Dienstag, 16. Februar 2010

Fuck off and ROCK NZ !!!

Servasn miteinand, ich weiß, ich weiß, hab lange nicht von mir hören lassen. Mei, war die letzte Zeit einfach nicht in der richtigen Stimmung für einen Blogpost und Gejammer schreibt sich irgendwie nicht gut, auch wenns eigentlich nix zu jammern gibt.

Um mal an die Geschehnisse vom letzten Post anzuknüpfen. Von Twizel nach Queenstown bin ich in erster Linie, wegen der Sorge um Pow, gefahren, ansonsten hätte ich Wanaka gleich noch mitgenommen. In Queenstown gibt's nämlich eine Mazda Werkstatt. Mazda ist übrigens Ford und inzwischen wundert mich auch gar nichts mehr. Die Story meines letzten Ford reicht um einen dicken Blogpost zu füllen. In Queenstown hatte ich die ein oder andere Stunde in der Werkstatt verbracht, die von der Mazda Werkstatt wollten meine Karre nicht mal ansehen. Nun gut, das wisst Ihr ja im groben schon. Nachdem ich nach 5 Tagen Campingplatz aber festgestellt habe, dass Pow untenrum schon wieder „feucht“ ist und Öl verliert, platzt mir der Kragen und ich will die Karre eigentlich nur noch los werden.

Die einzig gute Möglichkeit, jemanden zu finden der so blöd ist und die Karre kauft ist Christchurch, denke ich. Immerhin die größte City auf der Südinsel. So fahre ich fast 500km an einem Nachmittag um wieder in Christchurch anzukommen. Als ich in Christchurch ankomme, stelle ich fest, dass ich mir auf der Rückfahrt von Queenstown gleich noch einen Steinschlag eingefangen habe, der bereits gesprungen ist. WHAT THE FUCK!! Also gut, kein Mensch der nicht ein kompletter Idiot ist, blind ist, oder unter Drogen steht, wird die Karre für 3800,- NZD kaufen. Den Käufer den ich suche, kann ich wohl nur am Backpackers Car Marked finden, der gleiche Ort an dem ich die Karre gekauft habe. Für 85,- NZD, bekommt man hier einen Parkplatz für drei Tage um die Karre auszustellen. Das ist auch schon alles, verkaufen muss man das Teil schon selbst. Den ersten halben Tag bekomme ich umsonst. Seit Queenstown tut sich Pow schwer beim anlassen, keine Ahnung denke ich, wird schon noch passen. An meinem ersten richtigen Verkaufstag will Pow aber, schon morgens, nicht los zum Car Marked. Die Werkstatt direkt neben dem GH wird sich der Sache annehmen, hat aber erst am nächsten Tag Zeit. So verbringe ich zwei Tage mit warten auf Pow. Die Reparatur des Starter Motors kostet mich 150,- NZD, dieser war mit Öl voll gelaufen und wollte daher nicht mehr recht. Samstag dann mein erster richtiger Car Marked Verkaufs Tag. Car Marked ist eigentlich nicht der richtige Name, im Grunde handelt es sich um einen Backpackers Trip Ending Treffpunkt. Käufer kommen sehr wenig vorbei, wenn im Mittel über den Tag fünf Interessenten vorbei checken, dann war das schon nicht schlecht. Am Ende verbringe ich vier ein halb Tage am Carmarked. Die ersten zwei Tage sind ganz witzig und ich lerne ein paar echt nette Leute kennen. Des Weiteren höre ich viele unterschiedliche Backpacker Car Schicksale und weiß inzwischen viel über den Backpacker Autokauf. Ansonsten verbringen wir die Zeit, mit backen von Pfannkuchen, oder mit dem Zeichnen von speziellen HotOffer Schildern für unsere Autos, im Grunde sinnlos wenn eh niemand vorbei kommt. Alle wollen Ihre Autos los werden und manchmal glauben wir, wir verlieren langsam den Verstand. Am vierten Tag bin ich gelangweilt und check in die Werkstatt gegenüber von meinem Guesthouse. Just for Interesst würde mich interessieren was die Reparatur von Pow kostet. Wenn ich Pow, jetzt mit riesen Verlust verkaufe und mir eine andere Mühle hol, dabei draufzahl und nicht weiß was mit dieser Karre dann nicht stimmt, lohnt sich evtl. eine Reparatur. Die Reparatur Kosten halten sich im Rahmen und sollten die 500,- NZD nicht übersteigen meint der nette Herr von der Werkstatt. Also gut, sage ich und mache einen Termin für den nächsten Tag. An diesem Tag hänge ich mehr oder weniger nur zum Spaß am Car Marked rum und verbringe die Zeit mit Ronny, Christoph und Cindy. Tags drauf, warte ich im GH bis 16:00 Uhr, bis die Kollegen in der Werkstatt endlich Zeit finden einen Blick auf Pow zu werfen. Natürlich ist so viel zu machen, dass die das heute bis 17:30 Uhr nicht mehr alles schaffen, aber morgen Mittag könnte alles fertig sein. So vergeht noch ein halber Tag, den ich in der Stadt, im Rockpool mit free Wifi verbringe. Nachdem die Karre endlich fertig ist, zahle ich Bar und spar mir so zumindest die Mwst., dennoch immerhin 600,- NZD. Bevor es auf die erste Testfahrt geht, besuche ich Ronny am Car Marked und versuch Ihn etwas aufzubauen. Anschließend geht’s nach Akaroa, eine Rundfahrt durch die „Banks of Peninsula“, wirklich schön, nur das Wetter könnte besser sein. Wie schon im Vorfeld geahnt verliert Powi, die blöde Bitch, immer noch Öl und so check ich am nächsten Tag wieder in der Werkstatt vorbei. War mir fast klar dass dieser Besuch sinnlos ist, aber noch bin ich Christchurch und warum eigentlich nicht. Das tauschen weiterer Motordichtungen ist sinnlos, bzw. übersteigt mein Budget bei weitem. Fuck Off denk ich, let's keep filling Oil in it and rock NZ.
Das war jetzt die Auto Story und ich hatte schon überlegt ob ich diese überhabt niederschreiben soll. Natürlich gab's in den Tagen in Christchurch auch ganz nette Erlebnisse, die Leute am Car Marked, die ich sonst nicht kennen gelernt hätte. Einen Samstag Abend in Christchurch, an dem ich vor lauter Mädels, den Mund nicht mehr zu bekommen habe, einige Abende am Brighton Beach, die ich mit netten Leuten verbracht hab und eine Runde Hauspartys in den Strassen von Christchurch.

