Mittwoch, 1. September 2010

Craigieburn and Broken River Trip

arbeitsbedingt, gehen jetzt nur zwei Wochen Urlaub raus und so geht’s erst am 07.08. los. Da in der letzten Arbeitswoche ordentlich was los ist, steht am Samstag erst mal Packen und Einkaufen an. Der grobe Plan ist, sich mit Manu am Craigiburn Shelter zu treffen, Handyempfang hat man hier ja nirgends. Nachdem alles im Auto verstaut ist, ist mein Zimmer hier fast leer, ich ziehe wirklich wieder in meinen Van. Die ganze Woche war es noch gut warm, seit heute ist es zum Glück kälter und in den Bergen soll's auch Neuschnee geben. Für Sonntag ist super schlechtes Wetter vorrausgesagt und so werde ich mich erst Abends mit Manu treffen. Sonntag Morgen werden noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und am Nachmittag geht’s Richtung Arthurs Pass. Schon kurz nach Chch, weist mich eine Anzeigetafel auf die Notwendigkeit von Schneeketten ab Springfield (ca. 70km von Chch) hin. Genau so habe ich mir das vorgestellt: WINTER!! Kurz vor dem Porters Pass, es liegt schon ein wenig Matsch-Schnee auf der Strasse, ist eine Art Verkehrskontrolle, es wird nach Schneeketten gefragt und über die Strasstenbedingungen informiert. Trotz Sommerreifen schaffe ich den Porters Pass aber ohne Ketten und überhaupt ist die Strasse frei. An Castle Hill mach ich ein kurzes Foto bevors zum Craigieburn Valley und zum Treffpunkt weiter geht. Manu steht schon mit seinem Van am Shelter und wir freuen uns gemeinsam über den frischen Schnee. Der Schnee der hier fällt ist noch schwer und Nass, auch der Boden ist nicht wirklich gefroren. Manu kocht Dinner und wir hängen den Abend in Manu's Van ab. Für morgen hoffen wir aufs Beste und auf den ersten Run in Broken River. Es ist Kalt und ich, der ein außergewöhnlich gut beheiztes Kiwihaus gewohnt ist, hofft insgeheim auch, dass der Schlafsack warm genug ist.

Die Nacht ist nicht so kalt wie gedacht, als ich am morgen auf mein Thermometer schau, hat es gerade einmal -2 Grad. Die Schlechtwetterfront ist weitergezogen und so bereiten wir uns auf den ersten Schneetag vor. Die Club Fileds sind kleine Skigebiete die sich auf Privat Grund befinden. Es gibt keine asphaltierten Zufahrten und die so genannten „Access Roads“ bewältigt man besser mit einem 4WD. Manu hat gestern einen kleinen Erkundungsrundgang gemacht und möchte seinem Van die Access Road auf keinen Fall antun. Wir machens wie sichs gehört, lassen unsere Karren stehen und Hitchhiken auf den Berg.

Vom Carpark geht’s mit dem inclinator, sowas wie ner Gondel auf Schienen nach oben, 6 Pers. Max. Am Ticketoffice, kaufe ich mir auf die schnelle doch noch einen „Glove Cover“. Von dort bis zum ersten Rope ist es noch ein gutes Stück zu laufen. Am Rope, bekomme ich eine kurze Einweisung ins Rope Tow'en, wirklich kranker Scheiss und scary wie die Sau. Im ersten Moment hört sich das ja alles easy an. Man hat also seinen Klettergurt oder ähnliches um die Hüfte und befestigt daran den sogenannten „Nutcracker“. Man, stellt sich ans Rope, bereitet den Nutcracker zum greifen vor und greift mit der anderen Hand das Rope, deshalb auch der Glove cover. Wenn man Rope-Geschwindigkeit erreicht hat, schließt man den Nutcracker und sieht zu, dass man alles andere vor dem ersten „Pully“, also vor der ersten Umlenkrolle sortiert bekommt. Hier haben Leute schon Finger verloren. Das Rope ist schneller als viele Ankerlifte und bis zum ersten Pully ist es nicht sehr weit, erst nach ein paar Versuchen komme ich das erste Rope Tow hoch. Das Basin ist schon ein wenig verspurt, aber nachdem nicht viele Leute unterwegs sind, ist noch genügend Powder übrig.
Die Clubfields sind schon was besonderes, der Wanker Filter, also das Rope Tow, verhindert überfüllte Hänge. Planierte Pisten gibt es keine und überhaupt sieht ein Clubfield eher aus, wie wenn jemand das notwendigste irgendwie, mit billigsten Mitteln, in und an den Berg bekommen hat, um nach einem Run, wieder einigermaßen flott auf den Berg zu kommen. Entspannung gibt’s an einem Rope Tow nicht und so ist man, mehr oder weniger, non-stop am boarden. Die Hütte in Broken River ist super cool, die Küche kann von jedem genutzt werden, es gibt kostenlos Tee, ein Sandwichmaker und sogar ein Grill steht der Allgemeinheit zur Verfügung. Abends Trampen wir die 6km Access Road bis zu unserem Home Shelter.

Das beste Mittel gegen Kälte ist Bewegung, so sammeln wir Feuerholz und wechseln uns beim Sägen ab. Der Shelter ist fast zu allen Seiten offen, die Feuerstelle ist riesen groß und der Kamin zieht die ganze Hitze einfach weg, man muss sich echt nah ans Feuer setzen um ein wenig Wärme abzubekommen. Immerhin können wir die Handschuhe trocken. Das Trocknen von Kleidung ist ein Thema und die beste Möglichkeit ist einfach, alles anzubehalten bis es trocken ist.


