Dienstag, 13. Juli 2010

What are you going to do with you life?

Zitat aus „Der Alchemist“ von Paulo Coelho:
.............. Der Jüngling wußte nicht, was ein persönlicher Lebensweg war. „Es ist das, was du schon immer gerne machen wolltest. Alle Menschen wissen zu Beginn ihrer Jugendzeit, welches ihre innere Bestimmung ist. In diesem Lebensabschnitt ist alles so einfach, und sie haben keine Angst, alles zu erträumen und sich zu wünschen, was sie in ihrem Leben gerne machen würden. Indessen, während die Zeit vergeht, versucht uns eine mysteriöse Kraft davon zu überzeugen, daß es unmöglich sei, den persönlichen Lebensweg zu verwirklichen.“ ..............

Anyway, es ist an der Zeit, dass ich mal das wichtigste nieder schreibe. Was mir die letzte Zeit so alles durch den Kopf ging bekomme ich hier doch nicht unter und das ist wohl auch der Grund warum Ihr auf diesen Post so lange warten musstet.

Es ist viel passiert und doch, ist gar nicht so viel passiert. Wie gesagt hab ich nach der Woche Boon Street wieder nach Unterkunft Ausschau gehalten und mich am Sonntag, auch weil ich einfach gelangweilt war von der Wohnungssuche, für die Kipling Street entschieden. Das war praktisch nach meiner zweiten Woche bei der Startup Ltd. und ich konnte an diesem Sonntag auch gleich einziehen.

Gar nicht so einfach, weil ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll und worauf ich eigentlich hinaus will. Vielleicht fange ich einfach mal mit den dicken Brocken an. Am Dienstag den 08.06.2010 habe ich meine Kündigung, an meinen lieben Arbeitgeber in der Heimat, in die Post geschmissen, geht sich in erster Linie zeitlich nicht aus (Foto nachgestellt, denn eigentlich war es an einem regnerischen Tag). An dieser Stelle, herzlichst leibe Grüße an die Kollegen – You all ROCK!!

Es geht für mich nicht um einen Job, eine Karriere, einen unbezahlten Urlaub oder nur ums reisen, in erster Linie geht’s hier um mich. Wenn ich das hier jetzt nicht durchziehe, war die Zeit zwar toll aber irgendwie doch auch fürn Arsch!! Der aktuelle Plan sieht vor, hier in Neuseeland ein paar Urlaubswochen im Schnee zu verbringen und bei Startup Ltd. noch bis in den europäischen Winter rein zu arbeiten. Der grobe Plan geht noch etwas weiter, aber man weiß aktuell einfach nicht was sich wie ausgeht und desto länger ich hier bleibe, desto mehr gefällts hier eigentlich.

Christchurch, 300.000 Einwohner die größte Stadt auf der Südinsel. Canterbury Peninsula, ein Kletter und Bike Eldorado nicht einmal 10km vom Stadtkern entfernt. Brighton Beach 10km, Sumner Beach 20km, Berge zum Snowboarden 100km und das abgesehn von allen anderen wahnsinns Plätzen auf der Südinsel. Es besteht Suchtgefahr! Arbeits und auch Resident Visa sind zum greifen nah, man informiert sich tatsächlich und macht sich seine Gedanken.



Dennoch, irgendwie steht fest, dass es weiter gehen muss. Nach gut neun Monaten unterwegs weiß ich zwar immer mehr was ich nicht will, aber auch noch nicht was eigentlich anstehen soll. Ein grober Plan wäre nicht schlecht, dass sagt mir zumindest mein Gewissen, ob er wirklich notwendig ist, wird aber auch in Frage gestellt. Jetzt hatte ich ein Jahr lang diese tolle Sicherheit, ende Juni 2009 hab ich den unbezahlten Urlaub genehmigt bekommen und nun geht’s dahin, ans eingemachte, jetzt geht’s erst richtig los!

Sicher geht mir die Heimat ab, meine Familie, meine Freunde und Dude's! So wie ich das hier erlebe, weiß ich aber auch, dass die mir wichtigen, immer da sind für mich. Daheim is echt schön, das muss man schon auch mal gesagt haben, ich komm echt aus einer super schönen Ecke. Dennoch, wenn ich an die morgendliche S-Bahn fahrt denke, die ich mit Armin und Flo immer genossen habe, aber dann eben auch an all diese mies gelaunten Gesichter denke, dann weiß ich auch was ich nicht vermisse. Es ist ja auch so:

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!

Soooo ist das! Den Teil bis hierhin hatte ich vor einiger Zeit schon geschrieben, find ich eigentlich ganz treffend und brauch auch gar nicht viel mehr zu sagen. Ein paar Wochen nehm ich mir noch um raus zu finden ob ich nicht doch einfach hier bleibe. Am Samstag Snowboarden und am Sonntag klettern im T-Shirt, ist schon ein Hit. So wies ausschaut, hab ich ab dem 02. August drei Wochen Urlaub und wer sich kurzentschlossen in den Flieger setzt, ist zu feinsten Powder Sessions herzlichst willkommen.

In diesem Sinne – Rock da World!

Jaaaa, und doch denk ich an euch und vermiss euch alle!!!

Montag, 14. Juni 2010

31 Jahre Gotschsonsan



das ist zwar schon wieder eine Zeit her, aber ich denke es ist noch nicht zu spät mich bei euch für die vielen lieben Geburtstagsgrüße zu bedanken. Fettes Merci Leute!!!

Bis kurz vor Schluss konnte ich mich nicht für die richtige Geburtstags-Action entscheiden und so hab ich kurzerhand eine kleine Hausparty angezettelt. Kein Vergleich mit der riesen Fete vom letzten Jahr, aber trotzdem ein super toller internationaler Abend der Spitzenklasse mit ordentlich zu trinken und zu lachen.

