Mittwoch, 7. April 2010

Dunedin - Westport - Golden Bay

Dachte ich schreib mal wieder ein bisschen. Inzwischen bin ich ein gutes Stück von Dunedin entfernt, weiter geht auf der Südinsel wahrscheinlich nicht. Aktuell sitze ich in Takaka (Hippie Hometown, und wieder weiß ich nicht was ich mit dem Begriff Hippie eigentlich anfangen soll), in einem kleinen Kaffee und habe eben einen double shot Long Black und ein Brownie genossen.

Nach Dunedin, gings gemütlich Richtung Christchurch. Auf der Strecke gibt’s, wie ich finde, nicht sonderlich viel zu sehen und spätestens wenn man an Timaru vorbei ist, geht’s auf dem Highway 1 nur noch dahin. Kurz nach Dunedin, habe ich mir am Shag Point, eine Seal Colony angesehen bevor es zu den Moeraki Boulders ging. Die sehen, wie man in der Gallery sehen kann echt komisch aus und man fragt sich, woher die Teile wohl kommen. An diesem Tag gings noch bis Glenavy. An einem Rastplatz ließ es sich hier gut übernachten. Wobei man sagen muss, dass ich erst daran vorbei gefahren bin, wer weiß, vielleicht findet sich ja noch ein besserer Platz. So bin ich erst gut 50km durch die Gegend gefahren, um anschließend, doch am ursprünglichen Rastplatz stehen zu bleiben. Tags drauf gings zügig nach Christchurch, bzw. gleich an den Brighton Beach. Home Sweet Home – Brighton Beach! Brighton Beach ist einfach genial, man steht am Strand, es ist nicht weit zur Library, man könnte auch sagen ins Internet, das Wetter ist gut, es gibt öffentliche Toiletten und Aussenduschen, man trifft jeden Abend nette Backpacker, wenn man will und so verbringe ich hier drei Nächte. Für die letzte Nacht dieses Christchurch Aufenthalts, ziehe ich auf den Car Park am botanischen Garten um. Die Zeit verbringe ich in erster Linie im Internet, außerdem treffe ich mich mit ein paar Leuten, die ich von den letzten Besuchen kenne und die immer noch hier rumhängen. Am Brighton Beach lerne ich Fabian kennen, er hat eben seine Freundin am Flughafen abgeliefert und will selbst noch bis Juni in NZ bleiben. Wir treffen uns am botanischen Garten und wollen beide am nächsten Tag, über den Lewis Pass an die Westcoast weiter. Fabian hat noch eine Staff Guest Card für Hamner Springs über und nachdem eine Dusche wieder angesagt wäre, plane ich den Abstecher ein. Wir gehen morgens in Christchurch erst getrennte Wege, treffen uns aber, als wäre es abgesprochen, vor dem Thermal Bad in Hamner Springs. Den Nachmittag verbringen wir in den Hot Pools von Hamner Springs. Abends finden wir einen netten kleinen Rastplatz kurz nach Hamner. Auf einem kurzen Erkundungstrip, finden wir weitere heiße Quellen direkt am Fluss, wegen der Sandflys sparen wir uns aber den Ausflug ins warme Nass. Plötzlich, tauch ein Typ auf und wir fragen uns beide, wo der wohl so schnell her kam. So lernen wir Owen kennen, der sein Lager im Wald aufgeschlagen hat und nach Christchurch weiterzieht. Er ist per Anhalter unterwegs und stoppt hier, wegen der heissen Quellen, immer für eine Nacht. Es gibt ein Lagerfeuer, Bier und nette Gespräche. So bin ich plötzlich nicht mehr allein unterwegs, fahre mit Fabian, am nächsten Tag bis Westport, bzw. nochmal die Westcoast runter bis zu den Pancake Rocks. Nahe der Pancake Rocks finden wir eine tolle Bucht, inkl. super Schlafplatz. Die besten Buchten und die fetteste Coastline gibt’s eben doch an der Westcoast, noch dazu, sind an diesem Platz nicht zu viele Sandflys unterwegs. Tags drauf schaffen wir es nur nach Westport, checken das Internet und suchen anschließend nach einem geeigneten Platz zum abhängen und nächtigen. Der Strand ist groß, untypisch verdreckt und voll von Autowracks, im Sand findet man spuren von Kiwi mäßig durchgeführten Ölwechseln. Wir fahren noch ein bisschen durch die Gegend und finden am river mouth vom Buller River eine Art Campground auf dem schon einige Campervans stehen. Wie sich herrausstellt, handelt es sich um eine Wiese, direkt in der Einflugsschneise vom Westport Airport. Erst mal alles nicht so wild, so viele Maschinen kommen und gehen da nicht. Der Witz ist eine angrenzende kleine Strasse, geteert und schnurgerade die zu einem Lighthouse führt. Die Strasse ist eine Sackgasse, aber es scheint für jedermann der in Westport lebt, sehr wichtig zu sein, einmal am Tag, raus zum Lighthouse zu fahren um zu sehen ob die Welt noch in Ordnung ist. Abends gibt’s Abzugsrennen und Burnouts, so ist der Schlafplatz nicht gerade der idyllischste, tuts aber für eine Nacht und ist irgendwie auch ein Spaß.
Da ich Richtung Nelson Lakes weiter will und Fabian eine Karte für ein kleines Drum and Base Festival hat, verabschieden wir uns voneinander und ich fahr zum Lake Rotoroa, schlafe am Fluss am Weg zum Lake Rotoiti und checke am nächsten Tag das Info Center von St. Arnaud. Eigentlich wollte ich nochmal ein Trekking einschieben, nachdem am Freitag, wahrscheinlich wegen Ostern, schon die Hölle am See los ist, die Mt. Angelus Hut gerade im Umbau ist und daher nicht zu nutzen, mir ein fünf oder sechs Tages Track zu lang erscheint und ich überhaupt eher faul unterwegs bin, genieße ich nen entspannten Tag am See. Die ganze Umgebung reizt mich nicht zum Trekking und der Travers-Sabine Track ist mir zu lang. So mache ich mich Abends Richtung Norden auf und schlafe wieder an einem Fluss. So kommts, dass ich am Ostersamstag in Takaka aufschlage, was eine nur bedingt gute Idee ist. Der kleine Ort ist voll mit Leuten und die ganze Golden Bay Area scheint dicht besiedelt. Mir geht’s in erster Linie um einen entspannten, kostenlosen Stehplatz für die Nacht. So fahre ich an diesem Tag noch bis zum Cape Farewell und checke den Wharariki Beach. Es findet sich ein klasse Schlafplatz mit Blick auf die Golden Bay. Da überall die Oster-Hölle los ist und ich dem aus dem Weg gehen will, erforsche ich am nächsten Tag das Whanganui Inlet. Dabei handelt es sich um einen grossen Binnensee, hier schlagen die Gezeiten zu wie bei uns an der Nordsee und so hats bei Ebbe kaum Wasser. Die Ecke ist super schön! Nach über 100km Gravel-Road habe ich, wegen Pow, aber langsam ein schlechtes Gewissen. Der erst beste Schlafplatz, ist voll von Sandflys und so fahre ich ein gutes Stück zurück. Als ich Abends, bei einem Bier und super Ausblick einem meiner Audiobooks lausche, zwängen sich Mac und Bobbie, mit Ihrem riesen Camper noch auf den kleinen Platz. Die beiden haben gerade vier Wochen Urlaub und crousen für diese Zeit über die Südinsel, wohnen tun die beiden auf der Nordinsel nicht weit von Wellington. Heute morgen gabs bei den netten Camp-Nachbarn noch einen Kaffee und eine Einladung, wenn ich am Weg bin einfach bei Ihnen Zuhaus vorbei zu schauen. Mal sehn, aber ich denke, dass wird ein definitiver Stop. So geht’s dahin, hier gibt’s wie gewohnt viel zu sehn und zu erkunden, so wies ausschaut, werde ich noch einige Tage in der Golden Bay verbringen, bevors nach Kaikoura oder Picton weiter geht.