Nach zwei Tagen Broken River geht’s den ersten Tag nach Craigieburn, ein anderes Clubfield gleich im nächsten Becken, an der gleichen Bergkette. Wir Hitchhiken also wieder und kommen so easy ins Gebiet. Craigieburn, wird unser Favourite, die drei Rope Tows kommen alle hintereinander und am Gipfel ist nach einer entspannten Hangquerung laufen angesagt. Passt uns aber besser als das ewige Gequere in Broken River. Überhaupt, da die Gebiete meist an den Berg-Schattenseiten in einem halbkreisrunden Becken liegen, ist nach der langen Rope Tow fahrt Queren angesagt, bevor es in die Hänge geht. In Craigieburn rocken wir die erste wahnsinns Rinne. Fast 600hm vertical drop, Start durch einen gut 40Grad steilen, felsversetzten „Shoot“ und dann ist Powdern angesagt. Nach der Abfahrt geht’s zu Fuß, 20 Minuten die Access Road hoch zur Rope Tow Talstation, drei mal Rope Tow Action, queren und nochmal laufen, bevor die nächste Rinne dran glauben muss.

Rein zufällig treffen wir am Donnerstag Sam am Berg. Wir beide kennen Ihn und seine Freundin aus Motueka. Die Beiden haben Ihre Base in Springfield und wir sind eingeladen dort doch einfach mal vorbei zu schauen. An diesem Abend rocken wir zu dritt die Access Road, es liegt einfach zu viel Schnee um schon am CarPark in ein Auto einzusteigen. Natürlich super blöde Action was das Material angeht. Den Spaß lassen wir uns aber nicht nehmen und so geht’s, schneller als die Autos die Strasse runter. Bremsen kann man, will man wegen der vielen Steine aber nicht, ein Kratzer bleibt nicht aus und fast 20cm bis auf den Holzkern machen Boardpflege in den nächsten Tagen notwendig.

Freitag morgen regnet es in Strömen bei +5 Grad. Boarden ist für den Tag gegessen und wir machen uns im Shelter gemütlich Frühstück. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen kommt es uns fast warm vor, -8 Grad beim aufstehen ist eine andere Sache. Am Frühen Nachmittag machen wir uns nach Springfield auf, besuchen Sam und Loreta. Außerdem müssen wir unsere Vorräte auffrischen, beim Blick auf die Preise überlege ich aber schon, ob es nicht besser wäre bis nach Chch zu fahren. In Sam's Workshop werden die gröbsten Kratzer gefüllt und die Bretter gewachst. Für mich geht’s an diesem Tag noch nach Chch.

Samstag morgen frage ich mich was ich hier eigentlich soll, wasch meine Wäsche, kaufe ein, setz mich ins Auto und fahre wieder los. Das Wetter ist gut und es ist ziemlich warm. Der ganze Schnee ist dahin, die Skifields sehen vom Tal aus, bitter aus und wir fragen uns ob an Snowboarden überhaupt noch zu denken ist.Sonntags schauen Loreta und Sam vorbei und wir fahren gemeinsam zum bouldern nach Caslte Hill. Die nächsten Tage warten wir auf besseres Wetter, auf Kälte, Schnee und dicke Flocken. Wir verbringen die Zeit mit Slacklinen und checken noch zwei andere Shelter aus.

Als es uns am Mittwoch wieder auf den Berg zieht, ist das Wetter echt beschissen. Es liegt etwas nasser Neuschnee und es regnet fast. Es hat super wenig Schnee und so habe ich Porters die ganze Zeit hier noch nicht gesehen. Trotzdem rocken wir ein wenig über die Kicker und machen das Beste draus. Am Donnerstag wieder Frühlingshaft und wir fahren erst gar nicht zu den Skifields hoch. Freitag raffen wir uns auf und werden in Craigieburn mit Powder Runs überrascht, machen an diesem Tag noch den Hike nach Broken River und finden eine super Line. Samstag kann ich nicht anders und mach nochmal los, Manu hat leider nur nen mid week pass und verbringt den Tag mit slacklinen. Am Abend wird’s im Shelter voll und es ist richtig busy. Wir treffen auch ein Haufen alter Bekannter der letzten Abende wieder. Bevor die ganzen Kletter Freaks aus Castle Hill mit Ihren Boulder Matten kommen, machen wir uns aber auf zum Howden Shelter, einfach viel entspannter dort.

Was eine super fette Zeit! Für zwei Wochen wieder in meinem Van zu wohnen, ein riesen Spaß, die ganze Zeit draussen zu sein, 4 Jahreszeiten Schneeverhältnisse und ein Haufen netter Leute.

Seit einer Woche steht jetzt wieder Arbeit an, soweit alles schon in Ordnung, vorallem weil ich inzwischen weiß, dass es im November oder Dezember mit dem Traveln weiter geht. Zumindest habe ich in der Arbeit schon mal bescheid gesagt und so stellt sich jetzt eigentlich nur noch die Frage: Wo geht’s hin?

Dienstag, 27. Juli 2010

An Spätzle Hobel a bissal Mehl, Eier und an Käs

Mehr brauchts eigentlich ned für guade Spatzn. Fettes merci erst mal an Peter, Jörg, Def, Gabi - und Gruß an alle. Ein Spätzle Hobel plus Zubehör! Sicher schadet auch in der Ferne nicht, dass richtige Handwerkszeug. Das Päckchen überrascht mich letzte Woche Montags in der Arbeit, was hab ich mich gefreut. Die Hardware sieht nobel aus und dazu noch diese schicken Ruth Pretty Teetowls. High class travel equipment!

Wie auch immer, es soll wohl Leute geben die meinen ich kann keine Spätzle machen. Damit Ihr mal alle einen Platz habt, den Ihr kennt und wo steht wie man Käs Spatzen macht, gibt’s hier jetzt das Rezept:

500g Mehl
5 Eier
bissal Wasser
bissal Salz

ein, zwei Zwiebeln
300g Kas oder mehr

Mehl, Eier und Wasser zu am zähflüssign Teig zam rührn. Obacht gebn, des soll jah nich klumpn.

