Mittwoch, 18. Januar 2012

Road Trip – Melbourne – Perth

In Neuseeland bekomme ich letztendlich mein neues Touristen Visa für Australien. Irgendwie schon witzig, ich beantrage genau das gleiche Visa, dass ich als Verlängerung in Sydney nur für vier Wochen bekommen habe und bekomme so ein 6 Monats Touristen Visa. Aufregen hilft ja nix und so bin ich einfach froh, dass dem Australien Trip jetzt erst mal nichts mehr im Wege steht. Zurück in Oz verbringe ich noch ein bisschen mehr als eine Woche in Melbourne. Gehe ein paar mal Kitesurfen und verbringe Zeit mit Freunden. Da mich die Ostküste von Australien nicht richtig reizt, ich sowieso an die Westküste wollte und auch Xavier, ein guter Freund mit dem ich viel Zeit in NZ verbracht habe in Perth wohnt, entscheide ich mich für einen Road Trip nach Perth. Da Troopy gut 20l Futter braucht, suche ich über ein Ad auf Gumtree.com.au ein paar Mitreisende. Am Ende besteht die kleine Crew aus Marieanne aus Holland und Elie aus Frankreich, zu viel Zeit in Leute checken wollte ich nicht investieren und die Idee mit einem Casting wurde von mir dann doch verworfen, vielleicht nächstes mal.

Am 21.12. geht es dann endlich los, ich sammle Marianne in Melbourne ein und wir machen uns auf den Weg nach Hamilton wo wir Elie treffen wollen. Da Marianne die Great Ocean Road schon gesehen hat und Elie die letzte Woche mit einer anderen Gruppe von Leuten dort unterwegs war, sparen wir uns einen nochmaligen Trip. Die Idee war am ersten Tag unserer Reise gleich bis nach Robe in South Australia zu fahren. Robe steht wegen dem Little Dip Conservation Park schon lange auf meiner Liste. Ein Platz an dem ich mit Troopy endlich mal am Strand entlang ballern kann. In Hamilton haben wir mal wieder network coverage für unser Mobile und so erreicht uns eine SMS von Elie, der uns mitteilt, dass er es heute mit Hitchhikken nicht von Halls Gap vom nördlichen Teil der Grampians nach Hamilton schaffen wird, einfach weil Ihn keiner mitnimmt und sowieso kaum Autos unterwegs sind. Wir fahren also nur mal so um Elie abzuholen gut 100km Richtung Norden durch die Grampians, macht gesamt 200km plus, aber was ist das schon in Australien. An diesem Tag schaffen wir es immerhin ein bisschen weiter als Mt. Gambier und finden dort auch ein super abgelegenes Camp Ground in einem Waldstück. Ein einzelner Koala kuckt uns von einem Baum aus beim Feuer machen und kochen zu.

Elie ist aus Paris und hat gerade sein erstes Internship in Melbourne hinter sich, er will am 29.01. in Darwin sein um dort ein weiteres Internship anzugehen. Marianne ist PHD Student und schon seit einem Jahr in Melbourne, sie muss Anfang 2012 wieder in Melbourne und in der Arbeit sein. Meinen beiden Mitreisenden hatte ich von Anfang an erst mal einen Platz bis Adelaide versprochen, man was ja nicht genau wie man klar kommt und ich will den kompletten Trip ja nicht mit Leuten verbringen mit denen man im Grunde nicht seine Zeit verbringen will. Wir kommen soweit erst mal alle ganz gut klar, Elie weiß aber im Grunde alles und Marie ist entweder zu schüchtern oder hat einfach nicht viel zu sagen. Dennoch alle geniessen es draussen in der Natur zu sein und unser erstes Camp. Am zweiten Tag unserer Reise erreichen wir am frühen Mittag Robe, wir machen Mittag an der Strandpromenade und uns anschließend an den Startpunkt, des in meinem Buch beschriebenen, 4WD Tracks. In meinem Buch steht, dass der erste Strandabschnitt aus sehr weichem Sand besteht und man dort mit Sicherheit stecken bleibt, bevor es an den Strand geht passieren wir zwei weitere Warnhinweise. Nach dem ersten lassen wir ordentlich Luft aus den Reifen und ich setzte mir zur Sicherheit schon mal mein Bogan (Idioten) Cap auf (das rote Carlton Draft Cap, auf den Fotos gelegentlich zu sehen), 20 PSI statt 40 lassen wir in den Reifen. Den zweiten Warnhinweise lese ich vor lauter Aufregung gar nicht richtig, ich gebe Gas und wir schaffen immerhin ein paar Meter bevor wir in dem weichen Sand, gleich am Anfang unserer Reise, stecken bleiben. Es ist nichts zu machen, die ersten Versuche frei zu kommen graben Troopy nur noch tiefer in den Sand. Immerhin habe ich einen einzelnen kleinen Klappspaten dabei, alle schaufeln und wir versuchen Troopy frei zu bekommen. Nur die Reifen frei zu graben hilft schon nicht mehr, weil Troopy bereits mit dem kompletten Unterboden auf dem Sand aufsitzt. Im Grunde glaubt keiner wirklich daran, dass wir Troopy aus eigener Kraft wieder frei bekommen. So schnell geben wir aber doch nicht auf, wir wissen, dass wir nur noch einen einzigen Versuch haben bevor Troopy viel zu tief im Sand sitzt um ihn auszugraben, noch dazu ist das Meer nicht weit und ich mache mir etwas Sorgen. In diesem Strandabschnitt sind keine weiteren Autos unterwegs und Kosten für ein Rettungskommando will ich getrost vermeiden. Wir finden einige Holzplanken und ein paar Bretter, graben und schaufeln die Achsen, Divs und Räder frei. Ein neuerlicher Versuch, bringt uns immerhin zwei Meter weiter, ich stoppe sofort als es nicht weiter geht, wir platzieren die Planken neu und so geht es wieder zwei Meter weiter, nachdem wir das Prozedere einige male wiederholt haben, geht es endlich den Strand entlang, die Ausfahrt vom Strand ist windverblasen, es geht um eine Kurve, Bergauf und ich bin sehr froh, das Troopy hier nicht nochmals stecken bleibt. Der restliche Track und auch die weitere Strandfahrt verläuft ohne Probleme, mir macht es einen riesen Spaß durch die Dünen und diese unwahrscheinlich schöne Landschaft zu heizen. Die Aufregung und Angst nochmals stecken zu bleiben begleitet uns an diesem Tag den ganzen Weg. Immerhin rücke ich meine Erscheinung somit gleich am Anfang unseres gemeinsamen Trips ins richtige Licht, bin mir nicht sicher was Marieanne und Elie über mich denken, aber was solls, ist doch wieder mal alles gut gegangen. Wir schlafen an einem kleinen Salz See nicht weit vom Strand, haben hier allerdings mit hunderten von kleinen Moskitos zu kämpfen. Zum Glück habe ich immer noch mein Moskitonetz aus Asien mit mir, dass ich in Troopy prima aufhängen kann.

Den nächsten Tag versuchen wir nicht so viel Zeit im Auto zu verbringen, wir gehen Schwimmen und checken ein paar Strände auf dem Weg Richtung Norden, finden ein tolles Campground bei Narrung und sind somit schon fast in Adelaide. Bis hierhin haben wir alle noch nicht so viel Zeit zusammen verbracht wie ich mir vorgestellt hatte, keiner von uns hat aber richtig Lust Adelaide zu sehen und so entscheiden wir den ganzen Trip zusammen bis nach Perth durchzuziehen. Beim umfahren von Adelaide machen wir einen kleinen Umweg und fahren ein ganzes Stück am Murray River, der mit seinen 2375km der längste Fluss Australiens ist, entlang. Die Australier schippern hier mit Ihren Hausbooten herum, fahren Wasserski und geniessen den Thrill Ihres Jetski's. Es ist der 24. Dezember, Weihnachten. Am späten Nachmittag suchen wir einen Platz zum bleiben und schlagen unser Camp in Terowie, einer Kleinstadt im South Australischen Outback auf. Es sieht nach Sturm aus, unsere Camping Area ist mitten im Ort am alten Eisenbahn Bahnhof gelegen, nicht weit entfernt ist ein Kinderspielplatz mit überdachtem BBQ, hier braten wir unser Weihnachtssteak und verbringen unseren Weihnachtsabend. Tags drauf fahren wir rauf zu den Flinders Ranges, Elie will dort wandern und auch Marianne ist nicht abgeneigt, auf meiner Liste war dieser National Park zwar nicht, aber warum auch nicht. Wir verbringen zwei Nächte in den Flinders Ranges und haben sogar mit dem Wetter Glück. Als wir bei 40 Grad im Schatten dort ankommen denkt von uns im ersten Augenblick keiner an eine große Wanderung, an unserem Wandertag hat es dann aber nur 30 Grad und somit optimales Wanderwetter. Da ich mit Schnupfen etwas angeschlagen bin, entscheide ich mich nur für einen „kleinen“ Hike und verbringe mehr als zwei Stunden auf einem Gipfel in den Flinders, der Ausblick ist der Wahnsinn und die ganze Gegend ist echt schön.

Nach unserem Wandertag machen wir nochmal schnell 100km um kurz vor Port Augusta in einem abgelegenen Campground im Outback die Nacht zu verbringen. Wir wollen runter nach Port Lincoln am südlichen Ende der Eyre Peninsula gelegen. Am Weg schlägt Elie vor Mittag an einem nahegelegenen Strand zu machen, lediglich 20km Schotterpiste bis an den Murninnie Beach. Mir kommt der Vorschlag gerade recht, eben auch weil der Strand direkt am Munyaroo Conservation Reserve gelegen ist. Der Beach selbst ist nicht der Hit, dennoch ein toller Platz, es stehen ein paar Häuser am Strand und im weissen Sand, wir machen Mittag. Als ein paar Australier hier auftauchen erkundige ich mich nach einem Weg, ob und wie wir weiter Richtung Süden an der Küste entlang kommen können. Es soll wohl möglich sein von hier aus ca. 70km bis nach Cowell zu fahren. So ergibt es sich dass wir in das Munyaroo Conservation Reserve fahren, im GPS habe ich viele Tracks und auch viele kleine Strassen, so 100% genau ist die Karte aber eben auch nicht, daher entscheiden wir bei Abzweigen teils nach Gefühl oder eben nach grober Richtung. Bei einem Abzweig, bleiben wir stehen, entscheiden uns für einen anderen Weg und ich schalte in den Rückwärtsgang. Troopy ist gut gefüllt und auch weil wir die Vorhänge an den Rückfenstern wegen Staub zugezogen haben ist meine Sicht nach hinten nicht die beste. Plötzlich tut es einen riesen Schlag und ein großer Ast von einem Baum bahnt sich den weg durch eines der Rückfenster in Troopys innere. Mei, scheiße passiert, was soll man machen, ich hole das Duct Tape aus meiner Adventure Kiste und klebe die Scheibe soweit möglich irgendwie fest. Wir fahren weiter durch den Conservation Park, verpassen wohl aber einen Abzweig und kommen irgendwie nicht aus dem Park. Der Park selbst ist nicht eingezäunt, da der Park aber lediglich von privatem Land umgeben ist, das wiederum eingezäunt ist, gibt es kein entkommen, wir fahren einmal im Quadrat um den kompletten Conservation Park. Auch nicht schlecht, die Vegetation ändert sich ständig, wir sehen Emu's und haben atemberaubende Ausblicke. So ergibt es sich also, dass wir am Ende unserer Parkrunde wieder zurück auf die Hauptstrasse fahren.

