Dienstag, 23. März 2010

Fiordland - Southland - Dunedin - great how things can work out!

Doch schon wieder einige Zeit vergangen seit dem letzten Post. Zur Abwechslung habe ich seit dem letzten Post einiges an Stecke gemacht. Nach Glenorchy, gings wie gesagt kurz nach Queenstown und um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und eben auch um den letzten Post zu veröffentlichen. Am selben Tag bin ich noch bis nach Mossburn, Richtung Süden gefahren und hab etwas außerhalb der Ortschaft an einem kleinen Rastplatz gepennt. Am nächsten Tag war mir nach crusen und so habe ich einen kleinen See, den ich eigentlich auschecken wollte, links liegen lassen und bin direkt nach Te Anau gefahren. In der Library vor Ort gibt’s endlich wieder free Wifi, was die Library zu einem angesagten Backpacker Treffpunkt macht. So treffe ich ein französisches Pärchen, dem ich in Christchurch versucht hatte mein Auto zu verkaufen, Kathrin und Julian wieder. Den Nachmittag verbringe ich mit Julian und Kathrin in der Sonne bei einem gemütlichen Bier und Abends geht’s an einen, außerhalb des Ortes gelegenen, Bootslandeplatz wo wir gemütlich weiter feiern. Wahnsinns Sternenhimmel! Nachdem ich am nächsten Tag, mehr oder weniger in der Gegend rum hänge, verbringe ich noch eine weitere Nacht am Fluss. Das Wetter ist nicht der Hit und auch der Forecast sieht bescheiden aus. Hmmmm, für schlecht Wetter habe ich mir eigentlich ein paar alte Kartons zum Schablonen basteln besorgt, ich mein Schablonen zum besprühen meiner Karre, aber irgendwie ist mir nicht nach Schablonen basteln. Im Warehouse kauf ich ein paar Angelhaken, immerhin auch ein netter Zeitvertreib denke ich. Wie mir die Verkäufer im Warehouse erzählen, muss man aber eigentlich gerade bei schlecht Wetter raus zum Milford Sound, naja, eigentlich auch bei schönem Wetter und eigentlich nochmal im Winter. Ok, denke ich, so richtig nach Angeln war mir eh nicht und so geht’s Richtung Milford Sound. Hatte bereits überlegt einen Track in der Ecke zu machen und hab daher Essen ohne Ende mit. Genau genommen, war ich wie immer völlig planlos, hauptsach ich hab genug zu Essen am Start, dann kann ich kurzerhand sehn was geht. So war gar nicht wirklich geplant, an diesem Tag, bis Milford Sound zu fahren, als dann aber kurz vor dem Abzweig nach Hollyford das nette Aussi Mädel, dass ich bereits vor Franz Josef getroffen hatte, den Daumen raus steckt und fragt ob ich nach Milford Sound fahre, denke ich eben mal wieder: „Why the hell not?“ Milford Sound ist schon ein Hit, die Kulisse ist echt der Hammer. Aufgrund von purem Geiz, spare ich mir aber den klassischen Touri Course und halte das Kajaking im Hinterkopf, wobei auch dieses letzten Endes dem Geiz zum Opfer fällt. Am selben Abend noch, fahre ich Richtung Hollyford und stoppe bei Gunns Campground. Am nächsten Tag könnte ich in den Hollyford Track starten, das Wetter ist besser als erwartet und überhaupt kann man dem Wetterbericht hier nie glauben. Der Track an sich ist nicht besonders schwer, vom Carpark zur Martins Bay sind es vier Tage, one way, also anschließend vier Tage zurück und eigentlich wollte ich die Big Pyke Route laufen, das wären um die zehn Tage. Zum essen habe ich genug dabei und es ist früh genug um noch zu packen, lediglich die Sandflys treiben einen an schnell zu machen. Zack, Zack, ist mein Rucksack voll mit Essen, eigentlich, fast ausschließlich Essen. Da mir auf dem Rees – Dart Treck, einige Luxus Schmankerl gefehlt haben, packe ich den Rucksack ordentlich voll. Mei, zu viel gibt’s nicht, alles was zu viel ist bringt gutes Training, denke ich. So geht’s Tags drauf, frohen Mutes, mit prall gefülltem Rucksack (65+15l) zur Alabaster Hut am Lake Alabaster. Der Track ist wirklich easy, vorallem die erste Tagesetappe ist besonders leicht. Der Touri mir ordentlich Asche in der Tasche, macht den Track wie folgt: Tag 1, bisschen laufen, fast bis zum Lake Alabaster; Tag 2, halbe Stunde bis zum Speedboot und mim Speedboot bis zur Martins Bay; Tag 3, Pick Up am Air Strip Martins Bay und zurück nach Milford Sound, untergebracht werden Damen und Herren in einer Fancy Lodge. Wie gesagt ist der erste Tag easygoing und ich merke gar nicht recht, wie schwer mein Rucksack ist. Auf dem Weg treffe ich einen Hunter der ein komplettes Reh über den Schultern liegen hat und ich treffe Jason, einen Opossum Hunter, der mit ein paar anderen Typen, draussen in der Martins Bay lebt und die letzten zwei Jahre um die 3000 Opossums zur Strecke gebracht hat. Die Jungs verdienen sich ein bisschen Kohle