Ansonsten ziehen die Wochen grade flott ins Land. Viel Arbeit und in der durch die Arbeit begrenzten Freizeit gibt’s Leute zu treffen, Actions zu starten und man kümmert sich um das alltägliche, im Grunde fast wie zuhaus. Nachdem letzten Post bin ich kurzerhand in die Kipling Street gezogen und auch wenn die City weiter ist als ich eigentlich wollte gefällts mir ganz gut. Vorallem ist es warm im Haus, was für ein Kiwi Haus nicht die Regel ist, ich hab ganz nette Flatmates und mein Zimmer ist ordentlich.

Soweit erst mal eine kurze Zusammenfassung, bei diesem Post geht’s in erster Linie um das super tolle Bild das Ihr oben sehen könnt, dickes Bussi an meine liebe Schwester – YOU ROCK!

Nachdem ich im Grunde kaum Lust zum Blog schreiben hab, ende ich hier, ich kann euch aber sagen es bleibt spannend und der nächste Post kommt bestimmt.

YOU ALL ROCK!! Bis dahin lasst es euch gut gehen und genießt die Tage!

Sonntag, 16. Mai 2010

Startup Ltd. Christchurch

Salve miteinander!!! So, der Gotschsonsan hat schon eine Ewigkeit nix hören lassen und so nehme ich mir am Samstag Abend Zeit und fange zumindest einen neuen Blogpost an. Natürlich bin ich nicht einfach nur zum Spass nach Christchurch geheizt, das alles hat schon irgendwie einen Grund. Von Elaine Bay bis French Pass ist es echt nicht weit, der Aussichtspunkt den ich auf dem Weg gefunden habe lud zum rasten ein und nachdem ich nirgends „No Camping“ Signs sehe, hatte ich damit geliebäugelt dort eben auch die Nacht zu verbringen. Nach kleineren Wanderungen und ein paar Bieren in der Sonne mit guter Mucke im Ohr klingelt plötzlich mein Telefon und ich war im Grunde schon erstaunt, dass ich an dieser Stelle überhabt Empfang habe. Was für ein Zufall!! Es ist ein Herr von einer Firma, ich nenne Sie mal „Startup Ltd.“, auf jeden Fall geht’s um einen Job und ich mache leicht angeheitert einen Termin für ein persönliches Gespräch am Donnerstag aus. Der Anruf erreicht mich auf meinem Aussichtspunkt an einem Dienstag. In Motueka oder in Takaka hatte ich nochmals ein paar Bewerbungen raus geschickt, dabei gings hauptsächlich darum mein Gewissen zu beruhigen. Nach sieben Monaten Reisen hab ich doch ordentlich Asche liegen lassen, Arbeit muss nicht zwingend sein, aber es geht ja wie gesagt auch darum mal was auszuprobieren und so recht kann ich das Reisen und die vielen tollen Orte nicht mehr geniessen, es muss was passieren und ein Konto Update wäre ebenfalls gern gesehen. Ein guter CV und Anschreiben in Englisch, frisst ordentlich Zeit und auch wenn ich bereits ein Haufen davon investiert habe, gefällt mir mein CV immer noch nicht, bzw. weiß ich dass immer noch ein Haufen Macken drin sind. Wie auch immer, bei dieser Bewerbungsreihe hab ich mich auf Christchurch und Dunedin Konzentriert. Das ganze einfach, weil ich eben noch nicht genau wusste wanns jetzt auf die Nordinsel weiter geht und auch weil ich glaube dass es auf der Süd Insel einfach die besseren Optionen zum Snowboarden hat. Auf jeden, war dass der eigentliche Grund zügig nach Christchurch zu heizen, es geht ja nicht nur um die Strecke, irgendwie muss ich mir auch schnell ein einigermaßen schickes Outfit schnitzen. Mittwoch dann Reststrecke nach ChCh, ab ins Guesthouse und anschließend in die Stadt um so billig wie möglich an fancy clothing zu kommen. Second Hand hat dabei ganz gut geholfen. Donnerstag das Gespräch und so viel will ich über die Company gar nicht schreiben, es ist ein kleiner ISP in Christchurch, der dringend Hilfe braucht. Das Gespräch läuft wie ich finde gut und ich verbringe die folgende Nacht wieder am New Brighton Beach. Es war schon echt witzig in meinem ranzigen Camper mit schicken Schuhen, Hemd und Jersey zum Interview zu fahren. Irgendwie höre ich von der Firma in dieser Woche nix mehr und ich weiß auch nicht recht was ich hier in ChCh eigentlich noch machen soll. Am Samstag entscheide ich mich für Hagley Park und lerne einen Haufen netter Traveler kennen. Wir sitzen zu fünft in Steffs Camper und stimmen uns mit Bier, Wein und Havana Club in den Abend ein. Sehr witzig auch, wir sind fünf Leute aber jeder reist für sich allein, so viele lonely traveler auf einem Haufen habe ich hier in NZ noch nicht gesehen. Samstag Abend in der Stadt ist wie immer Ausnahmezustand angesagt, da morgen aber Anzac Day, ein Gedenktag ist, machen alle Bars schon um 0:00 Uhr zu und die Warteschlangen vor den NightClubs sind mir viel zu lang. Auf jeden Fall lerne ich an diesem Abend echt nette Leute kennen und die nächste Woche verbringen wir am Sumner Beach, dort finden sich scheinbar echt die letzten Traveler zusammen und wir haben mit bis zu acht Campern am Carpark noch ganz ordentliche Actions. Bis Donnerstag höre ich von „Startup Ltd.“ keinen Pieps. Am Montag hatte ich vor lauter Langeweile noch ein paar mehr Bewerbungen Richtung Nord Insel geschickt und am Mittwoch dann eine Mail an die „Startup Ltd.“, irgendwie wäre es ja cool zu wissen wies hier weiter geht. Am Donnerstag gibt’s eine Antwort und am Freitag bekomme ich meinen Vertrag zugeschickt – Montag ist mein erster Arbeitstag. IBM aus Auckland hat mich zwischenzeitlich auch noch angerufen und es scheint, dass ITler in NZ aktuell gut gefragt sind. Der Freitag geht für meine Steuernummer drauf und nach dem ich zwei mal zurück zum Auto muss, um das ein oder andere zu holen, geht mir das Gelaufe ziemlich auf den Sack, bei Cheapskates lasse ich mir auf die Schnelle ein nettes Skateboard raus. Das Wochenende verbringe ich größten Teils mit der Suche nach einem Zimmer. Das Guesthouse nimmt, wenn ich die ganze Woche im Vorraus buche 132$, Zimmer gibt’s für weniger oder um den gleichen Preis, dafür muss ich ein winziges Zimmer aber nicht mit drei anderen teilen und in den meisten Flats ist WiFi bereits inklusive. Nachdem ich aber diesmal wirklich etwas gutes finden will und nicht eine scheiss Karre kaufen will, kann ich mich nicht entscheiden und checke am Sonntag wieder im „Around The World Backpackers“ ein. Dabei geht’s ja nur um die morgendliche Dusche, denn schlafen werde ich auf jeden Fall im meinem eigenen Zimmer. Die Woche ist raz faz rum, abends Wohnungsaction früh ins Bett (in mein eigenes) und morgens um 7:00 Uhr geht der Wecker. Ganz anders wie daheim gibt’s in der ersten Arbeitswoche schon ordentlich zu tun, der Linux Admin verlässt „Startup Ltd.“ am Donnerstag und ich versuche schnell noch die wichtigsten Infos abzugreifen. Freitag Party, Samstag Hangover mit anschließender Party um am Sonntag wieder einen Hangover Tag hinzulegen. Nun gut, im GH lerne ich noch ein paar nette Leute kennen und Staecy zieht am Sonntag Abend in ein Haus nahe des Stadtkerns um, so ganz allein will Sie eigentlich nicht und 60$ die Woche ist ein super Angebot. So bin ich seit Montag in der Boon Street in einem kleinen Haus und hab mein eigenes Zimmer. Alles nur vorübergehend, es kommen noch mehr Leute und seit heute bin ich mein eigenes Zimmer wieder los, außerdem gibt’s hier kein Internet. Arbeitsmäßig war ich seit Montag mehr oder weniger der einzige Admin – 300 Server und einen Haufen Stümper die das sinkende Schiff bereits verlassen haben machen mir ordentlich Stress. Wenn ich da an das gute alte rote Schlachtschiff denke, was ist dass daheim doch alles ordentlich und aufgeräumt. Es ist wohl auch das erste mal in meinem Leben, dass ich echt jeden Tag mit Hemd durch die Gegend laufe, zumindest während der Arbeitszeit, feels like a Slut, zum Glück ist mein Popo noch nicht wund.
Auf jeden steht erst mal fest, dass ich hier die Wintersaison rocken werde, so habe ich mir heute ne schicke, nicht schwarze, sondern bunte, Billabong Snowboard Jacke gegönnt. Den Season Pass für die Clubfields gibt’s die Tage und auch den restlichen Kram werd ich mir nach und nach zulegen. Mum, Du musst mir ein Päckchen schicken. Das Snowboarden geht mir wirklich ab und ich kanns nicht erwarten endlich wieder auf nem Brett zu stehen. So nen genauen Plan wie das mit der „Startup Ltd.“ weiter geht habe ich nicht, genau genommen gibt’s zwei Optionen und vielleicht auch noch was dazwischen, aber ich muss eben erst mal sehn. Es geht erst mal darum das Arbeiten hier auszuprobieren, in NZ ist Arbeit eigentlich ziemlich locker, bei einem ISP der von Leuten aus UK geleitet wird sieht das aber doch wieder ganz anders aus. Na wir werdens sehen, den LiftBoy werd ich dann eben in Kanada spielen.
Heute ist Samstag und wie gesagt, Ausnahmezustand in der Stadt, mal sehn ob ich mir das heute noch gebe. Fleischbeschauung, total besoffene Leute überall und ziemlich mieser Sound, das ist Christchurch an einem Samstag Abend – hoffe ChCh wird mich noch eines besseren belehren. Was soll ich sagen Leut, für mich geht sich hier bisher alles super aus, so wie die ganze Zeit auf meiner Reise. Die Welt liegt uns zu Füßen denn wir stehen drauf wir gehen drauf!!!ROCKT ON – Love you all!!