Derweilen hat jemand anders scho an grossen Topf mit Wasser aufgesetzt, die Zwiebln gschnitten und an Käs griebn.

Wenn das Wasser kocht, einfach Teig in den Hobel geben und los geht’s. Wenn die Spätzle oben schwimmen, san die eigentlich fertig. Abfischen und in a große Schuessl gebn, Kas drueber und in Ofen oder'd Micro nei, raus nehmen wenns guad ausschaugt.

Zwiebl in a Pfann oder am Topf schee anglasen und über die fertign Spatzen geben.

Tip für nachm Essen, an Schnaps und jemand anders der abspuelt.

Was gibs sonst neues? Das Wochenende Porters war der Hammer. Schneebericht: 90cm, Piste gut griffig, letzter Schneefall vor über zwei Wochen.
Immerhin drei Ankerlifte haben die, für die Clubfields ist das eine riesen Sache. Der Snowpark kann sich jetzt schon sehen lassen und wird wohl noch richtig fett. Der Schnee ist gar nicht schlecht und es ist wenig los. Samstag mieses Wetter, aber Nachmittags um drei reissts endlich auf und wir haben noch eine wahnsinns Aussicht!! Sonntag wie ein Traum.

Am Donnerstag hab ich mir Jib da Foundry, einen kleinen Jib Contest auf dem Uni Gelände angeschaut. Nettes Set-Up und ein Haufen Schneeverrückter. Nachdem ich seit letztem Mittwoch Bereitschaft habe, geht’s am Wochenende trotz 30cm Neuschnee aber nicht aufn Berg. Samstag und Sonntag wird statt dessen, die frisch aus DE eingetroffene, Slackline gerockt.

POW, meine alte Karre, ist wieder voll da. Mit neuer WOF (TÜV), vier nagelneuen Reifen und neuer Windschutzscheibe. Hatte lang überlegt was ich machen soll, aber wenn er hält wars die Kohle wert. Neue Karre ist ja auch immer wie ein neuer Lottoschein und wie die Kiwis so schön sagen: „The devils you know“. Sogar Schneeketten hab ich mir gekauft, hier gibt’s ja keine Winterreifen. Ausser der Scheibe und den Reifen ohne jegliches Profil wurde noch beanstandet, dass POW mit sieben Sitzen eingetragen ist und nicht mit Zwei, also soll ich die Sitze wieder rein machen oder das umtragen lassen. Dazu muss ich zu einer anderen Werkstatt und dort siehts viel TÜV mäßiger aus. Auf jeden Fall muss der gute Mann einen Blick in mein Auto werfen. Zu dem, ganzen losen Ausbau sagt er aber zum Glück nix, ich soll halt blos nix oben auflegen sondern alles unten drunter verstauen. Bei uns daheim unvorstellbar, außerdem muss ich Ihm versprechen, dass ich die Sicherheits Gurte hinten raus mache, irgendeine Vorschrift. Das Umtragen ist kein Problem und so ist Pow seit zwei Wochen ein Camper und kein Auto mehr.

So, jetzt ma sehn, wie sich der Urlaub angeht und was der Winter in Neuseeland kann. Rockt on Leutz und lasst euch die Spatzen schmecken.

Dienstag, 13. Juli 2010

What are you going to do with you life?

Zitat aus „Der Alchemist“ von Paulo Coelho:
.............. Der Jüngling wußte nicht, was ein persönlicher Lebensweg war. „Es ist das, was du schon immer gerne machen wolltest. Alle Menschen wissen zu Beginn ihrer Jugendzeit, welches ihre innere Bestimmung ist. In diesem Lebensabschnitt ist alles so einfach, und sie haben keine Angst, alles zu erträumen und sich zu wünschen, was sie in ihrem Leben gerne machen würden. Indessen, während die Zeit vergeht, versucht uns eine mysteriöse Kraft davon zu überzeugen, daß es unmöglich sei, den persönlichen Lebensweg zu verwirklichen.“ ..............

Anyway, es ist an der Zeit, dass ich mal das wichtigste nieder schreibe. Was mir die letzte Zeit so alles durch den Kopf ging bekomme ich hier doch nicht unter und das ist wohl auch der Grund warum Ihr auf diesen Post so lange warten musstet.

Es ist viel passiert und doch, ist gar nicht so viel passiert. Wie gesagt hab ich nach der Woche Boon Street wieder nach Unterkunft Ausschau gehalten und mich am Sonntag, auch weil ich einfach gelangweilt war von der Wohnungssuche, für die Kipling Street entschieden. Das war praktisch nach meiner zweiten Woche bei der Startup Ltd. und ich konnte an diesem Sonntag auch gleich einziehen.

Gar nicht so einfach, weil ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll und worauf ich eigentlich hinaus will. Vielleicht fange ich einfach mal mit den dicken Brocken an. Am Dienstag den 08.06.2010 habe ich meine Kündigung, an meinen lieben Arbeitgeber in der Heimat, in die Post geschmissen, geht sich in erster Linie zeitlich nicht aus (Foto nachgestellt, denn eigentlich war es an einem regnerischen Tag). An dieser Stelle, herzlichst leibe Grüße an die Kollegen – You all ROCK!!

Es geht für mich nicht um einen Job, eine Karriere, einen unbezahlten Urlaub oder nur ums reisen, in erster Linie geht’s hier um mich. Wenn ich das hier jetzt nicht durchziehe, war die Zeit zwar toll aber irgendwie doch auch fürn Arsch!! Der aktuelle Plan sieht vor, hier in Neuseeland ein paar Urlaubswochen im Schnee zu verbringen und bei Startup Ltd. noch bis in den europäischen Winter rein zu arbeiten. Der grobe Plan geht noch etwas weiter, aber man weiß aktuell einfach nicht was sich wie ausgeht und desto länger ich hier bleibe, desto mehr gefällts hier eigentlich.