mit Opossum Fellen, sind aber eigentlich Surfer und leben dort am Strand. Opossums in NZ gelten als Plage, die Tiere haben keine natürlichen Feinde und vermehren sich wie die Sau, ca. 20Mio Junge pro Jahr, ca. 70Mio Opossums in ganz NZ. Nun gut, ich schaffe es an diesem Tag wie geplant bis zur Alabaster Hut, eine riesen Hütte, in der ich zur Abwechslung mal ganz allein nächtigen darf. Am Abend fällt mir schon auf wie fertig ich eigentlich bin. Für den nächsten Tag setze ich mir die Deamon Trail Hut zum Ziel, neun Stunden und eigentlich eine Etappe die sich in zwei Tage teilt. Wie auch immer, als ich am nächsten Tag meinen Rucksack schultere und zu laufen anfange, merke ich erst wie sehr mich das viele Gepäck fertig macht. Neun Tage kam mir von Anfang an lang vor und da ich keinen Bock habe, mit Schmerzen, acht weitere Tage durch die Gegend zu laufen, mache ich nach gut einer Stunde kehrt, laufe zurück zum Carpark und checke wieder in Gunns Campground ein.
Wollte ich das Kajaking morgen machen, müsste ich mich noch an diesem Abend um die Buchung kümmern, rechnet man das ganze in Euros um, zahlt man für einen halben Tag Tour ca. 80 Euro, mir ist aber irgendwie nicht danach und so verabschiede ich mich von Milford und fahre am nächsten Tag mit ein paar kleinen Aussichtsstops wieder nach Te Anau. Te Anau ist wirklich ein reiner Touri Ort und so richtig abhängen will ich hier nicht mehr. Also warum nicht einfach ein bisschen weiter Richtung Süden fahren? Als ich aus Te Anau raus fahre, sammle ich mal wieder einen Hitchhiker auf. Thomas, kommt aus Holland, ist 22 Jahre alt und Hitchhiked für zwei Monate durch NZ, er ist planlos was sein Tagesziel angeht und als ich Ihm erzähle, dass ich zu einem etwas abgelegenen Campground am Lake Monowai oder am Lake Hauroko will, passt Ihm das sehr gut. Wir crousen also Richtung Süden und ich bin ganz froh, dass ich nicht noch einen weiteren Tag diesen schweren Rucksack schleppen muss. Am Lake Hauroko, mit 460m der tiefste See in NZ, ist es super schön und es sind fast keine Leute unterwegs. Es ist sehr windig und um eine gute Aussicht zu haben, parke ich direkt auf dem geteerten Platz an dem die Leute eigentlich Ihre Boote ins Wasser lassen. Wir verbringen den Restnachmittag mit super Aussicht und einem kühlen Bier. Abends gibt’s bei krassem Wind ein Lagerfeuer und ich versuche in erster Linie Thomas, den Feuerteufel, im Zaum zu halten. Mir kam ein Feuer bei diesem Wind ziemlich risky vor. Der Nächste Tag bringt anfangs gutes Wetter mit sich und so checken wir einen kleinen Walk am See, bevor es weiter geht. Thomas ist nach wie vor planlos, wie auch ich und so fahren wir am Nachmittag bis nach Invercargill. Das Wetter ist inzwischen mies und wir pennen ein bisschen außerhalb der Stadt, nahe Wallacetown.
Da sich das Wetter auch Tags drauf, nicht wirklich gebessert hat, checken wir wieder nach Invercargill. Wieder erwartend gibt’s in der Library kein free Internet, was die Suche nach einem ungesicherten Hotspot nötig macht. Thomas hat bei diesem Wetter auch nichts besseres vor und so sitzen wir nach kurzer Zeit, bei Regen, im Auto und checken das Internet. Ein paar Häuser weiter, wird so wie es scheint, ein altes Haus ausgeräumt. Es sieht ziemlich messi aus und ein Haufen junger Leute ist dort unterwegs. Als ich noch im Internet hänge, kommt Thomas mit den Studenten dort ins Gespräch und wir werden auf einen „Kaffee“ eingeladen. Es handelt sich größten Teils um Musik Studenten, die in ein anderes Haus umziehen müssen. So richtig Studentenwohnheime habe ich hier noch nicht gesehen, so weit ich das sagen kann, gibt’s meist kleinere Stadtviertel in denen die meisten Studenten wohnen. Wenn dann in einem Haus, vorübergehend, 12 Studenten leben, kann man sich vorstellen wie das abgeht. Naja, Nachmittags checken wir das Art Center von Invercargill um Abends wieder in der Studentenbude einzulaufen. Hier startet am Abend eine coole Jam Session und wir verbringen hier anschließend auch die Nacht. Genug von Invercargill, geht’s Richtung Catlins weiter. Die nächsten zwei Tage crousen wir durch die Catlins, von Bay zu Bay, checken den Slope Point, den südlichsten Zipfel der Südinsel und nächtigen an einsamen Stränden. Es geht nach Dunedin und nachdem Thomas im Stress ist, noch etwas von der Nordinsel zu sehen und ich mich sowieso von Ihm verabschiedet hätte, werfe ich Thomas am Highway One Richtung Christchurch raus. Es ist Mittag und das Wetter ist der Hit, ich freue mich auf Dunedin und mach mich auf den Weg, die Otago Peninsula zu erkunden.