Bis nach Port Lincoln schaffen wir es an diesem Tag nicht mehr und so schlafen wir an einem Rastplatz in der Nähe von Arno Bay. In Port Lincoln gehen wir shoppen und fahren in den Port Lincoln National Park, wir verbringen den Tag an einem einsamen Bilderbuch-Strand, fahren Abends aber nochmals nach Port Lincoln nur um unsere Wasser Vorräte aufzufüllen. Die Nacht verbringen wir dann in einer anderen Bucht im NP, die wieder mal nur mit einem 4WD zu erreichen ist. Der Camping Spot ist ziemlich voll, ein Haufen Australier, die hier eben auch Ihre Ferien verbringen, mit Natur, four wheel driving, fischen und was sonst noch. Am nächsten Tag fahren wir nach Coffin Bay, nur 40km auf die westliche Seite der Peninsula, verbringen hier den Nachmittag an einem lokalen Strand und warten bis kurz vor vier um, um diese Zeit, 3 Duzend Austern frisch zu kaufen. Coffin Bay ist wohl bekannt für seine Austern und ich selbst hab ja noch nie eine probiert. Mit den Austern im Gepäck geht es, diesmal auch mit genügend Wasser in den Coffin Bay National Park. Der Großteil dieses Parks ist nur mit einem 4WD zu erreichen, wir lassen wieder mal Luft aus den Reifen und machen uns an den sandigen access Track. Die Australier sind schon echt witzig, auf einem geradeaus Stück kommen uns einige Autos entgegen, wir fahren links die Böschung rauf und warten. Als das erste Auto gerade am passieren ist, wirft der Fahrer, ein älterer Herr nochmals einen Blick in den Rückspiegel, nur um festzustellen, dass sein Sohn in seinem 4WD mit dem Boot Anhänger grad im Sand stecken bleibt. Aufregung kommt bei diesen Kollegen aber keine auf, Papa legt den Rückwärtsgang ein, holt das Abschleppseil und so zieht das Gespann aus zwei dicken 4WD samt Boot Anhänger entspannt an uns vorbei. Wir fahren bestimmt eine gute Stunde, durch Dünen und entlang am Strand, an ein paar riesigen Sand Dünen bleiben wir stehen und geniessen einfach nur den Platz. Es ist für mich bisher einer der besten Plätze hier in Australien. Die Abgelegenheit, wahnsinnige Natur und das klare Wasser, einfach ein Traum. Wir entscheiden einfach hier in den Dünen die Nacht zu verbringen. Es gibt zwar ausgeschriebene Camping Spots im Park, aber auch all die Australier machen sich darüber keinen Kopf und schlagen wo auch immer am Strand entlang Ihre Camps auf. Wir laufen durch die Dünen, gehen schwimmen und geniessen am Abend frische Austern mit Zitrone und ein Glas Wein. Am folgenden Tag verbringen wir den Vormittag auf den 4WD Tracks des Parks und sehen uns ein paar weitere malerische Buchten an.

Unsere Reise Tage sind lang, wir gehen früh zu Bett und stehen normal schon um kurz nach sieben auf. In South Australia gibt es keine Sommerzeit und außerdem sind wir schon eine Zeitzone weiter in der Zeit zurück, die Sonne geht schon gegen acht Uhr unter und so leben wir mit der Sonne und in unserer eigenen Zeit. Es ist verdammt heiß an diesem Tag, so um die 45 Grad. Als wir uns am frühen Nachmittag aus dem Coffin Bay National Park verabschieden, wollen wir noch ein gutes Stück die Küste rauf. In Streaky Bay wollen wir unseren Silvester Abend verbringen. Elie und ich witzeln und träumen von einer grossen Rave Party die wir einfach irgendwo im Nirgendwo am Weg finden. Kurz vor Streaky Bay ist unser Gas Tank leer, ich schalte um auf Petrol und Troopy schmeckt das gar nicht recht, er quält sich ziemlich und bleibt nach einigen hundert Metern einfach stehen. Was nun? Eine Road Assistance ala ADAC hab ich nicht und Kohle für ein Abschleppwagen will ich auf jeden Fall vermeiden. In brütender Hitze schlage ich mein Mechaniker Handbuch auf und versuche etwas zu finden, wir probieren ein paar Dinge und stellen immerhin fest dass der Vergaser mit Benzin voll läuft. Marieanne ist über die Tatsache, dass ich keine Road Assistance habe nicht sehr froh und auch Elie kuckt etwas fragend drein. Nach nur ein paar Minuten halten zwei dicke 4WD, ein paar Australier mit Familie, die nur wegen dem Feuerwerk in Streaky Bay auch dorthin unterwegs sind. Sie nehmen mich die 8km nach Streaky Bay mit und wir checken gemeinsam eine Werkstatt, die am 31.12. tatsächlich geöffnet hat. Der Mechaniker ist allerdings sehr beschäftigt. Er leiht uns ein Abschleppseil und wir fahren, nachdem die Kollegen Ihre Familien im Campground abgesetzt haben, zurück zu Troopy. Wir schleppen Troopy die verbleibenden 8km nach Streaky Bay, checken dort noch einen anderen Mechaniker der aber vor Dienstag auch keine Zeit für uns hat, es ist ja gerade erst mal Samstag. An einer Tankstelle füllen wir die Gastanks und schleppen Troopy an einen kleinen Hang, ich schalte auf Gas um und lasse Troopy den Abhang runter rollen, zweiter Gang, lasse die Kupplung kommen und siehe da, Troopy läuft. Dennoch irgendwie ist das Standgas ziemlich niedrig und ich habe Angst das Troopy jeden Moment wieder stehen bleibt, wir checken ins Camp Ground in Streaky Bay und verbringen hier Sylvester. Für den 1.1. hatte ich sowieso einen nicht Auto Tag vorgeschlagen und da der Mechaniker sowieso keine Zeit für uns hat, bleibt uns nichts weiter übrig als hier unsere Zeit zu verbringen. Vor uns liegt die Nullabor Plain, 800km Nichts, es ist unwahrscheinlich, dass wir auf dieser Stecke eine Gastankstelle finden werden und so ist es eine ziemliche Notwendigkeit nochmals einen Mechaniker zu sehen. Den Mechaniker in Streaky Bay treffen wir am Sylvester Abend im Pub, total voll und nicht sehr gesprächig der Kollege. Am Monat rufe ich daher alle umliegenden Mechaniker an, bekomme aber lediglich einen, in Penong ans Telefon. Der Kollege klingt ziemlich nett und meint wir sollen uns mal nicht zu viele Sorgen machen, bei 45Grad fängt das Benzin schon mal zu kochen an und so kommt nur Schaum in den Vergaser was dann am Ende zu unserem Problem führen kann.

Penang ist gut 100km weiter, am 02.01. verlassen wir also Streaky Bay und fahren bis Penang. Wir suchen den Mechaniker, der aber eigentlich eben auch erst am Dienstag einen Blick auf Troopy werfen will. Vor dem Mechaniker ist ein kleiner Hügel, zur Not können wir also einfach wieder rollen lassen, wir schalten auf Benzin und siehe da, alles kein Problem, Troopy läuft. Versucht heute noch in die Nullabor einzufahren entscheide ich dann aber doch anders und wir verbringen den Nachmittag und die Nacht in Cactus Bay. Ein malerischer Surfspot im Nirgendwo. Wie sich herausstellt ist die Werkstatt in Penong richtig cool, hier arbeiten ein paar Surfer die das Leben in der Wildniss, im nirgendwo und an der nahegelegenen Cactus Bay geniessen. Wir schildern unser Problem, der Mechaniker stellt kurz unseren Vergaser ein, ich gebe Ihm $20 und los geht’s auf durch die Nullabor Plains. Die Nullabor Plains selbst sind nicht so öde wie gedacht, es ist alles viel grüner als ich mir vorgestellt hatte. Nullabor, heißt soviel wie „kein Baum“ und das stimmt auch, lediglich kleine Büsche soweit das Auge reicht, dass Wetter an diesem Tag ist kühl und es ist bewölkt was uns aber im Grunde ja auch nur recht ist, speziell für diesen Teil unserer Reise. Wir fahren bis kurz vor Balladonia und schlafen hier an einem Rastplatz. Schon vor unserer Reise hatte ich einen Blick auf die Balladonia Road und Paramango Road geworfen, dabei handelt es sich um 128km Schotter bis nach Esperance. Es ist eine Art Abkürzung, in Balladonia erkundigen wir uns nach den Strassenverhältnissen, die Info dass die Strasse offen ist, ist allerdings nicht sehr gehaltvoll. Marianne würde im Grunde lieber auf dem Highway nach Norseman bleiben, Elie will so schnell wie möglich nach Esperance und die Möglichkeit ein wenig Zeit zu sparen gefällt Ihm, ich selbst will einfach nur diese Strasse durch das Outback fahren. Es geht also runter vom Highway auf die Balladonia Road, schon nach ein paar Kilometern und einigen grossen Pfützen die wir bis dahin immer gut umfahren konnten, kommen wir an ein riesen Wasserloch. Es hat geregnet die letzten Tage und auch die Umfahrung des Wasserlochs ist keineswegs ohne Risiko. Nach ein paar matschigen Mettern sehe ich diesen kleinen Graben, nicht breit, vielleicht ein wenig mehr als einen Meter, trotzdem es ist super matschig und hier will ich auf keinen Fall stecken bleiben. Wie haben ja kein zweites Auto dabei um Troopy im Falle eines Falles irgendwie raus zu ziehen. Langsam und mit Vorsicht sollte man durch solches Gelände fahren, da ich hier aber auf keinen Fall stecken bleiben will geht das so eben nicht, ich gebe ein wenig Gas, Troopy muss mal wieder leiden und springt durch den Graben. An dieser Stelle überlege ich schon umzudrehen, wir bleiben aber auf der Balladonia Road, haben Glück und haben nach dieser Stelle tatsächlich das schlimmste hinter uns. Die Paramango Road ist ein Kinderspiel und halb so wild. Wir finden eine Ruine auf dem Weg und machen eine kurze Rast. Es sieht aus als würde hier jemand wohnen, es ist wirklich ein interessanter Platz, naheliegendste Erklärung ist wohl, dass ein paar Leute die hierher kommen um zu jagen sich die Hütte, die offen ist, einfach mit dem notwendigsten ausgestattet haben. Beim filmen eines kleinen Video Clips trete ich fast auf eine Schlange, komme aber mit einem Schock davon. Eine Vielzahl der giftigsten Schlangen auf unserer Welt lebt ja hier in Australien. In Condingup gönnen wir uns einen fettigen Bushburger und fahren weiter nach Esperance.