Christchurch, 300.000 Einwohner die größte Stadt auf der Südinsel. Canterbury Peninsula, ein Kletter und Bike Eldorado nicht einmal 10km vom Stadtkern entfernt. Brighton Beach 10km, Sumner Beach 20km, Berge zum Snowboarden 100km und das abgesehn von allen anderen wahnsinns Plätzen auf der Südinsel. Es besteht Suchtgefahr! Arbeits und auch Resident Visa sind zum greifen nah, man informiert sich tatsächlich und macht sich seine Gedanken.



Dennoch, irgendwie steht fest, dass es weiter gehen muss. Nach gut neun Monaten unterwegs weiß ich zwar immer mehr was ich nicht will, aber auch noch nicht was eigentlich anstehen soll. Ein grober Plan wäre nicht schlecht, dass sagt mir zumindest mein Gewissen, ob er wirklich notwendig ist, wird aber auch in Frage gestellt. Jetzt hatte ich ein Jahr lang diese tolle Sicherheit, ende Juni 2009 hab ich den unbezahlten Urlaub genehmigt bekommen und nun geht’s dahin, ans eingemachte, jetzt geht’s erst richtig los!

Sicher geht mir die Heimat ab, meine Familie, meine Freunde und Dude's! So wie ich das hier erlebe, weiß ich aber auch, dass die mir wichtigen, immer da sind für mich. Daheim is echt schön, das muss man schon auch mal gesagt haben, ich komm echt aus einer super schönen Ecke. Dennoch, wenn ich an die morgendliche S-Bahn fahrt denke, die ich mit Armin und Flo immer genossen habe, aber dann eben auch an all diese mies gelaunten Gesichter denke, dann weiß ich auch was ich nicht vermisse. Es ist ja auch so:

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!

Soooo ist das! Den Teil bis hierhin hatte ich vor einiger Zeit schon geschrieben, find ich eigentlich ganz treffend und brauch auch gar nicht viel mehr zu sagen. Ein paar Wochen nehm ich mir noch um raus zu finden ob ich nicht doch einfach hier bleibe. Am Samstag Snowboarden und am Sonntag klettern im T-Shirt, ist schon ein Hit. So wies ausschaut, hab ich ab dem 02. August drei Wochen Urlaub und wer sich kurzentschlossen in den Flieger setzt, ist zu feinsten Powder Sessions herzlichst willkommen.

In diesem Sinne – Rock da World!

Jaaaa, und doch denk ich an euch und vermiss euch alle!!!

Montag, 14. Juni 2010

31 Jahre Gotschsonsan



das ist zwar schon wieder eine Zeit her, aber ich denke es ist noch nicht zu spät mich bei euch für die vielen lieben Geburtstagsgrüße zu bedanken. Fettes Merci Leute!!!

Bis kurz vor Schluss konnte ich mich nicht für die richtige Geburtstags-Action entscheiden und so hab ich kurzerhand eine kleine Hausparty angezettelt. Kein Vergleich mit der riesen Fete vom letzten Jahr, aber trotzdem ein super toller internationaler Abend der Spitzenklasse mit ordentlich zu trinken und zu lachen.

Ansonsten ziehen die Wochen grade flott ins Land. Viel Arbeit und in der durch die Arbeit begrenzten Freizeit gibt’s Leute zu treffen, Actions zu starten und man kümmert sich um das alltägliche, im Grunde fast wie zuhaus. Nachdem letzten Post bin ich kurzerhand in die Kipling Street gezogen und auch wenn die City weiter ist als ich eigentlich wollte gefällts mir ganz gut. Vorallem ist es warm im Haus, was für ein Kiwi Haus nicht die Regel ist, ich hab ganz nette Flatmates und mein Zimmer ist ordentlich.

Soweit erst mal eine kurze Zusammenfassung, bei diesem Post geht’s in erster Linie um das super tolle Bild das Ihr oben sehen könnt, dickes Bussi an meine liebe Schwester – YOU ROCK!

Nachdem ich im Grunde kaum Lust zum Blog schreiben hab, ende ich hier, ich kann euch aber sagen es bleibt spannend und der nächste Post kommt bestimmt.

YOU ALL ROCK!! Bis dahin lasst es euch gut gehen und genießt die Tage!