Samstag, 24. April 2010

Motueka - Marlborough and da way back to Chch

So viel ist die letzte Zeit gar nicht passiert! Nach dem letzten Post war ich nochmal zwei Tage beim klettern und habe meine erste Route draussen im Vorstieg gerockt. Takaka ist echt eine coole Ecke und so hab ich mir anschließend noch einen lazy day am Fluss gegönnt. Nachdem Fabian inzwischen in Motueka war, bin ich am Samstag nach Motueka. Wollte da eigentlich nur einen Tag bleiben, aber wie das eben immer so läuft, bin ich doch länger geblieben. Das Wochenende haben wir mit einer sau coolen Beach Action rum gebracht und es war in erster Linie relaxen und Sonne tanken angesagt. Am Montag gings rüber zum Port Motueka, das ist ein sehr angesagter Übernachtungsplatz. In Motueka ist aktuell Apfel pflücken angesagt und viele travelnde Apple Picker stehen über Nacht am Port. Am Port gibt’s ne art Ofen oder Kamin und da Meppe und Michael immer ordentlich Holz besorgen gibt’s jeden Abend ein Feuer. Da es inzwischen echt schnell kalt wird, wenn die Sonne weg ist, ist ein Feuer immer sehr willkommen. Für Dienstag war schlecht Wetter angesagt und so habe ich das Kajaking im Able Tasman erst mal nicht gebucht. Tatsächlich war das Wetter am Dienstag anfangs gar nicht schlecht und als es Nachmittags dann doch zu regnen anfing, habe ich am Kina Beach gemütlich versucht meinen neuen Himmel im Auto anzubringen. Das Kajaking am Mittwoch war ziemlich cool und die Coast Line des Able Tasman ist ein Hit, außerdem gibt’s haufenweise Robben, Vögel und sogar Pinguine zu sehen. Bei der Eskimorolle habe ich nach dem zweiten Versuch aufgegeben, da müsste man wohl doch mehr Zeit investieren.
Tags drauf hatte ich mir einige spaßige weitere Kleinigkeiten fürs Auto besorgt, heißt Acryl Farbe und ein wenig anderes Zeuch. Nachmittags gings wieder an den Kina Beach, eine nette kleine Halbinsel nicht weit von Motueka, ziemlich ruhig und entspannt dort draussen. Fabian war mit am Start und erinnert mich nach den ersten Pinselstrichen an meine eigentliche Auto Sorge. Wie im letzten Post schon erwähnt, schließt mein Seitenfenster auf der Fahrerseite nicht mehr richtig, dass heißt, dass Fenster öffnet sich während der Fahrt einfach von selbst und wenn es zu ist, wird es eigentlich nur von den Fensterdichtungen gehalten, der scheiss Fensterheber, schiebt die Scheibe einfach nicht mehr zu. Die Türverkleidung hatte ich mal abgemacht, aber es sah irgendwie alles nach ziemlich viel Arbeit aus und so habe ich es erst mal gelassen. Naja, gemacht werden muss es und eine Werkstatt nimmt wieder ordentlich Asche, außerdem hört sich der Fensterheber nicht gesund an und so rechne ich mit irgendwelchen Ersatzteilkosten. Nach einem Nachmittag Forschungsarbeit ist die Ursache des Problems festgestellt und die Logik des Fensterhebers, fassungslos, verstanden. Es braucht einen neuen Stahlseilzug! Nach einigem hin und her bekomme ich ein neues Stahlseil beim Motorrad Händler, wie ich die Enden fixiert bekomme weiß ich noch nicht aber es wird schon irgendwie funktionieren. Nach einem weiteren Tag gebastel funktioniert mein Fensterheber wieder, tiefstes Vertrauen in die Langlebigkeit meiner Reparatur habe ich zwar nicht, aber so lange ich das Teil mit Vorsicht nutze sollte es passen. Ein weiterer Tag mit ein wenig Bastellei in der Sonne und schon ist es wieder Samstag. Eine Woche Motueka und ich frage mich wo die Zeit geblieben ist. Nachdem am Samstag eine Party im Hot Mamas steigt, lasse ich Nelson und Marlborough noch warten. Montag geht’s nach Nelson, bzw. fahre ich gleich bis Elaine Bay. Den Dienstag verbringe ich, faul, mit hammermäßigem Blick auf French Pass. Aus Gründen die ich hier nicht weiter ausführen möchte fahre ich am Dienstag aber fast noch bis Kaikoura, übernachte dort an einem Strand und bin seit Mittwoch wieder in Christchurch. Gestern war schon ein eher planloser Christchurch Tag und heute pisst es in Strömen, so wie es scheint werde ich hier noch ein paar Tage abhängen, vielleicht fahre ich aber auch einfach wieder Richtung Kaikoura rauf, die Ecke sah im Vorbeifahren ziemlich cool aus.
Wies hier genau weiter geht, werden wir sehen, für meinen Teil bin ich mit der Süd-Insel weitestgehend durch. NZ ist schon ein sehr schönes Land, es stimmt schon, es hat von allem etwas und das auf kleinstem Raum.
Was auf der Nordinsel so alles geht und wie die Leute dort unterwegs sind weiß ich nicht, es soll wohl etwas anders sein. Auf jeden Fall, hab ich inzwischen für alles weitere zumindest einen groben Plan und wir werden sehn wie sich die Dinge ausgehen. Bis dahin – rock on!

Mittwoch, 7. April 2010

Dunedin - Westport - Golden Bay

Dachte ich schreib mal wieder ein bisschen. Inzwischen bin ich ein gutes Stück von Dunedin entfernt, weiter geht auf der Südinsel wahrscheinlich nicht. Aktuell sitze ich in Takaka (Hippie Hometown, und wieder weiß ich nicht was ich mit dem Begriff Hippie eigentlich anfangen soll), in einem kleinen Kaffee und habe eben einen double shot Long Black und ein Brownie genossen.