Dunedin – crazy how things work out

Die Peninsula von Otago habe ich mir ziemlich voll und busy vorgestellt. Dunedin ist immerhin die zweit größte Stadt auf der Südinsel und die Peninsula ist nicht gerade riesig. Dennoch, man fährt fünf Minuten aus der Stadt und kann schon wieder einsame Strände finden. Die Albatrosse sehe ich mir nur aus der Ferne an, 20 Dollar, für ne halbe Stunde durch die Reservation Area zahl ich nicht. Vom Carpark aus sehe ich aber doch einen Albatross, mit seinen über zwei Metern Spannweite durch die Gegend fliegen. Am Rückweg nach Dunedin checke ich noch ein paar Buchten und übernachte kurz vor Dunedin auf einem Aussichtspunkt.
Kurzerhand entscheide ich mich, die nächste Nacht in einem Guesthouse in der Stadt zu verbringen, eine Dusche wäre angesagt und zu waschen habe ich auch genug. Damit verbringe ich in erster Linie den Nachmittag, GH checken und Ordnung in meine Sachen bringen. Es ist Samstag und da ich eben grad in Dunedin bin, möchte ich unbedingt das Nachtleben checken. Die Zeit, seit dem ich aus Christchurch raus bin, war voll mit Touri Orten, locals zu treffen ist nicht so einfach und man trifft meist andere Backpacker und reisende. Die Natur und alles, die Tracks waren ein riesen Hit, dennoch, seit gut zwei Monaten in NZ, fehlt mir nach wie vor etwas. Ein Grund warum ich mich auf Dunedin schon seit einiger Zeit gefreut habe, viele würden sagen, eine Großstadt eben, schon wahr, aber eben auch voller Leben und interessanter Leute und auch nicht wirklich riesig.
Nun gut, nachdem meine Wäsche und alles weitere organisiert ist, frage ich den Typen, der im GH die Nachtaufsicht hat, was so geht, am Samstag Abend in der Stadt. Wir haben einen netten kleinen Chat und so checke ich anschließend die Mu Bar, möglicherweise die kleinste Bar im Universum, aus. Die Bar ist wirklich klein, aber nett, es ist nicht viel los und so komme ich mit Ben dem Barkeeper ins Gespräch. Es ist Cake Party in der Hyde St., einem Studentenviertel – Ausnahmezustand in der Stadt. Bevor ich mit einer Studentin und Mac die Mu Bar verlasse, meint Ben noch, ich soll mich doch morgen einfach wieder sehen lassen. Es ist eine kleine Party angesagt und er muss an diesem Tag nicht arbeiten. Die Nacht macht riesen Spaß und Tags drauf komme ich erst am späten Nachmittag langsam in Schwung. Am frühen Abend geht’s dann aber doch wieder in die Mu Bar. Im Vergleich zum Vortag ist viel los und ich erfahre, dass es sich um eine Afterparty einer Theater Aufführung handelt. Es sind viele der Künstler unterwegs, es wird Philosophiert, getrunken und gejamed. Eigentlich nicht zu beschreiben was abgeht, wenn gut 15 Leute, betrunken, vor einer Bar sitzen, jemand die Ukulele, jemand die Flöte spielt, jemand singt, jemand mit Löffeln, versucht den Takt zu trommeln und sich das am ende in eine unglaubliche Klangkulisse füllt. Ein riesen Spaß auf jeden Fall! An diesem Abend lerne ich ein Haufen Leute kennen, unter anderem Joe, Guy und Anna, die mich für den nächsten Tag zum Sea Shell Fishing einladen. So waren wir gestern, draussen auf der Peninsula, es war ordentlich frisch und das Wasser hat gerade mal 13 Grad. Guy, hat mich mit Neopren und allem weiteren ausgestattet und wir sind in den Kliffs umhergetaucht um Paua Shells zu ernten, das sind ziemlich große Muscheln. Im Anschluss sammelt Guy noch einen dicken Sack Bioshells. Bioshells, das ist im Grunde eine Muschel wie ich sie kenne, das heißt, eben zwei Schalen die eine Muschel ergeben, Paua dagegen haben nur eine Schale und saugen sich mit der anderen Seite komplett an den Steinen fest. So gab es gestern Abend ein Festessen mit netten und interessanten Gesprächen.
Grade sitz ich in einem Kaffee, schreibe diesen Post und genieße einen Kaffee dabei, anschließend geht’s in die Library und später werde ich noch in die Mu Bar checken um mich von Ben zu verabschieden, denke, morgen geht’s weiter Richtung Norden, aber man weiß eben nie was passiert. Für mich war es einfach toll zu sehen, wie sich Dinge entwickeln können, wie unglaublich sich Dinge aneinander reihen, sich aus dem einen das andere ergibt, was eben alles passieren kann, wenn man völlig planlos, aber offen für alles, in ein GH checkt.