Das Wetter hier ist nicht der Hit, es ist kühl und regnet immer wieder. So kommt es, dass wir die besten Strände Australiens, allerdings nicht wissend, links liegen lassen und weiter bis an den Fitzgerald National Park fahren an dem wir in einem nahegelegenen Campground die Nacht verbringen. Da es regnet sind wir um die kleine Hütte die nahe des Campgrounds steht froh, auch diese Hütte ist eingerichtet und nicht verschlossen, wir sind froh um das kleine Vordach und geniessen hier unseren Abend. Wie wir am nächsten Tag feststellen ist der National Park wegen dem vielen Regen geschlossen, wir fahren weiter nach Albany und hoffen auf baldige Wetterbesserung. In Albany ist das Wetter schon nicht schlecht, im Baumarkt kaufe ich ein Stück festeres Plastik als Ersatz für unser Rückfenster. Das komplette Fenster haben wir auf der Nullabor an einem Rastplatz verloren und sind seit dem lediglich mit angetapeter Plastikfolie unterwegs. Auf dem Tourist Information Parkplatz kümmere ich mich um das Fenster, Elie checkt in die Stadt und Marianne checkt das Internet und Ihren Rückflug nach Perth. Sie will spätestens am 10. Januar wieder in Melbourne sein, da es in dieser Gegend allerdings einiges zu sehen gibt ist klar dass wir es bis zum 10. nicht nach Perth schaffen werden. Marianne bucht daher einen Bus von Manjimup nach Bunbury und von dort einen Zug nach Perth. Wir haben also noch zwei weitere Tage um hier die Gegend zu checken. Nahe Albany checken wir den Torndirrup National Park und finden eine tolle Bay um die Nacht zu verbringen. Wir geniessen einen entspannten Tag in der Gegend um Denmark, checken das Wilson Inlet, das eigentlich gut zum Kitesurfen sein soll, da das Wetter an der Küste gar nicht so schlecht ist und die Gegend ziemlich schön, verbringen wir den Rest des Tages in der Blue Pool Bay, eine Bay, gesäumt von Felsen in der wir ein schönes windstilles Plätzchen zum chillen finden. Abends fahren wir zu den Toren des Tree Top Walks im Frankland National Park, sehen uns am nächsten morgen die Baumriesen an und suchen einen alternativen weg zur Mt. Frankland Picnic Area. Wie so oft bei diesen Aktionen, endet unsere Fahrt auf kleinen Wegen vor einer Schranke am Conservation Park. Am Ende erreichen wir aber unser gewolltes Ziel und sehen uns Mt. Frankland an. Nachdem uns das nächstliegende Campground nicht zusagt verbringen wir die Nach einfach in der Picnic Area auf Mt. Frankland. Das Wetter will immer noch nicht richtig mitspielen, daher gibt es mehr oder weniger einen weiteren Auto Tag, wir sehen uns einen weiteren Nationalpark mit Baumriesen an und fahren raus zu Windy Habour. Auf dem Weg zu unserem letzten gemeinsamen Campground stoppen wir am Diamond Tree. Hier hat es auf 52m in der Baumkrone einen Feuerwachposten. Der Aufstieg ist eigentlich krass, große Nägel jeden halben Meter bilden eine riesen Leiter. So richtig toll abgesichert ist das alles nicht, aber was soll schon passieren, einfach einen nach dem anderen und nicht nach unten sehen. Den letzten gemeinsamen Abend unserer Crew verbringen wir in einem Campground nahe Manjimup. Am morgen bringen wir Marianne nach Manjimup, geniessen in dem kleinen Ort einen letzten gemeinsamen Kaffee, gehen shoppen, füllen wieder mal unsere Wasservorräte auf und machen uns auf nach Augusta ein wenig südlich von Margaret River. Als wir dort am späten Nachmittag ankommen, sehe ich endlich die ersten Kitesurfer seit wir Melbourne verlassen haben. Wir haben Zeit und Elie weiß sich zu beschäftigen, ich packe also meinen Kite vom Dach. Mein Kite fliegt, ist aber ansonsten nicht der neueste, beim Aufpumpen muss ich leider feststellen, das eines der Ventile nicht mehr dicht hält, heute also nix mit Kiten. Ein anderer Kite Surfer hilft mir das Leck zu finden, zur Reparatur hat er aber leider auch nichts dabei. Scheiß drauf denke ich, der Kite hat mich $400 gekostet und das war schon zu viel, ich will da keine Kohle mehr rein stecken und hole meine Tube SeamGrip raus, klebe das Ventil und hoffe auf den nächsten Tag. Wir checken in das Campground im Leeuwin National Park und gönnen uns dort noch eine kleine Slackline Session.

Wie sich herausstellt ist Margeret River ein winziger Ort, das ganze Gebiet ist in erster Linie wegen den vielen Weinanbaugebieten und auch wegen der klasse Wellenreitspots bekannt. Wir sparen uns die überteuerten Weine und sehen uns statt dessen ein paar tolle Strände und Buchten an. Perth ist nicht mehr weit, nur noch schlappe 200km, wir fahren weiter Richtung Norden und checken nahe Bunbury einen vermeintlichen weiteren Kitespot an einem Binnensee. Das nahegelegene Campground ist nett, die Vielzahl an Moskitos aber schier unglaublich. Da wir Tags drauf feststellen, dass wir schon fast in Perth sind und es auf dem Rest-Weg nicht mehr viel zu sehen gibt, kümmere ich mich kurzerhand um ein neues Fenster für meine Tür. Der Schrottplatz in Bunbury hat eine Scheibe rum liegen und einen Mechaniker der uns das Ding einpasst ist ebenfalls schnell gefunden, $140 für den ganzen Spaß lassen sich verkraften. Da mir an einer weiteren Nacht irgendwo vor Perth nicht viel gelegen ist, fahren wir an diesem Tag noch bis Perth. Wir treffen Xavier in Scarborough Beach in einem Car Park. Seit dem wohne ich hier in Scarborough Beach im Carpark gleich am Strand, es gibt Toiletten und öffentliche Duschen die 24Stunden geöffnet sind, der Strand ist direkt vor der Tür, ein Supermarkt ist ebenfalls in der Nähe und auch eine kleine Strandbar von der ich euch diesen Blogpost schreibe ist nicht weit. Die letzten Tage war ich ordentlich beim Kiten und genieße hier nun das Leben in meinem Troopy. Morgens stehe ich auf, mache mir Kaffee mit meiner kleinen italienischen Espresso Maschine, esse ein Müsli mit instant Milch zum Frühstück, gehe ins Kaffee, schreibe ein wenig um anschließend meinen Kite startklar zu machen. Vorerst werde ich in dieser Ecke um Perth bleiben und ein wenig Zeit geniessen, hoffe außerdem euch bald einen weiteren Post zu schreiben. In diesem Sinne, genießt das Leben! Live is awesome!!!

Montag, 5. Dezember 2011

Was so geht in Oz

da ich schon ewig nichts von mir hören haben lasse, inzwischen aber ohne Job doch einmal die Ruhe finde euch zu schreiben gibt es einen kurzen Situationsbericht. Aktuell sitze ich wieder hier in Melbourne und verbringe ein paar ruhige Tage mit Leute treffen und einigen Vorbereitungen. Am Freitag geht es für eine Woche nach NZ, um auch dort Freunde zu sehen und um anschließend mit einem neuen Touristen Visa wieder nach Australien einzureisen. So genau weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll, der letzte Post ist fünf Monate her und es ist doch einiges passiert in dieser Zeit.

Nach mehr als sieben vollen Arbeitstagen Autosuche erkläre ich „Troopy“, ein TOYOTA LANDCRUISER FJ75RV 4x4, Baujahr 1988, 4 Liter, V6 (inline), im Juli zu meinem neuen Reisebegleiter. Troopy läuft mit Benzin und LPG Gas und ist die wohl coolste Karre die ich jemals fahren werde. Beide Tanks gefüllt komme ich fast 1000km, bei 20l verbrauch bin ich um den riesen Gastank (140l) und jede Gas Tankstelle froh. Der Liter Gas kostet zwischen $0,53 und $0,90 AUD, normales Benzin um die $1,45. Troopy kommt mit vier Rücksitzbänken und so hätten im Grunde 11 Personen platz. Die ersten 10.000km haben wir schon hinter uns und Troopy läuft, und läuft, und läuft. Damit das auch so bleibt, gibt es Ölwechsel alle 5000km und auch sonst gebe ich, soweit möglich, gut auf Ihn acht. Weitestegehend ausgestattet, mit neuem Teppichboden, cozy Innenraum style up, Bett, Klapptisch und einem Haufen Kleinzeug lässt es sich hier gut wohnen.

Die ersten Wochenend Road Trips gehen durch Victoria, Dandenong Ranges, Bunyip National Park, Wilsons Prom, Yarra Valley, Grampians, Great Ocean Road, ja es geht sogar bis nach South Australia. Die Wochenend Trips sind kurz, aber mit all den netten Leuten immer ein riesen Spaß. Geht es am Wochenende mal nicht aus der Stadt, was durchaus öfters vorkommt als ich ursprünglich geplant hatte, gibt es nette Haus Partys, Geburtstage oder sonstiges zu feiern. Da man in Elwood oder St. Kilda nur einen Steinwurf von unzähligen Bars und Cafés entfernt wohnt, genießt man auch unter der Woche oft mal ein Bier und verbringt dort seine Zeit. In meinem shared house passiert auch immer einiges, Leute ziehen aus und ziehen ein und es ist schon interessant zu sehen wie sich Stimmung und das Leben im Haus verändern. Nach ein paar Haus Partys und sinnlosen Diskussionen mit unserem Vermieter ziehe ich Mitte August in ein anderes shared house um. Es ist nicht ganz so gut gelegen, aber für die verbleibenden 6 Wochen passt es. Amy, eine Freundin aus meinem vorherigen shared house, ist schon ein paar Wochen früher dorthin umgezogen und obendrauf spare ich 70 Dollar die Woche Miete. Die Stimmung im neuen Haus ist super, obwohl es mit 10 Leuten, in dem viel kleineren Haus, weniger Platz gibt und unser Wohnzimmer mehr mit einem Zelt zu vergleichen ist. Der „Umzug“ ist eine willkommene Abwechslung und so lerne ich auch wieder einen Haufen netter Leute kennen.
Tanja und Pierre sind bereits Anfang August nach Bangkok abgereist und so trennen sich unsere Wege erst einmal. Es war schon toll mit meiner Schwester und Pierre zu reisen und Zeit zu verbringen. Danke an euch für die tolle Zeit!! you guys ROCK! So, keep on doing it :-)
Mein Arbeitsverhältnis endete am 28. Oktober, nach fast 6 Monaten als externer Mitarbeiter bei einem grossen Unternehmen. Der Job war wieder etwas anderes und ich konnte in eine andere Firma, ein anderes IT Umfeld und in ein anderes Arbeitsleben schnuppern. Es gäbe Unzählige Geschichten zu erzählen, nachdem aber im Moment eben auch einiges los ist und ich euch auch sonst ein paar Dinge schreiben möchte, belassen wir es erst einmal dabei. Die Zeit in Melbourne war spitze. Die Stadt habe ich inzwischen lieben gelernt und auch wenn ich nicht der geborene Stadtmensch bin, lässt es sich hier sehr gut wohnen.

Mit meiner Reiseplanung war und ist es nicht weit her. Im August hatte ich mir noch überlegt schon im September los zu reisen. Weil es mir in Melbourne aber gut gefällt und auch der Job sich lohnt, arbeite ich wie gesagt bis ende Oktober. Grober Reiseplan war dann erst mal nach Perth zu fahren um dort einen guten Freund von mir zu treffen. Mein Work and Holiday läuft im Dezember aus und ich hatte mir vorgenommen mich um ein verlängertes Touristen Visa zu bemühen. Es gibt hier mehrere Möglichkeiten, ich will aber eigentlich eine Verlängerung bei der ich das Land nicht verlassen muss. Klar nach NZ wollte ich bevor es Richtung Heimat geht sowieso nochmal, aber lieber hätte ich diesen Besuch hinten angehängt. Da ich noch nicht genau weiß wie es mit dem Visa läuft, plane ich mich noch vor der Reise an die West Küste darum zu kümmern. Ganz einfach weil Flüge von dort nach NZ eben viel teurer sind, alles auch nur im Fall es sollte mit der Verlängerung nicht klappen. Es ergibt sich, dass Marie und Cecile, zwei tolle Mädels aus meinem letzten shared house, planen Anfang November von Melbourne nach Sydney umzuziehen und so ergibt es sich, dass wir uns zu einen gemeinsamen Road Trip nach Sydney auf machen. Wie auch immer kümmere ich mich in Sydney um mein Visa und obwohl ich von der Immigration Hotline nur tolle Informationen bekommen habe will man mir eine Visa Verlängerung nicht geben. Am Ende bekomme ich vier Wochen Verlängerung mit einem Re-Entry. Um hier in Australien doch noch ein paar Wochen entspannt zu reisen werde ich nun also ausreisen um anschließend mit einem neuen Touristen Visa wieder einzureisen. So geht es nun erst mal nach NZ, am 10. Dezember bin ich dann hoffentlich mit neuem Visa wieder hier und dann will ich auf jeden Fall noch mehr von Australien sehen.

