar weitere malerische Buchten an.Unsere Reise Tage sind lang, wir gehen früh zu Bett und stehen normal schon um kurz nach sieben auf. In South Australia gibt es keine Sommerzeit und außerdem sind wir schon eine Zeitzone weiter in der Zeit zurück, die Sonne geht schon gegen acht Uhr unter und so leben wir mit der Sonne und in unserer eigenen Zeit. Es ist verdammt heiß an diesem Tag, so um die 45 Grad. Als wir uns am frühen Nachmittag aus dem Coffin Bay National Park verabschieden, wollen wir noch ein gutes Stück die Küste rauf. In Streaky Bay wollen wir unseren Silvester Abend verbringen. Elie und ich witzeln und träumen von einer grossen Rave Party die wir einfach irgendwo im Nirgendwo am Weg finden. Kurz vor Streaky Bay ist unser Gas Tank leer, ich schalte um auf Petrol und Troopy schmeckt das gar nicht recht, er quält sich ziemlich und bleibt nach einigen hundert Metern einfach stehen. Was nun? Eine Road Assistance ala ADAC hab ich nicht und Kohle für ein Abschleppwagen will ich auf jeden Fall vermeiden. In brütender Hitze schlage ich mein Mechaniker Handbuch auf und versuche etwas zu finden, wir probieren ein paar Dinge und stellen immerhin fest dass der Vergaser mit Benzin voll läuft. Marieanne ist über die Tatsache, dass ich keine Road Assistance habe nicht sehr froh und auch Elie kuckt etwas fragend drein.
Nach nur ein paar Minuten halten zwei dicke 4WD, ein paar Australier mit Familie, die nur wegen dem Feuerwerk in Streaky Bay auch dorthin unterwegs sind. Sie nehmen mich die 8km nach Streaky Bay mit und wir checken gemeinsam eine Werkstatt, die am 31.12. tatsächlich geöffnet hat. Der Mechaniker ist allerdings sehr beschäftigt. Er leiht uns ein Abschleppseil und wir fahren, nachdem die Kollegen Ihre Familien im Campground abgesetzt haben, zurück zu Troopy. Wir schleppen Troopy die verbleibenden 8km nach Streaky Bay, checken dort noch einen anderen Mechaniker der aber vor Dienstag auch keine Zeit für uns hat, es ist ja gerade erst mal Samstag. An einer Tankstelle füllen wir die Gastanks und schleppen Troopy an einen kleinen Hang, ich schalte auf Gas um und lasse Troopy den Abhang runter rollen, zweiter Gang, lasse die Kupplung kommen und siehe da, Troopy läuft. Dennoch irgendwie ist das Standgas ziemlich niedrig und ich habe Angst das Troopy jeden Moment wieder stehen bleibt, wir checken ins Camp Ground in Streaky Bay und verbringen hier Sylvester. Für den 1.1. hatte ich sowieso einen nicht Auto Tag vorgeschlagen und da der Mechaniker sowieso keine Zeit für uns hat, bleibt uns nichts weiter übrig als hier unsere Zeit zu verbringen. Vor uns liegt die Nullabor Plain, 800km Nichts, es ist unwahrscheinlich, dass wir auf dieser Stecke eine Gastankstelle finden werden und so ist es eine ziemliche Notwendigkeit nochmals einen Mechaniker zu sehen. Den Mechaniker in Streaky Bay treffen wir am Sylvester Abend im Pub, total voll und nicht sehr gesprächig der Kollege. Am Monat rufe ich daher alle umliegenden Mechaniker an, bekomme aber lediglich einen, in Penong ans Telefon. Der Kollege klingt ziemlich nett und meint wir sollen uns mal nicht zu viele Sorgen machen, bei 45Grad fängt das Benzin schon mal zu kochen an und so kommt nur Schaum in den Vergaser was dann am Ende zu unserem Problem führen kann.Penang ist gut 100km weiter, am 02.01. verlassen wir also Streaky Bay und fahren bis Penang. Wir suchen den Mechaniker, der aber eigentlich eben auch erst am Dienstag einen Blick auf Troopy werfen will. Vor dem Mechaniker ist ein kleiner Hügel, zur Not können wir also einfach wieder rollen lassen, wir schalten auf Benzin und siehe da, alles kein Problem, Troopy läuft. Versucht heute noch in die Nullabor einzufahren entscheide ich dann aber doch anders und wir verbringen den Nachmittag und die Nacht in Cactus Bay. Ein malerischer Surfspot im Nirgendwo. Wie sich herausstellt ist die Werkstatt in Penong richtig cool, hier arbeiten ein paar Surfer die das Leben in der Wildniss, im nirgendwo und an der nah