Nach Dunedin, gings gemütlich Richtung Christchurch. Auf der Strecke gibt’s, wie ich finde, nicht sonderlich viel zu sehen und spätestens wenn man an Timaru vorbei ist, geht’s auf dem Highway 1 nur noch dahin. Kurz nach Dunedin, habe ich mir am Shag Point, eine Seal Colony angesehen bevor es zu den Moeraki Boulders ging. Die sehen, wie man in der Gallery sehen kann echt komisch aus und man fragt sich, woher die Teile wohl kommen. An diesem Tag gings noch bis Glenavy. An einem Rastplatz ließ es sich hier gut übernachten. Wobei man sagen muss, dass ich erst daran vorbei gefahren bin, wer weiß, vielleicht findet sich ja noch ein besserer Platz. So bin ich erst gut 50km durch die Gegend gefahren, um anschließend, doch am ursprünglichen Rastplatz stehen zu bleiben. Tags drauf gings zügig nach Christchurch, bzw. gleich an den Brighton Beach. Home Sweet Home – Brighton Beach! Brighton Beach ist einfach genial, man steht am Strand, es ist nicht weit zur Library, man könnte auch sagen ins Internet, das Wetter ist gut, es gibt öffentliche Toiletten und Aussenduschen, man trifft jeden Abend nette Backpacker, wenn man will und so verbringe ich hier drei Nächte. Für die letzte Nacht dieses Christchurch Aufenthalts, ziehe ich auf den Car Park am botanischen Garten um. Die Zeit verbringe ich in erster Linie im Internet, außerdem treffe ich mich mit ein paar Leuten, die ich von den letzten Besuchen kenne und die immer noch hier rumhängen. Am Brighton Beach lerne ich Fabian kennen, er hat eben seine Freundin am Flughafen abgeliefert und will selbst noch bis Juni in NZ bleiben. Wir treffen uns am botanischen Garten und wollen beide am nächsten Tag, über den Lewis Pass an die Westcoast weiter. Fabian hat noch eine Staff Guest Card für Hamner Springs über und nachdem eine Dusche wieder angesagt wäre, plane ich den Abstecher ein. Wir gehen morgens in Christchurch erst getrennte Wege, treffen uns aber, als wäre es abgesprochen, vor dem Thermal Bad in Hamner Springs. Den Nachmittag verbringen wir in den Hot Pools von Hamner Springs. Abends finden wir einen netten kleinen Rastplatz kurz nach Hamner. Auf einem kurzen Erkundungstrip, finden wir weitere heiße Quellen direkt am Fluss, wegen der Sandflys sparen wir uns aber den Ausflug ins warme Nass. Plötzlich, tauch ein Typ auf und wir fragen uns beide, wo der wohl so schnell her kam. So lernen wir Owen kennen, der sein Lager im Wald aufgeschlagen hat und nach Christchurch weiterzieht. Er ist per Anhalter unterwegs und stoppt hier, wegen der heissen Quellen, immer für eine Nacht. Es gibt ein Lagerfeuer, Bier und nette Gespräche. So bin ich plötzlich nicht mehr allein unterwegs, fahre mit Fabian, am nächsten Tag bis Westport, bzw. nochmal die Westcoast runter bis zu den Pancake Rocks. Nahe der Pancake Rocks finden wir eine tolle Bucht, inkl. super Schlafplatz. Die besten Buchten und die fetteste Coastline gibt’s eben doch an der Westcoast, noch dazu, sind an diesem Platz nicht zu viele Sandflys unterwegs. Tags drauf schaffen wir es nur nach Westport, checken das Internet und suchen anschließend nach einem geeigneten Platz zum abhängen und nächtigen. Der Strand ist groß, untypisch verdreckt und voll von Autowracks, im Sand findet man spuren von Kiwi mäßig durchgeführten Ölwechseln. Wir fahren noch ein bisschen durch die Gegend und finden am river mouth vom Buller River eine Art Campground auf dem schon einige Campervans stehen. Wie sich herrausstellt, handelt es sich um eine Wiese, direkt in der Einflugsschneise vom Westport Airport. Erst mal alles nicht so wild, so viele Maschinen kommen und gehen da nicht. Der Witz ist eine angrenzende kleine Strasse, geteert und schnurgerade die zu einem Lighthouse führt. Die Strasse ist eine Sackgasse, aber es scheint für jedermann der in Westport lebt, sehr wichtig zu sein, einmal am Tag, raus zum Lighthouse zu fahren um zu sehen ob die Welt noch in Ordnung ist. Abends gibt’s Abzugsrennen und Burnouts, so ist der Schlafplatz nicht gerade der idyllischste, tuts aber für eine Nacht und ist irgendwie auch ein Spaß.
Da ich Richtung Nelson Lakes weiter will und Fabian eine Karte für ein kleines Drum and Base Festival hat, verabschieden wir uns voneinander und ich fahr zum Lake Rotoroa, schlafe am Fluss am Weg zum Lake Rotoiti und checke am nächsten Tag das Info Center von St. Arnaud. Eigentlich wollte ich nochmal ein Trekking einschieben, nachdem am Freitag, wahrscheinlich wegen Ostern, schon die Hölle am See los ist, die Mt. Angelus Hut gerade im Umbau ist und daher nicht zu nutzen, mir ein fünf oder sechs Tages Track zu lang erscheint und ich überhaupt eher faul unterwegs bin, genieße ich nen entspannten Tag am See. Die ganze Umgebung reizt mich nicht zum Trekking und der Travers-Sabine Track ist mir zu lang. So mache ich mich Abends Richtung Norden auf und schlafe wieder an einem Fluss. So kommts, dass ich am Ostersamstag in Takaka aufschlage, was eine nur bedingt gute Idee ist. Der kleine Ort ist voll mit Leuten und die ganze Golden Bay Area scheint dicht besiedelt. Mir geht’s in erster Linie um einen entspannten, kostenlosen Stehplatz für die Nacht. So fahre ich an diesem Tag noch bis zum Cape Farewell und checke den Wharariki Beach. Es findet sich ein klasse Schlafplatz mit Blick auf die Golden Bay. Da überall die Oster-Hölle los ist und ich dem aus dem Weg gehen will, erforsche ich am nächsten Tag das Whanganui Inlet. Dabei handelt es sich um einen grossen Binnensee, hier schlagen die Gezeiten zu wie bei uns an der Nordsee und so hats bei Ebbe kaum Wasser. Die Ecke ist super schön! Nach über 100km Gravel-Road habe ich, wegen Pow, aber langsam ein schlechtes Gewissen. Der erst beste Schlafplatz, ist voll von Sandflys und so fahre ich ein gutes Stück zurück. Als ich Abends, bei einem Bier und super Ausblick einem meiner Audiobooks lausche, zwängen sich Mac und Bobbie, mit Ihrem riesen Camper noch auf den kleinen Platz. Die beiden haben gerade vier Wochen Urlaub und crousen für diese Zeit über die Südinsel, wohnen tun die beiden auf der Nordinsel nicht weit von Wellington. Heute morgen gabs bei den netten Camp-Nachbarn noch einen Kaffee und eine Einladung, wenn ich am Weg bin einfach bei Ihnen Zuhaus vorbei zu schauen. Mal sehn, aber ich denke, dass wird ein definitiver Stop. So geht’s dahin, hier gibt’s wie gewohnt viel zu sehn und zu erkunden, so wies ausschaut, werde ich noch einige Tage in der Golden Bay verbringen, bevors nach Kaikoura oder Picton weiter geht.