Der Road Trip von Melbourne nach Sydney war ein Hammer, wir machen aus 900km direktem Weg, 2500km und 10 Tage, zudem wählen wir eine sehr untypische Route durch die Berge. In Melbourne hatte ich mir ein Buch über die schönsten 4WD Routen durch Victoria besorgt, so kommt es, dass wir schon nach dem ersten Tag auf kleinen Feldwegen durch die Berge unterwegs sind. Beim ersten Rivercrossing bin ich mir schon nicht sicher, Marie watet durch den ganzen Fluss und checkt den Wasserstand, im Grunde entscheiden wir uns schon für die Durchfahrt als plötzlich von der anderen Seite des Flusses zwei dicke 4WD Jeeps auftauchen und mit bestimmt 60km/h durch den Fluss und an uns vorbei heizen. Dennoch das erste Rivercrossing mit Troopy für uns ein Abenteuer und ein riesen Spaß. Fast jeden Abend finden wir ein nettes kostenloses Campground und es gibt ein Lagerfeuer in einsamer Idylle. An einem View Point kurz vor Dargo, treffen wir ein paar weitere 4WD Enthusiasten. Die Kollegen kommen aus anderer Richtung und haben den Billy Goat Bluff Track schon hinter sich. Bis hierhin hatten wir es nur mit etwas gröberen Feldwegen zu tun, als uns einer der Kollegen dann aber sagt, dass wir uns mit Troopy und in Low Range keine sorgen um unseren Weiterweg machen müssen, sind wir doch etwas aufgeregt. Der Track führt an einem Bergkamm entlang ins Tal, ich schalte in Low Range, erster Gang und so geht es bei um die 40 Grad Gefälle langsam über übelstes Geröll gen Tal. Wir fahren uns keinen platten und kommen mit fettem grinsen sicher unten an, es ist schon erstaunlich was man mit dieser Karre machen kann. Wir verlassen Victoria und machen uns in New South Wales als erstes in den Kosciuszko National Park auf. Wir skaten auf der höchst gelegenen Strasse Australiens und ziehen weiter an die Küste. Bei Batemans Bay finden wir im Murramarang National Park ein kostenloses Traum Campground und geniessen hier ein paar Tage. Im Wald zwischen Kängurus und Lizards schlagen wir unser Camp auf, am Strand beobachten wir weit draussen auf hoher See, Wale und sehen am Abend kleinen Haiflossen in Standnähe zu. Beim versuch ein wenig zu schwimmen, treffen wir auf einen grossen Rochen der cool und lässig an uns vorbei schwimmt. Es ist wie das Paradies auf erden und noch dazu gehört die Bucht uns allein. Als wir beim weiterweg feststellen, das wir auf Sydney noch gar nicht recht vorbereitet sind, machen wir einen Schwenk nach Westen und verbringen noch zwei Nächte im Blue Mountains National Park. Hier haben wir dann tatsächlich den ersten platten reifen und ich muss feststellen, dass mein Wagenheber und meine elektronische Luftpumpe ziemlich grenzwertige Leistung bringen. Nach einigen Trips rund um Sydney geht es an meine Visa Action, nach dem ich meine Verlängerung wie gesagt nicht bekomme, geht es am Montag dem 28ten in einem Stück, 950km, nach Melbourne. Warum ich den Flug nach NZ nun von Melbourne aus gebucht habe weiß ich nicht genau, in Melbourne will ich aber eben eh noch ein paar Leute Treffen und außerdem kann ich mein ganzes Gepäck bei Freunden unterstellen, desweiteren gibt es einen sicheren Parkplatz für Troopy. Die Woche Melbourne verbringe ich mit Freunden besuchen und ein paar weiteren organisatorischen Dingen.

Seit Freitag Nacht bin ich nun also wieder in NZ. Samstag war mein erster Rundgang durch Christchurch, das CBD, also die Innenstadt ist nach wie vor geschlossen und es ist sehr traurig zu sehen, was hier passiert ist. Eine Stadt ohne Innenstadt, ohne Zentrum ist geblieben, das neue „Zentrum“ ein improvisierter Container Distrikt macht einen sonderbaren Eindruck, dennoch es scheint die Leute hier haben den ersten schock überwunden und man flogt dem Slogan: „Stay clam and carry on“. Gerstern bin ich mit Paul einem Kollegen aus dem Backpackers raus gefahren aus der Stadt. Castle Hill, Summit Road und Brighton Beach, NZ ist einfach ein Platz mit dem ich viele gute Erinnerungen verbinde und es ist schön wieder hier zu sein. Für zwei Tage geht es jetzt noch nach Auckland und dann bin ich am Donnerstag wieder hier in Christchurch, bevor es am Samstag früh morgens wieder nach Melbourne geht. Heute habe ich mein neues Visa beantragt und nun drücke ich einfach die Daumen, dass alles passt. Soweit erst mal mein Statusupdate, euch sende ich beste Grüße und wünsche eine tolle und entspannte Zeit.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Melbourne – Australia – back to the western world – again.

Eine zwei Monats Blogschreibe pause beweist doch mal wieder wie schnell die Zeit vergeht. Es ist viel passiert und doch hab ich von Australien und Melbourne noch gar nicht viel gesehen. Am 04.04. komme ich Vormittags hier in Melbourne an, das Wetter ist gut, die Sonne scheint und es ist ordentlich warm. Der Express Shuttle bringt mich in 20min vom Flughafen zur „Southern Cross“ Station in der City. Tanja wartet dort bereits auf mich und es gibt ein herzliches Wiedersehen. Da Tanja gerade bei Pierre wohnt, checke ich in „St Kilda“ erst mal in ein Backpacker ein. Auf den ersten Blick gabs nicht viel Auswahl und im xBase Backpackers gibt es wenigstens Locker für mein Gepäck. Wie sich aber herausstellen wird, einer der übleren Backpacker um einfach mal ein paar Tage abzuhängen. Die Preise für Übernachtung sind einfach ein Witz, dass hier alles teurer ist als in NZ war klar, darauf hatte ich mich schon eingestellt, $29 AUD (21 EURO) für ein Bett im 10 Bett Dorm sind aber echt ein Hammer. Wie auch immer, mache ich mir nach meiner Ankunft um Kohle erst mal keinen Kopf. Den ersten Abend in Melbourne verbringen wir bei Live Musik im Esplanade Hotel, kurz Espi, in St Kilda. Ein Jug Bier kostet $20 Dollar und so sind die ersten 100 aussi dollar schnell ausgegeben. Die ersten paar Tage erkunden wir die Umgebung von St Kilda und es werden einige grundlegende Besorgungen gemacht. xBase ist eine Guesthouse Kette in AU und NZ, es ist eine Bar im Erdgeschoss und darüber befinden sich die Zimmer, non-stop Party der „gerade Abi fertig Backpacker“. Was vorallem stört ist ein nichtvorhandener Lounge Bereich in dem man einfach abhängen kann. Nach vier Nächten in der xBase, ziehe ich in ein anderes Backpacker um. Mein neues Heim, ist das Home Travellers Motel in St. Kilda http://www.hometravellersmotel.com.au, ist etwas billiger und netter. Verglichen mit den Backpackern in NZ dennoch ziemlich groß und auch hier geht es in erster Linie um Party. Nur wenige Backpacker haben ein Auto und viele verlassen das Hostel nur, um zum Bottle Shop an der Ecke zu gehen. Es geht eben darum zu arbeiten und Kohle „zu sparen“. Ziemlich verführerisch ist Party vor der Tür aber doch und so verbringe ich auch einige Zeit hier. Nach ein paar Tagen kennt man die meisten Leute und man fängt an sich wohl zu fühlen. Tanja zieht nach ein paar Tagen mit im Backpacker ein und ein paar Tage später haben wir unsere eigene kleine Ecke, mit eigenem Stockbett, in einem 8 Bett Dorm. Im Dorm sieht es meist aus wie Sau, vorallem die Mädels scheinen viel scheiß dabei zu haben und so türmen sich Klamotten, Schminkzeug und was weiß ich was, quer durch den ganzen Raum.
Für Melbourne war die Idee wieder mal zu arbeiten, da Oz auch einfach viel zu teuer ist und ich meine übrigen Rest-Kröten hier nicht einfach verbraten will, sitze ich Tage lang vor meinem Lebenslauf. Tanja bastelt ebenfalls an unterschiedlichen Lebensläufen und Jobsuche ist angesagt. Es ist ein Auf und Ab mit der Jobsuche. Den ganzen Tag verbringt man vor dem Rechner um Abends festzustellen, dass wieder ein Tag vorbei ist. Dabei fühlt es sich oft so an, als hätte man nichts gemacht, obwohl man den ganzen Tag vor dem scheiß „Resume“ und seek.com.au gesessen hat. In den nächsten Wochen verschicken wir Bewerbungen wie andere Viagra Webung.
Die Visa Situation hier in Australien macht die Jobsuche nicht wirklich leichter. Mit einem „Work and Holiday“ ist man nur erlaubt, maximal sechs Monate, für denselben Arbeitgeber zu arbeiten, mit einem „richtigen“ Job wird’s daher schwer. Vorallem will ich kein Sponsorship, ein Job zwischen drei und sechs Monaten wäre optimal. An Tagen, an denen man wieder tolle Bewerbungen verschickt hat, fühlt man sich richtig gut, dennoch gibt es Tage, an denen man nicht viel tun kann und man fragt sich: „was machst Du hier denn eigentlich?“.
Tanjas Geburtstag steht an und da wir gerade erst in Melbourne angekommen sind, kennen wir noch nicht sehr viele Leute. Irgendwie versuche ich einfach, einen Tollen Geburtstag für Tanja organisiert zu bekommen. Es gibt Kugelhupf und ein Ständchen zum Frühstück. Es folgt ein toller Tag in Melbourne. Der Besuch im Melbourne Hof Bräu Haus ist jeden Dollar wert und für ein paar Stunden fühlt man sich bei richtigem Bier, Schweinshaxe und Sonnenschein wie daheim in München.
Im Backpacker lerne ich Thomas, einen deutschen, der aber schon seit gut zwei Jahren hier abhängt kennen. Er wohnt nicht im Backpacker, kommt wegen der vielen coolen Leute aber immer wieder mal vorbei. Wir kommen auf das Thema Wohnungssuche und er gibt mir eine Nummer von einer Freundin, die gerade ein Zimmer frei hat. Erika, ist noch ein paar Wochen in Melbourne bevor sie, vor dem Winter, nach Vietnam flüchten will. Erika ist selbst viel gereisst und bietet uns das Zimmer erst einmal ein paar Tage an, Couchsurfing sozusagen. Es ist nicht klar ob wir die Wohnung für die Zeit, in der sie in Vietnam ist, übernehmen können, dennoch kann Sie ein wenig Gesellschaft gut gebrauchen und wir werden sehn wie alles läuft. Nach fast vier Wochen Hostel Leben ziehen wir in eine richtige Wohnung und so backe ich in einer tollen Küche erst mal Brot.
Über einen anderen Kollegen aus dem Backpacker bekomme ich eine Telefonnummer von einer Umzusfirma, behalte diese aber erst mal ein paar Tage für mich. Nachdem aber mit meinen Bewerbungen außer ein paar Anrufen nichts weitergeht, klingle ich an einem Mittwoch doch bei den Metromovers an. Nachdem ich am Telefon ehrlich war, was hier in Australien untypisch ist, keine Arbeitserfahrung als Möbelpacker vorweisen kann und man sich um ausreichende Fitness sorgt, scheint auch ein Job als Möbelpacker keine Möglichkeit. Dennoch schicke ich meinen CV und schreibe eine nette Mail mit hinwies auf meine außerordentliche Fitness. Am nächsten Tag habe ich tatsächlich ein Job Interview, mir wird ein Lehrfilm gezeigt, ich bekomme eine tolle Uniform und am nächsten Tag geht es schon los. Gotsch der Möbelpacker!! Die Arbeit als Möbelpacker ist cool eigentlich, es wird einfach angepackt, sehr viel Stress gibt es dabei aber nicht. Der erste Umzugstag ist mit acht Arbeitsstunden noch ganz gut zu verkraften. Meinen dritten Arbeitstag als Möbelpacker muss ich wegs anderem Vorstellungsgespräch aber schon verschieben. Es geht um einen „tollen“ Job und so steht kurzerhand „styling“ an. Mit Tanja mache ich einen Kurztrip in den nächsten „Salvo“ (Salvation Army Shop) und bekomme für $45AUD schöne Schuhe, ein tolles Hemd und Jackett. Im Backpacker erkennen die Leute mich in meiner tollen Verkleidung gar nicht wieder. Das Gespräch mit einer Personal Vermittlung läuft gut und ich bekomme das zweite Gespräch mit der Fachabteilung zugesagt. Auch das zweite Gespräch läuft gut und so arbeite ich seit dem 04.05. wieder als Sysadmin. Der Job ist im Grunde nicht sehr aufregend, aber wie auch immer, Kohle ist nicht schlecht und wie ich mir das vorgestellt habe handelt es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis. So muss ich mir keinen Stress wegs Kündigung, Sponsoring order sonst was machen. Irgendwie ging es mir primär wohl auch darum, einen Job in der IT zu finden, einfach um zu sehen ob es klappt.
Nachdem klar ist, dass wir in Erikas Wohnung nicht ewig bleiben können, läuft schon seit einiger Zeit wieder Wohnungssuche, was hier in Melbourne nicht ganz einfach ist. Es kommt natürlich auch darauf an, was man gewillt ist auszugeben. Inzwischen haben wir die Wohnungssuche aber auch gemeistert und leben seit gut drei Wochen in einem „shared house“ in Elwood. Es ist ein riesen Haus, mit vier Schlafzimmern, zwei Bädern, zwei riesen Wohnzimmern und großer Küche. Mit acht Leuten im Haus, geht es manchmal zu wie in einem Backpacker und es gibt Party satt. Für ein Bett zahlen wir $170 AUD pro Woche, macht also $340 AUD für unser kleines Zimmer. Weil zwei der Schlafzimmer echt riesig sind und unsere Flatmates die meiste Zeit auf dem Zimmer verbringen, gehört das riesen Wohnzimmer, mit tollem Gasheizer, oft uns allein. Für den Moment, passts!
Da mein Geburtstag an einem Sonntag ist, ist eigentlich nicht viel geplant, ich hatte aber auch schon darüber nachgedacht von Samstag auf Sonntag rein zu feiern. Am Freitag gehe ich mit den Arbeitskollegen mal wieder auf ein Bier, trinke zu viel von dem selbstgebrauten Draft und wache Samstag Vormittag mit Schädel auf. Von daher war für Samstag nichts weiteres geplant und ich hatte mich schon mit einem gemütlichen Sonntag angefreundet. Immerhin werde ich ja auch schon zum dritten mal 29 jetzt. Samstag Abend geht’s mir aber doch wieder ganz gut, Tanja und Pierre verwöhnen mich mit tollem Abendessen und wir hängen einfach hier mit den Flatmates ab. Gegen 23:00 Uhr, kommt Thomas und bringt ein ganzen Haufen Leute aus dem Backpackers mit. Um zwölf gibt es ein Geburtstagsständchen zwei Kuchen, sogar Rotwein Kuchen ist dabei, Kerzen, Gelächter und tolle Geschenke. Danke auch für die lieben Anrufe! Aus einem Planlosen Tag wird ein super Event!
Mein Geburtstag ist jetzt auch schon wieder zwei Wochen her, die Zeit vergeht so schnell seit ich wieder beim arbeiten bin, ist mir im Grunde aber auch nur recht. Arbeit ist OK, nur einfach nicht sehr aufregend. Im Moment steht Autosuche an und so habe ich die letzten Wochen auch schon das ein oder andere Wochenende rum bekommen. Vielleicht war das damals in NZ doch gar nicht so schlecht, einfach die erst beste Karre zu kaufen. Es spart auf jeden Fall ein Haufen Zeit und Nerven. Heute und morgen sehe ich mir noch vielversprechendes an, hoffe aber jetzt schon, dass ich die Karre am Schluss mit möglichst wenig Verlust verkaufen kann.
Melbourne an sich ist OK, es ist eine riesen Stadt und es scheint als wäre ich nicht gerade der geborene Stadtmensch. Es fokussiert sich alles auf Kunst, Musik, Party, Leute, Kneipen und Kaffees, wie in jeder grossen Stadt denke ich. Alles in allem ist Melbourne ziemlich schick, das Zentrum von Melbourne selbst sieht aus, als eben erst aus dem Zellophan gepellt. Geld liegt hier offensichtlich auf der Strasse und es erinnert mich ein wenig an Singapur. Über eine Facebook Gruppe (Slackline Melbourne), habe ich ein paar ganz nette Leute aufgetan und bereits eine fette Slackline Session, mit fast 20 Leuten und Leinen satt, genossen. Dieses Wochenende war Bereitschafts bedingt ein ruhiges und so habe ich endlich mal Zeit für einen Post. Es steht hier jetzt erst mal leben und arbeiten auf dem Program. Wie lange und wie es hier überhaupt weitergeht ist wie immer offen, mal sehn was die Tage bringen, lasst es euch gut gehen und keep on rocking!!!

