Montag, 7. Dezember 2009

In The Countryside

Nach einem geruhsamen Hangovertag, entscheiden wir uns fuer den Mittagsbus nach Kampot. Sp wird uns begleiten und die Bustickets werden sicherheitshalber schon am Vortag gekauft. Wir fahren nur bis kurz vor Kampot und steigen in einer kleinen Ortschaft an der Hauptstrasse aus. Wie uns Sp waehrend der Busfahrt noch gesteht, hat er seine Bekannten seit 5 Jahren nicht mehr besucht, er ist sehr aufgeregt. Sp's Bruder wartet mit einem Bekannten bereits auf uns. Wir packen fuenf Leute plus Gepaeck auf zwei Scootern und biegen gleich in eine Sandyroad ab. An den Gesichtern und Blicken merkt man, dass hier noch nicht viele Touris vorbeigekommen sind. An einem kleinen Markt halten wir und kaufen Abendessen ein. Genau genommen war der Wunsch von Sp, dass wir etwas deutsches kochen, mal sehn. Wir fahren weiter, passieren die Bahnlinie und kommen in einem kleinen aber weitlaeufig angelegten Dorf an.

Es ist kurz nach fuenf und auf dem kleinen Hof ist die ganze Familie mit den Restarbeiten des Tages beschaeftigt. Hier ist aktuell gerade Erntezeit und es gibt viel zu tun. Wir werden herzlich begruesst und machen uns anschliessend zum Obercapo des Dorfes auf. Sp und Try wollen uns dort anmelden, es kommt nicht haeufig vor, dass Touris hier uebernachten, damit nichts passiert und die Polizei im Ort bescheid weiss machen wir uns auf den Weg. Es wird gerade dunkel als wir die erste Cambodian Peoples Party Station erreichen. Der Obercapo ist nich da und so fahren wir noch ein Stueck weiter durchs Dorf. Dort angekommen werden wir gemustert und es wird viel Khmer gesprochen. Wir hinterlassen unseren Namen und einige weitere Informationen. Waehrend der ganzen Action macht man sich schon den ein oder anderen Gedanken. Im Zwielicht sieht der Capo nicht sehr freundlich aus und wenn man sich ueberlegt, dass der gute mindestens 50 ist und sicherlich seine Rolle in der Zeit der Khmer Rouge zu spielen hatte kommen einem die ein oder anderen Zweifel. Alles geht gut und wir fahren zurueck zu Try's Haus. Dort angekommen werden wir zum Kochen eingespannt. Das Gemuese mit etwas Fleisch gibt einen Wok Eintopf, das andere Fleisch nehmen wir fuer Spiesse. Statt einer Steckdose gibts eine 12V Autobatterie an der eine Neonroehre haengt, gekocht wird ueber dem Feuer, fliessend Wasser gibt es nicht. Es gibt zwei Plaetze auf dem Hof wo grosse Tonkruege mit Wasser stehen. Das Wasser wird fuer alles noetige genutzt. Als Esstisch wird am Boden klassisch eine grosse Strohmatte ausgerollt. Das Essen schmeckt lecker und es gibt fuer jeden ein Bier dazu. Der Obercapo laesst es sich nicht nehmen und gesellt sich ebenfalls zu uns. Bei unseren jungen Khmer Freunden kommen die Gesetzesheuter nicht gut weg, Korupption ist hier nicht gewuenscht.

Am naechsten Tag, stehen wir um 7:00 Uhr verhaeltnismaessig spaet auf. Opa ist schon seit 4:00 Uhr morgens auf dem Hof um Reis zu schlagen. Try haette zwar ebenfalls einiges zu tun, nimmt sich diesen Tag aber fuer uns frei. Wir laufen aus der Ortschaft ueber Felder zu einer Pagoda die gerade noch im Bau ist. Auf den Feldern ist richtig was los und jeder schaut, dass die Ernte vorwaerts geht. Dabei wird hier eben wirklich noch alles von Hand gemacht. Das Erntegut wird mir uralten Ochsenkarren in die Ortschaft transportiert. Wir geben dem Moench der Pagoda ein paar Riel und er spricht ein kurzes Gebet fuer uns. Den Nachmittag verbringen wir im Schatten einer Huette an einem kleinen See. Anschliessend gehts zurueck zum Hof, Abendessen! Wieder kaufen wir ein, ich kuemmere mich um's Obst und Gemuese. Stefan wird irgendwo ein Chicken oder eine Ente kaufen. Als ich zurueck komme, sind Sp und Stefan bereits mit den Vorbereitungen beschaeftigt. Stefan hat eine Ente fuer fuenf Dollar gekauft und Try opfert fuer uns ein Huhn. Schon mal interessant, wie das so laeuft mit dem schlachten und auf was man dabei aufpassen muss. Stefan ist zuegig unterwegs und das Huhn ist schnell gerupft. Die Ente macht da schon etwas mehr Arbeit. Wir kuemmern uns anschliessen nicht weiter um das Kochen und geniessen schon mal ein Bier. Heute sind die Frauen mit kochen dran. Das Curry wird erstklassig, allerdings sind Stefan und ich froh, dass es schon dunkel ist. Das Fleisch wird hier nicht sauber ausgeloest und von jedem Fett befreit, nein, das komplette Huhn wird einfach in Stuecke gehackt und kommt so in den Topf. Hier wird vom Kopf bis zur Kralle alles mit gekocht und groesstenteils auch gegessen. Nach dem Essen ist, der Reste-Teller, der zwischen mir und Stefan steht gut gefuellt. Was weiss ich denn, was der rest alles mit gegessen hat.

Es ist erstaunlich mit welcher Gelassenheit die Leute hier Ihrer Arbeit nachgehen. Bei den Gespraechen Abends haben wir viel ueber das Leben als Bauer in Cambodia erfahren. Hier gehts wirklich um essentielle Dinge. Kein Strom, kein fliessend Wasser, keine Insurance, kein Fallback, keine Sicherheit! Die Leute sind sich gar nicht wirklich bewusst was sie hier eigentlich schaffen und leisten. In Sachen Selbststaendigkeit kann man sich hier moeglicherweise eine Scheibe abschneiden. Am naechsten Tag frueh morgens geht's fuer uns dann Richtung Kampot weiter. Sp wird uns dieses Stueck ebenfalls noch begleiten, da er in Kampot noch einen Onkel besuchen will. Die Fahrt mit dem Minivan wird nach einiger Zeit etwas anstrengend, 16 Personen, zwei Saecke Reis, 4 Backpacks, ein paar Huehner und noch etwas Kleinzeug begrenzen das Platzangebot stark.

1 Kommentar:

  1. das ist doch eh alles nur mit gimp manipuliert und die stories gut ausgedacht. glaub ich ja alles nicht ;-) gelangweilten gruss aus dem übergrossen dorf

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