- Nachtrag -

Inzwischen sind schon wieder ein paar Tage rum, nachdem ich diesen Post geschrieben hatte, bin ich an den Startplatz vom Abel Tasman Track gefahren und wollte dort übernachten, bzw. am nächsten Tag eine kleine Tagesrundtour laufen. Mein Fahrerfenster im Auto, eigentlich mehr, der elektronische Fensterheber, macht aber schon seit einiger Zeit komische Geräusche und es war abzuwarten, dass sich das Problem verschlimmert. Am Parkplatz muss ich feststellen, dass mein Fenster nicht mehr schließt. Scheisse, somit kann ich mir das Absperren der Karre auch fast sparen. Aus Frust und auch aus Planlosigkeit, fahre ich wieder nach Takaka. Es ist Ostermontag und so hat wieder mal keine Werkstatt offen. Nachdem ich von dem Crazy Hippie Campground „HangDog“ gehört habe, checke ich dort ein. Es ist ein kleines Campground, es sieht wüst und alternativ aus, alle Leute machen einen alternativ entspannten Eindruck. Abends sitze ich am Fireplace und genieße ein Bier. Letzten Endes komme ich mit Anna ins Gespräch, die mit einer Gruppe von Leuten aus Timaru hier ist, alles Sportstudenten. Takaka ist DER HotSpot der Kletterscene in NZ und nachdem für eine weitere Seilschaft eine Person fehlt bin ich herzlich eingeladen morgen mit klettern zu gehen. Fett, so bin ich gestern das erste mal, wirklich draussen eine Wand geklettert, hab den sportlichen Teil des Tages an einem super Boulder Platz mit Kletterei und einem Bad im Fluss ausklingen lassen. Außerdem konnte ich endlich meine Schablone fürs Auto ausprobieren und Abends gabs selbst gemachte Pizza aus dem Steinofen. Heute Lazy, das Wetter ist nicht der Hit und so hoffe ich auf gutes Wetter morgen, um nochmals mit den Kollegen loszuziehen. Check out da gallery!

Freitag, 26. März 2010

A Snippet from the book “Demian” written by Hermann Hesse

Demians thinking while he has a talk with Pistorious, who failed to be the prophet of a new Church.

And at this point I felt the truth burning within me like a sharp flame, that there was some role for everybody but it was not one which he himself could choose, re-cast and regulate to his own liking. One had no right to want new gods, no right at all to want to give the world anything of that sort! There was but one duty for a grown man; it was to seek the way to himself, to become resolute within, to grope his way forward wherever that might lead him. The discovery shook me profoundly; it was the fruit of this experience. I had often toyed with pictures of the future, dreamed of roles which might be assigned to me – as a poet, maybe, or prophet or painter or kindred vocation. All that was futile. I was not there to write poetry, to preach or paint; neither I nor any other man was there for that purpose. They were only incidental things. There was only one true vocation for everybody – to find the way to himself. He might end as poet, lunatic, prophet or criminal – that was not his affair; ultimately it was of no account. His affair was to discover his own destiny, not something of his own choosing, and live it out wholly and resolutely within himself. Anything else was merely a half life, an attempt at evasion, an escape into the ideals of the masses, complacency and fear of his inner soul. The new picture rose before me, sacred and awe-inspiring, a hundred times, glimpsed, possibly often expressed and now experienced for the first time. I was an experiment on the part of nature, a 'throw' into the unknown, perhaps for nothing and my only vocation was to allow this 'throw' to work itself out in my innermost being, feel its will within me and make it wholly mine. That or nothing!

Ganz ohne Wertung oder Meinung, was man so alles liest beim Reisen, Hermann Hesse und dann auch noch in Englisch.

Dienstag, 23. März 2010

Fiordland - Southland - Dunedin - great how things can work out!