Samstag, 23. April 2011

Yunnan Province - China

Nachdem ich an einem ansonsten faulen Tag in Jinghong den letzten Post geschrieben hatte, bin ich dort nochmals ein paar Tage abgehangen. Im Grunde wollte ich erst mal sehn, was in Japan so weiter geht und auch etwas ausspannen nach den ewigen Busfahrten. In ein paar einzelnen westlich orientierten Kaffees treffen sich zwangsläufig alle Backpacker und ich lerne nette Leute kennen. Einen Nachmittag sehe ich mir den ganz netten, aber auch nicht besonderen, botanischen Garten von Jonghong an. Es regnet, trotzdem tut der Nachmittag draussen gut. Nach einem weiteren faulen Tag, die Nachrichten sind ja auch echt fürn Arsch im Moment, stehe ich am Bus Terminal in Jinghong. Da ich nur begrenzt Zeit habe und doch noch weiter Richtung Norden will, entscheide ich mich für den direkt Bus nach Dali, 14 Stunden, aber so verliere ich wenigstens keinen weiteren Tag in Kunming. Der Bus ist delux im Vergleich zu allem was ich bisher gesehen habe, ich hab ein eigenes kleines Bett im ersten Stock, ziemlich entspannt. Chinesische Toileten, speziell an den Bus Bahnhöfen und den Raststellen sind übrigens mit das übelste was einem passieren kann.
Im Bus lerne ich Tanja aus Russland und Marie-Soleil aus Quebec Canada kennen, wir sind die einzigen Langnasen im voll ausgebuchten Bus und wollen alle nach Dali. Nachdem wir spät Nachts in Dali-Stadt ankommen, entscheiden wir uns kurzerhand für ein Hotel nähe Busbahnhof und teilen uns zu dritt ein Zimmer. Ein 24 Stunden Hotel Check-In ist in China fast normal. Am nächsten Tag verlieren wir Tanja an der Busstation. Tanja, kommt gerade von Indien, hat nicht mehr wirklich Kohle übrig und will eigentlich das ganze Stück bis nach Russland trampen. Marie-Soleil und ich nehmen den Orts-Bus zur Altstadt von Dali. Die Altstadt sieht schon auf den ersten Blick nett aus. Nach unserer Ankunft und einigem gelaufe, um wieder mal das richtige Hostel zu finden, gönnen wir uns einen Kaffee in der Monkey Bar. Wir können unser Gepäck dort lassen und machen uns nochmals auf die Suche nach einem günstigen Backpacker. Dabei sehen wir schon einiges, es macht Spaß durch die Stadt zu laufen, vorbei an alten Gebäuden, chinesischen Dachgiebeln, engen Gassen, kleinen Mäuerchen und Gärten. Das Wetter ist nicht schlecht, die Sonne ist nur manchmal von ein paar Wolken verhangen und es hat um 20 Grad. Wir checken ins YHA ein, dass auch einen gemütlichen Garten hat. Am Abend spielt eine Band aus Quebec in der Monkey Bar, es gibt eigens gebrautes Bier, gute Musik und coole Leute. Tags drauf laufen wir zu den drei Pagodas, eine der Sehenswürdigkeiten nahe Dali. Vor Ort müssen wir aber feststellen, dass der Eintritspreis mit 13 Euro ziemlich happig ist. Die Fotos vom Eingang aus sind uns genug, wir setzen uns ein paar Meter weiter an einen grossen Kreisverkehr mit einer goldenen Vogel Statue und geniessen bei guter Aussicht süße Melonen. Die Kosten für Unterkunft in China sind ziemlich billig, für ca. 4 Euro bekommt man schon ein Zimmer. Busfahrten sind ebenfalls recht billig, lediglich die ganzen Eintritspreise zu den Sehenswürdigkeiten sind ziemlich teuer. Am Nachmittag laufen wir nochmals durch die nette Altstadt und geniessen Dali.
Nachdem ich nur einen ganz groben Plan habe wo es in China eigentlich hin gehen soll, wollte ich eigentlich erst mal ein paar Tage in Dali bleiben. Da ich an den zwei Tagen Dali aber doch schon einiges gesehen habe und Marie-Soleil auf dem Weg nach Lijiang einen interessanten Zwischenstopp in einem kleinen Dorf einlegen will, fahre ich nach den zwei Tagen Dali mit nach Shaxi. Auf jeden Fall ungewohnt und im Grunde unerwünscht wieder einen festen Termin für einen Abflug im Kopf zu haben. Nach einigem hin und her finden wir heraus, wo wir mit welchem Bus bis wohin fahren müssen um nach Shaxi zu kommen. Ungefähr sieben Stunden später, nach drei verschiedenen Bussen, mit unterschiedlichen kommunikativen Herausforderungen kommen wir im malerischen Shaxi an. Es ist ein echt kleines Örtchen und macht einen sehr ruhigen Eindruck. Wir finden auf Anhieb ein cooles Zimmer für 40 Yuan, in einem netten Häuschen mit Balkon und Blick auf die Berge. In dem ganzen Tal leben ungefähr 25.000 Menschen auf viele kleine Dörfer verteilt. Shaxi selbst wurde durch ein Rehabilitations Projekt, der ETH Zuerich und in Zusammenarbeit mit dem People’s Government of Jianchuan County, in Teilen wieder aufgebaut und restauriert (Link zum Projekt: http://www.nsl.ethz.ch:16080/irl/shaxi/frameset/frameOverview.htm). Nach unserer Ankunft verbringen wir einen tollen Nachmittag in den kleinen Gassen von Shaxi. Die Gebäude sind meist aus Holz oder bestehen in Teilen aus dicken Erdwänden, aus denen manchmal auch Pflanzen wachsen, es sieht und fühlt sich alles alt an hier, Touris sind kaum welche unterwegs und die Zeit scheint hier still zu stehen.
Am nächsten Tag wollen wir eigentlich ein Bergkloster besuchen, im Lonely Planet steht etwas darüber, aber es steht nicht geschrieben wie man hin kommt und wo es ist. Wir laufen zwei weitere Stunden durch das kleine Örtchen, versuchen in vielen Hotels oder Gasthäusern Informationen zu bekommen, aber es spricht einfach niemand englisch. Zufällig treffen wir eine Touristen Gruppe: Touristen, vielleicht können die uns helfen! Eine Gruppe Franzosen macht eine geführte Tagestour mit eigens organisiertem Guide. Der französische Guide, spricht neben französisch und englisch auch mandarin. Wir unterhalten uns eine ganze Weile, letztlich kommt er mit uns zu unserem Guesthouse und organisiert uns einen Minibus für den morgigen Tag. Shibao Shan, ist ein relativ großes Nature Reserve mit vielen verstreuten Templen in den umliegenden Bergen. Es ist sehr beeindruckend, wie hier kleine Tempel oder Statuen, an und in den Berg gebaut wurden. Viele Touristen sind nicht unterwegs, dafür aber viele wilde Affen. Von der Temple Anlage und aus den Bergen laufen wir die ganze Strecke zurück nach Shaxi. Dabei kommen wir immer wieder an in den Stein gemeißelten Schreinen und kleinen Tempeln vorbei. Die Aussicht bei gutem Wetter ist ebenfalls ein Hit, die Gegend um Shaxi ist einfach fett.
Obwohl man hier leicht noch ein paar Tage entspannen könnte, machen wir uns Tags drauf, gegen Mittag weiter nach Lijiang. Lijiang ist als Zwischenstopp nach Quiatou geplant. Als wir am frühen Abend in Lijiang ankommen sind wir irgendwie ziemlich fertig, die riesen Touristenmassen in der historischen Altstadt machen uns dann aber total platt. Die Suche nach einer billigen Unterkunft gestalltet sich schwierig und so checken wir am Ende in ein Wahnsinns Zimmer. Ein dicker TV an der Wand, eigener Computer, Chinesische Sitzecke mit Teekocher, ein Heizlüfter der wie eine Kamin aussieht und ein Badezimmer mit Heizlampen in der Decke, ziemlich dekadent eigentlich, aber für 7 Euro pro Nase doch erschwinglich. Heizdecken sind spätesten seit Dali in allen Gasthäusern Grundausstattung. Da es bereits spät ist, geben wir die Informationssuche bezüglich Tiger Leaping George, nach einigen Travel Agencys, in denen aber niemand englisch spricht, auf.
Am nächsten Vormittag buchen wir den nächsten Bus nach Quiatou und kommen Nachmittags bei schönstem Sonnenschein in Jane's Guesthouse an. Am Abend treffen wir per Zufall die beiden Julians aus Frankreich wieder, wir hatten die beiden bereits in Shaxi kennen gelernt und nette Abende. So machen wir uns als kleine Gruppe am nächsten Tag auf zum Tiger Leaping George. Dabei handelt es sich um ein ziemlich enges Tal durch das der Fluss Jangzi fließt, auf dem Weg durch das 16km lange Tal fällt dar Flusslauf mehr als 200 Höhenmeter. Das Tal ist eingefasst von zwei hohen Bergketten mit fast 6000 Meter, ein vertical Drop von fast 4000hm in einem Blick ist einfach nur erstaunlich. Der Trek ist ziemlich einfach zu laufen, alle Stunde gibt es einen Fotospot, an dem man Getränke kaufen kann und an dem man für ein Foto auch wirklich zahlen muss, an Gasthäusern kommt man alle zwei Stunden vorbei. Wir haben keinen Stress, geniessen das wandern und die wahnsinnige Aussicht. Noch vor der Half-Way Hut bleiben wir in einem gemütlichen Guesthouse, die beiden Julians machen sich aus partytechnischen Gründen weiter bis zur Half-Way Hut. Abendessen gibt’s bei super Aussicht und Alpenglühen. Wieder lernen wir nette Leute kennen und haben einen coolen Abend. Die beiden Julians lesen wir am nächsten Tag in der Half-Way Hut auf und steigen gemeinsam ab, zum Half-Way Tiger Leaping George. Es sind bestimmt einige hundert Höhenmeter bis zum Talboden und zum Jangzi. Beim wiederaufstieg entscheiden wir uns für den schnellen, den einfachen, aber unsicheren Leiterweg. Das wirklich angsteinflößende an dieser Stelle war die Leiter nach den ersten 5 Metern, die Halterungen mit denen die Leiter im Berg verankert ist, sind meist total durchgerostet und lose. Beim weitersteigen fragt man sich, was die Leiter überhaupt am Berg hält und man stellt fest, dass man auf keinen Fall an einer so blöden Leiter sterben will. Unsere letzte Nacht verbringen wir in Sean's Guesthouse und man trifft alte Bekannte wieder. Tiger Leaping George, war für mich eines der Highlights in Yunnan, hier kann ich auf jeden nochmals herkommen um ein paar Tage verbringen.
Aus Zeitmangel lassen wir die angrenzenden Täler aus und reisen von Tiger Leaping George direkt bis nach Shangrila. Die Fahrt führt über hohe Bergpässe, es gibt schneebedeckte Gipfel, Yaks und kleine Dörfer. Shangrila liegt auf 3200hm und die umliegenden Berge sind bis zu 4500 Meter hoch. Die Stadt liegt nahe an der tibetischen Grenze und ist für viele China Reisende eine gute Möglichkeit tibetanische Luft zu schnuppern. Einen Permit für Tibet gibt es soweit ich weiß nur mit komplett gebuchter und geführter Tour. Schon Nachmittags nach unserer Ankunft wollen wir noch eines der größten Klöster Chinas besuchen. Wir nehmen ein Taxi bis zum Eingang, der aber noch ein ganzes Stück vom Kloster entfernt ist. Als wir aus dem Taxi steigen, können wir das Kloster noch nicht einmal sehen. Wir gehen zum Kassenbereich an dem in einem grossen Shop, Tee, Kräuter und Gewürze verkauft werden. Der Preis für das Kloster ist viel zu teuer, wir schleichen uns am Wachhaus vorbei, finden eine eingefallene Mauer und sind auf dem Weg zum Kloster. Auf dem Weg kommen wir an einer Gruppe Locals vorbei, die gerade angefangen hat die eingefallene Mauer zu reparieren, es sagt aber niemand etwas und so laufen wir weiter um kurz darauf einen tollen Blick auf das Kloster zu haben. Wir wandern noch ein wenig durch die Huegel, sehen uns das Kloster aber nicht aus nächster Nähe an. Abends gibt es einen Hot Pot mit ein vielen netten Leuten. Per Zufall treffe ich ein Mädchen, dass Tanja schon in Laos getroffen hatte, schon witzig wie klein die Welt manchmal ist. Einen weiteren Tag verbringen wir in Shangrila und sehen uns ein wenig die Umgebung an bevor es wieder zurück nach Lijiang geht.
In Lijiang verbringen wir einen Tag mit Shoppen, Tanja hat ja bald Geburtstag und so kaufe ich ein paar nette Geschenke. Mit dem Nachbus geht es aber auch schon wieder weiter. Kunming ist riesig, am ersten Tag flüchten wir sofort aus der Stadt und wandern durch die western Hills. Wir verbringen einen Tag mit Stadt Besichtigung und sehen uns den Bird Market an. Zwei ein halb Wochen China sind viel zu wenig Zeit, allein in der Yunnan Province kann man 30 Tage leicht verbringen. Ein Eindruck von China bleibt, es steht auf jeden Fall auf meiner Liste, mehr von China zu sehen. Am 30ten setze ich Marie-Soleil in ein Taxi und sag Aufwiedersehen. Ihr Flug geht am fünften April von Hanoi zurück nach Canada, sie hat aber noch genügend Zeit, sich die Reisterassen von Yunnan anzusehen, die ich leider aussparen muss. Mein Flug geht am 31ten morgens um neun nach Bangkok. Endlich wieder Hitze, nähe Kaosan Road finde ich ein cooles Backpacker und genieße drei Tage Bangkok. Mit vielen guten Erinnerungen im Gepäck, geht es für mich am vierten April weiter in ein neues Kapitel, Good bye Asia – Hello Melbourne and Australia! Frohe Ostern euch allen und tolle Tage, genießt die Zeit - life is awesome!