- Nachtrag -

Inzwischen sind schon wieder ein paar Tage rum, nachdem ich diesen Post geschrieben hatte, bin ich an den Startplatz vom Abel Tasman Track gefahren und wollte dort übernachten, bzw. am nächsten Tag eine kleine Tagesrundtour laufen. Mein Fahrerfenster im Auto, eigentlich mehr, der elektronische Fensterheber, macht aber schon seit einiger Zeit komische Geräusche und es war abzuwarten, dass sich das Problem verschlimmert. Am Parkplatz muss ich feststellen, dass mein Fenster nicht mehr schließt. Scheisse, somit kann ich mir das Absperren der Karre auch fast sparen. Aus Frust und auch aus Planlosigkeit, fahre ich wieder nach Takaka. Es ist Ostermontag und so hat wieder mal keine Werkstatt offen. Nachdem ich von dem Crazy Hippie Campground „HangDog“ gehört habe, checke ich dort ein. Es ist ein kleines Campground, es sieht wüst und alternativ aus, alle Leute machen einen alternativ entspannten Eindruck. Abends sitze ich am Fireplace und genieße ein Bier. Letzten Endes komme ich mit Anna ins Gespräch, die mit einer Gruppe von Leuten aus Timaru hier ist, alles Sportstudenten. Takaka ist DER HotSpot der Kletterscene in NZ und nachdem für eine weitere Seilschaft eine Person fehlt bin ich herzlich eingeladen morgen mit klettern zu gehen. Fett, so bin ich gestern das erste mal, wirklich draussen eine Wand geklettert, hab den sportlichen Teil des Tages an einem super Boulder Platz mit Kletterei und einem Bad im Fluss ausklingen lassen. Außerdem konnte ich endlich meine Schablone fürs Auto ausprobieren und Abends gabs selbst gemachte Pizza aus dem Steinofen. Heute Lazy, das Wetter ist nicht der Hit und so hoffe ich auf gutes Wetter morgen, um nochmals mit den Kollegen loszuziehen. Check out da gallery!

Freitag, 26. März 2010

A Snippet from the book “Demian” written by Hermann Hesse

Demians thinking while he has a talk with Pistorious, who failed to be the prophet of a new Church.

And at this point I felt the truth burning within me like a sharp flame, that there was some role for everybody but it was not one which he himself could choose, re-cast and regulate to his own liking. One had no right to want new gods, no right at all to want to give the world anything of that sort! There was but one duty for a grown man; it was to seek the way to himself, to become resolute within, to grope his way forward wherever that might lead him. The discovery shook me profoundly; it was the fruit of this experience. I had often toyed with pictures of the future, dreamed of roles which might be assigned to me – as a poet, maybe, or prophet or painter or kindred vocation. All that was futile. I was not there to write poetry, to preach or paint; neither I nor any other man was there for that purpose. They were only incidental things. There was only one true vocation for everybody – to find the way to himself. He might end as poet, lunatic, prophet or criminal – that was not his affair; ultimately it was of no account. His affair was to discover his own destiny, not something of his own choosing, and live it out wholly and resolutely within himself. Anything else was merely a half life, an attempt at evasion, an escape into the ideals of the masses, complacency and fear of his inner soul. The new picture rose before me, sacred and awe-inspiring, a hundred times, glimpsed, possibly often expressed and now experienced for the first time. I was an experiment on the part of nature, a 'throw' into the unknown, perhaps for nothing and my only vocation was to allow this 'throw' to work itself out in my innermost being, feel its will within me and make it wholly mine. That or nothing!

Ganz ohne Wertung oder Meinung, was man so alles liest beim Reisen, Hermann Hesse und dann auch noch in Englisch.

Dienstag, 23. März 2010

Fiordland - Southland - Dunedin - great how things can work out!