Am Freitag ging's dann aber endlich los, ich check kurz am Car Marked vorbei und bring Ronny ein Bier, bevors für mich zum Arthurs Pass weiter geht. Auf dem Weg stoppe ich am Castle Hill und klettere in den verrückt aussehenden Limestone Gebilden rum. Nur wenige Kletterer sind unterwegs, aber im Grunde ist Castle Hill der Kletter HotSpot für die Kletterszene aus Christchurch. Viele Felsen haben einen krassen Überhang und so eignet sich die Area super zum Boldern. Die Ausblicke sind Super und endlich etwas zu sehen tut mir richtig gut und auch das Wetter ist der Hit. Am Arthurs Pass such ich mir einen netten Parkplatz zum Abendessen mit möglichst wenig Kea's. Kea's sind äußerst freche, ziemlich große Papageienartige, Vögel. Sobald diese eine Möglichkeit sehen, mit wenig Aufwand an etwas essbares zu kommen, sind sie da. Außerdem stehen sie auf alles aus Gummi und machen vor Scheibenwischerblättern, Reifen und Fensterdichtungen keinen Halt. Nachdem Essen verziehe ich mich dann doch an den Hauptparkplatz am Arthurs Pass, hier stehen viel mehr Autos und so hoffe ich die Kea's gehen jemand anderem auf den Sack. Der Wecker wird auf eine Bergsteiger mäßige Uhrzeit eingestellt, weil ich mir den Avalanche Peak als morgiges Tagesziel vorgenommen habe. Nachdem am nächsten Tag früh morgens aber der Regen gegen meine Scheibe peitscht und das ganze Tal in Wolken liegt check ich am DOC (Department of Conservation) doch nochmal das Wetter. Morgen könnte es evtl. ganz gut werden meint der nette Herr, auf jeden Fall übermorgen. Hmm, ich check die Devils Punchbowl Falls und lauf anschließend noch den Aicken Track. Der Aicken Track liegt auf der gegenüberliegenden Talseite vom Avalanche Peak und so bekomme ich zumindest einen guten Blick auf den Avalanche Peak und das komplette Tal. Der Track endet an der Baumgrenze mitten im Nirgendwo, nachdem es aber gerade ziemlich zu zieht, mach ich mich sowieso wieder auf den Rückweg.
Auf die vorrausgesagten sonnigen Tage will ich nicht am Arthurs Pass warten, ich mein da ist außer einem Parkplatz, ein paar Hausern und einem Information Center nichts, außerdem würde ich die schönen Tage viel lieber mit Ausblicken auf die Gletscher an der West Coast verbringen. Über Lake Brunner und Greymouth fahre ich nach meiner netten kleinen Wanderung weiter an die West Coast. In Greymouth kaufe ich ein bisschen ein. An einem kleinen Idyllischen Parkplatz gibt’s Abendessen. Irish Stew aus der Dose, mit ein paar Scheiben Brot gar nicht schlecht. Leider steht an dem Parkplatz ein Schild „No Camping“ und so fahre ich wieder. Ein Stück weiter findet sich ein ausgeschriebener Aussichtspunkt an dem ich ein solches Schild nicht finden kann. Es ist bereits dunkel und ich genieße ein wenig Wein zusammen mit zwei weiteren deutschen, die ebenfalls in einem kleinen Camper unterwegs sind. Der Blick am Morgen ist phänomenal, zur linken eisbedeckte Berge, der blick auf das Meer zur rechten, dazwischen ein paar vereinzelte Wolken die sich aus den Tälern schälen und vor dunkelblauem Himmel dahin ziehen. YES!!! So und nicht anders!!!