Sonntag, 16. Mai 2010

Startup Ltd. Christchurch

Salve miteinander!!! So, der Gotschsonsan hat schon eine Ewigkeit nix hören lassen und so nehme ich mir am Samstag Abend Zeit und fange zumindest einen neuen Blogpost an. Natürlich bin ich nicht einfach nur zum Spass nach Christchurch geheizt, das alles hat schon irgendwie einen Grund. Von Elaine Bay bis French Pass ist es echt nicht weit, der Aussichtspunkt den ich auf dem Weg gefunden habe lud zum rasten ein und nachdem ich nirgends „No Camping“ Signs sehe, hatte ich damit geliebäugelt dort eben auch die Nacht zu verbringen. Nach kleineren Wanderungen und ein paar Bieren in der Sonne mit guter Mucke im Ohr klingelt plötzlich mein Telefon und ich war im Grunde schon erstaunt, dass ich an dieser Stelle überhabt Empfang habe. Was für ein Zufall!! Es ist ein Herr von einer Firma, ich nenne Sie mal „Startup Ltd.“, auf jeden Fall geht’s um einen Job und ich mache leicht angeheitert einen Termin für ein persönliches Gespräch am Donnerstag aus. Der Anruf erreicht mich auf meinem Aussichtspunkt an einem Dienstag. In Motueka oder in Takaka hatte ich nochmals ein paar Bewerbungen raus geschickt, dabei gings hauptsächlich darum mein Gewissen zu beruhigen. Nach sieben Monaten Reisen hab ich doch ordentlich Asche liegen lassen, Arbeit muss nicht zwingend sein, aber es geht ja wie gesagt auch darum mal was auszuprobieren und so recht kann ich das Reisen und die vielen tollen Orte nicht mehr geniessen, es muss was passieren und ein Konto Update wäre ebenfalls gern gesehen. Ein guter CV und Anschreiben in Englisch, frisst ordentlich Zeit und auch wenn ich bereits ein Haufen davon investiert habe, gefällt mir mein CV immer noch nicht, bzw. weiß ich dass immer noch ein Haufen Macken drin sind. Wie auch immer, bei dieser Bewerbungsreihe hab ich mich auf Christchurch und Dunedin Konzentriert. Das ganze einfach, weil ich eben noch nicht genau wusste wanns jetzt auf die Nordinsel weiter geht und auch weil ich glaube dass es auf der Süd Insel einfach die besseren Optionen zum Snowboarden hat. Auf jeden, war dass der eigentliche Grund zügig nach Christchurch zu heizen, es geht ja nicht nur um die Strecke, irgendwie muss ich mir auch schnell ein einigermaßen schickes Outfit schnitzen. Mittwoch dann Reststrecke nach ChCh, ab ins Guesthouse und anschließend in die Stadt um so billig wie möglich an fancy clothing zu kommen. Second Hand hat dabei ganz gut geholfen. Donnerstag das Gespräch und so viel will ich über die Company gar nicht schreiben, es ist ein kleiner ISP in Christchurch, der dringend Hilfe braucht. Das Gespräch läuft wie ich finde gut und ich verbringe die folgende Nacht wieder am New Brighton Beach. Es war schon echt witzig in meinem ranzigen Camper mit schicken Schuhen, Hemd und Jersey zum Interview zu fahren. Irgendwie höre ich von der Firma in dieser Woche nix mehr und ich weiß auch nicht recht was ich hier in ChCh eigentlich noch machen soll. Am Samstag entscheide ich mich für Hagley Park und lerne einen Haufen netter Traveler kennen. Wir sitzen zu fünft in Steffs Camper und stimmen uns mit Bier, Wein und Havana Club in den Abend ein. Sehr witzig auch, wir sind fünf Leute aber jeder reist für sich allein, so viele lonely traveler auf einem Haufen habe ich hier in NZ noch nicht gesehen. Samstag Abend in der Stadt ist wie immer Ausnahmezustand angesagt, da morgen aber Anzac Day, ein Gedenktag ist, machen alle Bars schon um 0:00 Uhr zu und die Warteschlangen vor den NightClubs sind mir viel zu lang. Auf jeden Fall lerne ich an diesem Abend echt nette Leute kennen und die nächste Woche verbringen wir am Sumner Beach, dort finden sich scheinbar echt die letzten Traveler zusammen und wir haben mit bis zu acht Campern am Carpark noch ganz ordentliche Actions. Bis Donnerstag höre ich von „Startup Ltd.“ keinen Pieps. Am Montag hatte ich vor lauter Langeweile noch ein paar mehr Bewerbungen Richtung Nord Insel geschickt und am Mittwoch dann eine Mail an die „Startup Ltd.“, irgendwie wäre es ja cool zu wissen wies hier weiter geht. Am Donnerstag gibt’s eine Antwort und am Freitag bekomme ich meinen Vertrag zugeschickt – Montag ist mein erster Arbeitstag. IBM aus Auckland hat mich zwischenzeitlich auch noch angerufen und es scheint, dass ITler in NZ aktuell gut gefragt sind. Der Freitag geht für meine Steuernummer drauf und nach dem ich zwei mal zurück zum Auto muss, um das ein oder andere zu holen, geht mir das Gelaufe ziemlich auf den Sack, bei Cheapskates lasse ich mir auf die Schnelle ein nettes Skateboard raus. Das Wochenende verbringe ich größten Teils mit der Suche nach einem Zimmer. Das Guesthouse nimmt, wenn ich die ganze Woche im Vorraus buche 132$, Zimmer gibt’s für weniger oder um den gleichen Preis, dafür muss ich ein winziges Zimmer aber nicht mit drei anderen teilen und in den meisten Flats ist WiFi bereits inklusive. Nachdem ich aber diesmal wirklich etwas gutes finden will und nicht eine scheiss Karre kaufen will, kann ich mich nicht entscheiden und checke am Sonntag wieder im „Around The World Backpackers“ ein. Dabei geht’s ja nur um die morgendliche Dusche, denn schlafen werde ich auf jeden Fall im meinem eigenen Zimmer. Die Woche ist raz faz rum, abends Wohnungsaction früh ins Bett (in mein eigenes) und morgens um 7:00 Uhr geht der Wecker. Ganz anders wie daheim gibt’s in der ersten Arbeitswoche schon ordentlich zu tun, der Linux Admin verlässt „Startup Ltd.“ am Donnerstag und ich versuche schnell noch die wichtigsten Infos abzugreifen. Freitag Party, Samstag Hangover mit anschließender Party um am Sonntag wieder einen Hangover Tag hinzulegen. Nun gut, im GH lerne ich noch ein paar nette Leute kennen und Staecy zieht am Sonntag Abend in ein Haus nahe des Stadtkerns um, so ganz allein will Sie eigentlich nicht und 60$ die Woche ist ein super Angebot. So bin ich seit Montag in der Boon Street in einem kleinen Haus und hab mein eigenes Zimmer. Alles nur vorübergehend, es kommen noch mehr Leute und seit heute bin ich mein eigenes Zimmer wieder los, außerdem gibt’s hier kein Internet. Arbeitsmäßig war ich seit Montag mehr oder weniger der einzige Admin – 300 Server und einen Haufen Stümper die das sinkende Schiff bereits verlassen haben machen mir ordentlich Stress. Wenn ich da an das gute alte rote Schlachtschiff denke, was ist dass daheim doch alles ordentlich und aufgeräumt. Es ist wohl auch das erste mal in meinem Leben, dass ich echt jeden Tag mit Hemd durch die Gegend laufe, zumindest während der Arbeitszeit, feels like a Slut, zum Glück ist mein Popo noch nicht wund.
Auf jeden steht erst mal fest, dass ich hier die Wintersaison rocken werde, so habe ich mir heute ne schicke, nicht schwarze, sondern bunte, Billabong Snowboard Jacke gegönnt. Den Season Pass für die Clubfields gibt’s die Tage und auch den restlichen Kram werd ich mir nach und nach zulegen. Mum, Du musst mir ein Päckchen schicken. Das Snowboarden geht mir wirklich ab und ich kanns nicht erwarten endlich wieder auf nem Brett zu stehen. So nen genauen Plan wie das mit der „Startup Ltd.“ weiter geht habe ich nicht, genau genommen gibt’s zwei Optionen und vielleicht auch noch was dazwischen, aber ich muss eben erst mal sehn. Es geht erst mal darum das Arbeiten hier auszuprobieren, in NZ ist Arbeit eigentlich ziemlich locker, bei einem ISP der von Leuten aus UK geleitet wird sieht das aber doch wieder ganz anders aus. Na wir werdens sehen, den LiftBoy werd ich dann eben in Kanada spielen.
Heute ist Samstag und wie gesagt, Ausnahmezustand in der Stadt, mal sehn ob ich mir das heute noch gebe. Fleischbeschauung, total besoffene Leute überall und ziemlich mieser Sound, das ist Christchurch an einem Samstag Abend – hoffe ChCh wird mich noch eines besseren belehren. Was soll ich sagen Leut, für mich geht sich hier bisher alles super aus, so wie die ganze Zeit auf meiner Reise. Die Welt liegt uns zu Füßen denn wir stehen drauf wir gehen drauf!!!ROCKT ON – Love you all!!