Doch schon wieder einige Zeit vergangen seit dem letzten Post. Zur Abwechslung habe ich seit dem letzten Post einiges an Stecke gemacht. Nach Glenorchy, gings wie gesagt kurz nach Queenstown und um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und eben auch um den letzten Post zu veröffentlichen. Am selben Tag bin ich noch bis nach Mossburn, Richtung Süden gefahren und hab etwas außerhalb der Ortschaft an einem kleinen Rastplatz gepennt. Am nächsten Tag war mir nach crusen und so habe ich einen kleinen See, den ich eigentlich auschecken wollte, links liegen lassen und bin direkt nach Te Anau gefahren. In der Library vor Ort gibt’s endlich wieder free Wifi, was die Library zu einem angesagten Backpacker Treffpunkt macht. So treffe ich ein französisches Pärchen, dem ich in Christchurch versucht hatte mein Auto zu verkaufen, Kathrin und Julian wieder. Den Nachmittag verbringe ich mit Julian und Kathrin in der Sonne bei einem gemütlichen Bier und Abends geht’s an einen, außerhalb des Ortes gelegenen, Bootslandeplatz wo wir gemütlich weiter feiern. Wahnsinns Sternenhimmel! Nachdem ich am nächsten Tag, mehr oder weniger in der Gegend rum hänge, verbringe ich noch eine weitere Nacht am Fluss. Das Wetter ist nicht der Hit und auch der Forecast sieht bescheiden aus. Hmmmm, für schlecht Wetter habe ich mir eigentlich ein paar alte Kartons zum Schablonen basteln besorgt, ich mein Schablonen zum besprühen meiner Karre, aber irgendwie ist mir nicht nach Schablonen basteln. Im Warehouse kauf ich ein paar Angelhaken, immerhin auch ein netter Zeitvertreib denke ich. Wie mir die Verkäufer im Warehouse erzählen, muss man aber eigentlich gerade bei schlecht Wetter raus zum Milford Sound, naja, eigentlich auch bei schönem Wetter und eigentlich nochmal im Winter. Ok, denke ich, so richtig nach Angeln war mir eh nicht und so geht’s Richtung Milford Sound. Hatte bereits überlegt einen Track in der Ecke zu machen und hab daher Essen ohne Ende mit. Genau genommen, war ich wie immer völlig planlos, hauptsach ich hab genug zu Essen am Start, dann kann ich kurzerhand sehn was geht. So war gar nicht wirklich geplant, an diesem Tag, bis Milford Sound zu fahren, als dann aber kurz vor dem Abzweig nach Hollyford das nette Aussi Mädel, dass ich bereits vor Franz Josef getroffen hatte, den Daumen raus steckt und fragt ob ich nach Milford Sound fahre, denke ich eben mal wieder: „Why the hell not?“ Milford Sound ist schon ein Hit, die Kulisse ist echt der Hammer. Aufgrund von purem Geiz, spare ich mir aber den klassischen Touri Course und halte das Kajaking im Hinterkopf, wobei auch dieses letzten Endes dem Geiz zum Opfer fällt. Am selben Abend noch, fahre ich Richtung Hollyford und stoppe bei Gunns Campground. Am nächsten Tag könnte ich in den Hollyford Track starten, das Wetter ist besser als erwartet und überhaupt kann man dem Wetterbericht hier nie glauben. Der Track an sich ist nicht besonders schwer, vom Carpark zur Martins Bay sind es vier Tage, one way, also anschließend vier Tage zurück und eigentlich wollte ich die Big Pyke Route laufen, das wären um die zehn Tage. Zum essen habe ich genug dabei und es ist früh genug um noch zu packen, lediglich die Sandflys treiben einen an schnell zu machen. Zack, Zack, ist mein Rucksack voll mit Essen, eigentlich, fast ausschließlich Essen. Da mir auf dem Rees – Dart Treck, einige Luxus Schmankerl gefehlt haben, packe ich den Rucksack ordentlich voll. Mei, zu viel gibt’s nicht, alles was zu viel ist bringt gutes Training, denke ich. So geht’s Tags drauf, frohen Mutes, mit prall gefülltem Rucksack (65+15l) zur Alabaster Hut am Lake Alabaster. Der Track ist wirklich easy, vorallem die erste Tagesetappe ist besonders leicht. Der Touri mir ordentlich Asche in der Tasche, macht den Track wie folgt: Tag 1, bisschen laufen, fast bis zum Lake Alabaster; Tag 2, halbe Stunde bis zum Speedboot und mim Speedboot bis zur Martins Bay; Tag 3, Pick Up am Air Strip Martins Bay und zurück nach Milford Sound, untergebracht werden Damen und Herren in einer Fancy Lodge. Wie gesagt ist der erste Tag easygoing und ich merke gar nicht recht, wie schwer mein Rucksack ist. Auf dem Weg treffe ich einen Hunter der ein komplettes Reh über den Schultern liegen hat und ich treffe Jason, einen Opossum Hunter, der mit ein paar anderen Typen, draussen in der Martins Bay lebt und die letzten zwei Jahre um die 3000 Opossums zur Strecke gebracht hat. Die Jungs verdienen sich ein bisschen Kohle mit Opossum Fellen, sind aber eigentlich Surfer und leben dort am Strand. Opossums in NZ gelten als Plage, die Tiere haben keine natürlichen Feinde und vermehren sich wie die Sau, ca. 20Mio Junge pro Jahr, ca. 70Mio Opossums in ganz NZ. Nun gut, ich schaffe es an diesem Tag wie geplant bis zur Alabaster Hut, eine riesen Hütte, in der ich zur Abwechslung mal ganz allein nächtigen darf. Am Abend fällt mir schon auf wie fertig ich eigentlich bin. Für den nächsten Tag setze ich mir die Deamon Trail Hut zum Ziel, neun Stunden und eigentlich eine Etappe die sich in zwei Tage teilt. Wie auch immer, als ich am nächsten Tag meinen Rucksack schultere und zu laufen anfange, merke ich erst wie sehr mich das viele Gepäck fertig macht. Neun Tage kam mir von Anfang an lang vor und da ich keinen Bock habe, mit Schmerzen, acht weitere Tage durch die Gegend zu laufen, mache ich nach gut einer Stunde kehrt, laufe zurück zum Carpark und checke wieder in Gunns Campground ein.
Wollte ich das Kajaking morgen machen, müsste ich mich noch an diesem Abend um die Buchung kümmern, rechnet man das ganze in Euros um, zahlt man für einen halben Tag Tour ca. 80 Euro, mir ist aber irgendwie nicht danach und so verabschiede ich mich von Milford und fahre am nächsten Tag mit ein paar kleinen Aussichtsstops wieder nach Te Anau. Te Anau ist wirklich ein reiner Touri Ort und so richtig abhängen will ich hier nicht mehr. Also warum nicht einfach ein bisschen weiter Richtung Süden fahren? Als ich aus Te Anau raus fahre, sammle ich mal wieder einen Hitchhiker auf. Thomas, kommt aus Holland, ist 22 Jahre alt und Hitchhiked für zwei Monate durch NZ, er ist planlos was sein Tagesziel angeht und als ich Ihm erzähle, dass ich zu einem etwas abgelegenen Campground am Lake Monowai oder am Lake Hauroko will, passt Ihm das sehr gut. Wir crousen also Richtung Süden und ich bin ganz froh, dass ich nicht noch einen weiteren Tag diesen schweren Rucksack schleppen muss. Am Lake Hauroko, mit 460m der tiefste See in NZ, ist es super schön und es sind fast keine Leute unterwegs. Es ist sehr windig und um eine gute Aussicht zu haben, parke ich direkt auf dem geteerten Platz an dem die Leute eigentlich Ihre Boote ins Wasser lassen. Wir verbringen den Restnachmittag mit super Aussicht und einem kühlen Bier. Abends gibt’s bei krassem Wind ein Lagerfeuer und ich versuche in erster Linie Thomas, den Feuerteufel, im Zaum zu halten. Mir kam ein Feuer bei diesem Wind ziemlich risky vor. Der Nächste Tag bringt anfangs gutes Wetter mit sich und so checken wir einen kleinen Walk am See, bevor es weiter geht. Thomas ist nach wie vor planlos, wie auch ich und so fahren wir am Nachmittag bis nach Invercargill. Das Wetter ist inzwischen mies und wir pennen ein bisschen außerhalb der Stadt, nahe Wallacetown.
Da sich das Wetter auch Tags drauf, nicht wirklich gebessert hat, checken wir wieder nach Invercargill. Wieder erwartend gibt’s in der Library kein free Internet, was die Suche nach einem ungesicherten Hotspot nötig macht. Thomas hat bei diesem Wetter auch nichts besseres vor und so sitzen wir nach kurzer Zeit, bei Regen, im Auto und checken das Internet. Ein paar Häuser weiter, wird so wie es scheint, ein altes Haus ausgeräumt. Es sieht ziemlich messi aus und ein Haufen junger Leute ist dort unterwegs. Als ich noch im Internet hänge, kommt Thomas mit den Studenten dort ins Gespräch und wir werden auf einen „Kaffee“ eingeladen. Es handelt sich größten Teils um Musik Studenten, die in ein anderes Haus umziehen müssen. So richtig Studentenwohnheime habe ich hier noch nicht gesehen, so weit ich das sagen kann, gibt’s meist kleinere Stadtviertel in denen die meisten Studenten wohnen. Wenn dann in einem Haus, vorübergehend, 12 Studenten leben, kann man sich vorstellen wie das abgeht. Naja, Nachmittags checken wir das Art Center von Invercargill um Abends wieder in der Studentenbude einzulaufen. Hier startet am Abend eine coole Jam Session und wir verbringen hier anschließend auch die Nacht. Genug von Invercargill, geht’s Richtung Catlins weiter. Die nächsten zwei Tage crousen wir durch die Catlins, von Bay zu Bay, checken den Slope Point, den südlichsten Zipfel der Südinsel und nächtigen an einsamen Stränden. Es geht nach Dunedin und nachdem Thomas im Stress ist, noch etwas von der Nordinsel zu sehen und ich mich sowieso von Ihm verabschiedet hätte, werfe ich Thomas am Highway One Richtung Christchurch raus. Es ist Mittag und das Wetter ist der Hit, ich freue mich auf Dunedin und mach mich auf den Weg, die Otago Peninsula zu erkunden.