Es geht bis Franz Josef, die Umgebung auschecken und ins DOC. Der Alex Knob Track sieht verlockend aus und mit den angegebenen acht Stunden gehzeit eine willkommene Einstiegstour. Der Track wird für den nächsten Tag vorgemerkt. Dennoch geht’s noch zum Gletscher und ich check den kleinen Gletscher Aussichts Walk. Der Gletscher sieht beeindruckend aus und ich habe einfach noch nie eine so lange Gletscherzunge gesehen. Das Ende der Gletscherzunge befindet sich hier auf nur 300hm und es sind nur ein paar Kilometer bis zum Strand. Eco Tourism sieht für mich anders aus, aber der Gletscher bietet wohl die einzige Möglichkeit hier Geld zu verdienen. Helis fliegen im Minutentakt, kleine Heli Rundflüge, große, mit und ohne Landung auf dem Gletscher, halb und ganztags Gletscher Walks, Sky Dives und Off Road Quad Touren sind die angesagten Actions. Vergeblich suche ich Abends nach einem kostenlosen Stellplatz und checke am Ende an einem DOC Campground ein, immerhin sind so wieder sechs Dollar fällig. Zum Abendessen gibt’s heute mal wieder Nudeln, es ist sehr viel los am Campground und so sitze ich am Ende, mit einer Australierin, einem Kanadier, zwei Schweizerinen und einem Pärchen aus Kalifornien am Tisch. Vorallem wegen der vielen Mücken und Sandfly's geht’s früh zu Bett. Ist mir im Grunde sehr recht, da ich den Wecker auf 7:00 Uhr stelle.

Der Wecker schellt, der Gotsch erwacht, es gibt ein kurzes Frühstück und es geht die knapp 20km zum Startplatz meiner Tour, „Alex Knob“. Der Aufstieg ist vergleichsweise entspannt und führt durch Regenwald und unterschiedliche Vegitationszonen. Es ist wirklich richtiger Regenwald, zwar etwas anders wie in Thailand oder Laos, aber einfach schön. Die Trails hier sind so wie sich das, dass Wanderherz erwünscht, ein kleiner schmaler Weg durch wundersame Natur. Kleine Vögel begleiten mich und außer zwei Schweizerinen und zwei Kanadierinnen treffe ich niemanden, lediglich die Helis sind immer mal wieder zu hören. Die Aussichten, die sich auf den Gletscher bieten sind atemberaubend und der Blick beim Aufstieg ist weitestgehend Wolkenfrei. Oben angekommen, trifft sich alles wieder und so sitz ich am Alex Knob, mit Blick auf den Gletscher zwischen vier Mädels. Der Blick auf den Gletscher ist inzwischen durch Wolken getrübt, doch kurz bevor wir los wollen reist es nochmal auf und wir können noch einen kurzen Blick erhaschen. Der Weg nach unten ist für mich nicht ohne, meine Knie melden sich zeitig und sagen mir, dass ich die letzten Monate mehr Sport machen hätte sollen. Am Abends check ich noch bis nach Fox Glacier und dort auf einem Campingplatz ein. Eine Dusche war zwar nicht unbedingt notwendig tut aber doch sehr gut. Es gibt wieder Nudeln und ein bisschen Bier.