egelegenen Cactus Bay geniessen. Wir schildern unser Problem, der Mechaniker stellt kurz unseren Vergaser ein, ich gebe Ihm $20 und los geht’s auf durch die Nullabor Plains. Die Nullabor Plains selbst sind nicht so öde wie gedacht, es ist alles viel grüner als ich mir vorgestellt hatte. Nullabor, heißt soviel wie „kein Baum“ und das stimmt auch, lediglich kleine Büsche soweit das Auge reicht, dass Wetter an diesem Tag ist kühl und es ist bewölkt was uns aber im Grunde ja auch nur recht ist, speziell für diesen Teil unserer Reise. Wir fahren bis kurz vor Balladonia und schlafen hier an einem Rastplatz. Schon vor unserer Reise hatte ich einen Blick auf die Balladonia Road und Paramango Road geworfen, dabei handelt es sich um 128km Schotter bis nach Esperance. Es ist eine Art Abkürzung, in Balladonia erkundigen wir uns nach den Strassenverhältnissen, die Info dass die Strasse offen ist, ist allerdings nicht sehr gehaltvoll. Marianne würde im Grunde lieber auf dem Highway nach Norseman bleiben, Elie will so schnell wie möglich nach Esperance und die Möglichkeit ein wenig Zeit zu sparen gefällt Ihm, ich selbst will einfach nur diese Strasse durch das Outback fahren. Es geht also runter vom Highway auf die Balladonia Road, schon nach ein paar Kilometern und einigen grossen Pfützen die wir bis dahin immer gut umfahren konnten, kommen wir an ein riesen Wasserloch. Es hat geregnet die letzten Tage und auch die Umfahrung des Wasserlochs ist keineswegs ohne Risiko. Nach ein paar matschigen Mettern sehe ich diesen kleinen Graben, nicht breit, vielleicht ein wenig mehr als einen Meter, trotzdem es ist super matschig und hier will ich auf keinen Fall stecken bleiben. Wie haben ja kein zweites Auto dabei um Troopy im Falle eines Falles irgendwie raus zu ziehen. Langsam und mit Vorsicht sollte man durch solches Gelände fahren, da ich hier aber auf keinen Fall stecken bleiben will geht das so eben nicht, ich gebe ein wenig Gas, Troopy muss mal wieder leiden und springt durch den Graben. An dieser Stelle überlege ich schon umzudrehen, wir bleiben aber auf der Balladonia Road, haben Glück und haben nach dieser Stelle tatsächlich das schlimmste hinter uns. Die Paramango Road ist ein Kinderspiel und halb so wild. Wir finden eine Ruine auf dem Weg und machen eine kurze Rast. Es sieht aus als würde hier jemand wohnen, es ist wirklich ein interessanter Platz, naheliegendste Erklärung ist wohl, dass ein paar Leute die hierher kommen um zu jagen sich die Hütte, die offen ist, einfach mit dem notwendigsten ausgestattet haben. Beim filmen eines kleinen Video Clips trete ich fast auf eine Schlange, komme aber mit einem Schock davon. Eine Vielzahl der giftigsten Schlangen auf unserer Welt lebt ja hier in Australien. In Condingup gönnen wir uns einen fettigen Bushburger und fahren weiter nach Esperance.Das Wetter hier ist nicht der Hit, es ist kühl und regnet immer wieder.
So kommt es, dass wir die besten Strände Australiens, allerdings nicht wissend, links liegen lassen und weiter bis an den Fitzgerald National Park fahren an dem wir in einem nahegelegenen Campground die Nacht verbringen. Da es regnet sind wir um die kleine Hütte die nahe des Campgrounds steht froh, auch diese Hütte ist eingerichtet und nicht verschlossen, wir sind froh um das kleine Vordach und geniessen hier unseren Abend. Wie wir am nächsten Tag feststellen ist der National Park wegen dem vielen Regen geschlossen, wir fahren weiter nach Albany und hoffen auf baldige Wetterbesserung. In Albany ist das Wetter schon nicht schlecht, im Baumarkt kaufe ich ein Stück festeres Plastik als Ersatz für unser Rückfenster. Das komplette Fenster haben wir auf der Nullabor an einem Rastplatz verloren und sind seit dem lediglich mit angetapeter Plastikfolie unterwegs. Auf dem Tourist Information Parkplatz kümmere ich mich um das Fenster, Elie checkt in die Stadt und Marianne checkt das Internet und Ihren Rückflug nach Perth. Sie will spätestens am 10. Januar wieder in Melbourne sein, da es in dieser Gegend allerdings einiges zu sehen gibt ist klar dass wir es bis zum 10. nicht nach Perth schaffen werden. Marianne bucht daher einen Bus von Manjimup nach Bunbury und von dort einen Zug nach Perth. Wir haben also noch zwei weitere Tage um hier die Gegend zu checken. Nahe Albany checken wir den Torndirrup National Park und finden eine tolle Bay um die Nacht zu verbringen. Wir geniessen einen entspannten Tag in der Gegend um Denmark, checken das Wilson Inlet, das eigentlich gut zum Kitesurfen sein soll, da das Wetter an der Küste gar nicht so schlecht ist und die Gegend ziemlich schön, verbringen wir den Rest des Tages in der Blue Pool Bay, eine Bay, gesäumt von Felsen in der wir ein schönes windstilles Plätzchen zum chillen finden. Abends