Dunedin – crazy how things work out

Die Peninsula von Otago habe ich mir ziemlich voll und busy vorgestellt. Dunedin ist immerhin die zweit größte Stadt auf der Südinsel und die Peninsula ist nicht gerade riesig. Dennoch, man fährt fünf Minuten aus der Stadt und kann schon wieder einsame Strände finden. Die Albatrosse sehe ich mir nur aus der Ferne an, 20 Dollar, für ne halbe Stunde durch die Reservation Area zahl ich nicht. Vom Carpark aus sehe ich aber doch einen Albatross, mit seinen über zwei Metern Spannweite durch die Gegend fliegen. Am Rückweg nach Dunedin checke ich noch ein paar Buchten und übernachte kurz vor Dunedin auf einem Aussichtspunkt.
Kurzerhand entscheide ich mich, die nächste Nacht in einem Guesthouse in der Stadt zu verbringen, eine Dusche wäre angesagt und zu waschen habe ich auch genug. Damit verbringe ich in erster Linie den Nachmittag, GH checken und Ordnung in meine Sachen bringen. Es ist Samstag und da ich eben grad in Dunedin bin, möchte ich unbedingt das Nachtleben checken. Die Zeit, seit dem ich aus Christchurch raus bin, war voll mit Touri Orten, locals zu treffen ist nicht so einfach und man trifft meist andere Backpacker und reisende. Die Natur und alles, die Tracks waren ein riesen Hit, dennoch, seit gut zwei Monaten in NZ, fehlt mir nach wie vor etwas. Ein Grund warum ich mich auf Dunedin schon seit einiger Zeit gefreut habe, viele würden sagen, eine Großstadt eben, schon wahr, aber eben auch voller Leben und interessanter Leute und auch nicht wirklich riesig.
Nun gut, nachdem meine Wäsche und alles weitere organisiert ist, frage ich den Typen, der im GH die Nachtaufsicht hat, was so geht, am Samstag Abend in der Stadt. Wir haben einen netten kleinen Chat und so checke ich anschließend die Mu Bar, möglicherweise die kleinste Bar im Universum, aus. Die Bar ist wirklich klein, aber nett, es ist nicht viel los und so komme ich mit Ben dem Barkeeper ins Gespräch. Es ist Cake Party in der Hyde St., einem Studentenviertel – Ausnahmezustand in der Stadt. Bevor ich mit einer Studentin und Mac die Mu Bar verlasse, meint Ben noch, ich soll mich doch morgen einfach wieder sehen lassen. Es ist eine kleine Party angesagt und er muss an diesem Tag nicht arbeiten. Die Nacht macht riesen Spaß und Tags drauf komme ich erst am späten Nachmittag langsam in Schwung. Am frühen Abend geht’s dann aber doch wieder in die Mu Bar. Im Vergleich zum Vortag ist viel los und ich erfahre, dass es sich um eine Afterparty einer Theater Aufführung handelt. Es sind viele der Künstler unterwegs, es wird Philosophiert, getrunken und gejamed. Eigentlich nicht zu beschreiben was abgeht, wenn gut 15 Leute, betrunken, vor einer Bar sitzen, jemand die Ukulele, jemand die Flöte spielt, jemand singt, jemand mit Löffeln, versucht den Takt zu trommeln und sich das am ende in eine unglaubliche Klangkulisse füllt. Ein riesen Spaß auf jeden Fall! An diesem Abend lerne ich ein Haufen Leute kennen, unter anderem Joe, Guy und Anna, die mich für den nächsten Tag zum Sea Shell Fishing einladen. So waren wir gestern, draussen auf der Peninsula, es war ordentlich frisch und das Wasser hat gerade mal 13 Grad. Guy, hat mich mit Neopren und allem weiteren ausgestattet und wir sind in den Kliffs umhergetaucht um Paua Shells zu ernten, das sind ziemlich große Muscheln. Im Anschluss sammelt Guy noch einen dicken Sack Bioshells. Bioshells, das ist im Grunde eine Muschel wie ich sie kenne, das heißt, eben zwei Schalen die eine Muschel ergeben, Paua dagegen haben nur eine Schale und saugen sich mit der anderen Seite komplett an den Steinen fest. So gab es gestern Abend ein Festessen mit netten und interessanten Gesprächen.
Grade sitz ich in einem Kaffee, schreibe diesen Post und genieße einen Kaffee dabei, anschließend geht’s in die Library und später werde ich noch in die Mu Bar checken um mich von Ben zu verabschieden, denke, morgen geht’s weiter Richtung Norden, aber man weiß eben nie was passiert. Für mich war es einfach toll zu sehen, wie sich Dinge entwickeln können, wie unglaublich sich Dinge aneinander reihen, sich aus dem einen das andere ergibt, was eben alles passieren kann, wenn man völlig planlos, aber offen für alles, in ein GH checkt.

Montag, 8. März 2010

Liverpool Hut - Rees and Dart Treck

Nach meinem Hangover-Tag in Wanaka gehts am nächsten Tag in den Ort, um Infos über Jobs und die Ski-Resorts einzuholen. Das Recruitment für das nahe gelegene Ski-Resort startet erst Anfang April und so bleibt noch etwas Zeit. Im Ort selbst ist es nach wie vor ziemlich ruhig und es ist nicht viel los. Als ich, nach meiner Stadtrundtour, die SMS von Julian und Kathrin sehe, sind die beiden bereits auf dem Rob Roy Treck unterwegs. Etwas planlos checke ich ins DOC Office um zu sehen was man in Wanaka sonst noch anstellen kann. Es ist bereits Nachmittag und so kann ich heute nicht mehr viel verreissen. Im Auto checke ich eine Liste von Empfehlungen, die mir mein Freund Popf (fettes Merci an Dich), hat zukommen lassen und stelle fest, dass die Liverpool Hut ganz in der Nähe liegt. Somit geht’s, am frühen Abend, los zum Startplatz, gut 50km nord-östlich von Wanaka, mitten ins Nirgendwo. Nach ca. 20km bleibt von der Strasse nur eine Gravel-Road die einem Waschbrett gleicht. Es geht durch Fords (kleine Bäche) und für die nächsten 30km werde ich ordentlich durchgeschüttelt. Am Carpark treffe ich Julian und Kathrin und wir verbringen den Abend in einer herrlichen Berg-Kulisse. Zum Abendessen gibts baked Beans und etwas Bier, Julian spielt die Gitarre.

Am frühen Morgen mach ich mich auf zur Liverpool Hut. Dabei führt der Weg ein ordentliches Stück durchs Matukituki Valley, bevor es Kiwi Trail mäßig steil, bergauf bis zur Liverpool Hut geht. An sich hatte ich mich auf eine nette, kleine, Biwak Hütte gefreut, seit 2009 steht hier allerdings eine neue 10 Bett Hütte. Die Blicke auf den Mt. Aspiring sind grandios und die umliegenden Gletscher sind beeindruckend. Das Wetter ist der Hit. Wir sind zu fünft auf der Hütte. Der Sonnenuntergang ist phänomenal und gerade als die Sonne untergeht und die Wolken über den Bergen im Osten rot färbt, geht über dem Mt. Aspiring der Mond auf. Der Walk zurück zieht sich und ich bin froh als ich endlich am Auto bin. Es geht wieder nach Wanaka, ich checke einen ungesicherten Hot-Spot in einem Wohngebiet und treffe mich mit Julian und Kathrin. Die beiden sind auf Party aus. Da in der Nähe des Stadtzentrums, nirgends kostenlose Campgrounds sind und ich auch nicht wieder auf dem Campingplatz einchecken will, passt mir das nicht so recht, bzw. bedeutet ganz einfach – heute keinen Alkohol, da ich ja noch fahren muss. Des Weiteren, hat Pow, irgendwo auf der Gravel Road, eine Schraube, die mein hinteres Seitenfenster hält, verloren. Somit ist Absperren fast Sinnlos. Im Grunde bin ich aber froh, dass ich das Fenster nicht komplett verloren habe. Da es in Wanaka keinen Baumarkt oder ähnliches gibt, will ich zügig weiter Richtung Queenstown um mein Fenster hinzuflicken. In Wanaka ist nichts los und in der einzigen Disse hängen nur ein paar total besoffene Kiwis ab. Daher verabschiede ich mich frühzeitig und mach mich nachts Richtung Queenstown auf. Auf der Strasse zwischen Cardrona und Queenstown, findet sich eine kleine Parkbucht die ich zum übernachten nutze.