2 Kommentare:

  1. Jawoll! So soll es sein, so kann es bleiben! Witzig, wenn man sich die wunderschönen Landschaften auf den Bildern anschaut, aber weiss, dass die eigentlichen Geschichten und tollen Erinnerung hauptsächlich durch die Leute hängen bleiben, die man so rein zufällig trifft und mit denen man eine Wahnsinnszeit verbringt. Zuhause zeigt man dann den Daheimgebliebenen die Landschaftsbilder und hat eigentlich nix wirklich dazu zu erzählen. So gings nämlich mir: ein grandioses Bild nach dem anderen, aber die eigentlichen Geschichten werden nicht wirklich bildlich festgehalten, sondern würden eher einen ganzen Roman füllen.
    Sehr gut kann ich die Geiz-Entscheidungen nachvollziehen und vieles IST auch überteuert. Vor 20 Jahren, als der Kommerz noch nicht im fernen Neuseeland angekommen war, gabs bestimmt auch noch keine 'No Camping' Schilder und Dauerrundflüge am Franz Josef. Allerdings gibt es diverse Dinge, die ich im nachhinein nicht missen möchte, auch wenn sie etwas teurer waren. Ein Ausflug nach Stewart Island zum Beispiel oder Kajaking in Abel Tasman gehören da definitiv dazu.

    Gotsch, ich will hier garnicht groß rumfaseln. Das hier ist Dein Blog und ich geniesse jeden Eintrag. Blöderweise kommen dabei auch meine Erinnerungen wieder hoch und da fällt es immer schwerer sich jeden Tag ins Büro zu quälen, auch wenn der Frühling so langsam in Good (C)old Germany einzieht (Gott sei Dank!).

    Hau rein und genieß die Zeit! Mein Neid sei mit Dir ;-)

    Beste Grüße
    Popf

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  2. Da ist schon was wahres dran, aber ich will eben auch nicht immer touri maessig mit der digicam rum springen, ansonsten waeren fotos von mir, im Neopren mit Kappe, bestimmt ganz witzig gewesen ;)
    Ne, ich mein, manchmal muss man eben auch ein bisschen Asche in die Hand nehmen. Da sich der Sommer aber langsam dem Ende neigt und ich in der Nelson Gegend noch Trampen gehen moechte und auch das Kajaking bei Abel Tasman ansteht, hab ich mir Stewart Island gespart.
    Es geht oft ja auch einfach um die Zeit, die man mit super tollen Ausblicken, allein oder mit netten Leuten verbringt.

    Wir werden sehn was noch kommt ;) Rock ON!

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