Montag, 8. März 2010

Liverpool Hut - Rees and Dart Treck

Nach meinem Hangover-Tag in Wanaka gehts am nächsten Tag in den Ort, um Infos über Jobs und die Ski-Resorts einzuholen. Das Recruitment für das nahe gelegene Ski-Resort startet erst Anfang April und so bleibt noch etwas Zeit. Im Ort selbst ist es nach wie vor ziemlich ruhig und es ist nicht viel los. Als ich, nach meiner Stadtrundtour, die SMS von Julian und Kathrin sehe, sind die beiden bereits auf dem Rob Roy Treck unterwegs. Etwas planlos checke ich ins DOC Office um zu sehen was man in Wanaka sonst noch anstellen kann. Es ist bereits Nachmittag und so kann ich heute nicht mehr viel verreissen. Im Auto checke ich eine Liste von Empfehlungen, die mir mein Freund Popf (fettes Merci an Dich), hat zukommen lassen und stelle fest, dass die Liverpool Hut ganz in der Nähe liegt. Somit geht’s, am frühen Abend, los zum Startplatz, gut 50km nord-östlich von Wanaka, mitten ins Nirgendwo. Nach ca. 20km bleibt von der Strasse nur eine Gravel-Road die einem Waschbrett gleicht. Es geht durch Fords (kleine Bäche) und für die nächsten 30km werde ich ordentlich durchgeschüttelt. Am Carpark treffe ich Julian und Kathrin und wir verbringen den Abend in einer herrlichen Berg-Kulisse. Zum Abendessen gibts baked Beans und etwas Bier, Julian spielt die Gitarre.

Am frühen Morgen mach ich mich auf zur Liverpool Hut. Dabei führt der Weg ein ordentliches Stück durchs Matukituki Valley, bevor es Kiwi Trail mäßig steil, bergauf bis zur Liverpool Hut geht. An sich hatte ich mich auf eine nette, kleine, Biwak Hütte gefreut, seit 2009 steht hier allerdings eine neue 10 Bett Hütte. Die Blicke auf den Mt. Aspiring sind grandios und die umliegenden Gletscher sind beeindruckend. Das Wetter ist der Hit. Wir sind zu fünft auf der Hütte. Der Sonnenuntergang ist phänomenal und gerade als die Sonne untergeht und die Wolken über den Bergen im Osten rot färbt, geht über dem Mt. Aspiring der Mond auf. Der Walk zurück zieht sich und ich bin froh als ich endlich am Auto bin. Es geht wieder nach Wanaka, ich checke einen ungesicherten Hot-Spot in einem Wohngebiet und treffe mich mit Julian und Kathrin. Die beiden sind auf Party aus. Da in der Nähe des Stadtzentrums, nirgends kostenlose Campgrounds sind und ich auch nicht wieder auf dem Campingplatz einchecken will, passt mir das nicht so recht, bzw. bedeutet ganz einfach – heute keinen Alkohol, da ich ja noch fahren muss. Des Weiteren, hat Pow, irgendwo auf der Gravel Road, eine Schraube, die mein hinteres Seitenfenster hält, verloren. Somit ist Absperren fast Sinnlos. Im Grunde bin ich aber froh, dass ich das Fenster nicht komplett verloren habe. Da es in Wanaka keinen Baumarkt oder ähnliches gibt, will ich zügig weiter Richtung Queenstown um mein Fenster hinzuflicken. In Wanaka ist nichts los und in der einzigen Disse hängen nur ein paar total besoffene Kiwis ab. Daher verabschiede ich mich frühzeitig und mach mich nachts Richtung Queenstown auf. Auf der Strasse zwischen Cardrona und Queenstown, findet sich eine kleine Parkbucht die ich zum übernachten nutze.