Das restliche Stück Weg nach Queenstwon beschert mir wieder herrliche Ausblicke. In Frankton, ein Stück vor Queenstown, mache ich halt und checke, mal wieder, ins Internet. Als mein Akku leer ist, gehe ich das Fenster Thema an. Dummerweise fängt es gerade an zu regnen und ich frage mich, warum ich mich nicht erst um das Fenster gekümmert habe. Die Suche nach einer passenden Schraube gestaltet sich schwieriger als gedacht, letzten Endes, sieht mein gebasteltes Provisorium zwar nicht super aus, erfüllt aber seinen Zweck. Im Industrie-Gebiet von Frankton komme ich an einem Recycling-Hof vorbei und gönne mir im Resales-Shop eine neue Matratze (10 NZD) und ein Paar neue Vorhänge (4 NZD). Da es Regnet und es nicht viel zu tun gibt, suche ich mir eine abgelegene Strasse, sitze bei laufendem Motor und guter Mucke, in meinem Van und zieh die neuen Vorhänge auf. Die neue Matratze spart, im Vergleich zur alten, viel Platz und mir gefällt mein neues Schlafzimmer gleich viel besser. Da es in Queenstown mit kostenfreien Übernachtungsmöglichkeiten ziemlich schlecht aussieht, geht’s nach dem einkaufen ein Stück raus aus Queenstown. Am 12 Miles DOC Campground, ist es ganz nett und ich genieße den Rest-Nachmittag mit Blick auf den See. Da es seit längerem keine Dusche mehr gab, muss ein Bad im See noch sein. Das Wasser ist arschkalt und meine Waden fangen nach kurzer Zeit zu krampfen an, was tut man nicht alles für den Duscheffekt.
Auf den DOC Campgrounds gibt’s nen „Self-CheckIn“, man füllt einen Umschlag aus und packt die geforderten sieben Dollar rein. Da ich aber nicht weiß wofür ich die sieben Dollar zahlen soll lasse ich das erst mal sein. Am Abend kommt dann aber doch eine Tussi vom DOC und fordert die Dollars ein. Sieben Dollar für eine Toilette, in der Atmen, Lebensgefahr bedeutet ist nicht nett. Die nächsten Zwei Tage verbringe ich im Internet und mit Besorgungen bevor es nach Glenorchy weiter geht. Bereits bei meinem ersten Besuch in Queenstown habe ich mir in dieser Ecke zwei Tracks ausgeschaut. Der Rees and Dart Track, lockt mit Alpinen Landschaften und so entscheide ich mich schließlich auch für diesen. Wie bei so vielen Tracks bildet dieser Track aber keinen geschlossenen Loop, das ist dann mit dem Auto parken so ne Sache. Auf blöd, check ich in Glenorchy in einen Campground ein und lerne Marta (CZ), Tobias (Berlin) und Sabine (Stuttgart), die den gleichen Track machen wollen, kennen. Jeder hat sein eigenes Auto. Tags drauf, starten wir daher erst mal die große Rum-Fahr-Action und platzieren viele Autos am Ziel der Tour.

Beim Rees and Dart Track handelt es sich um eine fünf Tages Tour. Der Track selbst führt durch zwei Täler und bietet super Ausblicke. Die scheinbar unendliche Weite macht das Wandern zum Genuss, lediglich die mit Israelis überfüllten Hütten schmälern das alltägliche Hüttenerlebniss. Die Hütten in NZ, sind anders wie daheim und so muss man alles was man so braucht, selber mitschleppen. Da es sich um Backcountry Huts handelt, bekommt der, der zuerst ein Bett belegt, den Zuschlag, wer zu spät kommt, muss eben auf dem Boden schlaffen. Unsere kleine Gruppe ist immer flott unterwegs und so gibt’s jeden Tag ein Bett. Am besten schaut Ihr euch einfach meine Bilder an, dann brauche ich hier nicht viel mehr zu schreiben. Was auffällt, die Gespräche drehen sich oft ums Essen, um Nutella, Schokolade, Rührei mit Speck, Bier und Wein. Seit gestern bin ich wieder in Glenorchy. Heute, Blog schreiben, evtl. noch Internet, den Recycling-Resales-Shop in Queenstown checken und dann mal sehn ob's heut oder morgen weiter Richtung Süden geht.

Rock On !!

Mittwoch, 24. Februar 2010

Von Franz Josef bis Wanaka

So schnell gehn die Tage ins Land, es ist nicht zu fassen, schon wieder sind acht Tage rum. Nachdem letzten Post bin ich zu dem DOC Campground am Gillespies Beach gefahren. Wieder erwartend kostet der Campground nichts, es ist ziemlich viel los und der kleine Parkplatz ist voll mit Campern. Das Wetter ist super und die Sicht ist gut. Nachdem der Beach gut 20km westlich von Fox Glacier liegt hat, man von hier eine phänomenale Aussicht auf die Southern Alps, man steht also am Strand und kuckt sich von dort die Gletscher an, das ist schon was. Abends Campfires zu Hauff und nette Leute. Tags drauf sieht das Wetter leider nicht gut aus, dennoch muss ich mich bewegen um wieder fit zu werden. Entscheide mich daher für einen Walk zum Galway Beach. Es fängt an zu regnen, was mich nicht wirklich stört, meine wasserdichten Wanderstiefel wären aber wohl die bessere Wahl gewesen. Der Walk ist schön und von einem Aussichtspunkt beobachte ich die Hector Dolphins durch mein kleines Fernglas. Für Regen ist mein Camper noch nicht optimal ausgestattet, dass war mir schon bewusst, nur an diesem Abend bekomme ich dies eben auch zu spüren. Zumindest provisorisch bekomme ich, auf die schnelle, mein Kochzeug auf dem Beifahrersitz unter um das erste mal in meiner Karre zu kochen. Es regnet ohne Ende und alle sitzen in ihren Vans oder Zelten fest. Hier an der Westcoast regnets viel, nachdem ich aber den Fox Glacier noch nicht gesehen habe und eben auch die Mt. Fox Route laufen will, hoffe ich auf besseres Wetter. Es macht irgendwie auch keinen Sinn im Regen durch die Gegend zu fahren und all die schönen Ausblicke zu verpassen. Denke, dass ist auch einer der Gründe warum viele Leute so viel Zeit in NZ verbringen. Nachdem es gut 24 Stunden non-stop geregnet hat wird es endlich besser und am frühen Nachmittag reisst es endlich wieder auf. Am Campground tauchen ein paar Leute vom DOC auf und verkünden gutes Wetter für die nächsten Tage. Demnach geht’s morgen zum Mt. Fox! Der Track ist vom DOC als schwer eingestuft und das was im DOC Info Heft steht hört sich schon nicht ohne an, nachdem ich aber an einer Haupt-Touri Sehenswürdigkeit rum hänge, denke ich mir, die werden wohl etwas übertreiben.

Der Track ist echt nicht ohne, ends steil, Wurzeln, Wurzeln, alles ist nass und glitschig. Immerhin schaffe ich den Aufstieg in drei Stunden, bekomme aber oben ausser Wolken und ein paar wenige Ausblicke auf die Küste nichts zu sehen. Am Summit treff ich Brad (Canada) und Julian (France). Nach fast zwei Stunden geben wir die Hoffnung auf einen Gletscherblick auf und machen uns an den Abstieg. Immerhin war der Track ein ordentliches Training und ich bin echt froh, dass meine Knie einigermaßen durchgehalten haben. Es gibt an diesem Abend keine Dusche, ich kann ja nicht jedes mal in nen Campground einchecken nur um duschen zu gehen. Den Duscheffekt hol ich mir an nem Fluss unter einer Brücke. Hier wird anschließend auch gekocht und gepennt.

Nach der Mt. Fox Action brauchts erst mal wieder nen Lazy Day und so lasse ich es mir an der Bruce Bay in meiner Hammock gut gehen. Am späten Nachmittag geht’s zum Startplatz vom Copland Track. Beim bereiten meines Abendessen finde ich eine Nachricht von Julian, dumm dass ich die nicht früher gesehen habe, wir hatten schon über die Welcome Flat Hut gesprochen und wollten die Tour evtl. zusammen machen. Leider hat mein Handy kein Netz und nachdem die Sandflys mich langsam auffressen, fahr ich nochmals nach Fox Glacier um Julian auf seine Voicebox zu sprechen. Geschlafen wird am Startplatz vom Copland Track. Der Copland Track ist ein mehrtägiger Alpencross Track. Nachdem mir aber Kondition und Equipment fehlt, werde ich nur bis zur ersten Hütte, der Welcome Flat Hut, laufen. Um acht Uhr morgens starte ich bei bestem Wetter los. Der Weg ist nicht sehr anspruchsvoll oder steil, aber bis zur Welcome Flat ist es doch ein gutes Stück. Bei meiner Mittagsrast treffe ich Julian und Katharina und wir gehen das letzte Stück zusammen. Die Hot Pools sind der Hit!
Der Abstieg am nächsten Tag ist ok, wird mir aber zum Schluss hin richtig lang. Auch wenn ich dafür nur sechs Stunden gebraucht habe, bin ich froh als ich am Auto bin. Bevor es weiter Richtung Süden geht gibt’s noch eine kurze Dusche im Fluss. Wir pennen an einem Aussichtspunkt ein Stück vor Haast. Als ich am nächsten Tag in Haast Stop mache, entscheide ich mich ziemlich gleich für die Weiterfahrt nach Wanaka, in Haast ist einfach nix. Die Fahrt bis Wanaka ist der Hit und es fühlt sich super an hinterm Steuer meines Vans durch diese schöne Landschaft zu fahren. Am Weg treffe ich mich immer wieder mit Kathrin und Julian und die letzten 50km nehm ich, nett wie ich bin, noch einen Anhalter mit. In Wanaka geht’s zum einkaufen und wir checken auf einem Campground ein. Heute war mehr oder weniger Hangover Tag und morgen geht’s auf jeden Fall nochmal in den Ort bevors weiter geht. Mal sehn, you never know.