Doch schon wieder einige Zeit vergangen seit dem letzten Post. Zur Abwechslung habe ich seit dem letzten Post einiges an Stecke gemacht. Nach Glenorchy, gings wie gesagt kurz nach Queenstown und um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und eben auch um den letzten Post zu veröffentlichen. Am selben Tag bin ich noch bis nach Mossburn, Richtung Süden gefahren und hab etwas außerhalb der Ortschaft an einem kleinen Rastplatz gepennt. Am nächsten Tag war mir nach crusen und so habe ich einen kleinen See, den ich eigentlich auschecken wollte, links liegen lassen und bin direkt nach Te Anau gefahren. In der Library vor Ort gibt’s endlich wieder free Wifi, was die Library zu einem angesagten Backpacker Treffpunkt macht. So treffe ich ein französisches Pärchen, dem ich in Christchurch versucht hatte mein Auto zu verkaufen, Kathrin und Julian wieder. Den Nachmittag verbringe ich mit Julian und Kathrin in der Sonne bei einem gemütlichen Bier und Abends geht’s an einen, außerhalb des Ortes gelegenen, Bootslandeplatz wo wir gemütlich weiter feiern. Wahnsinns Sternenhimmel! Nachdem ich am nächsten Tag, mehr oder weniger in der Gegend rum hänge, verbringe ich noch eine weitere Nacht am Fluss. Das Wetter ist nicht der Hit und auch der Forecast sieht bescheiden aus. Hmmmm, für schlecht Wetter habe ich mir eigentlich ein paar alte Kartons zum Schablonen basteln besorgt, ich mein Schablonen zum besprühen meiner Karre, aber irgendwie ist mir nicht nach Schablonen basteln. Im Warehouse kauf ich ein paar Angelhaken, immerhin auch ein netter Zeitvertreib denke ich. Wie mir die Verkäufer im Warehouse erzählen, muss man aber eigentlich gerade bei schlecht Wetter raus zum Milford Sound, naja, eigentlich auch bei schönem Wetter und eigentlich nochmal im Winter. Ok, denke ich, so richtig nach Angeln war mir eh nicht und so geht’s Richtung Milford Sound. Hatte bereits überlegt einen Track in der Ecke zu machen und hab daher Essen ohne Ende mit. Genau genommen, war ich wie immer völlig planlos, hauptsach ich hab genug zu Essen am Start, dann kann ich kurzerhand sehn was geht. So war gar nicht wirklich geplant, an diesem Tag, bis Milford Sound zu fahren, als dann aber kurz vor dem Abzweig nach Hollyford das nette Aussi Mädel, dass ich bereits vor Franz Josef getroffen hatte, den Daumen raus steckt und fragt ob ich nach Milford Sound fahre, denke ich eben mal wieder: „Why the hell not?“ Milford Sound ist schon ein Hit, die Kulisse ist echt der Hammer. Aufgrund von purem Geiz, spare ich mir aber den klassischen Touri Course und halte das Kajaking im Hinterkopf, wobei auch dieses letzten Endes dem Geiz zum Opfer fällt. Am selben Abend noch, fahre ich Richtung Hollyford und stoppe bei Gunns Campground. Am nächsten Tag könnte ich in den Hollyford Track starten, das Wetter ist besser als erwartet und überhaupt kann man dem Wetterbericht hier nie glauben. Der Track an sich ist nicht besonders schwer, vom Carpark zur Martins Bay sind es vier Tage, one way, also anschließend vier Tage zurück und eigentlich wollte ich die Big Pyke Route laufen, das wären um die zehn Tage. Zum essen habe ich genug dabei und es ist früh genug um noch zu packen, lediglich die Sandflys treiben einen an schnell zu machen. Zack, Zack, ist mein Rucksack voll mit Essen, eigentlich, fast ausschließlich Essen. Da mir auf dem Rees – Dart Treck, einige Luxus Schmankerl gefehlt haben, packe ich den Rucksack ordentlich voll. Mei, zu viel gibt’s nicht, alles was zu viel ist bringt gutes Training, denke ich. So geht’s Tags drauf, frohen Mutes, mit prall gefülltem Rucksack (65+15l) zur Alabaster Hut am Lake Alabaster. Der Track ist wirklich easy, vorallem die erste Tagesetappe ist besonders leicht. Der Touri mir ordentlich Asche in der Tasche, macht den Track wie folgt: Tag 1, bisschen laufen, fast bis zum Lake Alabaster; Tag 2, halbe Stunde bis zum Speedboot und mim Speedboot bis zur Martins Bay; Tag 3, Pick Up am Air Strip Martins Bay und zurück nach Milford Sound, untergebracht werden Damen und Herren in einer Fancy Lodge. Wie gesagt ist der erste Tag easygoing und ich merke gar nicht recht, wie schwer mein Rucksack ist. Auf dem Weg treffe ich einen Hunter der ein komplettes Reh über den Schultern liegen hat und ich treffe Jason, einen Opossum Hunter, der mit ein paar anderen Typen, draussen in der Martins Bay lebt und die letzten zwei Jahre um die 3000 Opossums zur Strecke gebracht hat. Die Jungs verdienen sich ein bisschen Kohle mit Opossum Fellen, sind aber eigentlich