Samstag, 24. April 2010

Motueka - Marlborough and da way back to Chch

So viel ist die letzte Zeit gar nicht passiert! Nach dem letzten Post war ich nochmal zwei Tage beim klettern und habe meine erste Route draussen im Vorstieg gerockt. Takaka ist echt eine coole Ecke und so hab ich mir anschließend noch einen lazy day am Fluss gegönnt. Nachdem Fabian inzwischen in Motueka war, bin ich am Samstag nach Motueka. Wollte da eigentlich nur einen Tag bleiben, aber wie das eben immer so läuft, bin ich doch länger geblieben. Das Wochenende haben wir mit einer sau coolen Beach Action rum gebracht und es war in erster Linie relaxen und Sonne tanken angesagt. Am Montag gings rüber zum Port Motueka, das ist ein sehr angesagter Übernachtungsplatz. In Motueka ist aktuell Apfel pflücken angesagt und viele travelnde Apple Picker stehen über Nacht am Port. Am Port gibt’s ne art Ofen oder Kamin und da Meppe und Michael immer ordentlich Holz besorgen gibt’s jeden Abend ein Feuer. Da es inzwischen echt schnell kalt wird, wenn die Sonne weg ist, ist ein Feuer immer sehr willkommen. Für Dienstag war schlecht Wetter angesagt und so habe ich das Kajaking im Able Tasman erst mal nicht gebucht. Tatsächlich war das Wetter am Dienstag anfangs gar nicht schlecht und als es Nachmittags dann doch zu regnen anfing, habe ich am Kina Beach gemütlich versucht meinen neuen Himmel im Auto anzubringen. Das Kajaking am Mittwoch war ziemlich cool und die Coast Line des Able Tasman ist ein Hit, außerdem gibt’s haufenweise Robben, Vögel und sogar Pinguine zu sehen. Bei der Eskimorolle habe ich nach dem zweiten Versuch aufgegeben, da müsste man wohl doch mehr Zeit investieren.
Tags drauf hatte ich mir einige spaßige weitere Kleinigkeiten fürs Auto besorgt, heißt Acryl Farbe und ein wenig anderes Zeuch. Nachmittags gings wieder an den Kina Beach, eine nette kleine Halbinsel nicht weit von Motueka, ziemlich ruhig und entspannt dort draussen. Fabian war mit am Start und erinnert mich nach den ersten Pinselstrichen an meine eigentliche Auto Sorge. Wie im letzten Post schon erwähnt, schließt mein Seitenfenster auf der Fahrerseite nicht mehr richtig, dass heißt, dass Fenster öffnet sich während der Fahrt einfach von selbst und wenn es zu ist, wird es eigentlich nur von den Fensterdichtungen gehalten, der scheiss Fensterheber, schiebt die Scheibe einfach nicht mehr zu. Die Türverkleidung hatte ich mal abgemacht, aber es sah irgendwie alles nach ziemlich viel Arbeit aus und so habe ich es erst mal gelassen. Naja, gemacht werden muss es und eine Werkstatt nimmt wieder ordentlich Asche, außerdem hört sich der Fensterheber nicht gesund an und so rechne ich mit irgendwelchen Ersatzteilkosten. Nach einem Nachmittag Forschungsarbeit ist die Ursache des Problems festgestellt und die Logik des Fensterhebers, fassungslos, verstanden. Es braucht einen neuen Stahlseilzug! Nach einigem hin und her bekomme ich ein neues Stahlseil beim Motorrad Händler, wie ich die Enden fixiert bekomme weiß ich noch nicht aber es wird schon irgendwie funktionieren. Nach einem weiteren Tag gebastel funktioniert mein Fensterheber wieder, tiefstes Vertrauen in die Langlebigkeit meiner Reparatur habe ich zwar nicht, aber so lange ich das Teil mit Vorsicht nutze sollte es passen. Ein weiterer Tag mit ein wenig Bastellei in der Sonne und schon ist es wieder Samstag. Eine Woche Motueka und ich frage mich wo die Zeit geblieben ist. Nachdem am Samstag eine Party im Hot Mamas steigt, lasse ich Nelson und Marlborough noch warten. Montag geht’s nach Nelson, bzw. fahre ich gleich bis Elaine Bay. Den Dienstag verbringe ich, faul, mit hammermäßigem Blick auf French Pass. Aus Gründen die ich hier nicht weiter ausführen möchte fahre ich am Dienstag aber fast noch bis Kaikoura, übernachte dort an einem Strand und bin seit Mittwoch wieder in Christchurch. Gestern war schon ein eher planloser Christchurch Tag und heute pisst es in Strömen, so wie es scheint werde ich hier noch ein paar Tage abhängen, vielleicht fahre ich aber auch einfach wieder Richtung Kaikoura rauf, die Ecke sah im Vorbeifahren ziemlich cool aus.
Wies hier genau weiter geht, werden wir sehen, für meinen Teil bin ich mit der Süd-Insel weitestgehend durch. NZ ist schon ein sehr schönes Land, es stimmt schon, es hat von allem etwas und das auf kleinstem Raum.
Was auf der Nordinsel so alles geht und wie die Leute dort unterwegs sind weiß ich nicht, es soll wohl etwas anders sein. Auf jeden Fall, hab ich inzwischen für alles weitere zumindest einen groben Plan und wir werden sehn wie sich die Dinge ausgehen. Bis dahin – rock on!