Was gibt’s sonst noch? NZ ist geil, keine Frage, Reisen ist immer fett. Naja, ich hoffe, das Wetter hält die nächsten Wochen gut durch und ich kann noch viel sehen und unternehmen. Es gibt echt viel zu sehen hier und die Tracks fressen ordentlich Zeit. Denke ich werd einfach sehen wies läuft. Wenn ich denke dass ich für Laos z.B. nur 28 Tage hatte, weiss ich manchmal nicht genau. Arbeit ist auch noch son Thema, werde mich die nächsten Tagen nochmal nach nem Job für den Winter umsehen. Wenn das mit dem Parkshaper nicht haut, geht’s evtl. doch nach Wellington oder Auckland um dort möglicherweise irgendwas mit Computern zu machen. Man, der Gotsch weiss es einfach nicht!! Wenn ich wirklich im Oktober wieder in DE sein soll, dann will ich auf jeden Fall noch viel mehr sehn, viel mehr: Indonesien, Malaysia, Indien, South America, California, Canada, Alaska, man Leute!!!!!! Nun jut, immer locker bleiben, wir werden sehen was die Zeit bringt und bis dahin – ENJOY!!!

Dienstag, 16. Februar 2010

Fuck off and ROCK NZ !!!

Servasn miteinand, ich weiß, ich weiß, hab lange nicht von mir hören lassen. Mei, war die letzte Zeit einfach nicht in der richtigen Stimmung für einen Blogpost und Gejammer schreibt sich irgendwie nicht gut, auch wenns eigentlich nix zu jammern gibt.

Um mal an die Geschehnisse vom letzten Post anzuknüpfen. Von Twizel nach Queenstown bin ich in erster Linie, wegen der Sorge um Pow, gefahren, ansonsten hätte ich Wanaka gleich noch mitgenommen. In Queenstown gibt's nämlich eine Mazda Werkstatt. Mazda ist übrigens Ford und inzwischen wundert mich auch gar nichts mehr. Die Story meines letzten Ford reicht um einen dicken Blogpost zu füllen. In Queenstown hatte ich die ein oder andere Stunde in der Werkstatt verbracht, die von der Mazda Werkstatt wollten meine Karre nicht mal ansehen. Nun gut, das wisst Ihr ja im groben schon. Nachdem ich nach 5 Tagen Campingplatz aber festgestellt habe, dass Pow untenrum schon wieder „feucht“ ist und Öl verliert, platzt mir der Kragen und ich will die Karre eigentlich nur noch los werden.

Die einzig gute Möglichkeit, jemanden zu finden der so blöd ist und die Karre kauft ist Christchurch, denke ich. Immerhin die größte City auf der Südinsel. So fahre ich fast 500km an einem Nachmittag um wieder in Christchurch anzukommen. Als ich in Christchurch ankomme, stelle ich fest, dass ich mir auf der Rückfahrt von Queenstown gleich noch einen Steinschlag eingefangen habe, der bereits gesprungen ist. WHAT THE FUCK!! Also gut, kein Mensch der nicht ein kompletter Idiot ist, blind ist, oder unter Drogen steht, wird die Karre für 3800,- NZD kaufen. Den Käufer den ich suche, kann ich wohl nur am Backpackers Car Marked finden, der gleiche Ort an dem ich die Karre gekauft habe. Für 85,- NZD, bekommt man hier einen Parkplatz für drei Tage um die Karre auszustellen. Das ist auch schon alles, verkaufen muss man das Teil schon selbst. Den ersten halben Tag bekomme ich umsonst. Seit Queenstown tut sich Pow schwer beim anlassen, keine Ahnung denke ich, wird schon noch passen. An meinem ersten richtigen Verkaufstag will Pow aber, schon morgens, nicht los zum Car Marked. Die Werkstatt direkt neben dem GH wird sich der Sache annehmen, hat aber erst am nächsten Tag Zeit. So verbringe ich zwei Tage mit warten auf Pow. Die Reparatur des Starter Motors kostet mich 150,- NZD, dieser war mit Öl voll gelaufen und wollte daher nicht mehr recht. Samstag dann mein erster richtiger Car Marked Verkaufs Tag. Car Marked ist eigentlich nicht der richtige Name, im Grunde handelt es sich um einen Backpackers Trip Ending Treffpunkt. Käufer kommen sehr wenig vorbei, wenn im Mittel über den Tag fünf Interessenten vorbei checken, dann war das schon nicht schlecht. Am Ende verbringe ich vier ein halb Tage am Carmarked. Die ersten zwei Tage sind ganz witzig und ich lerne ein paar echt nette Leute kennen. Des Weiteren höre ich viele unterschiedliche Backpacker Car Schicksale und weiß inzwischen viel über den Backpacker Autokauf. Ansonsten verbringen wir die Zeit, mit backen von Pfannkuchen, oder mit dem Zeichnen von speziellen HotOffer Schildern für unsere Autos, im Grunde sinnlos wenn eh niemand vorbei kommt. Alle wollen Ihre Autos los werden und manchmal glauben wir, wir verlieren langsam den Verstand. Am vierten Tag bin ich gelangweilt und check in die Werkstatt gegenüber von meinem Guesthouse. Just for Interesst würde mich interessieren was die Reparatur von Pow kostet. Wenn ich Pow, jetzt mit riesen Verlust verkaufe und mir eine andere Mühle hol, dabei draufzahl und nicht weiß was mit dieser Karre dann nicht stimmt, lohnt sich evtl. eine Reparatur. Die Reparatur Kosten halten sich im Rahmen und sollten die 500,- NZD nicht übersteigen meint der nette Herr von der Werkstatt. Also gut, sage ich und mache einen Termin für den nächsten Tag. An diesem Tag hänge ich mehr oder weniger nur zum Spaß am Car Marked rum und verbringe die Zeit mit Ronny, Christoph und Cindy. Tags drauf, warte ich im GH bis 16:00 Uhr, bis die Kollegen in der Werkstatt endlich Zeit finden einen Blick auf Pow zu werfen. Natürlich ist so viel zu machen, dass die das heute bis 17:30 Uhr nicht mehr alles schaffen, aber morgen Mittag könnte alles fertig sein. So vergeht noch ein halber Tag, den ich in der Stadt, im Rockpool mit free Wifi verbringe. Nachdem die Karre endlich fertig ist, zahle ich Bar und spar mir so zumindest die Mwst., dennoch immerhin 600,- NZD. Bevor es auf die erste Testfahrt geht, besuche ich Ronny am Car Marked und versuch Ihn etwas aufzubauen. Anschließend geht’s nach Akaroa, eine Rundfahrt durch die „Banks of Peninsula“, wirklich schön, nur das Wetter könnte besser sein. Wie schon im Vorfeld geahnt verliert Powi, die blöde Bitch, immer noch Öl und so check ich am nächsten Tag wieder in der Werkstatt vorbei. War mir fast klar dass dieser Besuch sinnlos ist, aber noch bin ich Christchurch und warum eigentlich nicht. Das tauschen weiterer Motordichtungen ist sinnlos, bzw. übersteigt mein Budget bei weitem. Fuck Off denk ich, let's keep filling Oil in it and rock NZ.
Das war jetzt die Auto Story und ich hatte schon überlegt ob ich diese überhabt niederschreiben soll. Natürlich gab's in den Tagen in Christchurch auch ganz nette Erlebnisse, die Leute am Car Marked, die ich sonst nicht kennen gelernt hätte. Einen Samstag Abend in Christchurch, an dem ich vor lauter Mädels, den Mund nicht mehr zu bekommen habe, einige Abende am Brighton Beach, die ich mit netten Leuten verbracht hab und eine Runde Hauspartys in den Strassen von Christchurch.