Mittwoch, 6. April 2011

Are you able to imagine?

A lot of people tell me how bad the world is and how many bad things happen all around the globe, the media tells me everyday. There are also people who talk a lot about money, insurances and the risks of life. I know about all this!

It just makes me worried about my own security, my family, my friends and all the bad things around the globe. Worries lead to more worries, I actually train myself to worry.

So what I do from now on, everyday:

Once a day, I take me a few moments to imagine a world I dream of.

I imagine a world,
where we all live in peace together,
where people are happy to share,
where people give love, where people share a smile,
where people help each other,
where we all live in balance with our environment,
where we all enjoy time,
where we all have enough time to enjoy life, our families, our friends and our great nature.

This is just an Idea, but everyday, when I imagine this world, I feel good. I feel this world! I don't care about the question how we can achieve this world, I just feel good at least once a day.

Reality starts with a thought, with an idea, with fantasy and with a feeling. Our fantasies are the basis for our reality.

I would be happy if you do the same and spread the word, think about it and enjoy a good feeling everyday.

Dienstag, 15. März 2011

Back to Laos - I love this country !!

Nach meinem ersten kühlen Bier in Laos und gutem Essen, werde ich von einigen Locals zu mehr Bier und mehr Essen eingeladen, hier in Laos fühl ich mich gleich wieder sehr wohl. Auf der Strasse treffe ich einen anderen Backpacker, nach den „einsamen“ Tagen in Vietnam bin ich eigentlich ganz froh, wieder Langnasen zu sehen, er empfiehlt mir ein billiges Guesthouse in das ich kurzerhand einchecke. Der Hauptgrund nach Phonsavan zu kommen, sind die „Plain of Jars“. Dabei handelt es sich um Plätze, an denen haufenweise mannshohe Steinkrüge stehen, wo genau sie herkommen und für was sie genutzt wurden, weiß keiner so genau. Bisher sind nur drei dieser Plains von Mienen und Bomben befreit und für Touristen zugänglich. Die Provinz um Phonsavan war die meist bombardierte in ganz Laos. Laos selbst ist, dass überhaupt meist bombardierte Land auf der ganzen Welt, 20 Mio. Tonnen haben haben die USA hier, im sogenannten „Secret War“, abgeworfen. In Phonsavan laufen jeden Abend Filme zu diesem Thema und es wird berichtet, wie die MAG Aufräumarbeit leistet (http://www.maginternational.org/).
Nachdem Tag „Plain of Jars“ gönne ich mir einen Lazyday, der bei nur 10 Grad, leider sehr kalt ausfällt. Am nächsten Tag geht es, mit tränendem Auge, weil in einem Minibus sitzend, die schöne und kurvenreiche Strecke nach Vang Vieng.

Vang Vieng, im Grunde, weiß ich nicht was ich sagen soll. Letztes Jahr konnte ich mir nicht vorstellen, wie jemand hier mehr als drei Wochen verbringen kann. In erster Linie stand letztes Jahr „Tubing“ auf dem Programm und überhaupt waren für Vang Vieng nur ein paar Tage eingeplant. Diesmal, ging es mir in erster Linie um einen Platz, an dem man für wenig Geld, in einem eigenen Bungalow ausspannen und dabei auch noch ordentlich Natur geniessen kann. Im Nachhinein, muss ich sagen Vang Vieng ist ein Hit! Die Natur atemberaubend und die Langschaften einfach klasse. Sicherlich sind haufenweise Touris unterwegs, es wird viel getrunken und viel gefeiert, aber man kann auch anders. Die Tage verbringe ich mit Entspannen, Klettern, Trekking, Fischen, Lagerfeuer, wahnsins Ausblicken und sehr netten Leuten. Vang Vieng bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten und ist man erst einmal ein paar Kilometer aus dem Örtchen raus, sieht man auch die „Tuber“ nicht mehr. Wobei ich an dieser Stelle zugeben muss, dass „Tubing“ auch riesen Fun ist, mit drei Tagen Tubing in 27 Tagen Vang Vieng, finde ich den Schnitt aber ganz akzeptabel. Ein weiterer Grund, warum ich mich hier so lange aufgehalten habe, war einfach der, dass ich nicht genau wusste wo es weiter hingehen soll. Tanja und Dani machen in den Norden von Thailand, der mir zwar sehr gut gefallen hat, den ich aber nicht unbedingt gleich jetzt wieder sehen muss. Ein Fruend von mir kommt nach Bangkok und will ebenfalls in den Norden von Thailand, ein anderer Freund sitzt auf Borneo und auch Bali und Lombok waren eine Überlegung. So hatte ich nach einigen Tagen wenigstens die Optionen sortiert, was mich aber auch nicht recht weiter brachte. Tanja hatte inzwischen Ihre Restplanung hingelegt und Flüge gebucht, für sie geht es am 27.03. nach Melbourne Australia. Immerhin bin ich schon wieder seit dem 04.12.2010 unterwegs und nach gut drei Monaten unterwegs, auch mit Blick auf Australien, wäre mir eine Restplanung ganz recht. Irgendwie, kommt mir China in den Sinn. Spätestens Anfang April will ich auch in Australien sein und hab schon eine Idee was dort anstehen soll, also warum aufschieben denke ich. Dennoch, es bleibt noch etwas Zeit, nicht viel, aber vielleicht ein paar Wochen. Nachdem China ein riesen Land ist, aber doch auch gleich um die Ecke, überlege ich mir für eine kurze Zeit ein bisschen reinzuschmecken. So buche ich einen Flug von Kunming nach BKK am 31.03., einen Flug von BKK nach Melbourne am 03.04. und organisiere mir ein Busticket nach Udomxai im Norden von Laos um von dort nach China weiter zu reisen. So verlasse ich am 11. März Vang Vieng und reise mit dem normalen Bus über Nacht nach Udomxai. Von Udomxai geht’s morgens, nach einem Frühstück in der Stadt, gleich weiter nach Mengla China. Es ist schon witzig irgendwie, aber schon am Busschalter in Vang Vieng bin ich der einzige Touri, wer fährt auch mit dem local Bus nach Udomxai. Im Bus treffe ich immerhin drei weitere Backpacker die aber in Luang Prabang aussteigen, von dort bis Mengla bin ich die einzige Langnase im Bus.
In Mengla verbringe ich mehr oder weniger, einen halben entspannten Tag, bis ich Tags drauf herausfinde, dass es hier keinen ATM gibt der VISA oder sonstiges internationales Plastik akzeptiert. Irgendwie scheiße, weil Traveller Cheques habe ich keine. So mach ich mich gleich am nächsten Tag auf nach Jinghong, da mein Lonely Planet von 2007 meint, hier würde es ATM's geben die internationales Plastik akzeptieren. Gersten komme ich also hier an und laufe mit meinem ganzen Gepäck durch die Stadt zur „Bank of China“, leider funktionieren aber ausgerechnet heute die ATM's der Bank nicht. Was soll ich machen, ich checke in ein billiges Hotel und hoffe auf das Beste. Über alternative Einnahme Quellen hatte ich schon nachgedacht, aber noch keine Idee, für was ein Chinese, einer Langnase ein bisschen Kohle in einen Hut schmeißen sollte. Seit heute morgen funktionieren die ATM's wieder und so hebe ich ordentlich Kohle ab, es sind ja sowieso nur noch 15 Tage bis zum Abflug in Kunming. China ist auf jeden Fall eine andere Nummer, Stätte haben mehr als 1 Mio. Einwohner, alles andere ist keine echte Stadt, die meisten Schilder sind in Chinesisch und Englisch spricht kaum jemand, Langnasen sind sehr rar geseht und trifft man nur selten an. Kein anderer Grenz-Übertritt in Süd-Ost-Asien bietet einen so starken Kontrast, sobald man in China an der Grenze steht, merkt man, dass nun etwas anderes kommt. Nun wollen wir also mal sehn, was man in 15 Tagen China alles anstellen kann.