fahren wir zu den Toren des Tree Top Walks im Frankland National Park, sehen uns am nächsten morgen die Baumriesen an und suchen einen alternativen weg zur Mt. Frankland Picnic Area. Wie so oft bei diesen Aktionen, endet unsere Fahrt auf kleinen Wegen vor einer Schranke am Conservation Park. Am Ende erreichen wir aber unser gewolltes Ziel und sehen uns Mt. Frankland an. Nachdem uns das nächstliegende Campground nicht zusagt verbringen wir die Nach einfach in der Picnic Area auf Mt. Frankland. Das Wetter will immer noch nicht richtig mitspielen, daher gibt es mehr oder weniger einen weiteren Auto Tag, wir sehen uns einen weiteren Nationalpark mit Baumriesen an und fahren raus zu Windy Habour. Auf dem Weg zu unserem letzten gemeinsamen Campground stoppen wir am Diamond Tree. Hier hat es auf 52m in der Baumkrone einen Feuerwachposten. Der Aufstieg ist eigentlich krass, große Nägel jeden halben Meter bilden eine riesen Leiter. So richtig toll abgesichert ist das alles nicht, aber was soll schon passieren, einfach einen nach dem anderen und nicht nach unten sehen. Den letzten gemeinsamen Abend unserer Crew verbringen wir in einem Campground nahe Manjimup. Am morgen bringen wir Marianne nach Manjimup, geniessen in dem kleinen Ort einen letzten gemeinsamen Kaffee, gehen shoppen, füllen wieder mal unsere Wasservorräte auf und machen uns auf nach Augusta ein wenig südlich von Margaret River. Als wir dort am späten Nachmittag ankommen, sehe ich endlich die ersten Kitesurfer seit wir Melbourne verlassen haben. Wir haben Zeit und Elie weiß sich zu beschäftigen, ich packe also meinen Kite vom Dach. Mein Kite fliegt, ist aber ansonsten nicht der neueste, beim Aufpumpen muss ich leider feststellen, das eines der Ventile nicht mehr dicht hält, heute also nix mit Kiten. Ein anderer Kite Surfer hilft mir das Leck zu finden, zur Reparatur hat er aber leider auch nichts dabei. Scheiß drauf denke ich, der Kite hat mich $400 gekostet und das war schon zu viel, ich will da keine Kohle mehr rein stecken und hole meine Tube SeamGrip raus, klebe das Ventil und hoffe auf den nächsten Tag. Wir checken in das Campground im Leeuwin National Park und gönnen uns dort noch eine kleine Slackline Session.Wie sich herausstellt ist Margeret River ein winziger Ort, das ganze Gebiet ist in erster Linie wegen den vielen Weinanbaugebieten und auch wegen der klasse Wellenreitspots bekannt. Wir sparen uns die überteuerten Weine und sehen uns statt dessen ein paar tolle Strände und Buchten an. Perth ist nicht mehr weit, nur noch schlappe 200km, wir fahren weiter Richtung Norden und checken nahe Bunbury einen vermeintlichen weiteren Kitespot an einem Binnensee. Das nahegelegene Campground ist nett, die Vielzahl an Moskitos aber schier unglaublich. Da wir Tags drauf feststellen, dass wir schon fast in Perth sind und es auf dem Rest-Weg nicht mehr viel zu sehen gibt, kümmere ich mich kurzerhand um ein neues Fenster für meine Tür. Der Schrottplatz in Bunbury hat eine Scheibe rum liegen und einen Mechaniker der uns das Ding einpasst ist ebenfalls schnell gefunden, $140 für den ganzen Spaß lassen sich verkraften. Da mir an einer weiteren Nacht irgendwo vor Perth nicht viel gelegen ist, fahren wir an diesem Tag noch bis Perth. Wir treffen Xavier in Scarborough Beach in einem Car Park. Seit dem wohne ich hier in Scarborough Beach im C
arpark gleich am Strand, es gibt Toiletten und öffentliche Duschen die 24Stunden geöffnet sind, der Strand ist direkt vor der Tür, ein Supermarkt ist ebenfalls in der Nähe und auch eine kleine Strandbar von der ich euch diesen Blogpost schreibe ist nicht weit. Die letzten Tage war ich ordentlich beim Kiten und genieße hier nun das Leben in meinem Troopy. Morgens stehe ich auf, mache mir Kaffee mit meiner kleinen italienischen Espresso Maschine, esse ein Müsli mit instant Milch zum Frühstück, gehe ins Kaffee, schreibe ein wenig um anschließend meinen Kite startklar zu machen. Vorerst werde ich in dieser Ecke um Perth bleiben und ein wenig Zeit geniessen, hoffe außerdem euch bald einen weiteren Post zu schreiben. In diesem Sinne, genießt das Leben! Live is awesome!!!
krass
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