Mittwoch, 7. April 2010

Dunedin - Westport - Golden Bay

Dachte ich schreib mal wieder ein bisschen. Inzwischen bin ich ein gutes Stück von Dunedin entfernt, weiter geht auf der Südinsel wahrscheinlich nicht. Aktuell sitze ich in Takaka (Hippie Hometown, und wieder weiß ich nicht was ich mit dem Begriff Hippie eigentlich anfangen soll), in einem kleinen Kaffee und habe eben einen double shot Long Black und ein Brownie genossen.

Nach Dunedin, gings gemütlich Richtung Christchurch. Auf der Strecke gibt’s, wie ich finde, nicht sonderlich viel zu sehen und spätestens wenn man an Timaru vorbei ist, geht’s auf dem Highway 1 nur noch dahin. Kurz nach Dunedin, habe ich mir am Shag Point, eine Seal Colony angesehen bevor es zu den Moeraki Boulders ging. Die sehen, wie man in der Gallery sehen kann echt komisch aus und man fragt sich, woher die Teile wohl kommen. An diesem Tag gings noch bis Glenavy. An einem Rastplatz ließ es sich hier gut übernachten. Wobei man sagen muss, dass ich erst daran vorbei gefahren bin, wer weiß, vielleicht findet sich ja noch ein besserer Platz. So bin ich erst gut 50km durch die Gegend gefahren, um anschließend, doch am ursprünglichen Rastplatz stehen zu bleiben. Tags drauf gings zügig nach Christchurch, bzw. gleich an den Brighton Beach. Home Sweet Home – Brighton Beach! Brighton Beach ist einfach genial, man steht am Strand, es ist nicht weit zur Library, man könnte auch sagen ins Internet, das Wetter ist gut, es gibt öffentliche Toiletten und Aussenduschen, man trifft jeden Abend nette Backpacker, wenn man will und so verbringe ich hier drei Nächte. Für die letzte Nacht dieses Christchurch Aufenthalts, ziehe ich auf den Car Park am botanischen Garten um. Die Zeit verbringe ich in erster Linie im Internet, außerdem treffe ich mich mit ein paar Leuten, die ich von den letzten Besuchen kenne und die immer noch hier rumhängen. Am Brighton Beach lerne ich Fabian kennen, er hat eben seine Freundin am Flughafen abgeliefert und will selbst noch bis Juni in NZ bleiben. Wir treffen uns am botanischen Garten und wollen beide am nächsten Tag, über den Lewis Pass an die Westcoast weiter. Fabian hat noch eine Staff Guest Card für Hamner Springs über und nachdem eine Dusche wieder angesagt wäre, plane ich den Abstecher ein. Wir gehen morgens in Christchurch erst getrennte Wege, treffen uns aber, als wäre es abgesprochen, vor dem Thermal Bad in Hamner Springs. Den Nachmittag verbringen wir in den Hot Pools von Hamner Springs. Abends finden wir einen netten kleinen Rastplatz kurz nach Hamner. Auf einem kurzen Erkundungstrip, finden wir weitere heiße Quellen direkt am Fluss, wegen der Sandflys sparen wir uns aber den Ausflug ins warme Nass. Plötzlich, tauch ein Typ auf und wir fragen uns beide, wo der wohl so schnell her kam. So lernen wir Owen kennen, der sein Lager im Wald aufgeschlagen hat und nach Christchurch weiterzieht. Er ist per Anhalter unterwegs und stoppt hier, wegen der heissen Quellen, immer für eine Nacht. Es gibt ein Lagerfeuer, Bier und nette Gespräche. So bin ich plötzlich nicht mehr allein unterwegs, fahre mit Fabian, am nächsten Tag bis Westport, bzw. nochmal die Westcoast runter bis zu den Pancake Rocks. Nahe der Pancake Rocks finden wir eine tolle Bucht, inkl. super Schlafplatz. Die besten Buchten und die fetteste Coastline gibt’s eben doch an der Westcoast, noch dazu, sind an diesem Platz nicht zu viele Sandflys unterwegs. Tags drauf schaffen wir es nur nach Westport, checken das Internet und suchen anschließend nach einem geeigneten Platz zum abhängen und nächtigen. Der Strand ist groß, untypisch verdreckt und voll von Autowracks, im Sand findet man spuren von Kiwi mäßig durchgeführten Ölwechseln. Wir fahren noch ein bisschen durch die Gegend und finden am river mouth vom Buller River eine Art Campground auf dem schon einige Campervans stehen. Wie sich herrausstellt, handelt es sich um eine Wiese, direkt in der Einflugsschneise vom Westport Airport. Erst mal alles nicht so wild, so viele Maschinen kommen und gehen da nicht. Der Witz ist eine angrenzende kleine Strasse, geteert und schnurgerade die zu einem Lighthouse führt. Die Strasse ist eine Sackgasse, aber es scheint für jedermann der in Westport lebt, sehr wichtig zu sein, einmal am Tag, raus zum Lighthouse zu fahren um zu sehen ob die Welt noch in Ordnung ist. Abends gibt’s Abzugsrennen und Burnouts, so ist der Schlafplatz nicht gerade der idyllischste, tuts aber für eine Nacht und ist irgendwie auch ein Spaß.