Das restliche Stück Weg nach Queenstwon beschert mir wieder herrliche Ausblicke. In Frankton, ein Stück vor Queenstown, mache ich halt und checke, mal wieder, ins Internet. Als mein Akku leer ist, gehe ich das Fenster Thema an. Dummerweise fängt es gerade an zu regnen und ich frage mich, warum ich mich nicht erst um das Fenster gekümmert habe. Die Suche nach einer passenden Schraube gestaltet sich schwieriger als gedacht, letzten Endes, sieht mein gebasteltes Provisorium zwar nicht super aus, erfüllt aber seinen Zweck. Im Industrie-Gebiet von Frankton komme ich an einem Recycling-Hof vorbei und gönne mir im Resales-Shop eine neue Matratze (10 NZD) und ein Paar neue Vorhänge (4 NZD). Da es Regnet und es nicht viel zu tun gibt, suche ich mir eine abgelegene Strasse, sitze bei laufendem Motor und guter Mucke, in meinem Van und zieh die neuen Vorhänge auf. Die neue Matratze spart, im Vergleich zur alten, viel Platz und mir gefällt mein neues Schlafzimmer gleich viel besser. Da es in Queenstown mit kostenfreien Übernachtungsmöglichkeiten ziemlich schlecht aussieht, geht’s nach dem einkaufen ein Stück raus aus Queenstown. Am 12 Miles DOC Campground, ist es ganz nett und ich genieße den Rest-Nachmittag mit Blick auf den See. Da es seit längerem keine Dusche mehr gab, muss ein Bad im See noch sein. Das Wasser ist arschkalt und meine Waden fangen nach kurzer Zeit zu krampfen an, was tut man nicht alles für den Duscheffekt.
Auf den DOC Campgrounds gibt’s nen „Self-CheckIn“, man füllt einen Umschlag aus und packt die geforderten sieben Dollar rein. Da ich aber nicht weiß wofür ich die sieben Dollar zahlen soll lasse ich das erst mal sein. Am Abend kommt dann aber doch eine Tussi vom DOC und fordert die Dollars ein. Sieben Dollar für eine Toilette, in der Atmen, Lebensgefahr bedeutet ist nicht nett. Die nächsten Zwei Tage verbringe ich im Internet und mit Besorgungen bevor es nach Glenorchy weiter geht. Bereits bei meinem ersten Besuch in Queenstown habe ich mir in dieser Ecke zwei Tracks ausgeschaut. Der Rees and Dart Track, lockt mit Alpinen Landschaften und so entscheide ich mich schließlich auch für diesen. Wie bei so vielen Tracks bildet dieser Track aber keinen geschlossenen Loop, das ist dann mit dem Auto parken so ne Sache. Auf blöd, check ich in Glenorchy in einen Campground ein und lerne Marta (CZ), Tobias (Berlin) und Sabine (Stuttgart), die den gleichen Track machen wollen, kennen. Jeder hat sein eigenes Auto. Tags drauf, starten wir daher erst mal die große Rum-Fahr-Action und platzieren viele Autos am Ziel der Tour.

Beim Rees and Dart Track handelt es sich um eine fünf Tages Tour. Der Track selbst führt durch zwei Täler und bietet super Ausblicke. Die scheinbar unendliche Weite macht das Wandern zum Genuss, lediglich die mit Israelis überfüllten Hütten schmälern das alltägliche Hüttenerlebniss. Die Hütten in NZ, sind anders wie daheim und so muss man alles was man so braucht, selber mitschleppen. Da es sich um Backcountry Huts handelt, bekommt der, der zuerst ein Bett belegt, den Zuschlag, wer zu spät kommt, muss eben auf dem Boden schlaffen. Unsere kleine Gruppe ist immer flott unterwegs und so gibt’s jeden Tag ein Bett. Am besten schaut Ihr euch einfach meine Bilder an, dann brauche ich hier nicht viel mehr zu schreiben. Was auffällt, die Gespräche drehen sich oft ums Essen, um Nutella, Schokolade, Rührei mit Speck, Bier und Wein. Seit gestern bin ich wieder in Glenorchy. Heute, Blog schreiben, evtl. noch Internet, den Recycling-Resales-Shop in Queenstown checken und dann mal sehn ob's heut oder morgen weiter Richtung Süden geht.

Rock On !!

4 Kommentare:

  1. Hi Du, schon geile Landschaft! Wie siehts da mit Enduros aus? HE he... geht Dir die nicht ab?

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  2. Fahrendes Schlafzimmer mit supertollem Ausblick, hat nicht jeder. Jedes Bild entlockt ein super aaahh und klasse.

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  3. Da kommt der Gotsch mal voll auf eine (Wander)kosten ;) Du machst das schon richtig...

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  4. Eine nette kleine Enduro waere schon ne Sache, hier gibts 4WD Tracks ohne Ende und da waere ne 250XR bestimmt ein Spass.

    Ach ja, vom Tsunami hab ich nichts mitbekommen, es soll aber wohl Warnmeldungen und teils sogar Evakuierungen gegeben haben, die grosse Welle blieb dann aber aus.

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