Surfer und leben dort am Strand. Opossums in NZ gelten als Plage, die Tiere haben keine natürlichen Feinde und vermehren sich wie die Sau, ca. 20Mio Junge pro Jahr, ca. 70Mio Opossums in ganz NZ. Nun gut, ich schaffe es an diesem Tag wie geplant bis zur Alabaster Hut, eine riesen Hütte, in der ich zur Abwechslung mal ganz allein nächtigen darf. Am Abend fällt mir schon auf wie fertig ich eigentlich bin. Für den nächsten Tag setze ich mir die Deamon Trail Hut zum Ziel, neun Stunden und eigentlich eine Etappe die sich in zwei Tage teilt. Wie auch immer, als ich am nächsten Tag meinen Rucksack schultere und zu laufen anfange, merke ich erst wie sehr mich das viele Gepäck fertig macht. Neun Tage kam mir von Anfang an lang vor und da ich keinen Bock habe, mit Schmerzen, acht weitere Tage durch die Gegend zu laufen, mache ich nach gut einer Stunde kehrt, laufe zurück zum Carpark und checke wieder in Gunns Campground ein.
Wollte ich das Kajaking morgen machen, müsste ich mich noch an diesem Abend um die Buchung kümmern, rechnet man das ganze in Euros um, zahlt man für einen halben Tag Tour ca. 80 Euro, mir ist aber irgendwie nicht danach und so verabschiede ich mich von Milford und fahre am nächsten Tag mit ein paar kleinen Aussichtsstops wieder nach Te Anau. Te Anau ist wirklich ein reiner Touri Ort und so richtig abhängen will ich hier nicht mehr. Also warum nicht einfach ein bisschen weiter Richtung Süden fahren? Als ich aus Te Anau raus fahre, sammle ich mal wieder einen Hitchhiker auf. Thomas, kommt aus Holland, ist 22 Jahre alt und Hitchhiked für zwei Monate durch NZ, er ist planlos was sein Tagesziel angeht und als ich Ihm erzähle, dass ich zu einem etwas abgelegenen Campground am Lake Monowai oder am Lake Hauroko will, passt Ihm das sehr gut. Wir crousen also Richtung Süden und ich bin ganz froh, dass ich nicht noch einen weiteren Tag diesen schweren Rucksack schleppen muss. Am Lake Hauroko, mit 460m der tiefste See in NZ, ist es super schön und es sind fast keine Leute unterwegs. Es ist sehr windig und um eine gute Aussicht zu haben, parke ich direkt auf dem geteerten Platz an dem die Leute eigentlich Ihre Boote ins Wasser lassen. Wir verbringen den Restnachmittag mit super Aussicht und einem kühlen Bier. Abends gibt’s bei krassem Wind ein Lagerfeuer und ich versuche in erster Linie Thomas, den Feuerteufel, im Zaum zu halten. Mir kam ein Feuer bei diesem Wind ziemlich risky vor. Der Nächste Tag bringt anfangs gutes Wetter mit sich und so checken wir einen kleinen Walk am See, bevor es weiter geht. Thomas ist nach wie vor planlos, wie auch ich und so fahren wir am Nachmittag bis nach Invercargill. Das Wetter ist inzwischen mies und wir pennen ein bisschen außerhalb der Stadt, nahe Wallacetown.
Da sich das Wetter auch Tags drauf, nicht wirklich gebessert hat, checken wir wieder nach Invercargill. Wieder erwartend gibt’s in der Library kein free Internet, was die Suche nach einem ungesicherten Hotspot nötig macht. Thomas hat bei diesem Wetter auch nichts besseres vor und so sitzen wir nach kurzer Zeit, bei Regen, im Auto und checken das Internet. Ein paar Häuser weiter, wird so wie es scheint, ein altes Haus ausgeräumt. Es sieht ziemlich messi aus und ein Haufen junger Leute ist dort unterwegs. Als ich noch im Internet hänge, kommt Thomas mit den Studenten dort ins Gespräch und wir werden auf einen „Kaffee“ eingeladen. Es handelt sich größten Teils um Musik Studenten, die in ein anderes Haus umziehen müssen. So richtig Studentenwohnheime habe ich hier noch nicht gesehen, so weit ich das sagen kann, gibt’s meist kleinere Stadtviertel in denen die meisten Studenten wohnen. Wenn dann in einem Haus, vorübergehend, 12 Studenten leben, kann man sich vorstellen wie das abgeht. Naja, Nachmittags checken wir das Art Center von Invercargill um Abends wieder in der Studentenbude einzulaufen. Hier startet am Abend eine coole Jam Session und wir verbringen hier anschließend auch die Nacht. Genug von Invercargill, geht’s Richtung Catlins weiter. Die nächsten zwei Tage crousen wir durch die Catlins, von Bay zu Bay, checken den Slope Point, den südlichsten Zipfel der Südinsel und nächtigen an einsamen Stränden. Es geht nach Dunedin und nachdem Thomas im Stress ist, noch etwas von der Nordinsel zu sehen und ich mich sowieso von Ihm verabschiedet hätte, werfe ich Thomas am Highway One Richtung Christchurch raus. Es ist Mittag und das Wetter ist der Hit, ich freue mich auf Dunedin und mach mich auf den Weg, die Otago Peninsula zu erkunden.