Am Freitag ging's dann aber endlich los, ich check kurz am Car Marked vorbei und bring Ronny ein Bier, bevors für mich zum Arthurs Pass weiter geht. Auf dem Weg stoppe ich am Castle Hill und klettere in den verrückt aussehenden Limestone Gebilden rum. Nur wenige Kletterer sind unterwegs, aber im Grunde ist Castle Hill der Kletter HotSpot für die Kletterszene aus Christchurch. Viele Felsen haben einen krassen Überhang und so eignet sich die Area super zum Boldern. Die Ausblicke sind Super und endlich etwas zu sehen tut mir richtig gut und auch das Wetter ist der Hit. Am Arthurs Pass such ich mir einen netten Parkplatz zum Abendessen mit möglichst wenig Kea's. Kea's sind äußerst freche, ziemlich große Papageienartige, Vögel. Sobald diese eine Möglichkeit sehen, mit wenig Aufwand an etwas essbares zu kommen, sind sie da. Außerdem stehen sie auf alles aus Gummi und machen vor Scheibenwischerblättern, Reifen und Fensterdichtungen keinen Halt. Nachdem Essen verziehe ich mich dann doch an den Hauptparkplatz am Arthurs Pass, hier stehen viel mehr Autos und so hoffe ich die Kea's gehen jemand anderem auf den Sack. Der Wecker wird auf eine Bergsteiger mäßige Uhrzeit eingestellt, weil ich mir den Avalanche Peak als morgiges Tagesziel vorgenommen habe. Nachdem am nächsten Tag früh morgens aber der Regen gegen meine Scheibe peitscht und das ganze Tal in Wolken liegt check ich am DOC (Department of Conservation) doch nochmal das Wetter. Morgen könnte es evtl. ganz gut werden meint der nette Herr, auf jeden Fall übermorgen. Hmm, ich check die Devils Punchbowl Falls und lauf anschließend noch den Aicken Track. Der Aicken Track liegt auf der gegenüberliegenden Talseite vom Avalanche Peak und so bekomme ich zumindest einen guten Blick auf den Avalanche Peak und das komplette Tal. Der Track endet an der Baumgrenze mitten im Nirgendwo, nachdem es aber gerade ziemlich zu zieht, mach ich mich sowieso wieder auf den Rückweg.
Auf die vorrausgesagten sonnigen Tage will ich nicht am Arthurs Pass warten, ich mein da ist außer einem Parkplatz, ein paar Hausern und einem Information Center nichts, außerdem würde ich die schönen Tage viel lieber mit Ausblicken auf die Gletscher an der West Coast verbringen. Über Lake Brunner und Greymouth fahre ich nach meiner netten kleinen Wanderung weiter an die West Coast. In Greymouth kaufe ich ein bisschen ein. An einem kleinen Idyllischen Parkplatz gibt’s Abendessen. Irish Stew aus der Dose, mit ein paar Scheiben Brot gar nicht schlecht. Leider steht an dem Parkplatz ein Schild „No Camping“ und so fahre ich wieder. Ein Stück weiter findet sich ein ausgeschriebener Aussichtspunkt an dem ich ein solches Schild nicht finden kann. Es ist bereits dunkel und ich genieße ein wenig Wein zusammen mit zwei weiteren deutschen, die ebenfalls in einem kleinen Camper unterwegs sind. Der Blick am Morgen ist phänomenal, zur linken eisbedeckte Berge, der blick auf das Meer zur rechten, dazwischen ein paar vereinzelte Wolken die sich aus den Tälern schälen und vor dunkelblauem Himmel dahin ziehen. YES!!! So und nicht anders!!!

Es geht bis Franz Josef, die Umgebung auschecken und ins DOC. Der Alex Knob Track sieht verlockend aus und mit den angegebenen acht Stunden gehzeit eine willkommene Einstiegstour. Der Track wird für den nächsten Tag vorgemerkt. Dennoch geht’s noch zum Gletscher und ich check den kleinen Gletscher Aussichts Walk. Der Gletscher sieht beeindruckend aus und ich habe einfach noch nie eine so lange Gletscherzunge gesehen. Das Ende der Gletscherzunge befindet sich hier auf nur 300hm und es sind nur ein paar Kilometer bis zum Strand. Eco Tourism sieht für mich anders aus, aber der Gletscher bietet wohl die einzige Möglichkeit hier Geld zu verdienen. Helis fliegen im Minutentakt, kleine Heli Rundflüge, große, mit und ohne Landung auf dem Gletscher, halb und ganztags Gletscher Walks, Sky Dives und Off Road Quad Touren sind die angesagten Actions. Vergeblich suche ich Abends nach einem kostenlosen Stellplatz und checke am Ende an einem DOC Campground ein, immerhin sind so wieder sechs Dollar fällig. Zum Abendessen gibt’s heute mal wieder Nudeln, es ist sehr viel los am Campground und so sitze ich am Ende, mit einer Australierin, einem Kanadier, zwei Schweizerinen und einem Pärchen aus Kalifornien am Tisch. Vorallem wegen der vielen Mücken und Sandfly's geht’s früh zu Bett. Ist mir im Grunde sehr recht, da ich den Wecker auf 7:00 Uhr stelle.

Der Wecker schellt, der Gotsch erwacht, es gibt ein kurzes Frühstück und es geht die knapp 20km zum Startplatz meiner Tour, „Alex Knob“. Der Aufstieg ist vergleichsweise entspannt und führt durch Regenwald und unterschiedliche Vegitationszonen. Es ist wirklich richtiger Regenwald, zwar etwas anders wie in Thailand oder Laos, aber einfach schön. Die Trails hier sind so wie sich das, dass Wanderherz erwünscht, ein kleiner schmaler Weg durch wundersame Natur. Kleine Vögel begleiten mich und außer zwei Schweizerinen und zwei Kanadierinnen treffe ich niemanden, lediglich die Helis sind immer mal wieder zu hören. Die Aussichten, die sich auf den Gletscher bieten sind atemberaubend und der Blick beim Aufstieg ist weitestgehend Wolkenfrei. Oben angekommen, trifft sich alles wieder und so sitz ich am Alex Knob, mit Blick auf den Gletscher zwischen vier Mädels. Der Blick auf den Gletscher ist inzwischen durch Wolken getrübt, doch kurz bevor wir los wollen reist es nochmal auf und wir können noch einen kurzen Blick erhaschen. Der Weg nach unten ist für mich nicht ohne, meine Knie melden sich zeitig und sagen mir, dass ich die letzten Monate mehr Sport machen hätte sollen. Am Abends check ich noch bis nach Fox Glacier und dort auf einem Campingplatz ein. Eine Dusche war zwar nicht unbedingt notwendig tut aber doch sehr gut. Es gibt wieder Nudeln und ein bisschen Bier.

Heute ist Lazy Day. Statt den Nachmittag in der Hammock zu verbringen, raffe ich mich auf und schreibe diesen Post. Die Ortschaft um Fox Glacier ist leider noch kleiner als Franz Josef und so gibt’s hier nicht mal einen ATM. Da ich nur noch 8,- NZD in Bar habe, der Campground am Beach bestimmt auch wieder sechs oder zehn Dollar kosten wird, überlege ich die 21km nach Franz Josef zurück zu checken um zumindest ein paar Kröten in der Tasche zu haben, andererseits kann ich das auch morgen machen. So wie das aussieht werde ich hier den morgigen Tag mit lockeren Actions verbringen und übermorgen evtl. den Mt. Fox Track in Angriff nehmen. Ein acht Stunden Walk und sehr steil, ich bezweifle, dass meine Knie das mitmachen, aber wir werden sehn was wird.