Da ich Richtung Nelson Lakes weiter will und Fabian eine Karte für ein kleines Drum and Base Festival hat, verabschieden wir uns voneinander und ich fahr zum Lake Rotoroa, schlafe am Fluss am Weg zum Lake Rotoiti und checke am nächsten Tag das Info Center von St. Arnaud. Eigentlich wollte ich nochmal ein Trekking einschieben, nachdem am Freitag, wahrscheinlich wegen Ostern, schon die Hölle am See los ist, die Mt. Angelus Hut gerade im Umbau ist und daher nicht zu nutzen, mir ein fünf oder sechs Tages Track zu lang erscheint und ich überhaupt eher faul unterwegs bin, genieße ich nen entspannten Tag am See. Die ganze Umgebung reizt mich nicht zum Trekking und der Travers-Sabine Track ist mir zu lang. So mache ich mich Abends Richtung Norden auf und schlafe wieder an einem Fluss. So kommts, dass ich am Ostersamstag in Takaka aufschlage, was eine nur bedingt gute Idee ist. Der kleine Ort ist voll mit Leuten und die ganze Golden Bay Area scheint dicht besiedelt. Mir geht’s in erster Linie um einen entspannten, kostenlosen Stehplatz für die Nacht. So fahre ich an diesem Tag noch bis zum Cape Farewell und checke den Wharariki Beach. Es findet sich ein klasse Schlafplatz mit Blick auf die Golden Bay. Da überall die Oster-Hölle los ist und ich dem aus dem Weg gehen will, erforsche ich am nächsten Tag das Whanganui Inlet. Dabei handelt es sich um einen grossen Binnensee, hier schlagen die Gezeiten zu wie bei uns an der Nordsee und so hats bei Ebbe kaum Wasser. Die Ecke ist super schön! Nach über 100km Gravel-Road habe ich, wegen Pow, aber langsam ein schlechtes Gewissen. Der erst beste Schlafplatz, ist voll von Sandflys und so fahre ich ein gutes Stück zurück. Als ich Abends, bei einem Bier und super Ausblick einem meiner Audiobooks lausche, zwängen sich Mac und Bobbie, mit Ihrem riesen Camper noch auf den kleinen Platz. Die beiden haben gerade vier Wochen Urlaub und crousen für diese Zeit über die Südinsel, wohnen tun die beiden auf der Nordinsel nicht weit von Wellington. Heute morgen gabs bei den netten Camp-Nachbarn noch einen Kaffee und eine Einladung, wenn ich am Weg bin einfach bei Ihnen Zuhaus vorbei zu schauen. Mal sehn, aber ich denke, dass wird ein definitiver Stop. So geht’s dahin, hier gibt’s wie gewohnt viel zu sehn und zu erkunden, so wies ausschaut, werde ich noch einige Tage in der Golden Bay verbringen, bevors nach Kaikoura oder Picton weiter geht.

- Nachtrag -

Inzwischen sind schon wieder ein paar Tage rum, nachdem ich diesen Post geschrieben hatte, bin ich an den Startplatz vom Abel Tasman Track gefahren und wollte dort übernachten, bzw. am nächsten Tag eine kleine Tagesrundtour laufen. Mein Fahrerfenster im Auto, eigentlich mehr, der elektronische Fensterheber, macht aber schon seit einiger Zeit komische Geräusche und es war abzuwarten, dass sich das Problem verschlimmert. Am Parkplatz muss ich feststellen, dass mein Fenster nicht mehr schließt. Scheisse, somit kann ich mir das Absperren der Karre auch fast sparen. Aus Frust und auch aus Planlosigkeit, fahre ich wieder nach Takaka. Es ist Ostermontag und so hat wieder mal keine Werkstatt offen. Nachdem ich von dem Crazy Hippie Campground „HangDog“ gehört habe, checke ich dort ein. Es ist ein kleines Campground, es sieht wüst und alternativ aus, alle Leute machen einen alternativ entspannten Eindruck. Abends sitze ich am Fireplace und genieße ein Bier. Letzten Endes komme ich mit Anna ins Gespräch, die mit einer Gruppe von Leuten aus Timaru hier ist, alles Sportstudenten. Takaka ist DER HotSpot der Kletterscene in NZ und nachdem für eine weitere Seilschaft eine Person fehlt bin ich herzlich eingeladen morgen mit klettern zu gehen. Fett, so bin ich gestern das erste mal, wirklich draussen eine Wand geklettert, hab den sportlichen Teil des Tages an einem super Boulder Platz mit Kletterei und einem Bad im Fluss ausklingen lassen. Außerdem konnte ich endlich meine Schablone fürs Auto ausprobieren und Abends gabs selbst gemachte Pizza aus dem Steinofen. Heute Lazy, das Wetter ist nicht der Hit und so hoffe ich auf gutes Wetter morgen, um nochmals mit den Kollegen loszuziehen. Check out da gallery!