Heute ist Lazy Day. Statt den Nachmittag in der Hammock zu verbringen, raffe ich mich auf und schreibe diesen Post. Die Ortschaft um Fox Glacier ist leider noch kleiner als Franz Josef und so gibt’s hier nicht mal einen ATM. Da ich nur noch 8,- NZD in Bar habe, der Campground am Beach bestimmt auch wieder sechs oder zehn Dollar kosten wird, überlege ich die 21km nach Franz Josef zurück zu checken um zumindest ein paar Kröten in der Tasche zu haben, andererseits kann ich das auch morgen machen. So wie das aussieht werde ich hier den morgigen Tag mit lockeren Actions verbringen und übermorgen evtl. den Mt. Fox Track in Angriff nehmen. Ein acht Stunden Walk und sehr steil, ich bezweifle, dass meine Knie das mitmachen, aber wir werden sehn was wird.

Soooo Leut, was soll ich euch noch sagen, freu mich immer wieder über die netten Mails und Komments von euch, oder auch die Anrufe die ich inzwischen gelegentlich erhalte. Bilder gibt’s leider erst wenn ich den nächsten ungesicherten HotSpot finde. Beste Grüße an euch alle, passt auf euch auf und lasst's euch gut gehen (rock).

8 Kommentare:

  1. Hey Christian,

    schön das du wieder was von dir hören lässt! Das mit der Karre ist ja nen Dreck, drücke dir die Daumen das es beim Ölsubben bleibt. Aber immerhin bist du in Neuseeland!! Wir waren am WE in London 3 Tage = 1000 Euro, 3° + Regen. Man wird seine Kohle also auch noch schneller für noch wengier los :)

    Gruß Roman

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  2. Servus Gotsch,
    na, es kann ja nicht immer nur alles gut laufen. Und die krassen Geschichten sind die, an die man sich am laengsten erinnert. Aber Du scheinst Dich davon ja auch nicht draus bringen zu lassen. Richtig so!

    Wenn Du grad am Franz Josef bist, dann check die Hot Pools bei den Welcome Flats aus. Don't Miss! http://tramper.co.nz/?view=map&id=245

    Lass es Dir gut gehen und geniesse. Hier in Deutschland wartet nur langweilige Bueroarbeit mit Aussicht auf einen Computermonitor. Bleib weg, solange Du kannst! ;-)

    Popf

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  3. HeyHey,
    nur nicht den Mut verlieren. Sagt sich leicht von hier aus. ;-)
    Möge sich Dein Pow in eine Goldgrube verwandeln und Dir viele Kinder schenken :-D

    Wir machen nun "Rock da Fasching im Büro von Olaf".

    Gruss
    Jörg

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  4. Hey Chris,

    wow fette action haste da! Wünsche Dir viel Spass und lass dich von dem alten Hobel ned so nerven, irgendwo rinnts immer :-) Lass es dir gut gehen hier verpasste eh nix, eine Steigerung von ätzend gibt es schon gar nicht mehr...

    Rock on!
    D.

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  5. Und wie war das mit den 4 chicks nochmal :) ?

    zung

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  6. Merci Leut, die Karre wird schon halten, muss, sonst lohnen sich die nach und nach entstehenden Zusatzfatures ja nicht.

    @Popf habe heute die Mt.Fox Route hinter mich gebracht, leider kein Ausblick auf den Fox Gletscher, morgen Lazy und dann gehts zu den Welcome Flats!! Wie siehts eigentlich aus? nicht grad noch n bisschen Resturlaub uebrig?

    @Joerg, :D wollen mal sehn, die richtige Hitchhikerin habe ich hier noch nicht getroffen ;)

    Denke bis Ihr die Bilder sehr wirds noch etwas dauern ein ungesicherter Hotspot laesst sich wahrscheinlich erst in Haast finden.

    Bis dahin lasst's euch erst mal gut gehen.

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  7. Hey Gotsch, wäre schon sehr gerne wieder da drunten, das kannst mir glauben!Aber man kann ja nicht immer nur rumhängen und nix tun - oder vielleicht doch??? Hab grad ZEN und die Motorradwartung angefangen. Bis jetzt echt witzig. Vielleicht hast Du ja noch eine Buchempfehlung, damit ich wieder was zu lesen hab, wenn ich damit fertig bin.

    Hau rein und lass es Dir gut gehen. Für die Welcome Flats am besten ein Mädel mitnehmen. Und wie gesagt: bei Vollmond am schönsten ;-)

    Bis denne
    Popf

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