Soooo Leut, was soll ich euch noch sagen, freu mich immer wieder über die netten Mails und Komments von euch, oder auch die Anrufe die ich inzwischen gelegentlich erhalte. Bilder gibt’s leider erst wenn ich den nächsten ungesicherten HotSpot finde. Beste Grüße an euch alle, passt auf euch auf und lasst's euch gut gehen (rock).

Sonntag, 31. Januar 2010

NZ Update

Nun jut, so ist dass, back to da western world!! Nach drei Wochen kann ich inzwischen behaupten angekommen zu sein. Die Umstellung nach dreieinhalb Monaten Süd Ost Asien ist nicht zu unterschätzen. OK! Mein Auto ist soweit prepared, hab mich inzwischen gut damit angefreundet und will nicht länger über Kohle und Reparaturkosten nachdenken. Es läuft und ist gut eingerichtet, sogar nen 220V Socket hat sich der Gotsch geleistet. Es schläft sich ausgezeichnet in meinem neuen Begleiter, den ich auf den Namen POW getauft habe. Den krassen Stearing Wheel Shake Effekt habe ich durch mehrmaliges Wuchten der Reifen inzwischen auf ein Minimum reduzieren können, wollen wir nun hoffen dass POW wacker durchhält und mir ein treuer Begleiter ist. Zu POW gibt’s ansonsten nicht viel zu Sagen, Mazda MPV, Automatic, 2,6l (oder so), V6, trinkt ordentlich, croused sich dafür aber anständig.

Die Tage von Sonntag dem 17.01. bis Sonntag dem 24.01. habe ich noch in Christchurch verbracht. Meine Visa kam zwar schon am Donnerstag dem 21.01. an, aber was solls. Die Zeit mit Craig war einfach cool und es gab auch jeden Tag irgendwas zu erledigen. Um ehrlich zu sein, haben wir viel Zeit im Rockpool, einer netten PoolBar mit free WiFi, Bier und Pool verbracht. Dafür ist mein Lebenslauf jetzt gut prepared und die erste Bewerbung ist raus. Für die Stelle habe ich aber bereits eine Absage erhalten. Der Gotsch, als „Head of Snowpark Shaper“ war denen wohl doch ein zu großes Risiko. Die Ausschreibungen für das Fußvolk in den Skigebieten laufen aber eben erst ab Anfang März.

Nun ja, am 24.01. bin ich erstmals richtig los gecrused, raus aus Christchurch. Auf dem Highway 1 muss man schon mal 100kmh fahren und mein Lenkradshakeing war nicht zu ertragen, nachdem ich an einem Sonntag los bin, hatte natürlich jede Werkstatt zu. In Geraldine hab ich dann einen Stop eingelegt und auf den Montag gewartet. Der Nachmittag war mit meinem ersten HotSpot takeover gut rum zu bringen und Abends hatte ich außerhalb der Stadt, an einem netten kleinen Rastplatz, gesellige Gespräche mit einem Pärchen aus Wales. Man Stefan, wenn ich immer wieder unsere Storys erzähle, Zweifel ich manchmal selbst an dem erlebten.

Am Nächsten Tag hat der Mechanik von Firestone meine Vorder- und Hinterreifen gewuchtet, damit war das Shakeing schon etwas besser. Die Vorderreifen hatte ich in Christchurch bereits schon mal wuchten lassen. Von Geraldine gings zum Lake Tekapo. Die Entfernungen hier sind echt ein Witz und so war ich trotz der Werkstattaction schon Mittags dort. Also nimmt man sich Zeit, fährt ein bisschen den See entlang und genießt die riesige Aussicht. Lake Alexandrina ist gleich nebenan und so schaut man da auch einfach noch vorbei. Was aber will ich hier machen, noch nicht lange unterwegs treibts mich weiter zum nächsten See. Lake Pukaki, Aoraki und Mt.Cook, schon ein riesen HIT!! Allein das im Auto fahren macht einen riesen Spaß, die Ausblicke sind phänomenal und so erfahre ich an diesem Tag den ersten Scream Effekt in NZ. Scream Effekt ist, wenn man plötzlich ein fettes „Jehaaa!“ raus schreit, weil einfach alles so fett ist. Das Wetter ist seit ich aus Geraldine raus bin endlich schön und die Landschaft atemberaubend. Am Lake Pukaki mache ich halt, genieße den Ausblick auf Mt. Cook, nehm mir für diesen, für mich besonderen, Berg, extra Zeit. Häng die Hängematte auf, bleibe für diesen Tag einfach dort und genieße nur den Blick zum ca. 70km entfernten Berg.

An den ganzen Seen wären zu Haus alle paar km dicke, schicke Dörfer und man wird Leute sehen ohne Ende, hier ist einfach nix. Von der Hauptstrasse biegt man nach Aoraki ab, das sind 55km am See entlang mit Blick auf den höchsten Berg Neuseelands, Mt. Cook (3754m). In Aoraki selbst gibt’s wenig zu sehen und ich bereue, dass ich nicht genügend Verpflegung für einen Track dabei habe. Nach genauerer Recherche stellt sich aber raus, dass bis auf die Müller Hut, ohne Gletscherausrüstung und Seilkamearad nicht viel zu holen ist. So check ich nur noch den Tasman Glacier Stausee, fahr zurück nach Twizel um einen unsecured HotSpot zu missbrauchen und einzukaufen. Wieder schlafe ich an einem netten kleinen Rastplatz. Nachdem ich gemeint habe zu sehen, dass irgendwas mit der Spureinstellung an POW so überhaupt nicht stimmt, such ich im Internet nach der nächsten Mazda Werkstatt. Entschiede mich für Queenstown und voller Sorge, fahr ich am nächsten Tag die ganzen, fast 200km, bis nach Queenstown. Testfahrt mit dem Mechanic, reifen wuchten, Testfahrt,......, immerhin ist inzwischen fast kein Shakeing mehr zu merken und auch sonst scheint alles OK zu sein. Hoffe jetzt einfach, dass es das für die nächste Zeit gewesen ist.

Seit Mittwoch bin ich also hier in QT (Queenstown). Erinnert alles wirklich an Riva oder Torbole, Same Same but different, eben. Beim reisen muss ich immer wieder an Garth von Waynes World denken, den Satz den er am ersten Tag im neuen Studio raus laesst: „Es ist wie mit einer frischen Unterhose, am ersten Tag kratzt sie noch ein bisschen, aber dann, dann will man gar nicht mehr raus“, oder so ähnlich. So empfinde ich das oft mit neuen Plätzen oder Orten, erst ist alles komisch und dann...... Naja, nachdem ich mit meinem Knie immer noch auf Sparflamme laufe, war bis auf Party und Shopping noch nicht viel los. Vorgestern habe ich den ersten KnieTestWalk hingelegt (450hm) und war überrascht was schon wieder geht. Nach einem Ruhetag gestern, hab ich mir heute, für einen halben Tag, ein nettes Specialized Fully gegönnt. Große Tour war mir noch zu riskant und so bin ich wieder den Skyline Hill hoch. Die Downhill-Trails, auf die ich bereits einen Blick geworfen hatte, sahen doch zu verlockend aus. Wie geplant, konnte ich die Trails, in der gegebenen Zeit, zwei mal rocken und hab immerhin fast 900hm überwunden. Mein Knie hält!

Ansonsten sind die weiteren Planungen wieder mal etwas ungewiss. Morgen geht’s auf jeden Fall runter von diesem Campingplatz. Bis Zum ersten Track lasse ich noch ein paar Tage vergehen und mit genügend Sonne im Gesicht lässt es sich hier grad gut aushalten. Zwei Track Optionen sind inzwischen gecheckt, der Greenstone und Caples oder der Dart and Rees, beide dauern zwischen vier und fünf Tagen. Wir werden sehn wann ich mich dazu aufraffe.

Was sonst noch so abgeht erzähl ich euch ein anderes mal, sicher steht noch einiges an und ich werd euch ordentlich berichten. Nachdem ich mein Tagebuch schon längere Zeit nicht geschrieben habe kommt aktuell „fast“ alles in den Blog. Rockt Leute, rockt und nehmt das Leben einfach wie es kommt.