Im Grunde sind meine Gedanken im Moment aber bei den Leuten in Japan, Lybien, Jemen, Syrien, Christchurch NZ und all den anderen vielen Plätzen auf dieser Welt. Es stimmt mich traurig zu sehen was auf unserer Welt passiert, dabei sehnen und wünschen wir uns ALLE, egal ob in Thailand, Laos, Cambodia, NZ, Australien, Singapore, Malaysia, Deutschland, China und überall auf dieser Welt, das gleiche. Wie lang wird es dauern, bis wir Menschen, alle, dies erkennen und an einem Strang ziehen, für eine bessere Welt?

Montag, 21. Februar 2011

Minsk Trip Vietnam

Am 19. Januar 2011 geht es mit AirAsia von Bangkok nach HCMC. Tanja, Pierre, Dani und Ich, fahren mit dem Taxi vom Flughafen in die Pham Ngu Lao Street, eine Ecke voll mit günstigen Guesthouses. Am Guesthouse gegenüber steht die erste Minsk zu verkaufen und am Abend habe ich ein erstes Treffen mit einem reisenden, der seine Minsk loswerden will. So treffe ich am Abend einen Belgier, der eigentlich ganz nett ist und mir seine Minsk für $350 verkaufen möchte, wir verabreden uns für eine Testfahrt am nächsten Tag. Bei der Testfahrt stellte ich fest, dass sich die Minsk von meinem Travelkollegen, furchtbar anhört und suche daher weiter. Eine orangefarbene Minsk, frisch ge-serviced, angeboten von ein paar locals an der Ecke, fährt sich besser und hat einen guten Sound. Nach meiner Karre in NZ, bin ich einfach vorsichtig. Außerdem fahre ich noch eine Honda Win 110ccm probe. Der Tag geht ohne Minskkauf zu Ende. Nachdem die Minsk, gegenüber meines Guesthouses, dem Belgier gehört, fahre ich diese am zweiten Tag in Saigon nochmals probe. Die Entscheidung das Teil nicht zu kaufen steht, spätestens nach dieser Probefahrt fest. Im Grunde hab ich nur eine weitere Minsk in Aussicht, für noch eine weitere steht die Probefahrt aus und es ist nicht klar ob sich das in den nächsten Tagen ausgehen wird. Saigon oder eben HCMC, ist im Grunde kein guter Platz um eine Minsk zu kaufen. Der Norden von Vietnam soll dazu wesentlich besser geeignet sein. Der Belgier ist nach fünf Tagen in HCMC, frustriert und hat im Grunde keinen Bock mehr auf einen Käufer zu warten. Daher bleibt Ihm nur die Option die Minsk an einen lokalen Mechaniker mir Verlust zu verkaufen. Der Preis reduziert sich nochmals, Ich aber bleibe bei meiner Entscheidung und will sie nicht kaufen. Der erste Mechaniker der kommt, ist auch der Typ, bei dem ich die Honda Win probe gefahren bin. Dieser will sie, gar nicht kaufen. Warum erfahre ich von meinem Travel Kollegen nicht, finde aber im Nachhinein heraus, dass die Registrierung nicht passt. Mir kommt eine Idee, pack den Belgier aufs Moped und wir checken zu dem anderen Mechanic, der die orangefarbene Minsk zu verkaufen hat. Im Grunde, hoffe ich auf einen guten Deal für alle von uns. Aber auch dieser Mechanic will die Minsk nicht, beim nochmaligem Check finde ich heraus, dass auch die Registrierung der von diesem Mechanic angebotenen Minsk nicht passt. Mein belgischer Kollege ist frustriert, will nur noch aus HCMC raus und ist versucht, das Teil bei dem Mechanic einfach stehen zu lassen. Bevor er Sie jedoch dem Mechaniker gibt, kann er sie doch auch einfach mir geben meine ich und so komme ich an meine Minsk, anschließend gebe Ich Ihm dann doch $50 USD. Nachdem sich das Teil echt übel anhört, mach ich mich am nächsten Tag auf die Suche nach einem Mechaniker, lass mich abzocken, zahle nochmals $60 USD, lasse die Minsk stehen und will sie am nächsten Tag abholen. Am nächsten Tag, bin ich auf dem Weg zum War Museum, treffe auf dem Weg einen Typen, steige unter Vorwand in ein Taxi und gehe, saublöd wie ich bin, einem üblem Scam auf den Leim. Das abholen meiner Minsk am Abend ist Nebensache. Der scheiß Scam raubt mir für zwei weitere Tage den Atem, bevor ich am Montag dem 24.01.2011 auf meiner Minsk fluchtartig die Stadt verlasse. Über die Details dieser scheiß Action werde ich mich ausschweigen, schon unglaublich wie blöd ich sein kann.
Von HCMC selbst, sehe ich außer dem War Museum und dem wirklich kranken Verkehr nicht viel, im Grunde dachte ich, der Verkehr in Phnom Pen wäre krass, aber HCMC ist die Körnung aller Dinge. Nach meiner krassen Action, wird das mit der Minsk für Tanja und Pierre erst mal nichts und so fahren die beiden, ebenso wie Dani erst mal Bus. Die Fahrt raus aus HCMC, ist krank, es gibt keine Worte das fahren eines Motorrads in diesem Verkehr zu beschreiben. Endlich raus aus der Stadt kämpfe ich am Highway One ebenfalls nur ums nackte überleben. „Nothing happens without a reason!“, so zumindest versuche ich über die letzten Tage hinweg zu kommen. Hätten wir wirklich zwei weitere Minsk gekauft, wer weiß was passiert wäre. Erst vor kurzem ist ein Engländer auf dem Weg nach HCMC, auf dem Highway One, gestorben. Irgendwie die Kontrolle übers Bike verloren, gestürzt und von einem Truck überrollt worden. Meine Minsk ist auch nach dem Service nicht in einwandfreiem Zustand und ich glaube im Grunde kann man das von keiner Minsk erwarten. Auf jeden Fall komme ich Abends nach Sonnenuntergang heil und in einem Stück in Mui Ne an. Dani ist schon seit einem Tag in Mui Ne und so checke ich für diesen Abend bei Ihr im Hotel ein. Am nächsten Tag mache ich für Tanja, Pierre und mich eine Unterkunft klar und sehe mir ein bisschen die Umgebung an. Mit Dani am Moped fahre ich die Küste entlang, wir sehen uns die Sand Dünen und das nahegelegene Fischerdorf an, abends kommen Tanja und Pierre ebenfalls in Mui Ne an.

Mui Ne, ist ein Touri Ort und ist hauptsächlich wegen den guten Wind- und Kite-Surf Bedingungen bekannt. Tanja, träumt seit langem von einer längeren Kite Session und so checken wir die unterschiedlichen Optionen aus. Nach einigem hin und her, entscheiden Pierre und ich, statt einem Kite-Kurs, Windsurf Equipment auszuleihen, um so Dollars einzusparen. Als wir am nächsten Tag aber in der Kite Schule unsere Wahl vorbei sehen, lassen wir uns doch zu einem Kurs breitschlagen. Kite Surfen ROCKT! Nach nicht allzuvielen Stunden komme ich mit dem Kite und dem Board super klar, letz board! Tanja, fühlt sich leider schon am zweiten Tag nicht so toll, hat sich eine Erkältung eingefangen und muss nach nur zwei Tagen Kiten im Bett bleiben um bald wieder fit zu sein. Insgesamt bleibe ich neun Nächte in Mui Ne, so war das zwar nicht geplant, aber nach der ganzen Action in HCMC war Erholung und Ablenkung sehr angesagt.