Dunedin – crazy how things work out

Die Peninsula von Otago habe ich mir ziemlich voll und busy vorgestellt. Dunedin ist immerhin die zweit größte Stadt auf der Südinsel und die Peninsula ist nicht gerade riesig. Dennoch, man fährt fünf Minuten aus der Stadt und kann schon wieder einsame Strände finden. Die Albatrosse sehe ich mir nur aus der Ferne an, 20 Dollar, für ne halbe Stunde durch die Reservation Area zahl ich nicht. Vom Carpark aus sehe ich aber doch einen Albatross, mit seinen über zwei Metern Spannweite durch die Gegend fliegen. Am Rückweg nach Dunedin checke ich noch ein paar Buchten und übernachte kurz vor Dunedin auf einem Aussichtspunkt.
Kurzerhand entscheide ich mich, die nächste Nacht in einem Guesthouse in der Stadt zu verbringen, eine Dusche wäre angesagt und zu waschen habe ich auch genug. Damit verbringe ich in erster Linie den Nachmittag, GH checken und Ordnung in meine Sachen bringen. Es ist Samstag und da ich eben grad in Dunedin bin, möchte ich unbedingt das Nachtleben checken. Die Zeit, seit dem ich aus Christchurch raus bin, war voll mit Touri Orten, locals zu treffen ist nicht so einfach und man trifft meist andere Backpacker und reisende. Die Natur und alles, die Tracks waren ein riesen Hit, dennoch, seit gut zwei Monaten in NZ, fehlt mir nach wie vor etwas. Ein Grund warum ich mich auf Dunedin schon seit einiger Zeit gefreut habe, viele würden sagen, eine Großstadt eben, schon wahr, aber eben auch voller Leben und interessanter Leute und auch nicht wirklich riesig.
Nun gut, nachdem meine Wäsche und alles weitere organisiert ist, frage ich den Typen, der im GH die Nachtaufsicht hat, was so geht, am Samstag Abend in der Stadt. Wir haben einen netten kleinen Chat und so checke ich anschließend die Mu Bar, möglicherweise die kleinste Bar im Universum, aus. Die Bar ist wirklich klein, aber nett, es ist nicht viel los und so komme ich mit Ben dem Barkeeper ins Gespräch. Es ist Cake Party in der Hyde St., einem Studentenviertel – Ausnahmezustand in der Stadt. Bevor ich mit einer Studentin und Mac die Mu Bar verlasse, meint Ben noch, ich soll mich doch morgen einfach wieder sehen lassen. Es ist eine kleine Party angesagt und er muss an diesem Tag nicht arbeiten. Die Nacht macht riesen Spaß und Tags drauf komme ich erst am späten Nachmittag langsam in Schwung. Am frühen Abend geht’s dann aber doch wieder in die Mu Bar. Im Vergleich zum Vortag ist viel los und ich erfahre, dass es sich um eine Afterparty einer Theater Aufführung handelt. Es sind viele der Künstler unterwegs, es wird Philosophiert, getrunken und gejamed. Eigentlich nicht zu beschreiben was abgeht, wenn gut 15 Leute, betrunken, vor einer Bar sitzen, jemand die Ukulele, jemand die Flöte spielt, jemand singt, jemand mit Löffeln, versucht den Takt zu trommeln und sich das am ende in eine unglaubliche Klangkulisse füllt. Ein riesen Spaß auf jeden Fall! An diesem Abend lerne ich ein Haufen Leute kennen, unter anderem Joe, Guy und Anna, die mich für den nächsten Tag zum Sea Shell Fishing einladen. So waren wir gestern, draussen auf der Peninsula, es war ordentlich frisch und das Wasser hat gerade mal 13 Grad. Guy, hat mich mit Neopren und allem weiteren ausgestattet und wir sind in den Kliffs umhergetaucht um Paua Shells zu ernten, das sind ziemlich große Muscheln. Im Anschluss sammelt Guy noch einen dicken Sack Bioshells. Bioshells, das ist im Grunde eine Muschel wie ich sie kenne, das heißt, eben zwei Schalen die eine Muschel ergeben, Paua dagegen haben nur eine Schale und saugen sich mit der anderen Seite komplett an den Steinen fest. So gab es gestern Abend ein Festessen mit netten und interessanten Gesprächen.
Grade sitz ich in einem Kaffee, schreibe diesen Post und genieße einen Kaffee dabei, anschließend geht’s in die Library und später werde ich noch in die Mu Bar checken um mich von Ben zu verabschieden, denke, morgen geht’s weiter Richtung Norden, aber man weiß eben nie was passiert. Für mich war es einfach toll zu sehen, wie sich Dinge entwickeln können, wie unglaublich sich Dinge aneinander reihen, sich aus dem einen das andere ergibt, was eben alles passieren kann, wenn man völlig planlos, aber offen für alles, in ein GH checkt.