Am 02.02., kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest geht’s für mich von Mui Ne nach Dalat. Tanja und Pierre machen mit dem Bus weiter die Küste entlang, Dani hat sich schon ein paar Tage früher in den Norden verabschiedet und so löst sich unsere kleine Gruppe erst mal auf. Die Fahrt nach Dalat ist Genieal, ich schaffe es ohne Highway No.1 über eine kleine Bergstrasse mit atemberaubenden Ausblicken ohne weitere Vorkommnisse nach Dalat. Es ist kalt in Dalat, die Umliegenden Berge sind um die 2000hm und es ist etwas Wolkenverhangen. Die Minsk läuft ohne Probleme. Im Guesthouse, das ich mir empfehlen habe lassen, bin ich ziemlich fertig und richte es mir im Dorm gemütlich ein. Mein einziger Kollege im Dorm ist Vietnamese und Easyrider (http://www.vietnameasyrider.com/). Er gibt mir ein paar Tips bezüglich meiner Route und bietet an, mich am nächsten Tag mit aus der Stadt zu nehmen. Nachts um 12:00 Uhr, sehe ich mir mit schlaf verklebten Augen das Neujahrsfeuerwerk über Dalat an, nehme an diesem weiteren Neujahrsfest ansonsten aber nicht teil. Die Fahrt geht am nächsten Tag bis nach Lak. Morgens nimmt mich der Kollege von den Easyridern mit aus der Stadt, es ist Tet, Neujahr und im Grunde herrscht Chaos. Vier Tage hat alles Frei, jeder feiert zuhause mit der Familie, Geschäfte und Gaststetten sind meist geschlossen. Lediglich Jugendliche holzen mit Ihren Scootern und Mädels kreuz und quer durch die Strassen. Nachdem ich dem Easyrider an der ersten Tankstelle für seine Hilfe danke, Ihm aber auch sage, dass er nicht mehr auf mich warten braucht, geht’s kurz nach Dalat wieder alleine weiter.
Irgendwo verpasse ich einen Abzweig, die Strasse wird am Ortsausgang zu einer Schotterpiste, Ich frage nach, aber mir wird versichert, dass es hier nach Lak geht. Nach ungefähr einem guten Kilometer, stehe ich plötzlich vor einem grossen Fluss mit witziger Fähranlage. Wieder frage ich nach dem Weg. Gar nicht weit soll es sein, nachdem Fluss sieht der Weg nicht besonders aus und ich bin echt skeptisch. Vietnam hat 89 Mio. Einwohner, 260 Einwohner / Quadrat Kilometer, von daher denke ich, kommt man immer irgendwo wieder raus. Kurz nach der Flussüberfahrt, richte ich mein Gepäck und werfe mein Baby, das erste und einzige mal, um. Außer meinem Kupplungshebel, der gebrochen ist, ist nichts passiert und auch dieser lässt sich noch benutzen. Die Schotterpiste ist nach ein paar weiteren Kilometern geschafft und ich bin in Lak. Der Easyrider wollte mir eigentlich einen Platz zum schlafen besorgen, was ich aber abgelehnt hatte. Unter $30 USD gibt’s da nix meinte er, er könnt mir was billiger, für 250.000 Dong = 12,5 USD besorgen. Im Lak Lake Resort kann ich dann aber doch, fuer $10 USD in meinem eigenen Longhouse pennen. Es ist ja kleinlich, wollt der mich im Grunde um $2,50 USD bescheißen, aber es passiert jeden Tag in Vietnam, dass man irgendwo beschissen wird. Es folgt ein Tag strecke machen, 300km von Lak bis Kon Tum, ich bleibe auf der Hauptstrasse und komme daher gut vorran. Weiter von Kun Tom will ich von der Hauptrasse runter und einen Umweg fahren. Nehme daher 70km nach Kon Tum den Abzweit nach Tu Mrong in den Bergen. Es geht steil bergauf, im ersten Gang geht es langsam vorran und ich nehme mir schon vor, meiner Minsk, am nächsten schönen Aussichtspunkt eine Auszeit zu gönnen, als ich ein sehr ungesundes Geräusch aus dem Zylinderkopf vernehme. „Aus und vorbei! Kolbenfresser!“, denke ich. Nach einer Zigarette, rolle ich im Leerlauf den Berg hinunter, fülle ein wenig mehr Öl in den Tank und starte meine Minsk. „Sie läuft!! Yes!“ Zurück auf der Haupstrasse geht es mit weniger Verkehr als gerechnet und schönen Ausblicken bis Dak Glei. Hier bleibe ich über Nacht in einer der übelsten Herbergen, die ich bisher hatte. Den ganzen nächsten Tag ärgere ich mich, wieder einmal, über die Unverschämtheit einiger Vietnamesen. Auf dem Weg, telefoniere ich mit Tanja, die mit Pierre gerade in Hoi An angekommen ist. Nachdem es nur ca. 80km sind, entscheide ich die beiden dort zu treffen. Hoi An ist eine nette Stadt, so ganz anders als der Rest, den ich von Vietnam gesehen habe. Nachdem eigentlich keiner von uns so recht weiß wo wir wie weiter wollen, bleiben wir erst mal in Hoi An, verbringen dort einen Tag mit Tempel und Strand, bevor es für mich tags drauf weiter geht. Von Hoi An bis Prao brauche ich ewig, mache einen riesen Umweg über Da Nang um anschließend doch die gleiche Strasse, wie zwei Tage zuvor, ins Inland zu nehmen. Nachdem ich kurz nach Da Nang, weil ich endlich wieder rein in die Berge will, etwas mehr Gas gebe, gibt meine Minsk wieder mit ungesundem Zylinder Geräusch auf. Nach einer Pause fahre ich langsam und vorsichtig weiter, die Fahrt durch die Berge nach Prao ist genial und es gibt keine weiteren Probleme. Für den nächsten Tag stehen lediglich 120km Strecke an, auf einer einsamen Bergstrasse geht es gemütlich nach A Luoi. Auf dem Weg treffe ich ein paar Touris auf einer Minsk, diese sind mit „Hoi An Motorbike Adventures“ unterwegs. Wahrscheinlich wussten Sie nicht, dass Sie für den Preis der Tour, die Minsk auch hätten kaufen können. Kurz nach einer Pause an einem Wasserfall, komme ich an ein Stück baufällige Strasse und ein großes Schlammloch in dem mir meine Minsk tatsächlich stecken bleibt. Nur mit Mühe schaffe ich es in der Hitze durch den Matsch. Die anschließende Fahrt durch eine Hochebene, fesselt mit wundersamer Landschaft, Bergdörfern und Landleben, einfach Malerisch. In A Luoi, checke ich nach einer Suppe in ein nettes Hotel ein und mache mich auf die Suche nach einem neuen Kupplungshebel. Der Mechaniker gleich neben dem Hotel, hat anscheinend schon Feierabend, in der Werkstatt sitzen ein paar Jungs vor einer Flasche Reisschnaps und ein paar Bieren. Einen passenden Kupplungshebel haben Sie nicht und man macht mir auch keine Hoffnungen in A Luoi passenden Ersatz zu finden. Man lädt mich auf ein erstes Bier und einen Schnaps ein, so ergibt es sich, dass ich ein paar Stunden später mit ordentlich Glühen im Gesicht ins Hotel zurück wanke. Von A Luoi nach Norden fällt die Wegwahl noch leicht, anschließend gibt es laut meiner Karte eine Inland Route an der Grenze zu Laos entlang, den Highway One, oder eine weitere Bundesstrasse ziemlich nah an der Küste. So fahre ich erst Richtung Laos nach Khe Sanh und checke hier in einem „Ca Phe“ (Cafe), nochmals meine Karte. Die kleinsten Orte in meiner Karte, sind nach Legende keine Orte, sondern meinen „Point of Population“ und hier habe ich bisher keine Guesthouses oder Hotels gesehen. Tanja und Pierre sind in Hue, ca. 120km südwestlich an der Küste. Dani will die Beiden dort in zwei Tagen treffen. Alle haben keine rechte Lust mehr auf Vietnam, daher ist der Plan die Grenze nach Laos in Lao Bao zu überqueren um in Laos weiter zu reisen. Hier in Vietnam fühlt man sich meist nicht willkommen, ein Lächeln bekommt man kaum geschenkt und sobald man Geld in die Hand nehmen muss, um irgendwas zu kaufen, wird man mit unfreundlicher Dreistigkeit verarscht. Es gibt Ausnahmen, aber selbst diese versuchen meist einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Daher hat einfach keiner mehr Lust auf dieses Land. Im Grunde passt mir Laos auch, aber vom Süden habe ich schon viel gesehen und entscheide daher weiter Richtung Norden zu fahren, zumindest so lange meine Minsk noch läuft. Auf einer langweiligen Landstrasse geht’s nach Dong Hoi. Das Wetter war schon Nachmittags nicht der Hit und auch in Dong Hoi ist es neblig und wolkenverhangen. Als ich tags drauf wieder Richtung Inland fahre, werde ich von schöner Landschaft überrascht und treffe am Phong Nha National Park auf eine Gruppe Motorbike Kollegen. Wir fahren ein Stück gemeinsam, aber die Jungs auf Ihren Honda Win's, sind mir einfach zu flott. Per Zufall, treffen wir uns aber ein paar Orte weiter zum Mittagessen. Wieder habe ich ein Problem mit meiner Minsk, weiß aber im Grunde sofort, dass etwas mit der Zündung nicht stimmt und schraube eine neue Zuendkerze in den Zylinder, was auch erst mal Abhilfe schafft. Zwei weitere male habe ich Probleme mit der Zündung bevor ich entscheide, für die Nacht in Anh Son zu bleiben. Von Anh Son gibt’s zwei Optionen, ungefähr fünf Tage weiter Richtung Norden oder einen weiteren Tag bis zur Grenze nach Laos. Weil das Wetter einfach scheiße ist, meine Minsk inzwischen immer öfters Mucken macht und in erster Linie weil ich von Vietnam einfach genug habe, steht für Morgen Laos auf dem Programm. In Anh Son, treffe ich noch ganz interessante Leute, lasse mich beim Hotel aber wieder einmal verleiten und bin anschließend mit meiner Hotel Wahl nicht zufrieden. Nachdem es meine letzte Nacht in Vietnam ist, aber auch ein würdiger Abschied denke ich. Schon am Abend fängt es an zu regnen und auch am nächsten Morgen regnet es. Nachdem ich mir ein Haufen Plastikbeutel besorgt, mein ganzes Gepäck verschnürt und mich auch selbst gut eingepackt habe geht es an die letzten 200km meiner Vietnam Reise. In einem kleinen Dorf gibt’s wieder Probleme mit der Zuendung, die sich aber leicht beheben lassen. Ein Bus vor meiner Nase nervt und ich gebe Gas, anschließend nagelt meine Minsk aber irgendwie ordentlich, „also nur langsam weiter“, denke ich, „komm schon, nur noch 100km!“. An einer Ortsausfahrt, stoppt meine Minsk, mit dem gewohnt ungesund klingenden Motorengeräusch. An einem kleinen Hang, lasse ich mein Baby rollen und tatsächlich kommt das Bike nochmal zum laufen. Leider klemmt der Kolben nur 500 Meter weiter wieder, wieder schiebe ich das Bike einen Hang hinauf, lass sie rollen, lege den zweiten Gang ein und sie kommt wieder ans laufen. Nach einem U-Turn auf der Strasse, frisst der Kolben wieder und ich weiss, dass meine Motorrad Fahrt hier zu Ende ist. Es war sowieso geplant, dass Bike irgendwo an der Grenze abzustellen, anzuzuenden oder einen Abhang hinunter zu schieben, einem Vietnamesen, der damit einen Haufen Kohle macht und irgendwelche Leute abzockt wollte ich das Bike ungern geben. Wie auch immer, auf der Kuppe des Hügels der vor mit liegt, befindet sich ein winziges Dorf und ein Mechaniker, ich schiebe die Minsk zum Mechanic, lade mein ganzes Zeug ab, packe mein komplettes Minskzubehör auf die Minsk und gebe Ihm die passende Registrierung. Ein Junge, vielleicht Anfang zwanzig, spricht gut englisch und ist der klassische Vietnamese: „Germany – big Money, big Money!“. Als ich klar mache, dass das Bike geschenkt ist, bricht der Mechanic in Freudenjubel aus, das ganze Dorf kommt zusammen und kann es kaum fassen. Man bringt mir einen Stuhl und ein paar Bier, im Grunde hoffe ich hier mitten im Nirgendwo nun nur auf eine Möglichkeit die letzten 100km bis zur Grenze zu überwinden, Ziel ist ein kühles BeerLao in einem der herzlichsten Länder Asiens – LAOS!!! Nach ca. 20 Minuten und zwei Bier, kommt tatsächlich ein Bus die Strasse rauf, nicht nur ich stehe am Strassenrand und versuche den Bus zu stoppen, nein auch das Ganze Dorf steht am Strassenrand. Im Bus bereue ich bereits, das Bike verschenkt zu haben, $10 USD bis zur Grenze, kommen mir wie Ripp Off vor. Der Bus ist super voll und ich bin der einzige Touri, wie ich heraus finde, fährt der Bus bis nach Phonsavan in Laos und für weitere $15USD , nimmt man mich gerne mit. Die Strasse durch die Berge ist kurvig und eine Strasse wie diese macht nur mit einem Motorrad richtig Spaß. Der Weg über die Grenze ist etwas seltsam, ich bin der einzige Touri weit und breit, das Wetter ist kalt und grau, in Laos bei der Einreise fällt mir auf, dass ich keine Passfotos mehr habe, bis ich das Visa by arrival in meinem Pass kleben habe vergeht eine halbe Ewigkeit, dennoch es ist geschafft: „Fuck Vietnam – Hello, sweet Home Laos!!“ und so genieße ich an diesem Abend tatsächlich ein kuehles BeerLao in Phonsavan.